Pudelpointer im Rasseportrait

10168
0

Pudelpointer

Pudelpointer

Jagdhunde
Herkunft Deutschland Lebenserwartung 12-15 Jahre
FCI-Standard FCI Gruppe 7: Vorstehhunde Funktion Jagdhunde
Größe Große Hunderassen Häufige Krankheiten keine
Gewicht 23-35 kg Felllänge kurz
Charakter/Wesen ruhig, ausgeglichen Fellfarbe braun, schwarz
Besonderheiten

keine

Herkunft und Rassegeschichte

Der Pudelpointer ist ein eine rauhaarige Vorstehhunderasse und zugleich ein vielseitiger Jagdhund. Er ist ein „Vollgebrauchshund“ zu Felde, im Wasser und im Wald und wird ausschließlich jagdlich geführt. Wie der Name schon andeutet, geht der Pudelpointer auf eine Kreuzung von Großpudel und Pointer zurück. Die Hunde aus einer unbeabsichtigten Verpaarung um 1880 zeigten allerdings hervorragende jagdliche Leistungen. Sie paarten die Intelligenz und Gelehrigkeit des Pudels mit den jagdlichen Kompetenzen eines Pointer und obwohl die Hunde etwas kleiner waren, konnten sie aber immer noch einen Fuchs über Hindernisse apportieren.

Die beiden großen Persönlichkeiten der modernen Jagdhundezucht des späten 19. Jahrhunderts Hegewald (Begründer des Deutsch Drahthaar) und Oberländer interessierten sich sofort für diese Hunde und begründeten eine systematische Zucht. Mit neun unabhängigen Ausgangslinien wurde eine neue Hunderasse für die Jagd geschaffen. 1897 gründeten die beiden in Darmstadt den „Verein Pudelpointer“, der noch heute diese Hunderasse sehr erfolgreich vertritt. Bereits zum Start waren es 900 Mitglieder. In den späteren Jahren gewannen Deutsch Drahthaar und Kurzhaar hinzu und überflügeln in ihrer Beliebtheit den Pudelpointer bei weitem. Dennoch hat er seine Berechtigung und seinen besonderen Reiz keineswegs verloren. So gilt er als besonders leichtführig und universell einsetzbar und eignet sich auch für Erstlingsführer ohne deshalb weniger leistungsfähig zu sein.

Der Verein Pudelpointer betreut diese Hunderasse geradezu vorbildlich. Er ist dem Verband für das Deutsche Hundewesen sowie dem Jagdgebrauchshundeverband angeschlossen und vertritt diese Hunderasse weltweit. Nur gut 100 Welpen fallen pro Jahr unter dem Dach des VDHs. Der Pudelpointer ist zugleich der lebendige Beweis, dass Rassehundezucht auch bei zahlenmäßig kleinen Populationen über viele Jahrzehnte hinweg bestens funktionieren kann. Der Pudelpointer steht von seiner Leistungsfähigkeit, seinem Wesen, seiner Vitalität und Gesundheit in jeder Hinsicht prächtig dar.

Beschreibung

Der Pudelpointer ist eleganter, kräftiger, mittelgroßer Hund ohne jede Übertreibung in seinen körperlichen Merkmalen. Er hat ein rauhaariges Fell, das aber geschmeidiger und länger ist als das des Deutsch Drahthhaar. Die Eigenschaften seines Haarkleides beschreibt der offizielle Standard so:

Geschlossenes, anliegendes; hartes, mittellanges Rauhaar mit dichter Unterwolle. Länge des Deckhaares auf dem Widerrist 4 – 6 cm. Kopf mit Bart und hobelspanartiger Stirnlocke. Die Bauchbehaarung ist geschlossen und dicht. Die Behaarung soll durch ihre Härte und Dichte möglichst guten Schutz gegen Witterungseinflüsse und Verletzungen bieten.

Als Fellfarben sind braun, dürrlaubfarben und schwarz zugelassen. Die Rüden haben eine Widerristhöhe von 60 bis 68 Zentimetern und die Hündinnen 55 bis 63. Ein Gewicht wird nicht festgelegt. In der Praxis dürfte es zwischen 23 und 35 Kilogramm liegen. Da Pudelpointer ausschließlich jagdlich zu führen sind, darf laut Gesetz die Rute kupiert sein. Das soll den Hund vor Verletzungen bei der Arbeit im dichten Gestrüpp schützen.

Charakter und Wesen

Als erstes und grundlegendes solltest du im Bewusstsein haben, dass der Pudelpointer vom Wesen her ein Vollblut-Jagdhund ist. Er ist ein vielseitiger und gelehriger Könner in allen Bereichen, mit denen ein Einzeljäger zu tun hat. Zwischen den Jagten bewacht und behütet er Haus und Hof. Ein gut geführter, ausgelasteter Pudelpointer kann durchaus sehr kinderlieb und familienfreundlich sein. Das darf aber nicht falsch verstanden werden. Denn familienfreundlich heißt nicht automatisch Familienhund.

Der Pudelpointer ist in erster Linie ein ausgesprochener Arbeitshund. In der Hand eines kundigen Führers ist er erst im Zweitjob auch Familienhund – und zwar ein sehr guter. Der Pudelpointer hat viel Power ohne deswegen hektisch zu sein. Er ist kein Zwingerhund und braucht außerhalb seiner Arbeit den persönlichen Anschluss an sein Herrchen oder Frauchen. Der Standard beschreibt sein Wesen als

weder scheu noch aggressiv. Ruhiges, beherrschtes, ausgeglichenes Wesen mit ausgeprägtem Jagdtrieb ohne Wildscheue, nicht schussempfindlich.

Die seriös und mit hoher Fachkunde gezüchteten Hunde des Vereins Pudelpointer werden nur in jagdliche Hand abgegeben. Hunde, die bei den harten Prüfungen durchfallen, werden zuweilen auch an Nicht-Jäger gegeben. Als Begleiter müssen solche Hunde keineswegs schlecht sein. Ganz im Gegenteil, ist deren Vitalität, Leistungsfähigkeit und -bereitschaft allemal noch weit über dem Durchschnitt der im Ausstellungsring nach „Schönheit“ prämierten Champions anderer Hunderassen.

Ein Pudelpointer kann ein faszinierender Begleithund sein, allerdings muss man mit ihm arbeiten gerade auch wenn er nicht jagdlich geführt wird und muss über Führungsqualitäten verfügen. Der starke Hund braucht eine starke jedoch einfühlsame Hand. Wenn man Naturliebhaber ist und gerne wandert, ist er ein idealer Begleiter. Auf der Grundlage eines vertrauensvollen Verhältnisses und einer konsequenten Erziehung kann man diesen Jagdhund sogar ohne Leine kontrollieren. Es ist beeindruckend, wie gut er sich führen lässt, ohne dabei unterwürfig zu sein. Er ist ein mitdenkender Partner, weiß aber, wo die Hausordnung hängt. Der Pudelpointer kann problemlos beim Reiten, Joggen oder Radfahren mithalten.

Haltung

Der Pudelpointer ist ein Jagdhund. Wird er gelegentlich schlicht als Familien- und Wohnungshund angeboten, sollte man solchen Angeboten mit größter Vorsicht entgegen treten. Das kann eigentlich kaum seriös sein. In der Regel gehört er in die Hand eines Jägers, der fachgerecht mit ihm arbeitet. Bei nichtjagdlicher Haltung (s.o.), braucht er entsprechend Beschäftigung in Form von langen Spaziergängen durch die Natur oder Herausforderungen im Hundesport. Er braucht unbedingt den persönlichen Anschluss an Herrchen und Frauchen und deren Familie. Wird der Jagdhund körperlich oder geistig unterfordert, wird dies auf Dauer zu ernsten Verhaltensproblemen führen. Er gehört nicht in eine Etagenwohnung und nicht in die Großstadt. Ansonsten ist er unproblematisch und anspruchslos in seiner Haltung.

Erziehung

Ein Pudelpointer sollte nur von einem engagierten und fachkundigen Herrchen oder Frauchen geführt werden. Er sollte unbedingt aus einer Zucht des Vereins Pudelpointer stammen, wo schon die Elterntiere und die Welpen von der Wurfkiste an sozialisiert wurden. Darüber hinaus ist es notwendig, diesen Arbeitshund jagdlich oder adäquat sportlich zu arbeiten und idealerweise fachkundig ausbilden zu lassen. Hier ist der Pudelpointer sehr vielseitig und lernfähig. Er bringt für alles die züchterisch besten Voraussetzungen mit.

Pflege und Gesundheit

Die Pflege eines Pudelpointers ist anspruchslos. Zuweilen das Fell bürsten reicht.

Rassetypische Krankheiten

Ein Pudelpointer aus der Zucht des Vereins Pudelpointer verfügt über eine ausgesprochen robuste Gesundheit.

Ernährung

Ein Pudelpointer ist beim Thema Ernährung in aller Regel völlig unproblematisch.

Lebenserwartung

Der Pudelpointer hat eine hohe Lebenserwartung und kann bei bester Konstitution 12-15 Jahre alt werden.

Einen Pudelpointer kaufen

Vor der Überlegung an die Anschaffung eines Pudelpointers sollte bei dir die gewissenhafte Beantwortung der Frage stehen, ob du den Anforderungen an eine wesensgerechte Haltung dieses Jagdhundes gerecht werden kannst und willst. Und das über 10 und mehr Jahre. Da der Pudelpointer jagdlich geführt wird, wird es nur selten eine Gelegenheit geben, ihn als Nicht-Jäger zu bekommen. In jedem Fall solltest du dich beim dem Verein Pudelpointer erkundigen und dir über diesen Verein einen bereits älteren Hund oder einen, der durch die Jagdprüfung gefallen ist, vermitteln lassen. Die Kosten liegen bei ca. 1000 Euro (ohne Ausbildung).

 


Christoph JungChristoph Jung Seit seiner Kindheit gehören Hunde zu den besten Freunden des Hundeforschers. Die Beziehung Mensch – Hund ist für ihn ein faszinierendes Thema, das ihn täglich beschäftigt und für das er sich auch öffentlich engagiert. Aus seiner täglichen Forschung entstand das Buch „Tierisch beste Freunde“. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


Hilf uns, unseren Service weiter zu verbessern. War dieser Artikel hilfreich für dich?

Kommentare, Fragen und Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.