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Berner Sennenhund im Rasseportrait

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Berner SennenhundHerkunft und Rassegeschichte

Die genaue Herkunft des Berner Sennenhundes ist unbekannt. Man vermutet, dass er mit den Römern über die Alpen in die Schweiz kam und dort mit anderen Hunden gekreuzt wurde, belegt ist das aber nicht. „Entdeckt“ wurde er im Schweizer Dürrbachtal, daher auch sein ursprünglicher Name „Dürrbächler“ oder „Dürrbachhund“. Dort haben ihn die Schweizer Hirten (Sennen) vor allem als Wachhund oder Treibhund eingesetzt. Gerne wurde er vor den Karren gespannt um Milchkannen oder andere Lasten zu ziehen. Erst später bekam er den Namen Berner (nach der Hauptstadt der Schweiz) Sennenhund. Seine ursprünglichen Aufgaben nimmt er nicht mehr wahr, dafür ist er heute eher ein treuer Familienhund und Begleiter.
Früher war der Berner Sennenhund auch nur wenig bekannt, was sich aber änderte, als einige dieser Hunde auf Ausstellungen vorgeführt wurden. Im Jahre 1907 wurde von Liebhabern und Freunden dieser Rasse der Schweizer Dürrbachhund Club gegründet und man begann die Tiere zu züchten. In Deutschland begann die erste Zucht von Berner Sennenhunden 1919 in Schleißheim bei München. Trotz der damals schwierigen Zeiten fand der Berner Sennenhund auch in Deutschland immer mehr Anhänger.

Beschreibung

Der Berner Sennenhund gehört zu den Riesenrassen. Die Rüden können zwischen 64 cm und 68 cm groß werden, die Hündinnen sind ca. 58 bis 66 cm groß, das Gewicht kann zwischen 40 kg und 70 kg liegen. Er ist also sehr kräftig und sehr imposant, dennoch beweglich mit stämmigen Gliedmaßen. Das Fell ist dreifarbig (schwarz, braun und weiß) und langhaarig. Meistens ist es glatt, kann aber auch leicht gelockt sein. Durch die Zucht wurde sein heutiges Aussehen herausgebildet: ein schwarzer Mantel, Blesse, Unterbauch, Schwanzspitze und die unteren Pfoten sind weiß, die Pfoten braun. Wegen der kleinen braunen Flecken über den Augen wird er auch als „Vieräugli“ bezeichnet, wegen seines Gesamtaussehens auch als „ Bäri“.

Charakter und Wesen

Die Berner Sennenhunde nennt man auch die sanften Riesen. Sie sind gutmütig und anhänglich, verträglich und friedlich auch gegenüber fremden Personen. Aggressiv sind sie eigentlich nie, sondern bleiben immer freundlich, aufgeschlossen und gelassen. Seinen Menschen gegenüber ist der Berner anhänglich und treu, er liebt den Kontakt zu Menschen. Er lässt sich gut erziehen, ist sehr aufmerksam und hat so gut wie keinen Jagdtrieb. Wegen seiner Freundlichkeit und Loyalität ist er der ideale Familienhund, der sich auch von kleinen Kindern nicht aus der Ruhe bringen lässt. Aber auch der sanfteste Riese kann mal richtig stur sein, das liegt wohl an seinem ausgeprägten Selbstbewusstsein. Da muss man die nötige Konsequenz zeigen und sich durchsetzen, ansonsten ist er schnell der Chef im Ring.

Haltung

Der Berner Sennenhund braucht viel Platz! Eine kleine Wohnung mit wenig Platz und Auslauf ist gar nichts für ihn. Ideal ist ein großer Garten, in dem er sich frei bewegen, sich austoben, schnuppern und Wache halten kann. Er ist zwar kein Agility-Hund, liebt aber die Bewegung und das Spiel. Sportlichere Betätigungen wie das Laufen am Fahrrad sollten aber wegen seines sensiblen Knochenbaus vermieden werden. Auch hochsommerlichen Temperaturen sind seine Sache nicht, er liebt kühle Temperaturen und Schnee.
Da der Berner Sennenhund sehr menschenbezogen ist, sollte er sich auch bei seinen Menschen aufhalten dürfen. Eine gewisse Toleranz gegenüber Hundehaaren, Sand und Sabber ist dabei vonnöten.

Erziehung

Wegen seiner Größe und Körperkraft ist eine gute Erziehung das A und O der Haltung eines Berner Sennenhundes, ansonsten hat man verloren. Seiner Stärke hat man nicht viel entgegenzusetzen, deshalb muss auf die Einhaltung von Kommandos und Regeln streng geachtet werden. Der kleine Welpe sollte auch baldmöglichst in die „Welpenstunde“ „eingeschult“ werden. Dort lernt er den Umgang mit anderen Hunden aller Größen und Rassen. Anschließend werden Hund und Halter in der Hundeschule wichtige Anleitungen und Tipps zum Befolgen von Kommandos etc. gegeben. Auch hier ist die Beziehung zwischen Mensch und Hund sehr wichtig, aber auch der friedvolle Umgang mit anderen Hunden.
Wichtig bleibt aber in der Hundeerziehung die nötige Konsequenz, Regeln und Kommandos ohne Wenn und Aber durchzusetzen.

Pflege und Gesundheit

Fell- und andere Pflege

Die Fellpflege nimmt einen großen Raum in der Pflege ein, aber dafür werden Mensch und Hund auch mit einem schönen, glänzenden Hundefell belohnt. Außerdem stärkt die intensive Pflege durch Bürsten und Kämmen die Beziehung zwischen den beiden. Der Berner Sennenhund genießt die Aufmerksamkeit, die Zuwendung, die Berührung.
Sein dichtes Fell sollte mindestens 2 bis 3 mal pro Woche gebürstet und von der Unterwolle befreit werden. Und man sollte sich nicht wundern, wie viel Fell da zusammenkommt. Während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst ist es ungleich mehr. Angst vor herumliegenden Haaren sollte man als Halter eines Berner Sennenhundes nicht haben. Durch das Bürsten wird die Haut massiert und besser durchblutet und die Luftzirkulation verbessert.

Zusätzlich zum Bürsten kann der Hund mit einem rückfettenden Hundeshampoo gebadet werden. Das sollte nicht zu oft geschehen, höchstens 2 bis 3 mal im Jahr. Falls der Hund so richtig verdreckt ist, natürlich mehr. Wichtig ist auch, auf Zecken, Milben und Flöhe zu achten. Es gibt diverse Mittel, den Hund bei Befall, aber auch zur Vorbeugung zu behandeln. Falls sich doch eine Zecke (die Krankheiten übertragen kann) eingenistet haben sollte, ist eine Zeckenzange erforderlich, mit deren Hilfe die Zecke entfernt werden kann. Auf die Zahnpflege ist ebenso zu achten. Auch hier gibt es im Handel von der Kaustange bis zur Zahnbürste viele Hilfsmittel. Zur Pflege eines Berner Sennenhundes gehört aber auch der Besuch des Tierarztes, um die erforderlichen Impfungen und einen kleinen Ckeck z. B. der Augen und Ohren durchzuführen.

Rassetypische Krankheiten beim Berner Sennenhund

Wie alle großen Hunderassen ist auch der Berner Sennenhund anfällig für bestimmte Krankheiten. Die meisten sind genetisch bedingt und können nur durch Lebensumstände beeinflusst, aber nicht verhindert werden. Als erstes sei die Hüftgelenkdysplasie (HD) genannt. Der Kopf des Oberschenkelknochens passt nicht in die Gelenkpfanne, die dadurch verursachten Schmerzen können nur durch Schmerzmittel gelindert werden. Zur Vermeidung dieser Krankheit sollte der Welpe in den ersten 18 Monaten keine Treppen steigen. Weiterhin ist der Berner Sennenhund anfällig für Krebserkrankungen und auch Nierenprobleme. Durch eine artgerechte Haltung, Pflege und entsprechende Fütterung sollte aber versucht werden, den Berner Sennenhund so gesund wie möglich aufzuziehen.

Ernährung/Futter

Grundsätzlich kann man den Berner Sennenhund mit Nass- und/ oder Trockenfutter satt bekommen. Auch die BARF-Fütterung kann eine sinnvolle Alternative sein.
Beim Fertigfutter sollte man auf die Inhaltsstoffe achten und darauf, dass es nicht zu viele Füllstoffe wie Getreide enthält. Im Fachhandel erhält man jede Menge Informationen, welches das beste Futter für seinen Körperbau und seine Knochen sein könnte. Die letzte Entscheidung liegt natürlich beim Hundehalter. Züchter und Fachhandel stehen gerne beratend zur Seite. Ebenfalls sollte man auf abwechslungsreiches Futter achten und nicht tagaus tagein dasselbe reichen.

Lebenserwartung

Leider ist die Lebenserwartung bei den Berner Sennenhunden nicht sehr hoch. Im Durchschnitt werden sie 6 bis 8 Jahre alt, glücklicherweise gibt es auch Ausnahmen. Natürlich gibt es auch Berner, die krankheitsbedingt leider noch früher sterben. Man muss sich aber schon im Klaren sein, dass die Zeit mit einem Berner Sennenhund arg begrenzt ist.

Berner Sennenhund kaufen

Auf jeden Fall sollte man sich beim Kauf eines Berner Sennenhundwelpen an einen eingetragenen und vertrauenswürdigen Züchter wenden. Alle Züchter sind darauf bedacht, den Welpen in gute Hände abzugeben und achten darauf, ob die Menschen zum Hund passen. Der Kaufpreis liegt bei etwa 1000 € aufwärts. Natürlich kann man sich auch an örtliche Tierheime wenden oder an den Verein „Berner in Not“: beide versuchen, für ihre Tiere die passenden Menschen zu finden. Zum Kaufpreis kommen noch eine Menge weiterer Kosten auf den Besitzer eines Berner Sennenhundes zu und man muss sich schon genau überlegen, ob man das stemmen kann. Zur Erstausstattung gehören Leine, Näpfe und Körbchen, alle in der Größe XXL, also auch entsprechend teurer. Die Hundesteuer, die ortsabhängig ist, wird fällig, eine Haftpflichtversicherung ist ratsam.

Futter und Spielzeug verursachen Kosten, ebenso die Besuche beim Tierarzt. Impfungen müssen einmal jährlich durchgeführt werden, im Fall der Fälle müssen Medikamente oder sogar Operationen bezahlt werden. Beim Kauf eines Berner Sennenhundes sollte man in Ruhe folgende Punkte bedenken, bevor man sich entscheidet: Ist ausreichend Platz vorhanden? Kann man genügend Zeit für Beschäftigung und Pflege aufwenden? Ist man darauf eingestellt, dass der Berner Sennenhund einen großen Platz im Leben einnehmen wird? Kann man die Kosten tragen? Wenn man sich nach Erwägung aller Punkte für einen Berner Sennenhund entscheidet, kann man sicher sein, dass man für die nächsten Jahre einen tollen Lebensbegleiter gefunden hat, der zwar viel Aufwand erfordert, diesen aber durch seine Freundlichkeit, seine Treue, sein Dasein überhaupt in jedem Fall wieder aufwiegt.

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