Schnauzer im Rasseportrait

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Schnauzer

Schnauzer

Wachhunde
Herkunft Deutschland Lebenserwartung 14 und mehr Jahre
FCI-Standard FCI Gruppe 2: Pinscher und Schnauzer - Molosser - Schweizer Sennenhunde Funktion Wachhunde
Größe Mittelgroße Hunderassen Häufige Krankheiten keine
Gewicht 14-20 kg Felllänge mittellang
Charakter/Wesen lebhaft, gutmütig, verspielt, agil, anhänglich, wachsam, mutig, frech, neugierig, lebhaft Fellfarbe schwarz, pfeffer-salz
Besonderheiten

keine

Herkunft und Rassegeschichte

Der Schnauzer gilt als der Standard unter den deutschen Schnauzern und Pinschern. Diese bildeten früher eine gemeinsame Gruppe von in ganz Mitteleuropa verbreiteten Arbeitshunden des einfachen Volkes. Sie waren speziell in Deutschland die bevorzugten Hunde der Kutscher und fahrenden Händler. Die Fuhrleute brauchten einen Hund, der in der Lage war, weite Strecken mitzulaufen, der Wagen und Ware zuverlässig behütete und das auch noch Nachts nach einer langen, anstrengenden Tagesfahrt. Diese Hunde mussten das Hab und Gut ihres Herren selbstständig und selbstbewusst verteidigen, eine Denkweise, die man auch heute noch im Schnauzer lesen kann. Die gemeinsamen Vorfahren unserer Pinscher und Schnauzer wuchsen in diesen Aufgaben zu äußerst robusten Hunden. Wenn dann die Pferde oder Maultiere ausgespannt im Stall standen, war die Arbeit dieser Hunde immer noch nicht zu Ende.

Hier besorgten sie neben dem Wachdienst auch noch die Reinigung des Stalls von Ungeziefer, namentlich Mäusen und Ratten. So entstanden seine Bezeichnungen als „Stallpinscher“ oder „Rattler“. Um 1870 begann man, diese Hund in die heute bekannten Pinscher- und Schnauzerrassen mit ihren jeweiligen Größen- und Farbschlägen züchterisch zu differenzieren. Entgegen immer wieder verbreiteten Gerüchten sind die Schnauzer nicht näher mit den englischen Terriern verwandt, was 2017 durch eine Gen-Analyse über mehr als 100 Hunderassen mit mehr als 13.000 Hunden durch Genetiker um Heidi Parker bestätigt wurde. Aus der verbreiteten rauhaarigen Variante dieser Hundegruppe wurden die heutigen Schnauzer.

Die Variante, die schlicht als Schnauzer bezeichnet wird, gilt als der Standard- oder Mittel-Schnauzer. Seit 1895 wird er systematisch als Begleithund gezüchtet. Er zählt zu den ältesten Hunderassen Deutschlands. Als Begleiter war er äußerst beliebt, lange Zeit zählten Schnauzer zum gewohnten Bild jeder Innenstadt. Heute sind diese spannenden Hunde eher selten geworden. 1955 wurde der Schnauzer durch die Fédération Cynologique Internationale offiziell anerkannt. Der bereits 1895 gegründete Pinscher-Schnauzer-Klub fördert stetig die Herausbildung und Zucht des Schnauzers als einzigartigen Familien- und Begleithund. Er betreut mit nicht weniger als 13.000 Mitgliedern diese Gruppe von Hunderassen. Er ist zudem weltweit für den Standard der Pinscher und Schnauzer verantwortlich. Mit um die 500 Welpen pro Jahr ist der Standard-Schnauzer in seiner Heimat Deutschland heute vertreten.

Beschreibung

Der Schnauzer ist ein eher gedrungener, kleiner und zugleich temperamentvoller, schneidiger Familien- und Begleithund. Er wird auch als Mittel- oder Standardschnauzer bezeichnet. Er hat das typische Aussehen aller Schnauzer. Sein Standard beschreibt in kurz und knapp als:

Mittelgroß, kräftig, eher gedrungen als schlank, rauhaarig.

Als Größe werden zwischen 45 und 50 Zentimetern und als Gewicht zwischen 14 bis 20 Kilogramm definiert. Deutlich kleinere Exemplare, gelten als Zwergschnauzer. Wie alle Schnauzer trägt er am Fang den markanten Bart aus kräftigen Haaren sowie die buschigen Augenbrauen. Das Fell soll aus drahtigem, hartem, dichtem Haar bestehen, das zwar anliegen aber nicht zu kurz sein soll. Er trägt eine dichte Unterwolle. Folgende Farben sind erlaubt: pfeffersalz sowie rein schwarz mit schwarzer Unterwolle.

Charakter und Wesen

Der Schnauzer hat viel Temperament und einen starken Charakter. Er ist mutig, frech, schneidig. Er hat seinen eigenen Willen. Sein verschmitztes Aussehen entspricht durchaus seinen inneren Werten, denn er bringt alles mit, was aus einem Vierbeiner einen echten Freund und Partner machen kann. Er ist nicht unterwürfig aber anhänglich, hat seinen eigenen Willen, hört aber gut. Er ist neugierig und lebhaft. Noch heute ist er ein unbestechlicher Wächter, treu, widerstandsfähig und ausdauernd. Er hat einen eher hohen Bewegungsdrang und will seine Beschäftigung. Der offizielle Standard beschreibt ihn treffend so:

Typische Wesenszüge sind sein lebhaftes Temperament, das mit bedächtiger Ruhe gepaart ist. Bezeichnend sind sein gutartiger Charakter, seine Spiellust und die sprichwörtliche Anhänglichkeit an seinen Herrn. Er ist sehr lieb zu Kindern, unbestechlich, wachsam und dennoch kein Kläffer.

Der Schnauzer hat eine eher niedrige Reizschwelle und kann unter Umständen zum Kläffer werden, wenn er sich allzu sehr gelangweilt sieht. Er braucht Beschäftigung zusammen mit seinen Menschen. Der Schnauzer will sich seinem Herrchen oder Frauchen eng anzuschließen. Er eignet sich sehr gut für eine Familie mit Kindern, vorausgesetzt er hat eine konsequente Führung, die die Hausordnung nicht anzweifeln lässt. Er ist für eine Einzelperson – ob jung oder alt – wie auch für die ganze Familie ein idealer Begleiter.

Haltung

Der Schnauzer passt sich problemlos dem Lebensstil seiner Menschen an. Diese sollten aber wie er Freude daran haben, sich täglich in der Natur zu bewegen. Er lässt sich sehr gut in der Stadt halten und findet sich problemlos auch in einer kleinen Wohnung zurecht. Allerdings akzeptiert er andere Vierbeiner als Partner nur, wenn er vom Welpen an auf vierbeinige Familienmitglieder sozialisiert wurde. Schnauzer sind zwar gute Mäusejäger aber keine Jagdhunde.

Das macht sich sehr angenehm bei Spaziergängen in der Natur bemerkbar. Gegenüber anderen Hunde kann er allerdings schon einmal zum Kläffen und Kraftmeiern neigen. Er lässt sich sehr gut auch von einer unerfahrenen oder älteren Hand führen. Schnauzer sind echte Familienhunde. Sie sind ideale Begleiter für die heutige Zeit und das gilt auch für die Großstadt. Mit etwas guter Erziehung und Führung lässt sich ein Schnauzer überall gut mitnehmen und besticht durch sein einwandfreies Benehmen. Dabei ist er kein willenloser Anpasser. Seine Verschmitztheit und sein eigener Wille machen einen guten Teil seines besonderen Reizes aus.

Erziehung

Diese Rasse muss mit aller Ernsthaftigkeit und Konsequenz vom Welpen an erzogen werden. Er braucht klare Ansagen, Regeln, kurz: Führung durch Herrchen oder Frauchen. Diese nimmt er gerne an. Man muss aber immer konsequent bleiben. Er ist intelligent und hellwach und merkt Schludrigkeiten und Inkonsequenz sofort. Dabei ist er willig und kann lernen und sich den Vorlieben seiner Menschen anpassen. Das macht ihn zu einem ausgesprochen angenehmen, leichtführigen Begleiter.

Pflege und Gesundheit

Der Schnauzer ist pflegeleicht und anspruchslos.

Rassetypische Krankheiten

Der Schnauzer ist eine robuste und gesunde Hunderasse.

Ernährung/Futter

Der Schnauzer stellt keine besonderen Ansprüche an seine Ernährung.

Lebenserwartung

Der Schnauzer ist langlebig und kann, seriöse Zucht vorausgesetzt, ein Alter von 14 Jahren und mehr erreichen.

Schnauzer kaufen

Willst du einen Schnauzer-Welpen kaufen, solltest du dich bei einem Züchter umschauen, der dem Pinscher-Schnauzer-Klub 1895 angeschlossen ist. Auch im Tierheim kannst du mit etwas Glück deinen Schnauzer finden. Welpen dieser Rasse kosten um 1.200 Euro.

 


Christoph JungChristoph Jung Seit seiner Kindheit gehören Hunde zu den besten Freunden des Hundeforschers. Die Beziehung Mensch – Hund ist für ihn ein faszinierendes Thema, das ihn täglich beschäftigt und für das er sich auch öffentlich engagiert. Aus seiner täglichen Forschung entstand das Buch „Tierisch beste Freunde“. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


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