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Großer Schweizer Sennenhund im Rasseportrait

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Großer Schweizer SenennhundHerkunft und Rassegeschichte

Der Große Schweizer Sennenhund ist ein alter Bauernhund aus der Schweiz. Er ist der größte aus der Familie der Sennenhunde. Diese dienten in den Bergen und Tälern der Schweizer Alpen als Allround-Werkzeug der Bauern. Sie bewachten Haus und Hof. Wenn eine Herde Kühe von einer Wiese zu nächsten getrieben werden musste, sorgten sie dafür, dass alle auf dem Weg blieben und keine Kuh zurück fiel. Die größeren Sennenhunde, aus denen der heutige Große Schweizer hervorging, wurden vor die größeren Karren gespannt und dienten als gelände- und berggänge Zugmaschine, quasi als früher Unimog. Nicht selten wurden sie zu zweit vor einen voll mit wertvollem Käse bepackten Wagen gespannt, um dann eigenständig ihren Weg von der Alm bis ins Dorf zum Händler und wieder zurück zu finden. Die Schweizer Sennenhunde waren früher allesamt eine einzige Hundefamilie. Ihnen gemein ist die starke Bindung an die Familie und ihren Hof, ein selbstsicheres eigenverantwortliches Bewusstsein, ein weitgehend verlorener Jagdtrieb, die hohe Wachsamkeit, die liebevolle Haltung gegenüber den eigenen Menschen bei Reserviertheit Fremden gegenüber.

Vor gut 100 Jahren wurden die Sennenhunde dann in vier Rassen aufgeteilt: Entlebucher, Appenzeller, Berner, Großer Schweizer Sennenhund – in der Reihenfolge ihrer Größe. Dies und die künstliche Fixierung auf eine durch die Zucht ersonnene Dreifarbigkeit haben der Gesundheit dieser tollen Hunde nicht gut getan. So dokumentiert die Statistik des britischen Kennel Clubs 2014 eine Lebenserwartung bei Sennenhunden von nur 8 Jahren. Gesund gezüchtet könnten sie locker 4 Jahre länger leben. Mehr dazu im Porträt der jeweiligen Sennenhunde. Der Große Schweizer Sennenhund wurde zu einem geschätzten Begleithund, hat aber immer noch die Fähigkeiten eines Arbeitshundes. 1912 wurde der „Klub für Grosse Schweizer Sennenhunde“ in der Schweiz gegründet. 1923 wurde der „Schweizer Sennenhund-Verein für Deutschland“ gegründet, der alle vier Sennenhunde-Rassen auch heute noch in Deutschland vertritt. 1939 erfolgte die Publikation des ersten Standards für den Großen Schweizer Sennenhund durch die FCI. Der Große Schweizer war in Deutschland schon immer ein sehr seltener Hund. In den letzten Jahren werden aber stetig um die 300 Welpen geworfen, was zeigt, dass seine Qualitäten immer mehr geschätzt werden – zu Recht.

Beschreibung

Der Große Schweizer Sennenhund ist ein großer, stämmiger, starkknochiger und gut bemuskelter Hund. Er strahlt souveräne Ruhe und selbstbewusste Gelassenheit aus und so ist er auch. Der Unterschied zwischen den Geschlechtern soll eher groß sein. Rüden sollten eine Widerristhöhe von 65 bis 72 Zentimetern, Hündinnen 60 bis 68 haben. Das Gewicht liegt zwischen 35 und 50 Kilogramm. Der Standard macht zahlreiche Vorschriften über Details seiner Fellfärbung, -beschaffenheit und -zeichnung. So soll er Stockhaar haben und eben dreifarbig sein. Wir sehen ausführliche Bestimmungen, wo überall weiße Abzeichen sein dürfen und wo nicht. Im Interesse der Hunde sollte man solche allein von seiner Züchterschaft ersonnenen äußeren Merkmale nicht so ernst nehmen. Solche Details zu Kriterien der Zuchtauswahl zu machen, ist nicht im Interesse des Wohls der Appenzeller Sennenhunde, die eh nur über einen extrem kleinen Genpool verfügen. Es kommt vielmehr auf den Charakter und die Fitness der Hunde an. Letzteres ist leider nicht allzu selten ein Problem. Der Große Schweizer Sennenhund hat bessere Qualitäten als seine Fellfarbe.

Charakter und Wesen

Der Große Schweizer Sennenhund ist trotz seiner eindrucksvollen Größe und seines Gewichtes ausdauernd und beweglich. Er hat einen beeindruckenden Charakter, gelassen und doch bestimmt, offen und freundlich. Er ist stark auf seine Familie und sein Heim orientiert. Er ist ein erheiternder Freund der Kinder. Notfalls verteidigt er seine Familie mit Entschlossenheit ohne jede Furcht. Fremden gegenüber ist er misstrauisch. Er ist ein guter Wächter. Der Schweizer Prof. Albert Heim, der sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts maßgeblich um die Schweizer Sennenhunde verdient gemacht hatte, beschreibt das Wesen des Großen Schweizers:

Sie sind trefflich zu Haus und Hof, beste Wächter, Verteidiger ohne Furcht und ohne Hinterlist, gute Viehtreiber und -hüter, gute Begleiter, trefflich, oft leidenschaftliche Zugtiere. Sie schützen Kinder und sind sehr liebevoll, freundlich, anhänglich, aufmerksam auf jeden Wink des Meisters, folgsam, unbestechlich und treu, leicht zu erziehen, lebhaft. Viele gehen gern ins Wasser.

Die gelegentliche Sturheit des Großen Schweizer Sennenhundes rundet sein äußerst liebevolles und charmantes Wesen auf erfrischende Weise nur noch ab. Der Große Schweizer ist genetisch und geschichtlich eng mit dem Bernhardiner verwandt, was gerade auch in seinem Wesen erlebbar wird.

Haltung

Der Große Schweizer Sennenhund fühlt sich auf dem Land am wohlsten. Er möchte bewegt werden und man kann mit ihm herrliche, stressfreie Spaziergänge in der Natur erleben. Da er nur wenig Jagdtrieb hat und gewöhnlich gut hört, kann man mit ihm auch ohne Leine erholsame, stressfreie Stunden im Freien genießen. Er ist allerdings kein Begleithund für Sportler. Ein Großer Schweizer Sennenhund eignet sich nicht für das Leben mitten in der Großstadt. Er braucht aber kein Haus mit großem Garten, was allerdings ideal wäre. Gerne hat er ein Grundstück oder einen Hof, wo er nach dem Rechten schauen kann. Er stellt ansonsten keine besonderen Anforderungen an seine Haltung. Das A und O ist seine enge Einbindung ist die menschliche Familie. Für einen dauernden oder auch nur teilweisen Aufenthalt in einem Zwinger sind diese Hunde völlig ungeeignet.

Erziehung

Ein Großer Schweizer Sennenhund lässt sich sehr gut erziehen. Er lernt gerne. Er ist stark auf seine Menschen orientiert, was man gut nutzen kann. Der Große Schweizer kann die Stimmung und die Wünsche seinen Menschen quasi vom Gesicht ablesen. Das wiederum meint, dass man mit Gefühl an seine Erziehung herangehen muss und natürlich mit Konsequenz. Er hat ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden und erwartet einen gerechten Umgang mit ihm ebenso. Seine gelegentliche Sturheit muss man nicht nur akzeptieren, vielmehr mögen. Sie fordern eine innige und von gegenseitigem Respekt geprägte Bindung zwischen Hund und Halter regelrecht heraus. Die Belohnung ist ein für beide Seiten glückliches Zusammenleben.

Pflege und Gesundheit

Pflege

Der Große Schweizer Sennenhund ist sehr pflegeleicht, gelegentliches Bürsten reicht aus.

Rassetypische Krankheiten

Der Große Schweizer Sennenhund neigt wie viele große Hunderassen zu Problemen mit der Hüfte (HD) oder den Knien (ED). Die leider teils starke Inzucht wirkt sich negativ auf Fitness und Lebenserwartung aus.

Ernährung/Futter

Der Große Schweizer stellt keine besonderen Anforderungen an seine Ernährung. Wie viele Hunde seiner Größe neigt er zu Magendrehung. Daher sollte man ihn nicht zu hastig fressen und nach dem Fressen ruhen lassen. Tierärzte empfehlen oft einen erhöhten Fressnapf, den man im Fachhandel beziehen kann. Während der Zeit der Aufzucht muss man besonders genau auf eine angepasste Ernährung achten.

Lebenserwartung

Ein Großer Schweizer Sennenhund ist relativ stark von Inzucht und einer einseitig auf Äußerlichkeiten – etwa Details der Fellfarbe – orientierten Zuchtauswahl betroffen. So ist seine Lebenserwartung teils enorm gesunken. Sie liegt zwischen acht und – gesunden – zwölf Jahren.

Großer Schweizer Sennenhund kaufen

Beim Kauf solltest du darauf achten, dass im Stammbaum der Welpen keine Ahne doppelt vorkommt (Inzucht). Ansonsten solltest du dich bei einem Züchter umschauen, der dem Schweizer Sennenhund-Verein für Deutschland angeschlossen ist. Auch im Tierheim oder bei einer Not-Initiative kannst du deinen Traumhund finden.

 

 


Christoph JungChristoph Jung Seit seiner Kindheit gehören Hunde zu den besten Freunden des Hundeforschers. Die Beziehung Mensch – Hund ist für ihn ein faszinierendes Thema, das ihn täglich beschäftigt und für das er sich auch öffentlich engagiert. Aus seiner täglichen Forschung entstand das Buch „Tierisch beste Freunde“. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


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