Auflösungskommando: wichtige Hilfe für den Hund

74471 Aufrufe 2 Kommentare

Auflösungskommando

Für alles Mögliche haben wir Hundebesitzer ein Kommando – aber arbeitest du eigentlich auch mit einem Auflösungskommando? Die meisten von Euch werden schon davon gehört haben, aber umsetzen tun es nur die wenigsten – das ist jedenfalls der Eindruck, den man bekommt, wenn man sich auf den Hundewiesen so umschaut.

Eine wichtige Hilfe für den Hund

Mithilfe eines Auflösungskommandos zeigst du deinem Hund, was er wie lange machen soll. Es signalisiert ihm: „Jetzt darfst du dich wieder frei bewegen.“ Solange es keine Auflösung deines Kommandos gibt, heißt es für ihn, sitzen oder liegen zu bleiben. So entscheidet nicht er, wann Schluss ist, sondern du!

Konsequenz ist nötig

Wenn du dich dafür entscheidest, mit einem Auflösekommando zu arbeiten, bedeutet das für dich, sehr gewissenhaft bei der Sache zu sein und – wie immer in der Hundeerziehung – Konsequenz zu beweisen. Denn du musst jeden Befehl wieder aufheben: Wenn du ihn zu dir rufst, entlässt du ihn auch wieder mit deinem Kommando zum Weiterlaufen etc. Wenn du ihn bewusst in sein Körbchen schickst, dann erlaubst du ihm auch wieder, seinen Platz zu verlassen.

Das ist nicht immer einfach, aber es lohnt sich! Denn dadurch wird deine Kommunikation feiner und vor allem für den Hund leichter, denn er muss nicht „erahnen“, ob ein Kommando nun für 2 Minuten oder für eine Viertelstunde gilt.

„Bleib!“ wird damit (fast) überflüssig

Viele arbeiten mit dem Begriff „Bleib!“, der einem Hund signalisieren soll, jetzt in dieser bestimmten Position zu verharren. Natürlich ist das auch eine gute Möglichkeit – aber damit sagst du deinem Hund trotzdem nicht, wie lange er denn nun da bleiben soll. Es ist dann immer noch der Hund, der in diesem Fall das Kommando aufhebt – oder wenigstens nachfragt und dann von dir wieder mit einem zweiten „Bleib!“ aufgefordert wird, weiter zu verweilen.

Mit einem Auflösekommando ist hingegen alles klar: du verlangst etwas und bis du nichts anderes sagst, gilt dein Kommando. Punkt!

Auflösungskommando anwenden

  • Wähle deinen Begriff Bedacht aus. Es muss ein Wort sein, das du sonst nicht verwendest, wenn du mit deinem Hund arbeitest: „Ok“, „Auf“, „Lauf“ …
  • Arbeite bei allen Kommandos, die mit einem Verweilen an einem Ort zusammenhängen, in ganz kleinen Schritten. Anfangs reichen wenige Minuten, bei jungen Hunden sogar Sekunden. Nur so hast du die Chance, dein Kommando wirklich aufzuheben.
  • Beobachte dich selbst kritisch: Hebst du wirklich alle Befehle auf? Bitte anfangs deinen Partner oder einen Bekannten von der Hundewiese, ebenfalls darauf zu achten, ob du dein Auflösungskommando konsequent gibst, und dich ggf. daran zu erinnern.

 


Dieser Text wurde erstellt in Zusammenarbeit mit Regina Rademächers:

Logo Leben mit Hund

Hilf uns, unseren Service weiter zu verbessern. War dieser Artikel hilfreich für dich?

Kommentare, Fragen und Antworten
  1. Atesh sagt:

    Ich hätte hier eine Frage.
    Was, wenn der Hund beim Aussprechen des Auflösekommandos nicht aufstehen möchte?
    Angenommen der Hund wurde an seinen Platz geschickt.
    5 Minuten später darf er wieder aufstehen.
    Du erlöst Ihn via Kommando vom vorherigen Kommando.
    Er ist aber mittlerweile völlig entspannt, will vielleicht sogar schlafen.
    Auf das Aufstehen zu bestehen empfinde ich als nicht richtig.
    Wenn er aber beim Auflösen liegen bleibt, bedeutet das in letzter Konsequenz, dass er irgendwann von selbst aufstehen wird.
    Was tun in solch einer Situation?

    1. ZooRoyal sagt:

      Hallo Atesh,

      vielen Dank für deine Frage! Du sprichst damit einen Punkt an, der im Training oft missverstanden wird und bei dem es sich lohnt, genau hinzuschauen.

      Ein Auflösekommando bedeutet im Kern: „Du bist nicht mehr an das vorherige Signal gebunden.“ Es bedeutet nicht automatisch: „Du musst jetzt aufstehen.“

      Wenn dein Hund nach dem Auflösen liegen bleibt bzw. entspannt bleibt, ist das grundsätzlich ein gutes Zeichen. Denn damit zeigt er Selbstregulation und vor allem: kein „Festhängen“ im Kommando. Problematisch wäre es nur, wenn dein Hund nicht aufstehen kann, obwohl er möchte. Er also zum Beispiel wie festgeklebt wirkt oder unsicher ist, ob er sich bewegen darf. Das würde für fehlendes Verständnis und somit ein Trainingsproblem sprechen.

      Das es dir in der geschilderten Situation nicht richtig vorkommt, auf das Aufstehen zu bestehen ist völlig richtig. Denn ein erzwungenes Aufstehen würde die Ruhe stören und unnötigen Druck erzeugen.
      Du kannst mit so einer Situation zum Beispiel so umgehen: einfach akzeptieren, dass der Hund nach dem Auflösen liegen bleibt. Oder ein separates Signal geben (z.B. „Komm“ oder „Hier“), um ihn aus der Situation zu locken, wenn du Bewegung möchtest.

      Wir wünschen dir weiterhin viel Spaß und Erfolg beim Training!

      Viele Grüße
      dein ZooRoyal-Team

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert