Falbkatze: Vorfahrin der Hauskatze

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Falbkatze: Afrikanische Wildkatze Falls du dich schon mal gefragt hast, woher einige Verhaltensweisen deiner Katze kommen, hast du hier die Antwort: direkt von der Falbkatze. Deshalb trinken unsere Stubentiger zum Beispiel so wenig; weil sie von einem Tier abstammen, das in der Wüste und Steppe beheimatet istHier erfährst du alles über die Ahnen unserer Hauskatze.

Steckbrief

Name: Afrikanische Wildkatze / Nubische Falbkatze / Falbkatze (Felis silvestris lybica)
Körperlänge: ca. 45-80 cm + ca. 30 cm Schwanz
Gewicht: 3-8 kg
Farbe: gelbgrau, sandfarben, graubraun, rotbraun; gefleckt, gestreift
Merkmale: Schwanz mit spitzem Ende, schlank, lange Beine
Lebensraum: Afrika, Arabische Halbinsel, Kaspisches Meer; Steppe, Savanne, Wüste, Gebirge

Merkmale

Bei der Afrikanischen Falbkatze handelt es sich um eine mittelgroße Kleinkatze, die vor allem Steppengebiete bewohnt. Die Fellfarbe ist meist sandfarben, variiert jedoch je nach Verbreitungsgebiet von gelbgrau bis hin zu einem rötlichen Braun. Die Falbkatze hat kurzes Fell mit einer häufig gestreiften und gefleckten Fellzeichnung. Das Aussehen, der Körperbau und die Größe erinnern stark an unsere Hauskatze. Die Beine der Falbkatze sind jedoch länger als bei der Hauskatze. Ebenfalls kennzeichnend für die Falbkatze sind die weißen Abzeichen unter den Augen sowie das Orange an der Schnauze. Der Schwanz ist lang und hat eine schwarze Spitze sowie drei schwarze Ringe.

Geschichte und Lebensweise

Falbkatze mit KittenDie Wildkatze (Felis silvestris) gehört zur Familie der Katze. Die Art gehört zu den Kleinkatzen unter den Felidae und ist im Vergleich zu ihren großen Verwandten weit verbreitet. Die Felis silvestris wird in weitere Unterarten unterschieden. Dazu gehören die Europäische Wildkatze, die auch in Deutschland heimisch ist, und die Afrikanische Wildkatze (Felis silvestris lybica), die auch unter dem Namen Falbkatze bekannt ist.

Die afrikanische Wildkatze hatte vor dem Beginn des Ackerbaus ein wesentlich größeres Verbreitungsgebiet als heutzutage. Zu dieser Zeit lebte sie sogar in Südosteuropa, wo sie vermutlich auf die Europäische Wildkatze traf. Heute ist die Falbkatze vor allem in Nordafrika und auf der Arabischen Halbinsel zu finden. Das Verbreitungsgebiet reicht jedoch bis zum Kaspischen Meer, wo sie sich teilweise mit der Asiatischen Wildkatze hybridisiert. Das hängt damit zusammen, dass die Falbkatze in sehr verschiedenen Gebieten leben kann. Sie bevorzugt die Steppe und hügeliges Land, ist aber auch in lichten Wäldern oder sogar in der Sahara anzutreffen. Auch in Gebirgen hält sie sich auf. So wurde sie in Kenia, Äthiopien und Algerien auf 3000 Höhenmetern und mehr gesichtet.

Die Falbkatze ist hauptsächlich nachtaktiv. Tagsüber schläft sie und nachts geht sie auf die Jagd, wobei sie sich auf ihr ausgezeichnetes Gehör und die großen Augen verlassen kann. Sie lebt häufig als Einzelgänger, schließt sich aber zeitweise zu größeren Gruppen zusammen. Sie jagt – wie auch unsere Stubentiger – durch geduldiges Anpirschen gefolgt von einer schnellen Attacke. Dabei bewegt sie sich zumeist auf dem Boden, obwohl sie sehr gut klettern kann. Die Falbkatze ernährt sich hauptsächlich von Mäusen, Ratten und Wühlmäusen. Gelegentlich jagt sie auch Vögel, Insekten, Kaninchen, Fische und Marder. Sie kann sogar junge Antilopen erbeuten.

Die Falbkatze und die Hauskatze

Das Verhalten unserer Stubentiger erinnert oft an Wildkatzen. Kein Wunder, denn die Hauskatze stammt direkt von der Falbkatze ab. Forscher gehen davon aus, dass Katzen bereits vor 10 000 Jahren domestiziert wurde. Die Domestizierung der Katze fand vor allem in Ägypten und im Nahen Osten statt. Die Annäherung von Katze und Mensch ist eine Folge der Wandlung zur sesshaften Lebensweise und dem Beginn des Getreideanbaus. Die Menschen verließen sich auf die Katzen, um ihre Ernten vor Nagetieren zu schützen. Vor allem die ägyptischen Katzen wurden auf den Handelsrouten als Mäusefänger auf den Schiffen eingesetzt. So kamen die Katzen nach Europa, wo sie sich teils mit der Europäischen Wildkatze verpaarten. Daher ist das gestromte Fell eine häufige Zeichnung bei Hauskatzen.

Falbkatzen werden immer seltener, da verwilderte Hauskatzen nicht zu unterschätzende Futterkonkurrenten darstellen. Reine Falbkatzen sind zudem extrem selten, da es häufig Hybride zwischen Hauskatzen und Falbkatzen gibt. Sie gelten jedoch als die am wenigsten gefährdete Wildkatzen-Art und sind daher in den wenigsten Ländern geschützt.

 

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