Saluki im Rasseportrait

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Saluki

Saluki

Jagdhunde
Herkunft unbekannt Lebenserwartung ca. 12 Jahre
FCI-Standard FCI Gruppe 10: Windhunde Funktion Jagdhunde
Größe Große Hunderassen Häufige Krankheiten keine
Gewicht 18-25 kg Felllänge mittellang
Charakter/Wesen intelligent, unabhängig Fellfarbe verschieden
Besonderheiten

keine

Herkunft und Rassegeschichte

Der Saluki ist ein klassischer Windhund. Er ist ein großer, typischer Windhund des Orients. Er hat ein glattes, weiches, kurzes Fell, das an den Beinen, Schenkeln, Ohren und Rute allerdings lang ist. Es bildet hier eine Befederung aus, wie es die Fachleute nennen. Hunde vom Typ des Salukis zählen zu den ältesten Hunderassen überhaupt. Sie sind in unzähligen Skulpturen, Plastiken, Malereien und Schriften dokumentiert. Der prächtige Alexander Sarkophag aus dem Jahre 325 v. Chr. wird von Salukis in Marmor geschmückt. Salukis waren wichtige Jagdhelfer und so auch Prestigeobjekte in einem riesigen Gebiet von Äthiopien bis Afghanistan. Klassisch war die Jagd zusammen mit Falken, die von Friedrich Barbarossa beschrieben wird. Der Jagdherr lenkte auf dem Pferd oder Kamel, Falken schreckten das Wild auf, seine Salukis erledigten die Hatz auf Hasen, Antilopen ja sogar Wildesel.

Salukis sind auch heute noch extrem schnell – nur von wenigen anderen übertroffen etwa Gepard oder Greyhound. Salukis sind aber zugleich extrem ausdauernd und halten sehr hohe Geschwindigkeiten über viele Kilometer. Das macht ihnen kaum ein anderes Lebewesen auf der Erde nach. Es sind ganz erstaunliche Leistungen, die man diesen schlanken Hunden auf den ersten Blick kaum zutraut. Zugleich sind diese schnellen und zugleich starken Jäger bei ihrem Menschen äußerst sanftmütig und umgänglich. So wundert es nicht, dass sie bei den Arabern selbst nach Einführung des Islams, der Hunde nun zu Unreinen erklärte, hoch geschätzt sind. Sie dürfen im Gegensatz zu anderen Hunden mit ins Haus oder Zelt. Seit Jahrtausenden werden Salukis nach Stammbuch gezüchtet. Sie waren einer strengen Auswahl durch den Menschen ausgesetzt. Kein Scheich wollte sich wegen eines „schlechten“ Hundes kritisieren lassen.

So kamen diese Hunde auch erst vor gut hundert Jahren nach Europa, weil sich kein Besitzer von seinen Hunden trennen wollte. Sie galten als Teil der Familie. Erst um 1910 wurden die ersten Salukis auf dem europäischen Kontinent in das Zuchtbuch des Deutschen Windhundzucht- und Rennverbands eingetragen. Dieser Verband betreut die Hunderasse noch heute in Deutschland. Großbritannien legt seither den offiziellen FCI Standard fest. Dort wurde die Rasse 1926 durch den Kennel-Club anerkannt. Später wurde noch die Varietät des Kurzhaar-Salukis anerkannt. Es ist ein faszinierendes Erlebnis, Windhunden wie dem Saluki beim Rennen zuschauen zu dürfen. Die kraftvolle, raumgreifende Eleganz, das zum Zerreißen gespannte Engagement der Hunde sind tief beeindruckend. Der Saluki bringt es dabei fertig, neben Höchstleistungen auf der Rennbahn oder beim Coursing zugleich ein sehr ruhiger, anschmiegsamer und völlig problemloser Familien- und Wohnungshund sein zu können. In Deutschland fallen etwa 100 bis 150 Saluki-Welpen im Jahr.

Beschreibung

Salukis haben den typischen Körperbau eines Windhundes. Markant ist sein Fell, das seidig und glatt in seiner Struktur ist und an den Beinen bis hoch zu den Schenkeln sowie an den Ohren und der Rute langhaarig wird, eine so genannte Befederung ausbildet. Der Saluki hat den muskulösen, schlanken, eleganten Körperbau eines sehr schnellen und zugleich kraftvollen, ausdauernden Windhundes. Er hat lange Beine zur raumgreifenden Bewegung. Der Kopf ist ebenfalls lang gestreckt. Die Augen sitzen vorne, wie es für einen Sichtjäger optimal ist. Sie sind dunkel und leuchten mit einem sehr aufmerksamen Ausdruck. Saluki-Rüden haben eine Widerristhöhe von 58 bis 71 Zentimetern und ein Gewicht von 18 bis 25 Kilogramm. Für Hündinnen legt der Standard lediglich fest, dass diese proportional kleiner sein sollen. Alle Farben oder Farbkombinationen sind zulässig. Lediglich Brindle (gestromt) ist unerwünscht.

Charakter und Wesen

Salukis sind Windhunde, entschlossene Hetzjäger auf der einen Seite und intelligente Begleiter und schmusige Couch-Potatoes zugleich. Das ist ein erstaunlicher Widerspruch und macht einen der vielen besonderen Reize dieser schönen Windhunde aus. Bei aller Gelassenheit und dem Sanftmut, den diese HundeJunger Saluki im Alltagsleben ausstrahlen, sollte man immer im Bewusstsein halten, dass es extrem schnelle Jäger sind. Wenn man mit ihnen durch die Natur geht, so scannen sie mit ihren wachen Sinnen immer die Peripherie. Sie haben dabei ein anderes Verständnis von Entfernungen. Was für uns noch weit weg ist, ersprinten sie in wenigen Sekunden. Da sollte man diese Hunde immer unter Kontrolle haben.

Salukis haben ein gutes Gruppenverhalten und akzeptieren gerne die Führungsrolle ihres Herrchens und Frauchens. Sie sind herzlich gegenüber zwei- und vierbeinigen Familienmitgliedern und reserviert, aber nicht aggressiv, gegenüber Fremden. Auf der Rennstrecke sind sie äußerst ehrgeizige Kämpfer. Der Saluki ist sehr menschenbezogen, freundlich und anhänglich. Er kommt sehr gut mit Seinesgleichen zurecht, ist aufmerksam und sehr intelligent. Mit nur wenig Aggressionspotenzial zeigt er sich sozial sehr anpassungsfähig. Er ist ein fantastischer Begleiter, wenn du die Möglichkeit und die Lust hast, ihm regelmäßig Auslauf zu geben und hie und da an einem Rennen oder Coursing teilzunehmen.

Haltung

Grundsätzlich ist der Saluki gut zu halten. Er ist in vielen Dingen sehr anspruchslos und lässt sich sogar in einer Etagenwohnung in der Großstadt halten. Das setzt aber zwingend voraus, dass er regelmäßig die Gelegenheit erhält, seinem Element nachgehen zu können, dem Laufen. In unserer gegenüber Hunden restriktiven Gesellschaft gibt es kaum Möglichkeiten, einen Hund ohne Leine frei laufen zu lassen. In manchen Regionen gibt es daher extra Anlagen, wo Windhunden ihrem Laufbedürfnis nachkommen können.

Entweder er läuft auf der Rennbahn oder beim Coursing hinter einer Kaninchenattrappe oder man macht den Hund mit einer Ballschleuder glücklich. Im Fachhandel werden hier zahlreiche Helfer angeboten. Mit einem solch glücklichen Hund kann man dann beruhigt und ruhig nach Hause gehen. Er fühlt sich dann in der kleinsten Hütte wohl und ist hier ein äußerst angenehmes Mitglied der Familie. Zudem ein guter Freund der Kinder. Er ist kaum je aggressiv und lässt sich – etwas Eingewöhnung vorausgesetzt – gut mit anderen Haustieren halten. Es sollten nur nicht unbedingt Kaninchen oder Meerschweinchen sein, die er genetisch als seine Beute verinnerlicht hat. Er bellt nur extrem selten.

Der Saluki ist im besten Sinne ein anspruchsloser Hund, den man aber auch sehr verwöhnen kann. Er will seinem Menschen alles recht machen. Er ist ein idealer Begleithund unter den schon genannten Voraussetzungen. Darüber hinaus hat man die Option, sich mit seinem Saluki in den Rennsport zu begeben. Der Deutsche Windhundzucht- und Rennverband bietet regelmäßig Möglichkeiten, dass diese Hunde etwa beim Coursing oder bei Bahnrennen ihr ausgeprägtes Bedürfnis nach schnellem Laufen ausleben können. Hier kannst du dann auch Gleichgesinnte treffen. Für die Aktiven dieser Szene gibt es kein schöneres Hobby. Es ist eine besondere Einheit von Mensch und Hund und zudem eine sehr, sehr alte.

Erziehung

Ein Saluki lässt sich sehr gut erziehen. Zur hundgerechten Beschäftigung und körperlichen Auslastung bieten Windhundevereine die Möglichkeit, an Windhundrennen oder Coursings teilzunehmen.  Das solltest du wahrnehmen. Bei seiner Erziehung solltest du immer seine jagdliche Motivation im Hinterkopf haben.

Pflege und Gesundheit

Der Saluki ist ausgesprochen genügsam. Hie und da bürsten reicht.

Rassetypische Krankheiten

Salukis sind in der Regel eine robuste Hunderasse. Zuweilen sieht man einen zu hohen Inzuchtgrad.

Ernährung

Salukis sind problemlose Kostgänger.

Lebenserwartung

Ein gesund gezüchteter Saluki hat eine Lebenserwartung von etwa 12 Jahren. Manche Hunde werden auch deutlich älter.

Einen Saluki kaufen

Willst du dein Leben mit einem Saluki verbringen, solltest du zunächst prüfen, ob du die Möglichkeit hast, diesen ausgemachten Windhund regelmäßig laufen zu lassen. Hierzu kannst du dich von den Fachleuten des Deutschen Windhundzucht- und Rennverband beraten lassen und langfristig mit Züchtern dieses Verbandes Kontakt aufnehmen. Einen Welpen kostet ca. 1.500 Euro und sollte nur bei einem Züchter gekauft werden, der diesem Verband angeschlossen ist.

 


Christoph JungChristoph Jung Seit seiner Kindheit gehören Hunde zu den besten Freunden des Hundeforschers. Die Beziehung Mensch – Hund ist für ihn ein faszinierendes Thema, das ihn täglich beschäftigt und für das er sich auch öffentlich engagiert. Aus seiner täglichen Forschung entstand das Buch „Tierisch beste Freunde“. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


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