Katzen Einzelhaltung: 5 Irrtümer

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Einzelhaltung von KatzenDer Irrglaube, dass Katzen uneingeschränkt Einzelgänger sind, hält sich leider hartnäckig. Tatsächlich sind die meisten Katzen sehr soziale Tiere, die den Kontakt zu Artgenossen lieben. Wir klären hier fünf Irrtümer zum Thema Einzelhaltung von Katzen.

1. Katzen sind strikte Einzelgänger

Es ist wahr, dass viele Wildkatzenarten wie der Serval oder der Ozelot reine Einzelgänger sind. Auch die direkte Vorfahrin unserer Samtpfoten, die Falbkatze, ist zumeist alleine unterwegs. Unsere domestizierten Katzen haben viel von ihren Vorfahren geerbt. Dennoch leben sie heute ganz anders als die Tiere in der freien Wildbahn. Das beste Beispiel bist du als Besitzer: Die meisten Fellnasen lieben regelmäßige Schmuseeinheiten mit “ihrem” Menschen. Das könnte man von ihren wilden Verwandten nicht behaupten. Doch der Mensch kann den Umgang mit anderen Katzen nicht ersetzen. Dass du ihr soziale Kontakte ermöglichst, ist daher kein Bonus, sondern gehört genauso zu den Grundlagen einer artgerechten Haltung wie die regelmäßige Fütterung und das Aufstellen einer Katzentoilette.
Der Kontakt zu anderen Katzen sollte bitte dennoch nicht zum (gut gemeinten) Zwang werden! Es gibt gelegentlich auch einzelne Tiere, die Kontakt zu Artgenossen eher meiden. Und selbst eine sehr gesellige Katze braucht von Zeit zu Zeit ihre Ruhe. Entsprechende Rückzugsorte müssen also stets zur Verfügung stehen. Denn ein echtes “Rudeltier” ist unsere Hauskatze schließlich auch nicht.

2. Kitten werden menschenbezogener, wenn man sie einzeln adoptiert

Für Katzenfreunde ist kaum etwas niedlicher als ein kleines Katzenbaby. Der Entschluss, sich ein Kätzchen anzuschaffen, ist daher schnell gefasst. Viele adoptieren ein einzelnes Kätzchen, weil sie glauben, dass es dann anhänglicher wird. Jedoch ist oft das Gegenteil der Fall. Denn wenn junge Katzen vereinsamen, können sie schwere Verhaltensstörungen entwickeln. Wenn die Katzenwelpen im Alter von acht bis zwölf Wochen ihre Mutter verlassen, ist ihre Sozialisation längst nicht abgeschlossen. Sie brauchen daher den Kontakt zu gleichaltrigen Katzen, mit denen sie spielen, raufen und kuscheln können. Katzen lernen dabei wichtige Verhaltensweisen, um glücklich und gesund aufzuwachsen.

Wächst eine kleine Katze in Einzelhaltung auf und kann ihrem Bedürfnis nach Interaktion mit gleichaltrigen Kätzchen nicht nachkommen, kann es passieren, dass sie stattdessen Verhaltensauffälligkeiten zeigt. Vielleicht wird sie versuchen, die spielerischen Kämpfe, die sie eigentlich mit ihren Artgenossen übt, an ihren Menschen zu erproben. Das ist durchaus schmerzhaft und wird oft als aggressives Verhalten gedeutet. Allein ein erwachsenes Tier ist übrigens nicht unbedingt ein geeigneter Partner für ein Kitten, da es womöglich mehr Ruhe benötigt.

3. Zwei Katzen machen doppelt so viel Arbeit

Wenn du deine Mieze als reine Wohnungskatze hältst, braucht sie viel Beschäftigung. Durch den Garten tigern, auf Bäume klettern und Mäuse jagen – all das fällt bei der Wohnungshaltung weg. Hier liegt es an dir, Ersatz zu schaffen mit Kratzbäumen und ausgiebigen Spielmöglichkeiten. Aber natürlich kannst du deine Katze nicht rund um die Uhr bespaßen. Auch wenn Katzen viel schlafen, langweilen sie sich dennoch, wenn sie den ganzen Tag allein sind. Das Problem hast du im Mehrkatzenhaushalt nicht so schnell – deine Katzen könnten untereinander spielen und kuscheln und sind nicht so schnell einsam. Dann brauchst du auch kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn du sie in Ausnahmen mal über Nacht allein lässt – natürlich immer mit ausreichend Futter und Wasser. Zwei Katzen sind also unter Umständen sogar leichter zu halten als eine Einzelkatze.

4. Aber meine Katze ist doch glücklich als Einzelkatze

Tiere können uns leider nicht sagen, wenn es ihnen nicht gut geht. Deine Katze in Einzelhaltung mag zufrieden und entspannt wirken, während sie in Wirklichkeit still vor sich hin leidet, sich zurückzieht und nur noch schläft. Andere mögliche Folgen treten vielleicht erst später auf: Unsauberkeit, Zerkratzen von Tapeten oder sogar aggressives Verhalten gegen den Menschen. Der Kontakt zu dir oder einem anderen Haustier wie einem Hund kann den Umgang mit Artgenossen nicht ersetzen. Schließlich sprechen du oder dein Hund eine ganz andere Sprache als die Fellnasen. Es gibt allerdings durchaus Katzen, die reine Einzelkatzen sind. Zum Beispiel, wenn sie schon als Kitten nicht ausreichend sozialisiert wurden, weil sie zu früh vom Wurf getrennt worden sind. Auch wenn du eine ältere Katze hast, die schon lange allein lebt, ist eine Vergesellschaftung riskant. Solche Tiere sind mitunter allein zufriedener und sollten dann tatsächlich besser einzeln gehalten werden. Dennoch kann die Vergesellschaftung einen Versuch wert sein – so mancher Stubentiger blüht durch eine Partnerkatze regelrecht auf.

5. Meine Katze versteht sich nicht mit anderen Katzen

Vielleicht hat deine Katze schon einmal Ärger mit der Nachbarskatze gehabt. Oder du hast sogar schon versucht, zwei Katzen zusammen zu halten und es hat nicht funktioniert. Das ist nicht unbedingt ein Indiz dafür, dass deine Katze eine Einzelkatze ist. Eine neue Katze wird immer zunächst als Eindringling gesehen. Vor allem wenn du deine Katze lange einzeln gehalten hast, brauchst du viel Geduld bei der Vergesellschaftung. Die meisten Katzen brauchen Zeit, um sich aneinander zu gewöhnen. Da ist es ganz normal, wenn es zunächst zu Streitigkeiten kommt. Erst nach etwa drei Monaten kannst du sicher sagen, ob deine Fellnasen miteinander harmonieren oder nicht.

Wichtig für eine möglichst stressarme Vergesellschaftung und dauerhafte gemeinsame Haltung ist auch, dass genügend Platz für die Anzahl der von dir zusammen lebenden Katzen zur Verfügung steht. Als Faustregel gilt: Pro Katze muss den Tieren mindestens ein Wohnraum zur Verfügung stehen – mehr Räume sind natürlich noch besser.

Und selbst wenn die Vergesellschaftung trotz dieser Voraussetzungen bisher nicht geklappt hat, ist das noch nicht der Beweis, dass dein Tier alleine glücklicher ist. Denn es kommt immer auf die richtige Wahl der zweiten Katze an: Ob deine Mieze besser zu einem Kater passt, zu einem agilen oder ruhigen, zu einem dominanten oder ängstlichen Tier, hängt ganz vom individuellen Charakter der Fellnase ab.

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Kommentare, Fragen und Antworten
  1. Hentschel sagt:

    Hallo,
    im Juni ist der Bruder meines Katers gestorben. Jetzt bin ich unsicher ob ich meinen
    11jährigem Louis
    vergesellschafte. Mein Louis ist sehr auf mich fixiert. Sein Bruder war sehr dominant.

    1. ZooRoyal sagt:

      Hallo Hentschel,
      unser Beileid zu dem Verlust deines Katers.
      Wir haben in unserem Magazin einen Artikel, mit Tipps zur Vergesellschaftung von Katzen:
      Katzen vergesellschaften
      Vielleicht hilft dir das ja weiter 🙂
      Tierische Grüße,
      dein ZooRoyal Team

  2. Stacy sagt:

    Ich habe einen sehr selbstbewußten Kater im Alter von nur 8 Wochen zu mir genommen. Ich beschäftige mich fast den ganzen Tag mit ihm- aber habe das Gefühl, dass er hyperaktiv ist. Manchmal greift er mich an, beißt und kratzt- dann wieder ist er völlig verschmust und liebevoll. Ich überlege mir nun ein etwa gleichaltrigen Kater zu mir zu nehmen, damit er Gesellschaft hat und sein Sozialverhalten ändert. Er springt mit Vorliebe in Gardinen und kratzt auch oft an meinem Sofa und am Sessel. Felliway hilft nur bedingt und auch Intelligenzspiele helfen nur zeitweise. Ich hatte bisher 5 Katzen (3 BKH’s und zwei Hauskatzen) , jedoch war keine einzige derarig unberechenbar wie dieser BKH Kater.

    1. ZooRoyal sagt:

      Hallo Stacy,
      es freut uns sehr, dass du hierzu unsere Unterstützung suchst. Allerdings ist es auch für uns schwer, aus der Ferne die perfekte Lösung zu finden.
      Wir haben dir jedoch einige Artikel zusammengestellt, die bei der Erziehung deiner Katze und der Zusammenführung mit einer weiteren Katze helfen sollten.
      Katzenerziehung: Ein Ding der Unmöglichkeit?
      Verhaltensanalyse als Basis für deine Katzenerziehung
      7 No-Gos bei der Katzenerziehungo macht Katzenerziehung Spaß
      Katzen zusammenführen – Freunde fürs Leben? Teil 1
      Katzen vergesellschaften – so klappt es
      Strafe muss sein? – Strafe lass sein!
      Viel Spaß beim Lesen!
      Tierische Grüße,
      dein ZooRoyal Team

  3. Carmen becker sagt:

    Mein Enkel hat einen jungen kater, er muss im sommer mit seinen bruder und eltern 4 wochen in die reha. Wir haben eine 7 jährige verschmust haus katze. Die mit uns alleine und glücklich ist. Wir müssen überlegen ob wir den Kater die 4 wochen aufnehmen oder in unsere katzen Pension bringen wo wir unsere katze lassen wenn wir im urlaub fahren und sie sich wohl fühlt. Ich weis nicht ob es gut geht mit den zwei. Wir haben den kater mal bri uns gehabt um es zu probieren aber unsere hat sich nivht sus das esszimmer bewegt und nur gefaucht und geknort. Der Kater hat gespielt. Als er weg war hat unsere Katze uns 1h nicht beachtet. Meine frage sollen wir es versuchen oder ist es besser ihn 6 wochen mit urlaub in der pension zu lassen?

    1. ZooRoyal sagt:

      Hallo Carmen,
      vielen Dank, dass du dich mit eurem Anliegen an uns wendest.
      Katzen brauchen immer ein wenig Zeit um sich an eine neue Umgebung und andere Katzen zu gewöhnen. Da es keine pauschale Antwort auf deine Frage gibt, haben wir für dich einige Artikel aus unserem Magazin zusammengestellt, die dir sicherlich weiterhelfen werden.
      Katze fremdelt – das kannst du tun
      Katzen vergesellschaften
      Katzen zusammenführen
      Unterbringung in der Katzenpension
      Katzenbetreuung
      Wir hoffen, dass ihr eine geeignete Lösung findet. Meldet euch gerne nochmal und berichtet von euren Erfahrungen.
      Tierische Grüße,
      dein ZooRoyal Team

  4. Lisa sagt:

    Ich lebe in einer 70qm Wohnung, 2 Zimmer mit Balkon. Ich adoptiere im März einen kleinen Kater, der dann 12 Wochen alt sein wird. Jetzt hätte ich die Möglichkeit eine seiner Schwestern aus dem gleichen Wurf dazuzunehmen und bin mir unsicher. Wäre es besser für ihn, wenn er eine zweite Katze zum Spielen hat? Reicht meine Wohnung aber für zwei Katzen? Ich möchte ja auch, dass die Tiere ein schönes Leben haben!

    1. ZooRoyal sagt:

      Hallo Lisa,
      wie schön, dass du einer Katze ein neues Zuhause schenken möchtest.
      Wie oben im Artikel beschrieben, ist beides möglich.
      Du könntest auch überlegen, deinen Balkon katzenfreundlich zu machen. Weitere Informationen dazu, findest du hier: Katzenschutznetz für den Balkon
      Wir wünschen dir viel Spaß!
      Tierische Grüße,
      dein ZooRoyal Team

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