Tiroler Bracke im Rasseportrait

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Tiroler Bracke

Tiroler Bracke

Jagdhunde
Herkunft Österreich Lebenserwartung 12 Jahre
FCI-Standard FCI Gruppe 6: Laufhunde, Schweisshunde und verwandte Rassen Funktion Jagdhunde
Größe Mittelgroße Hunderassen Häufige Krankheiten Keine
Gewicht ca. 22kg Felllänge Dichtes Stockhaar
Charakter/Wesen Schweißhund Fellfarbe Rot, schwarzrot
Besonderheiten

Herkunft und Rassegeschichte

Die Tiroler Bracke ist ein mittelgroßer Jagdhund, der aus den Österreichischen Alpen stammt. Wie alle Bracken ist sie eine hochentwickelte Spezialistin und zugleich vielseitig in der Jagd einsetzbar. Die Fährtenarbeit ist ihr Spezialgebiet. Die Tiroler Bracke meistert das Suchen und Hetzen sowie insbesondere die Nachsuche. Bei der Nachsuche verfolgt sie die Wundfährte eines angeschossenen oder bei einem Verkehrsunfall verletzten Wildes. Das nennt der Jäger Schweißarbeit. Ein schnelle und zielsichere Schweißarbeit des Hundes ist entscheidend, um das Leid des verletzten Tieres zu vermindern. Die Tiroler Bracke ist dabei speziell für die Anforderungen in den Alpen optimiert.

Sie ist der meistgeführte Jagdgebrauchshund in Tirol und wird dort vor allem von Berufsjägern zum Brackieren und zur Schweißarbeit verwandt. Sie arbeitet dabei als Solojäger. Sie wird von Tiroler Jägern bereits seit 1860 systematisch gezüchtet, doch ist ihre Geschichte noch viel älter. Die Tiroler Bracke geht wie alle Bracken und Schweißhunde auf uralte Hunderassen zurück. Daher wurde sie früher als Keltenbracke angesprochen. Eine direkte Abstammung von den Kelten ist kaum belegbar, doch ist dieser Typ Hund bereits seit mehreren tausend Jahren beschrieben.

Bracken, auch Schweißhunde genannt, sind für die Jagd ausgesprochen nützlich, ja notwendig. Für unsere Vorfahren, für die der Jagderfolg eine feste Grundlage der Ernährung bedeutete, waren sie daher über tausende von Jahren hinweg quasi lebenswichtig. Hunde mit einer besonders guten Nase und einem intelligenten Spürsinn waren sehr wertvoll. Den Germanen war ein guter Schweißhund mehr wert als ein Pferd. Das bezeugt ein über 1000 Jahre alter Gesetzestext, die Lex Baiuwariorum. Im 19. Jahrhundert begann man überall, die regionalen Schläge der Bracken oder Schweißhunde reinzuzüchten und in einzelne Brackenrassen, so neben der Tiroler auch die Brandl- oder Schwarzwildbracke, aufzuteilen. 1896 wurde die Tiroler Bracke auf einer offiziellen Ausstellung in Innsbruck vorgestellt. 1902 wurde für sie ein verbindlicher Standard aufgeschrieben. 1954 erfolgte die offizielle Anerkennung durch den Weltverband FCI. Ihre Zucht wird verantwortungsbewusst und professionell organisiert. In Deutschland zeichnet der „Klub Tirolerbracke Deutschland e.V.“, der auch Mitglied beim Jagdgebrauchshundeverband und im VDH ist, für die Tiroler Bracke verantwortlich. Er ist der Ansprechpartner, wenn es um Welpen, Zucht, Prüfungen und Fortbildung dieser Hunde geht. Pro Jahr fallen zwischen 50 und 90 Welpen in Deutschland.

Beschreibung

Die Tiroler Bracke ist ein mittelgroßer Jagdhund. Rüden haben eine Widerristhöhe von 44 bis 50 Zentimetern, Hündinnen von 42 bis 48 Zentimetern. Ein Gewicht ist vom Standard nicht vorgegeben. Der offizielle Standard beschreibt ihre Erscheinung so:

Mittelgroß. Knochen von mittlerer Stärke, kräftig, bemuskelt, sehnig, fließende lange Außenlinien, robust, gesund. Langrechteckformat, etwas länger als hoch.

Das Haarkleid der Tiroler Bracke soll aus dichtem Stockhaar mit Unterwolle, eher grob als fein, bestehen. Der Bauch soll wie die lange, hoch angesetzte Rute gut behaart sein. Als Farben sind rot oder schwarzrot, diese auch in dreifarbig zugelassen. Die Ohren sind hängend und reichen bis zum oberen Fangzahn. Sie sollen breit, hoch angesetzt und unten  abgerundet sein.

Charakter und Wesen

Die Tiroler Bracke ist ein Vollblut-Jagdhund mit hellwachen Sinnen, aufgeweckt aber ohne Nervosität. Solange sie keine Fährte in der Nase hat, besticht sie durch ein bedächtiges, ruhiges, äußerst sanftmütiges Wesen. Der offizielle Standard beschreibt ihr Wesen als:

Wesensfester, passionierter, feinnasiger Jagdhund, der selbständig sucht und ausdauernd jagt, mit ausgeprägtem Spurlaut, Spurwillen und Orientierungssinn.

Die Tiroler Bracke ist tatsächlich ein hoch leistungsfähiger Arbeitshund, die ihren Aufgaben gewissenhaft und mit größtem Engagement nachkommt. Sie hat einen starken Spurtrieb, geht laut und sicher einer Fährte nach. Sie ist eine Meisterin der Nachsuche. Dabei arbeitet sie alleine. Zusammen mit ihr die Natur erkunden ist ein ganz besonderes Erlebnis und Glück.

Eine fachkundig geführte Tiroler Bracke ist zudem ein sehr guter Familienhund mit einem sanftmütigen Wesen. Wie die anderen Bracken der Alpen müssen sich die Tiroler Bracken nicht nur durch höchste jagdliche Leistungen auszeichnen. Zugleich müssen sie mit den harten Bedingungen des Gebirges zurecht kommen. Ihnen dürfen scharfe Steine ebenso wenig ausmachen wie die hohen Anforderungen an ihre Kletterfähigkeit, Stürme oder Schneetreiben. Die Hunde sind äußerst sicher in der Orientierung, haben quasi ein Hochleistungsnavi eingebaut. Die Tiroler Bracke wir nur mit bestandenen Arbeitsprüfungen, etwa einer Schweißprüfung, gezüchtet. Dabei wird besonders darauf geachtet, dass sie spurlaut arbeitet.

Haltung

Die Tiroler Bracke ist kein Begleithund für die Stadt oder kurze Spaziergänge, selbst wenn diese täglich erfolgen. Sie ist kein Wohnungshund vielmehr eine professionelle Jagdhelferin, die ihre Arbeit energisch will und auch braucht. Daher wird sie in der Regel nur an Jäger abgegeben. Ansonsten ist sie völlig anspruchslos in ihrer Haltung. Idealerweise wohnt sie mit ihrer jagdlichen Führungsperson und deren Familie in einem Haus am Waldrand oder auf dem Land mit Garten. Der Tiroler Bracke will und kann bei jedem Wetter heraus. Sie ist ein menschenbezogener Arbeitspartner und kein Meutehund. Sie darf nicht im Zwinger gehalten werden und braucht den Anschluss an ihre menschliche Familie. Im Alltag ist sie wachsam, dennoch ausgesprochen kinderlieb und führerbezogen mit ausgeglichenem Wesen.

Erziehung

Die Tiroler Bracke ist ein zutiefst freundlicher und lernwilliger Vierbeiner. Sie ist aber ein hundertprozentiger Jagdhund, der es seinem Hundeführer leicht macht, ihn zu erziehen und mit ihm zu arbeiten. Die Bracke will und braucht diese Führung. Sie ist aber kein Hund, der auf Befehle von Herrchen oder Frauchen wartet. Man kann sie nicht im Kommandoton abrichten wohl aber auf Basis einer vertrauensvollen Beziehung hervorragend ausbilden. Die Bracke kooperiert mit ihrem Jäger. Das Leistungsniveau einer Tiroler Bracke ist extrem hoch. Das ist zugleich Verpflichtung für die Führung dieses Hundes. Er braucht die jagdliche Arbeit in der er sich wohl fühlt. Sein Element ist die Schweißarbeit, das er auch ausleben will. Das solltest du beachten, wenn du mit dem Gedanken spielst, als Nicht-Jäger dein Leben mit einer Tiroler Bracke teilen zu wollen. Der Klub Tirolerbracke Deutschland hat ein umfassendes Angebot an Veranstaltung für die Ausbildung von Hunden und Hundeführern.

Pflege und Gesundheit

Die Tiroler Bracke ist pflegeleicht. Hie und da bürsten reicht.

Rassetypische Krankheiten:

Keine

Ernährung

Die Tiroler Bracke ist in ihrer Ernährung anspruchslos.

Lebenserwartung

Die Tiroler Bracke sollte eine Lebenserwartung von etwa 12 Jahren haben.

Eine Tiroler Bracke kaufen

Suchst du eine Tiroler Bracke solltest du dich lange vor der geplanten Anschaffung mit dem Zuchtwart des Klubs Tirolerbracke in Verbindung setzen. Bedenke von vorherein, dass es sich um einen Vollblut-Jagdhund handelt. Du solltest deiner Bracke daher die nötigen Lebensbedingungen für ein artgerechtes Leben geben können und wollen.Eine Tiroler Bracke kostet ca. 1000 Euro.


Christoph JungChristoph Jung Seit seiner Kindheit gehören Hunde zu den besten Freunden des Hundeforschers. Die Beziehung Mensch – Hund ist für ihn ein faszinierendes Thema, das ihn täglich beschäftigt und für das er sich auch öffentlich engagiert. Aus seiner täglichen Forschung entstand das Buch „Tierisch beste Freunde“. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


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