Rhodesian Ridgeback im Rasseportrait

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Rhodesian Ridgeback

Steckbrief

Wachhunde
Herkunft Südafrika / Zimbabwe Lebenserwartung gut 10 Jahre
FCI-Standard FCI Gruppe 6: Laufhunde, Schweisshunde und verwandte Rassen Funktion Wachhunde
Größe Große Hunderassen Häufige Krankheiten keine
Gewicht 37 kg; Hündinnen: 32 kg Felllänge kurz, dicht, glatt, glänzend
Charakter/Wesen starker, eigenwilliger Charakter Fellfarbe Hellweizen bis Rotweizen
Besonderheiten

Spätentwickler

Rassenmerkmale und Erscheinungsbild

Wie sieht ein Rhodesian Ridgeback aus?

Der Rhodesian Ridgeback ist ein großer, sehr athletischer und zugleich windhundgleich eleganter Hund. Er zeigt eine starke, selbstbewusste Ausstrahlung. Das markante Merkmal dieser Hunderasse ist der Ridgeback. Das ist ein klar abgegrenzter Haarkamm auf der Mitte des Rückens. Er verläuft symmetrisch entlang der Wirbelsäule nach hinten zum Schwanz zeigend – eben entgegen der Richtung des anderen Haares. Es handelt sich um einen ursprünglich nur hie und da aufkommenden Gendefekt des Nervensystems (Spina bifida), der züchterisch verstärkt und zum Markenzeichen der Rasse gemacht wurde. Das kurze, dichte Haarkleid liegt ansonsten dicht an und glänzt. Als Farben sind Hellweizen bis Rotweizen sind zulässig. Die Ohren werden hängend getragen. Der offizielle Standard beschreibt sein Erscheinungsbild so:

Der Rhodesian Ridgeback sollte einen ausgewogen gebauten, starken, muskulösen, wendigen und aktiven Hund darstellen, symmetrisch im Profil und bei mittlerer Geschwindigkeit äußerst ausdauernd. Das Hauptaugenmerk ist auf Beweglichkeit, Eleganz und funktionale Gesundheit ohne irgendwelche Tendenzen zu einer massiven Erscheinung zu legen.

Wie groß ist ein Rhodesian Ridgeback?

Rüden haben eine Widerristhöhe von 63 bis 69, Hündinnen von 61 bis 66 Zentimetern. Als Gewicht werden für Rüden etwa 37, für Hündinnen 32 Kilogramm vorgegeben.

Wie alt wird ein Rhodesian Ridgeback?

Der Rhodesian Ridgeback hat eine Lebenserwartung von gut 10 Jahren.

rhodesian ridgebackWesenszüge und Charaktereigenschaften

Welche Eigenschaften hat der Rhodesian Ridgeback?

Der Rhodesian Ridgeback ist ein Jagd-, Wach- und Begleithund. In Europa wird er nur selten als Jagdhund eingesetzt und nicht als solcher vom Jagdgebrauchshundverband anerkannt. Er ist heute in erster Linie ein Begleit- und Familienhund. Sein Wesen wird im offiziellen Standard wie folgt beschrieben:

Würdevoll, intelligent, Fremden gegenüber zurückhaltend, aber ohne Anzeichen von Aggressivität oder Scheu.

Der Ridgeback ist ein selbstbewusster, muskulöser und sehr kräftiger, jedoch ebenfalls höchst eleganter Hund. In seiner Führung braucht er eine starke Hand. Stark meint zum einen körperlich in erster Linie jedoch mental. Der Rhodesian Ridgeback lässt sich von einem Herrchen oder Frauchen mit Kompetenz und Konsequenz auf Basis einer von Zuneigung getragenen Partnerschaft sehr gut führen. Er hat ein ausgeglichenes Wesen, ist nervenstark und mit hoher Reizschwelle. Ihn bringt so schnell nichts aus der Ruhe. Zugleich ist er sehr sensibel. Kommandostil ist exakt kontraproduktiv in der Führung dieses starken Hundes. In seiner Familie ist er liebenswert und anschmiegsam. Sein Haus und seine Familie bewacht und beschützt er mit höchstem Engagement – konsequent und zugleicht kontrolliert. Am besten er hat ein Herrchen oder Frauchen mit Hundeerfahrung und Hundeverstand. Gut geführt ist er ein toller Familienhund und beeindruckender Begleiter, der wunderschöne Facetten des Lebens eröffnet – aber er ist kein Anfängerhund. Ridgebacks sind Spätentwickler, die oft erst im Alter von zwei bis drei Jahren ihre körperliche und psychische Reife erlangen.

Herkunft & Geschichte

Wo kommt der Rhodesian Ridgeback ursprünglich her?

Der Rhodesian Ridgeback ist die einzige international anerkannte Hunderasse aus dem südlichen Afrika. Seine genaue Herkunft erscheint bisher als ein Geheimnis. Einiges spricht dafür, dass die alten Hunde der Khoikhoi, von den Kolonialherren Hottentotten genannt, zu seinen Ahnen zählen. Hierfür gibt es mehrere Indizien. Wir haben historische Berichte, die von Hunden mit Ridgeback bei den Völkern des südlichen Afrikas berichten. Diese Hunde wurden als Wachhunde und Schutzhunde für die Herden eingesetzt. Sie durften keine Angst vor angreifenden Löwen oder Leoparden haben. Sie waren zudem bestens an das Klima angepasst. Die britischen Kolonialherren brachten ihre eigenen Hunde mit. Sie sollten die Herden der Kolonialherren beschützen und mit auf die Jagd gehen. Schnell zeigte sich, dass diese Hunde nicht optimal angepasst waren. So hatten sie Angst vor Löwen, was sich clevere Diebe zu Nutzen machten, die sich ihre Füße mit Löwenkot einschmierten, um so die Wachhunde los zu werden. Deshalb kreuzte man die Hunde der Khoikhoi ein. Mit diesen Hunden kam der Mut, die Anpassung an Hitze wie auch die Veranlagung für den Ridgeback. Welche europäischen Hunderassen zu den Ahnen des Rhodesian Ridgebacks zählen, ist nicht dokumentiert. In einer aktuellen Studie von 2017 wird eine genetische Landkarte über 100 Hunderassen, darunter zum Rhodesian Ridgeback, aufgestellt. Als Basis dient eine Gen-Analyse über mehr als 13.000 Hunde durch ein Team von US-Genetikerinnen um Heidi Parker. Hier sieht man Rhodesian Ridgeback genetisch ganz nah zur Deutsche Dogge eingeordnet. Seit etwa 100 Jahren wird er nun gezielt gezüchtet. Dabei legte man leider von Anfang an besonderen Wert auf die züchterische Festigung des Ridgebacks. 1955 erfolgte die endgültige Anerkennung der Rasse durch den Weltverband FCI. 1996 wurde sein Standard noch einmal überarbeitet. Diese Hunderasse wurde erst in den 1970er Jahren in Deutschland bekannt. Heute wird der Rhodesian Ridgeback durch drei Vereine im VDH betreut. Inzwischen hat dieser stattliche Hund von einmaliger Anmutung einen recht großen, stabilen Freundeskreis gewinnen können. Etwa 1.000 Welpen fallen pro Jahr unter dem Dach des VDHs.

Beliebte Mixe

Mixe mit Rhodesian Ridgeback sind eher selten. Aber sie können vom Wesen her problematisch sein etwa wenn die Kraft, Schärfe und Athletik des Ridgebacks mit dem angeborenen Arbeitsdrang eines Hütehundes zusammenkommen.

Pflege, Gesundheit und Krankheiten

Wie viel Pflege braucht ein Rhodesian Ridgeback?

Der Rhodesian Ridgeback ist ein pflegeleichter Hund. Hie und da das Fell bürsten reicht.

Gibt es beim Rhodesian Ridgeback rassetypische Krankheiten?

Die Hunderasse ist vom Kern her robust. Erbkrankheiten werden systematisch bekämpft. Ellbogendysplasie (ED) und Hüftgelenksdysplasie (HD) – gerade bei größeren Hunden oft ein Problem – hat man recht gut im Griff. Der Ridge, der ihm den Namen gibt, stellt zuweilen ein Problem dar. Es handelt sich um die sichtbare Auswirkung eines Gendefekts des Nervensystems, der beim Menschen als offener Rücken bekannt ist. Beim Ridgeback tritt er meist in einer schwachen Form auf, hat aber trotzdem Nebenwirkungen. In den Würfen fallen regelmäßig Welpen ohne Ridge, also auch ohne diesen Gendefekt. Diese eigentlich gesunden Welpen werden von der Zucht aussortiert und wurden in Großbritannien bis zum Verbot 2009 sogar ganz offiziell getötet. Heute geschieht das leider weiterhin, nur eben inoffiziell. Hier sollte man umdenken und die Gesundheit der Hunde konsequent in den Mittelpunkt stellen. Diese Hunde sind auch ohne Ridgeback schön und zugleich gesünder und langlebiger. Zuweilen ist darüber hinaus Inzucht ein Problem.

Welches Futter ist für einen Rhodesian Ridgeback am besten?

Der Rhodesian Ridgeback stellt keine besonderen Ansprüche. Er ist durchweg unkompliziert. Der Rhodesian Ridgeback eignet sich natürlich auch zum Barfen – fachgerecht ausgeführt.

Aktivitäten

Ein Rhodesian Ridgeback stellt keine besonderen Anforderungen aber er eignet sich für fast alle Aktivitäten, die Du mit Hund unternehmen kannst.

Rhodesian RidgebackÜberlegungen vor der Anschaffung

Wo kann man einen Rhodesian Ridgeback kaufen?

Willst Du dein Leben mit einem Rhodesian Ridgeback teilen, solltest Du dich lange vor der Anschaffung nach einem Züchter umschauen und hier Kontakte knüpfen. Der Züchter sollte einem der 3 Vereine im VDH angeschlossen sein. Es sollte keine Inzucht vorliegen, was Du anhand des Stammbaums abschätzen kannst, wenn dort kein Name doppelt auftaucht. Der Züchter sollte seinen Wurf per Foto gut dokumentiert haben. Du solltest Dir den Wurf zusammen mit der Mutterhündin, nach Absprache, vor Ort anschauen können. Bitte kaufe keinen Ridgeback übers Internet, da dort das Risiko sehr groß ist, dass der Welpe von einem – in aller Regel gut getarntem – Hundehändler oder Vermehrer kommt. Für den sensiblen Rhodesian Ridgeback ist eine seriöse Zucht mit entsprechender Sozialisation besonders wichtig.

Erziehung und Haltung

Passt ein Rhodesian Ridgeback zu mir?

Der Rhodesian Ridgeback ist ein territorial ausgerichteter Hund, der ausgedehnte Spaziergänge durch die Natur liebt. Er hat ein starkes Laufbedürfnis. Ein Leben mitten in der Großstadt ist für ihn nicht ideal, aber machbar. Gut erzogen und geführt ist er ein hervorragender Begleiter. Trotzdem kann man ihn nicht ohne weiteres als Familienhund empfehlen. Überlegt man sich, zum ersten Mal einen Rhodesian Ridgeback anzuschaffen, sollte man zunächst die ganz praktischen Herausforderungen bedacht haben, die alleine mit seiner Kraft und Größe zusammenhängen. Der Rhodesian Ridgeback entfaltet Kreativität und Beharrungsvermögen, um seine Vorstellungen von der Welt und ihrer Ordnung zu verwirklichen. Hier ist der Hundehalter mit aller Konsequenz, jedoch gepaart mit Geduld und viel Einfühlungsvermögen, gefordert. Härte allein bringt beim Rhodesian Ridgeback rein gar nichts. Er ist ein feinsinniges Kraftpaket. Wichtig ist es, das Vertrauen zu schaffen und erhalten, welches der Rhodesian Ridgeback dir, seinem Rudelchef, gerne entgegenbringen will. Apropos Rudelchef: ein Rhodesian Ridgeback wird in aller Regel ganz gründlich austesten, wer denn nun diese Position einnehmen wird. Hier müssen sich Herrchen und Frauchen mit konsequenter Lässigkeit behaupten, dann wird er treu und brav folgen und die Führung durch seine Menschen problemlos akzeptieren. Im Auto nimmst du ihn am besten in einer professionellen Box aus Aluminium mit.

Interessantes, Wissenswertes & Extras

Der Rhodesian Ridgeback ist ein spannendes Stück Abenteuer Natur. Der aktive Hund ist kraftvoll, elegant und ein verlässlicher, durchaus wehrhafter Freund und Beschützer für die ganze Familie. Er gehört in die Hand von Menschen mit Hundeverstand und Hundeerfahrung.


Christoph JungChristoph Jung Seit seiner Kindheit gehören Hunde zu den besten Freunden des Hundeforschers. Die Beziehung Mensch – Hund ist für ihn ein faszinierendes Thema, das ihn täglich beschäftigt und für das er sich auch öffentlich engagiert. Aus seiner täglichen Forschung entstand das Buch „Tierisch beste Freunde“. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


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Kommentare, Fragen und Antworten
  1. E Papargyriou sagt:

    Meine Hündin ist 12 Jahre und von heute auf morgen übergibt sie sich und trinkt viel Wasser und ist immer müde was kann es sein?

    1. ZooRoyal sagt:

      Hallo E Papargyriou,

      leider können wir den Zustand deiner Hündin per „Ferndiagnose“ nicht beurteilen. Wir raten dir, unbedingt einen Tierarzt aufzusuchen und deinen Vierbeiner dort durchchecken zu lassen.

      Viele Grüße und alles Gute für deine Hündin,
      dein ZooRoyal Team

  2. Arno Seele sagt:

    Der Rhodesian Ridgeback ist ein toller Hund. Aber man sollte sich vorher gut überlegen ob man mit ihm klarkommt. Den wenn er einen im freien Flug begrüßt könnte das schon mal weh tun.

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