Wach- und Schutzhunde

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Schutzhund

Es gibt viele Situationen, in denen Menschen einen Begleiter an ihrer Seite benötigen, welcher ihnen nicht nur Sicherheit vermittelt, sondern sie auch schützt. Ein Schutzhund ist nicht nur in der Lage seinen Menschen im Fall der Fälle zu verteidigen, sondern er hat eine anspruchsvolle Ausbildung durchlaufen, in der er sich in verschiedenen Bereichen beweisen musste. Es wird unterschieden zwischen den Diensthunden der Polizei und der im Hundesport geführten Schutzhunde.

Wachhunde haben die Aufgabe, selbstständig Firmengelände, Privatgrundstücke oder auch Vieh zu bewachen und vor allem Eindruck zu machen, indem sie laut bellen, wenn sie sich nähernde Personen oder Gefahren bemerken, um so auf diese aufmerksam zu machen.

Einsatzgebiete

Der Schutzhund, welcher im Polizeidienst eingesetzt wird, begleitet seinen festen Hundeführer zu kritischen Einsätzen, wie beispielsweise Fußballspielen, bei denen mit Auseinandersetzungen zwischen den Fans gerechnet wird. Hier soll er insbesondere Eindruck machen, um Personen so etwa auf Abstand zu halten. Der Schutzhund wird auch bei Einsätzen mitgeführt, bei denen Verdächtige gestellt werden sollen. Versuchen diese zu fliehen, ist der Schutzhund in der Lage, die fliehende Person gezielt zu stellen und so zu warten, bis die Polizisten eintreffen, um die Person in Gewahrsam nehmen.

Der Wachhund wird aufgrund seiner selbstständigen Arbeit, ohne Einwirkung von Personen, gerne auf Grundstücken eingesetzt. Hier wird er entweder zeitweise eingesetzt oder er bleibt dauerhaft auf dem Grundstück. Der Wachhund wird aufpassen, dass sich niemand Unbefugtes Zutritt verschafft und Bewegungen sofort laut melden, sodass sich Personen meist schnell wieder entfernen und es nicht wagen, das Grundstück einfach zu betreten.

Die Ausbildung

Die Ausbildung eines als Diensthund eingesetzten Schutzhundes unterscheidet sich von der eines im Sport eingesetzten Hundes in Dauer und Art. Der Diensthund wird während seiner Ausbildung bereits darauf vorbereitet, Menschen gezielt und auf Signal zu stellen und diese an Ort und Stelle verharren zu lassen. Auch lernen sie, einen Menschen anzugreifen, ohne diesen dabei stark zu verletzen. Selbstverständlich müssen sie nach ihrer Ausbildung in der Lage sein, sofort loszulassen, wenn sie das Signal dazu erhalten. Ein Schutzhund im Dienst muss also einen besonders starken Grundgehorsam erlernen und verlässlich an der Seite seines Menschen arbeiten, ohne sich durch Lärm oder andere Umwelteinflüsse aus der Ruhe bringen zu lassen. Deshalb durchlaufen Schutzhunde verschiedene Bereiche der Schutzhund-Ausbildung, unter anderem auch die Unterordnung. Aufgrund des speziellen Einsatzes müssen Diensthunde ihre Ausbildung meist schneller durchlaufen, obwohl sie noch die erweiterten Qualifikationen aufweisen müssen, weshalb die Ausbildung bereits sehr früh mit den noch jungen Hunden beginnt.

Im Hundesport eingesetzte Schutzhunde werden anhand des Beute- und Spielverhaltens an den sogenannten Beißarm herangeführt. Sie sollen ebenfalls auf Signal Personen stellen können und auf Zuruf in den Beißarm beißen. Auch diese Hunde müssen extrem ausgeprägten Gehorsam zeigen und den Beißarm sofort loslassen, wenn sie das Signal dafür erhalten. Nach erfolgreicher Arbeit wird der Hund belohnt.

Anders als viele Menschen fürchten, sind diese Hunde nämlich keineswegs scharf oder sogar bissig, sondern für sie ist diese Aufgabe nichts anderes als ein kontrolliertes Training. Ohne den Beißarm fehlt ihnen der Anreiz zuzubeißen oder Anzeichen von Aggressivität zu zeigen.
Hier liegt ein gravierender Unterschied zu den im Dienst eingesetzten Schutzhunden,- während ihrer Ausbildung lernen diese Hunde auch ohne ein Beuteziel (wie den Beißarm) das gewünschte Verhalten zu zeigen.

Wachhunde werden meist aufgrund ihres ausgeprägten Territorialverhaltens für die Arbeit und Ausbildung als Wachhund ausgewählt. Während der Ausbildung wird dieses Verhalten gefestigt und bestärkt, aber auch am Gehorsam der Hunde gearbeitet, um diese dennoch kontrolliert einsetzen zu können.

Den eigenen Hund zum Schutzhund ausbilden

Als Diensthund wirst du deinen Vierbeiner als Privatperson aber nicht ausbilden können, da der gezielte Einsatz von Hunden gegen Menschen nur staatlichen Behörden vorbehalten ist.

Hier bleibt die Alternative im Hundesport. Achte aber darauf, dass dein Hund tierschutzkonform und modern ausgebildet wird. Wie bei jedem Hobby gilt, dass es dem Hund und dem Halter Spaß machen muss. Ist dein Hund zudem arbeits- und lernfreudig, hast du die perfekten Bedingungen, um gemeinsam loszulegen. Erkundige dich am besten bei einem Hundesportverein in deiner Nähe nach Einstiegsmöglichkeiten oder einem Probetraining. Vielleicht schaust du auch mal bei einem Training zu, um einschätzen zu können, ob das etwas für dich und deinen Hund ist. Dabei solltest du darauf achten, dass während des Trainings ausschließlich mit positiver Verstärkung gearbeitet wird, also dass die Hunde lediglich mit Lob, dem Beißarm oder einem Spielzeug motiviert werden, statt mit Druck oder sogar Gewalt.


KristinaKristina Ziemer-Falke ist zertifizierte Hundetrainerin und Verhaltensberaterin durch die Tierärztekammer Schleswig-Holstein und das Messerli Forschungsinstitut der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Darüber hinaus verfügt sie über viele Zusatzausbildungen und Schwerpunkte und ist im Prüfungsausschuss der Tierärztekammer Niedersachsen für die Hundetrainerzertifizierungen.
Mit ihrem Mann Jörg Ziemer gründete sie das Schulungszentrum Ziemer & Falke, in dem sie seit vielen Jahren mit viel Herz, Leidenschaft und Kompetenz Hundetrainer in ganz Deutschland ausbilden und viele Weiterbildungsangebote anbieten. Viele kennen Kristina außerdem als erfolgreiche Autorin von Fachbüchern für Hundetrainer und Hundehalter sowie aus Artikeln beliebter Hundezeitschriften.


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