Brandlbracke im Rasseportrait

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Brandlbracke

Steckbrief

Jagdhunde
Herkunft Österreich Lebenserwartung ca. 12 Jahre
FCI-Standard FCI Gruppe 6: Laufhunde, Schweisshunde und verwandte Rassen Funktion Jagdhunde
Größe Mittelgroße Hunderassen Häufige Krankheiten keine
Gewicht unbekannt Felllänge kurz
Charakter/Wesen aufgeweckt, ruhig, sanftmütig, mutig Fellfarbe schwarz mit braunen Abzeichen
Besonderheiten

keine

Rassenmerkmale und Erscheinungsbild

Wie sieht eine Brandlbracke aus?

Die Brandlbracke ist ein mittelgroßer Laufhund. Sie ist ein typischer Vertreter der „Bracken“ genannten Jagdhunde. Sie stammt aus Österreich. Dort wird sie auch Vieräugl genannt. Im Vergleich zu manch anderen Bracken, etwa zum Bayrischen Gebirgsschweißhund, ist die Brandlbracke etwas hochläufiger. Der Standard beschreibt ihre Erscheinung ganz kurz und knapp: „Mittelgroß. Kräftiger, langgestreckter, elastischer Körperbau.“ Das Haarkleid des Vieräugl soll dicht, glatt anliegend, voll, elastisch mit Seidenglanz sein. Die Grundfarbe ist schwarz. Die Länge des Fells wird mit zwei Zentimetern angegeben. Das Vieräugl, wie die Brandlbracke auch genannt wird, hat über beiden Augen je ein kleines, rundes rotbraunes bis lohfarbenes Abzeichen, die zusammen wie ein weiteres Augenpaar erscheinen, dann eben vier. Der Name Brandl kommt von dem Brand im Fell dieser Bracke. Nein, keine Angst, hier gibt es kein Brandzeichen. Mit Brand wird ein farblich scharf abgesetzter Fleck im Fell bezeichnet. Die Bracke heißt eben Brandlbracke, weil sie einen oder mehrere solche Flecken in hell- bis dunkelbraun haben soll. Die Behänge (in der Fachsprache für Ohren) sollen mittellang, die Augen klar und meist braun sein. Augen und Gesicht sollen einen klugen Ausdruck zeigen.

Wie groß ist eine Brandlbracke?

Rüden haben eine Widerristhöhe von 50 bis 56 Zentimetern, Hündinnen von 48 bis 54 Zentimetern. Ein Gewicht ist vom Standard nicht vorgegeben.

Wie alt wird eine Brandlbracke?

Die Brandlbracke hat eine Lebenserwartung etwa 12 Jahren.

Wesenszüge und Charaktereigenschaften

Welche Eigenschaften hat eine Brandlbracke?

Die Brandlbracke ist ein Vollblut-Jagdhund mit hellwachen Sinnen, aufgeweckt aber ohne Nervosität. Solange sie keine Fährte in der Nase hat, besticht sie durch ein bedächtiges, ruhiges, äußerst sanftmütiges Wesen. Der Deutsche Brackenverein beschreibt ihr Wesen:

Der ausgeprägte Spurwille macht zusammen mit der Schärfe auch die spezielle Eignung zur Schweißarbeit aus. So werden viele Brandl-Bracken als ausgesprochene Spezialisten für Schweißarbeit eingesetzt. Hier kommen dann Spurwille und Ausdauer zum Tragen. Das angenehme Wesen ist ein weiterer, auffallender Charakterzug der Brandl-Bracken. Genügend Bewegung und Beschäftigung, durch Ausbildung und Arbeit, sind jedoch besonders wichtig, um einen ausgeglichenen und leistungsbereiten Hund zu haben.

Die Brandlbracke ist tatsächlich ein hoch leistungsfähiger Arbeitshund, der seinen Aufgaben gewissenhaft und mit größtem Engagement nachkommt. Sie hat einen starken Spurtrieb, geht laut und sicher einer Fährte nach. Sie ist eine Meisterin der Nachsuche. Ihre Spezialität ist die Wildschweinjagd. Hier zeigt sie außerordentlichen Mut und Schärfe. Zusammen mit dieser Bracke die Natur erkunden ist ein ganz besonderes Erlebnis und Glück. Eine fachkundig geführte Brandlbracke ist zudem ein sehr guter Familienhund mit einem sanftmütigen Wesen. Wie die anderen Bracken der Alpen müssen sich die Brandlbracken nicht nur durch höchste jagdliche Leistungen auszeichnen. Zugleich müssen sie mit den harten Bedingungen des Gebirges zurecht kommen. Ihnen dürfen scharfe Steine ebenso wenig ausmachen wie die hohen Anforderungen an ihre Kletterfähigkeit, Gewitter, Stürme oder Schneetreiben. Die Hunde sind äußerst sicher in der Orientierung. Sie haben quasi ein Hochleistungsnavi eingebaut. Von einer Brandlbracke wird gesagt, dass sie jeden Weg zurück findet. Die Brandlbracke wir nur nach bestandenen Arbeitsprüfungen, etwa Brackier- und Schweißprüfung, gezüchtet.

Brandlbracke

Herkunft & Geschichte

Wo kommt die Brandlbracke ursprünglich her?

Die Brandlbracke ist ein mittelgroßer Jagdhund. Wie alle Bracken ist sie eine hochentwickelte Spezialistin und zugleich vielseitig in der Jagd einsetzbar. Wildschweine sind ihr bevorzugtes Wild. Die Fährtenarbeit ist ihr Spezialgebiet. Die Brandlbracke meistert das Suchen und Hetzen sowie die Nachsuche. Bei der Nachsuche verfolgt sie die Wundfährte eines angeschossenen Wildes. Ein schnelle und zielsichere Arbeit des Hundes ist entscheidend, um das Leid des Beutetiers zu vermindern. Die Brandlbracke geht auf uralte Hunderassen zurück. Daher wurde sie früher auch als Keltenbracke bezeichnet. Eine direkte Abstammung von den Kelten ist kaum belegbar, doch ist dieser Typ Hund bereits seit mehreren tausend Jahren beschrieben. Bracken, auch Schweißhunde genannt, sind für die Jagd ausgesprochen nützlich, ja notwendig – selbst heute noch. Für unsere Vorfahren waren sie über tausende von Jahren hinweg quasi lebenswichtig. Hunde mit einer besonders guten Nase und einem intelligenten Spürsinn waren sehr wertvoll. Den Germanen war ein guter Schweißhund mehr wert als ein Pferd. Das bezeugt ein über 1000 Jahre alter Gesetzestext, die Lex Baiuwariorum. Im 19. Jahrhundert begann man, die regionalen Schläge der Bracken oder Schweißhunde reinzuzüchten und in einzelne Brackenrassen aufzuteilen. Da nannte man die Brandlbracke zunächst Österreichische Glatthaarbracke wie heute noch die Tiroler Bracke. Das glatte Haar ist heute noch kennzeichnend. Hinzu kommt die typische Färbung: scharf abgesetzte rotbraune Abzeichen auf dem ansonsten schwarzen Fell. Solche Abzeichen werden in der Fachsprache als Brand bezeichnet. Daher der Name Brandlbracke. Sie wird offiziell aber auch Vieräugl genannt. Auch das ein Hinweis auf eine weitere markante Zeichnung des Fells. So hat sie über beiden Augen je eine kleine, runde rotbraune Markierung, die wie ein weiteres Augenpaar erscheinen. Vieräugige Hunde werden in uralten Mythen besondere Fähigkeiten zugeschrieben, was vielleicht den besonderen Nimbus ausmacht, den das Vieräugl unter Jägern haben soll. 1884 wurde die glatthaarige Bracke in das Österreichische Hundezuchtbuch eingetragen und 1996 von der FCI offiziell anerkannt. Die Brandlbracke ist in Deutschland kaum bekannt aber nicht so selten, wie man denken könnte. Ihre Zucht wird verantwortungsbewusst und professionell organisiert. In Deutschland zeichnet der „Deutsche Brackenverein e.V.“, der auch Mitglied beim Jagdgebrauchshundverband ist, für die beiden Brackenrassen Brandl- und Steirische Rauhhaarbracke verantwortlich. Er ist auch der Ansprechpartner, wenn es um Welpen, Zucht, Prüfungen und Fortbildung dieser Hunde geht. Mit über 1600 Mitgliedern und ebenso vielen Hunden haben diese beiden Bracken eine durchaus vorzeigbare Liebhabergemeinde. Gezüchtet werden pro Jahr etwa 100 Welpen in Deutschland und 120 in Österreich. Diese werden nur an Jäger abgegeben.

Beliebte Mixe

Mixe von mit der Brandlbracke sind extrem selten.

Pflege, Gesundheit und Krankheiten

Wie viel Pflege braucht eine Brandlbracke?

Die Brandlbracke ist pflegeleicht. Hie und da bürsten reicht.

Gibt es bei der Brandlbracke rassetypische Krankheiten?

Rassetypische Krankheiten sind nicht bekannt.

Welches Futter ist für eine Brandlbracke am besten?

Die Brandlbracke stellt keine besonderen Ansprüche an ihre Ernährung. Natürlich ist hochwertiges Futter gut für ihre Gesundheit. Die Brandlbracke eignet sich sehr gut zum Barfen.

Aktivitäten

Wie viel Bewegung braucht eine Brandlbracke?

Die Brandlbracke ist ein professioneller Jagdhund, die die jagdliche Arbeit für ein artgerechtes Leben braucht.

Überlegungen vor der Anschaffung

Wo kann man eine Brandlbracke kaufen?

Suchst du eine Brandlbracke solltest du dich lange vor der geplanten Anschaffung mit dem Zuchtwart des Deutschen Brackenvereins in Verbindung setzen. Bedenke von vornherein, dass die Hunde in der Regel nur an Jäger abgegeben werden. Hie und da kann es sein, dass ein Hund einen anderen Platz sucht. Dann solltest du ihm aber die nötigen Lebensbedingungen bieten können und wollen, die ihm einen Ersatz geben.

Erziehung und Haltung

Passt eine Brandlbracke zu mir?

Die Brandlbracke ist kein Begleithund für die Stadt oder Spaziergänge in der Natur, selbst wenn diese täglich erfolgen. Sie ist kein Wohnungshund vielmehr eine professionelle Jagdhelferin, die ihre Arbeit energisch will und auch braucht. Ansonsten ist sie völlig anspruchslos in ihrer Haltung. Idealerweise wohnt sie mit ihrer jagdlichen Führungsperson und deren Familie in einem Haus am Waldrand oder auf dem Land mit Garten. Der Brandlbracke will und kann bei jedem Wetter heraus. Der Deutsche Brackenverein weist ausdrücklich darauf hin, dass eine Brandlbracke für eine reine Zwingerhaltung nicht geeignet ist und mindestens eine teilweise Familienanbindung zwingend erforderlich ist. Im Alltag ist sie wachsam, dennoch ausgesprochen kinderlieb und führerbezogen mit ausgeglichenem Wesen. Bei der Arbeit ist sie feinnasig und vor allem auch am Hasen oder am Wildschwein ein spurlauter Hund, mit Spurwillen, Spursicherheit. Die Brandlbracke ist ein zutiefst freundlicher und lernwilliger Vierbeiner. Der Vieräugl ist ein hundertprozentiger Jagdhund, der es seinem Hundeführer leicht macht, ihn zu erziehen und mit ihm zu arbeiten. Er will und braucht diese Führung. Er ist aber kein Hund, der auf Befehle von Herrchen oder Frauchen nur wartet. Man kann ihn nicht im Kommandoton abrichten wohl aber hervorragend ausbilden. Die Bracke kooperiert mit ihrem Jäger. Das Leistungsniveau einer Brandlbracke ist extrem hoch. Das ist zugleich Verpflichtung für die Führung dieses Hundes. Er braucht die jagdliche Arbeit in der er sich wohl fühlt. Sein Element ist die Schweißarbeit, das er auch ausleben will. Das solltest du beachten, wenn du mit dem Gedanken spielst, als Nicht-Jäger dein Leben mit einer Brandlbracke teilen zu wollen.

Interessantes, Wissenswertes & Extras

Die Brandlbracke ist ein faszinierender Hund sowohl was die Erscheinung als auch was ihr Wesen angeht. Die Rasse steht in jeder Hinsicht kerngesund da. Allerdings muss so ein Hund jagdlich geführt werden – oder entsprechend Alternativen haben, was sehr aufwändig ist.


Christoph JungChristoph Jung Seit seiner Kindheit gehören Hunde zu den besten Freunden des Hundeforschers. Die Beziehung Mensch – Hund ist für ihn ein faszinierendes Thema, das ihn täglich beschäftigt und für das er sich auch öffentlich engagiert. Aus seiner täglichen Forschung entstand das Buch „Tierisch beste Freunde“. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


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