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Greyhound im Rasseportrait

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GreyhoundHerkunft und Rassegeschichte

Der Greyhound ist ein Windhund. Er ist der Prototyp des Windhundes und der schnellste Hund aller Zeiten weltweit. Nur ganz wenige Landtiere sind schneller als er. Vorne dran liegt der mit Abstand schnellste, der Gepard. Dann kommen einige Antilopen und der Gabelbock, die aber nur unwesentlich schneller als der Greyhound sprinten können. Ein Greyhound schafft bei Rennen locker über 60 km/h im Durchschnitt und Spitzengeschwindigkeiten von weit über 70 km/h. Das sind sensationelle Leistungen. Der schnellste Mensch hingegen bringt es beim vergleichsweise bescheidenen 100m-Sprint in seiner absoluten Spitze, nur in den letzten 20 Metern auf 45 km/h. Es ist ein fantastisches Erlebnis Natur, einem Greyhound beim Laufen zuschauen zu dürfen.

Diese außergewöhnlichen Leistungen sind in manchen Ländern der Welt zu einer Geißel für die Hunde geworden. Windhunderennen sind ein begeisternder und spannender Sport. In manchen Ländern namentlich Irland, Australien, USA läuft sehr viel Geld mit. Dabei werden hohe Summen gewettet. Greyhound Champions können astronomische Preisgelder erlaufen. Zum Dank werden die Hunde, nachdem sie ihren Leistungszenit überschritten haben, kurzerhand entsorgt. Namentlich in Irland wird dies mit Duldung der Behörden nicht selten per Euthanasie erledigt. Gesunde Hunde werden mitten in der EU massenhaft getötet, nur weil sie nicht mehr schnell genug erscheinen. In Deutschland ist der Windhundesport aber Sport geblieben. Die Halter der Greyhounds (oder anderer Windhunderassen) sind in aller Regel auch die Freunde und Partner ihrer Hunde, die als Familienmitglied umsorgt werden. Greyhounds sind warmherzige und anschmiegsame Familienhunde. Allerdings sind sie in erster Linie Windhunde mit meist ausgeprägtem Jagdtrieb, deren Bedürfnisse mitten in Deutschland nicht einfach zu befriedigen sind.

Greyhounds zählen zu den ältesten Rassehunden überhaupt. Ihre Geschichte ist aufs Engste mit mindestens den letzten 2000 Jahren nordeuropäischer Geschichte verwoben. Es gibt nur wenige Hunderassen, die schon seit vielen Jahrhunderten systematisch gezüchtet werden. Der Adel investierte viel Geld und KnowHow in die Zucht seiner Jagd- und Windhunde. Doch schon die Römer dokumentierten die Qualität der keltischen Windhunde. Jeder Lord der britischen Inseln versuchte sie seither noch weiter zu verbessern. Meist ging es um die Erhöhung der Schnelligkeit, zuweilen auch um anderen Merkmale.

So kreuzte Horace Walpole, der vierte Earl of Orford, um 1770 seine Greyhounds ganz gezielt mit Bulldogs. Durch den Kampfgeist der Bulldogs sollten seine Greyhounds mehr Biss bekommen und den Hasen mit noch mehr Ausdauer und Durchhaltevermögen verfolgen und packen. Der Earl dokumentiert diese Einkreuzungen zudem sehr sorgfältig. Kein Geringerer als Charles Darwin nahm diese Kreuzungen von Bulldog und Greyhound später als Beispiel für die Veränderbarkeit der Arten.  Darwin notiert, dass bereits nach der sechsten oder siebten Generation keine äußeren Zeichen vom Bulldog übrig seien, „aber sein Mut und seine unbezwingbare Beharrlichkeit seien im Greyhound geblieben.“ Das gilt bis heute.

Bis 2004 wurden Greyhounds noch für Hetzjagden auf lebendes Wild, meist Feldhasen eingesetzt. Mit dem Hunting Act 2004 wurde dies jedoch in England und Wales verboten. In Deutschland ist diese Praxis bereits lange tabu. Die Hunde brauchen sie auch nicht. Allerdings brauchen Greyhounds das Rennen und Hetzen. Denn es ist unverzichtbarer, elementarer Teil ihres ganzen Wesens, das in jeder Faser von Körper und Psyche steckt. In Deutschland wird der Greyhound vom Deutschen Windhundzucht- und Rennverband betreut, der dem VDH angeschlossen ist. Hier wird auch die Möglichkeit geboten, dass diese Hunde etwa beim Coursing oder auf der Bahn ihr ausgeprägtes Bedürfnis nach schnellem Laufen ausleben können. Der Deutsche Greyhound Club 1990 veranstaltet professionelle Rennen, glücklicherweise ohne Wetten. Zudem kümmert sich der Verein ProGreyhound um die Vermittlung ausgemusterter Renn-Greyhounds aus Irland. In Deutschland sind Greyhounds allerdings recht selten. Es fallen nur um die 50 Welpen im Jahr unter dem Dach des VDH.

Beschreibung

Greyhounds haben den typischen Körperbau eines Windhundes. Sie sind der Prototyp des Windhundes schlechthin, hier des europäischen Typs im Gegensatz zu den orientalischen Windhunden wie Saluki oder Afghane. Es sind große Hunde mit einer Widerristhöhe von 71 bis 76 Zentimetern bei Rüden und 68 bis 71 bei Hündinnen. Ein Gewicht legt der Standard jedoch nicht fest. Greyhounds haben die geschmeidige, muskulöse, elegante, fast schon grazile Erscheinung eines Rennläufers. Man spürt ihre Kraft und Schnelligkeit. Sie haben lange Beine zur raumgreifenden Bewegung. Der Kopf ist ebenfalls lang gestreckt. Die Augen sitzen dabei vorne, wie es für einen Sichtjäger optimal ist. Das Fell ist kurz, fein und dicht. Zu den Farben bestimmt der Standard:

  • schwarz
  • weiß
  • rot
  • blau
  • bräunliches rotgelb
  • sandfarben
  • gestromt
  • oder jede dieser Farben mit weiß

Charakter und Wesen

Greys sind Vollblut-Wind- und Jagdhunde und schmusige Couch-Potatoes zugleich. Das ist ein erstaunlicher Widerspruch. Zunächst einmal sind sie Sprinter und Jäger. Das sollte man immer im Bewusstsein halten. Wenn man mit ihnen durch die Natur geht, scannen sie mit ihren wachen Sinnen immer die Peripherie. Ein paar hundert Meter sprinten sie dann in wenigen Sekunden. Da sollte man diese Hunde – vorher –  immer unter Kontrolle haben. In der Regel wird man in der offenen Natur Greyhounds an der Leine führen müssen.

Greyhounds sind sehr sozial. Sie haben ein gutes Gruppenverhalten ohne große Führungsambitionen. Doch auf der Rennstrecke sind sie äußerst ehrgeizige Kämpfer. Hat sich ein Greyhound beim Laufen ausgepowert, so geht er leichtfüßig an der Leine. Als Begleiter sind sie zudem ausgesprochen feinfühlig und warmherzig. Der Standard formuliert das Wesen des Greyhounds so:

Er besitzt ein bemerkenswertes Durchhaltevermögen und Ausdauer. Intelligent, freundlich, anhänglich und ausgeglichen.

Zuhause liebt er es, lange auf einem möglichst plüschigen Sofa zu dösen – da sammelt er seine inneren Kräfte für das nächste Rennen. Der Greyhound ist sehr menschenbezogen und anhänglich. Er ist aufmerksam und intelligent, hat nur wenig Aggressionspotenzial und ist sozial sehr anpassungsfähig. Ein Greyhound, der seine natürlichen Anlagen zum Laufen einigermaßen ausleben kann, ist deshalb ein hervorragender Begleiter und Familienhund.

Haltung

Grundsätzlich ist der Greyhound gut zu halten. Das setzt aber zwingend voraus, dass er regelmäßig die Gelegenheit erhält, seinem Element nachgehen zu können, dem ausgiebigen freien Laufen. In unserer Gesellschaft gibt es jedoch kaum Möglichkeiten, einen Hund ohne Leine frei laufen zu lassen. In manchen Regionen gibt es daher spezielle Anlagen, wo Windhunde ihr Laufbedürfnis ausleben können. Der Greyhound läuft am besten auf der Rennbahn oder beim Coursing hinter einer Hasenattrappe. Mit einem solch glücklichen Hund kann man dann beruhigt und ruhig nach Hause gehen.

Er ist kaum je aggressiv und bellt nur extrem selten. Greyhounds sind zudem sehr sauber, haaren und riechen kaum. Der Greyhound ist im besten Sinne ein anspruchsloser Hund, den man aber auch sehr verwöhnen kann. Er will seinem Menschen alles recht machen. Darüber hinaus hat man die Option, sich mit seinem Greyhound im Rennsport zu engagieren. Für die Aktiven dieser Szene gibt es kein schöneres Hobby. Es ist eine besondere Einheit von Mensch und Hund und zudem eine sehr, sehr alte. Wer einen Greyhound halten will, sollte sich mit ihm sportlich betätigen.

Erziehung

Ein Greyhound lässt sich sehr gut erziehen. Zur hundgerechten Beschäftigung und körperlichen Auslastung bieten Windhundvereine die Möglichkeit, mit Greyhounds an Windhundrennen oder Coursings teilzunehmen. Bei seiner Erziehung sollte man lediglich die nicht selten ausgeprägten jagdlichen Ambitionen im Hinterkopf halten.

Pflege und Gesundheit

Der Greyhound ist ausgesprochen pflegeleicht. Ein Noppenhandschuh genügt, um regelmäßig abgestorbenes Haar zu entfernen.

Rassetypische Krankheiten

Greyhounds sind eine sehr robuste Hunderasse.

Ernährung

Greys legen Wert auf eine hochwertige und abwechslungsreiche Ernährung.

Lebenserwartung

Ein Greyhound hat die für einen Hund seiner Größe sehr hohe Lebenserwartung von 12 bis 14 Jahren.

Greyhound kaufen

Willst du dein Leben mit einem Greyhound verbringen, solltest du zunächst prüfen, ob du die Möglichkeit hast, diesen Windhund regelmäßig frei laufen zu lassen. Im Idealfall hast du Freude am Windhundrennsport. Hierzu kannst du dich von den Fachleuten des Deutschen Windhundzucht- und Rennverbands beraten lassen. Eine Welpen solltest du nur bei einem Züchter kaufen, der diesem Verband angeschlossen ist oder du schaust dich bei einer Initiative für Greyhounds in Not um. Hunde dieser Rasse kosten um 1.000 Euro.

 


Christoph JungChristoph Jung Seit seiner Kindheit gehören Hunde zu den besten Freunden des Hundeforschers. Die Beziehung Mensch – Hund ist für ihn ein faszinierendes Thema, das ihn täglich beschäftigt und für das er sich auch öffentlich engagiert. Aus seiner täglichen Forschung entstand das Buch „Tierisch beste Freunde“. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


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