Über 300 Marken
Kostenloser Versand in Deutschland ab 19€
25 Jahre Erfahrung

American Pitbull Terrier im Rasseportrait

2679
0

American Pitbull TerrierHerkunft und Rassegeschichte

Der heutige American Pitbull Terrier, kurz Pitbull genannt, ist Spross eines in den USA und England seit etwa 200 Jahren gezüchteten Hundetyps. Zu seinen Ahnen zählen neben dem Terrier vor allem die alten Bulldoggen. In England und Nordamerika haben Hundekämpfe eine bis in die Antike reichende Tradition. Der alte Bulldog wurde zum Kampf mit Bullen in die Arenen des Tierkampfs geschickt. Diese Bulldogs sind zwar die Vorläufer des heutigen Englischen Bulldogs, doch standen sie in ihrem Körperbau dem heutigen Pitbull viel näher. Nachdem Tierkämpfe offiziell verboten waren, wurden sie illegal fortgeführt; in den USA bis heute. In der Illegalität wurden die alten Bulldoggen mit Terriern gekreuzt, was offiziell verboten war, da die so entstandenen Mischlinge zu gefährlich wurden. Auf diese Weise entstand im 19. Jahrhundert der „Bull and Terrier“ in den Industriegebieten Englands und kam sehr schnell in die USA. Dort nannte man sie „Pit Bulls“. Mit Pit bezeichnet man den Ring des Hundekampfes.

1898 wurde der heute noch existierende „United Kennel Club“ (UKC) gegründet, der die Zucht dieser Hunde an sich zog. Der UKC war und ist noch heute nichts anderes als ein professioneller Veranstalter von Hundekämpfen. So spaltete sich die Gemeinde um diese Hunde. Die eigentlichen Liebhaber des Pitbulls verurteilten Hundekämpfe, wollten einen freundlichen Familienhund. Inzwischen hatten sich Pitbulls ein hohes Ansehen in der Gesellschaft der USA erarbeitet. Im I. Weltkrieg wurde der Mut der Pitbulls zum Ansporn für die Kampfkraft der amerikanischen Truppen. Selbst Promis wie US-Präsident Theodore Roosevelt zeigten sich mit Pitbull. In den Kinos waren „Die kleinen Strolche“, eine Kindergang mit Hund, äußerst beliebt. Die Filme liefen lief zwischen 1922 und 1944 in 220 Folgen. Dieser Pitbull war der Behüter und Beschützer, Spielkamerad und Seelentröster der Kinder. Das Idealbild eines kinder- und familienfreundlichen Hundes – ein Pitbull! Um sich von der unseriösen Hundeszene abzugrenzen, nannten die Liebhaber des familienfreundlichen Pitbulls ihre Hunde ab sofort „Staffordshire Terrier“ und später „American Staffordshire Terrier“.

Diese wurden vom American Kennel Club 1936 und später von der FCI offiziell anerkannt. Dieser seriöse Pitbull wird noch heute vom „American Staffordshire Terrier Club of America“ betreut, der von Beginn an glasklar Hundekämpfe verurteilt und auf seine Zucht als Familienhund gesetzt hatte. In Deutschland wird der American Staffordshire Terrier von drei seriösen Vereinen im VDH betreut. Die Szene um die heute unter „Pitbull“ vermarkteten Hunde hat diesen Schritt bisher nicht gemacht. Pitbull ist heute als ein Oberbegriff für dem „American Staffordshire Terrier“ ähnlich aussehende und – hoffentlich – auch wesensgleiche Hunde ohne offizielle Anerkennung und meist leider auch ohne seriöses Zuchtgeschehen zu verstehen. Nicht selten entstanden und entstehen aus dieser Szene die Hunde, die dann in der Hand zwielichtiger Halter Negativschlagzeilen machten und machen.

Beschreibung

Der American Pitbull Terrier ist ein mittelgroßer, eindrucksvoller, sehr kräftiger und zugleich eleganter Hund. Er hat kurzes, dichtes, glänzendes Haar, das glatt am Körper anliegt. Es betont seinen muskulösen, sportlichen Körperbau. Ein Pitbull ist 45 bis 55 Zentimeter groß bei einem Gewicht von 17 bis 27 Kilogramm. Einen offiziellen Standard einer seriösen Zuchtorganisation gibt es allerdings nicht.

Charakter und Wesen

Der American Pitbull Terrier, seriös gezüchtet und sozialisiert, ist ein in sich ruhender Hund. Er ist sehr aufmerksam und intelligent. Er ist enorm kräftig, mutig und verfügt über eine hohe potenzielle Kampfkraft. Zugleich ist er seinen Menschen gegenüber äußerst liebenswert, treu und anhänglich, ja sogar ergeben. Fremden Menschen gegenüber ist er neutral. Er ist gutmütig und hat eine außerordentlich hohe Reizschwelle. Besonders in den 1990er Jahren wurden Hunde wie der Pitbull von unseriösen Vermehrern und Haltern aggressiv gemacht, wild gekreuzt und als lebende Waffen missbraucht. Die Zucht kann selbst Chihuahuas oder Zwergpudel in ein paar Generationen aggressiv machen und – entsprechend sozialisiert und in der Hand zwielichtiger Halter – zu gefährlichen Hunden werden lassen. Die Pitbulls sind Opfer, nicht Täter. Seriös gezüchtet können sie hervorragende Familienhunde und tolle Begleiter sein.

Haltung

Der American Pitbull Terrier ist von den äußeren Bedingungen her in seiner Haltung anspruchslos. Er ist allerdings kein Hund, dem es reicht, ein paar Runden zum Gassi um den Block zu gehen. Er will geistig und körperlich ausgelastet werden. Schon beim Welpen muss klar sein, wer im Haus die Zügel in der Hand hat. Daran darf es nie einen Zweifel geben. Ein Pitbull ist ein aufgeweckter, gelegentlich verspielter Vierbeiner, der gerne durch die Natur zieht. Er eignet sich für Hundesport aller Art. Er ist ein guter Wächter. „American Pitbull Terrier“ oder „Pitbulls“ stehen auf praktisch allen Listen angeblich gefährlicher Hunderassen. Reisen in die Niederlande oder nach Dänemark verbieten sich, da man Gefahr läuft, dass die Hunde von der Straße weg beschlagnahmt und euthanasiert werden. Auf der Straße muss man damit rechnen, von Leuten wegen des Hundes angepöbelt zu werden.

Erziehung

Der American Pitbull Terrier braucht eine sehr konsequente Erziehung vom Welpen an. Grundvoraussetzungen sind allerdings seriöse Zucht und familiengerechte Sozialisation von der Wurfkiste an. Konsequenz meint gerade bei diesem zwar körperlich sehr starken aber zugleich einfühlsamen und intelligenten Hund, das Herrchen und Frauchen auf Basis einer tiefen Vertrauensbeziehung arbeiten müssen. Der Hunde will die Führung durch seinen Halter. Er sucht die enge Anbindung. Diese muss man ihm durch eine ruhige, respektvolle, starke Hand geben. Zwangsmaßnahmen sind kontraproduktiv, bestimmte Konsequenz zielführend. Der Pitbull sollte frühzeitig auch mit anderen Hunden sozialisiert werden. Aufgrund seiner Kraft und Arbeitsfreude ist er, selbst aus seriöser Quelle stammend, kein Hund für Anfänger. Auch hundeerfahrene Halter sollten mit ihm bewusst arbeiten und am besten eine geeignete Hundeschule besuchen. Gut erzogen hört er nicht nur aufs Wort, er liest Herrchen und Frauchen die Wünsche von den Augen ab.

Pflege und Gesundheit

Der American Pitbull Terrier ist absolut pflegeleicht. Hie und da bürsten reicht.

Rassetypische Krankheiten

Der American Pitbull Terrier erfreut sich in der Regel einer robusten Gesundheit.

Ernährung/Futter

Der American Pitbull Terrier stellt keine besonderen Anforderungen an seine Ernährung.

Lebenserwartung

Aufgrund seiner weniger an Äußerlichkeiten vielmehr an Fitness und Wesen orientierten Zucht erfreut sich der American Pitbull Terrier erfahrungsgemäß einer bis ins hohe Alter guten Konstitution und relativ langen Lebenserwartung von etwa 12 Jahren.

American Pitbull Terrier kaufen

Wer sich einen American Pitbull Terrier anschaffen will, sollte bedenken, dass es sich um einen so genannten Listenhund handelt. Dein ganzes Leben muss auf die damit einhergehenden Restriktionen durch Staat und Gesellschaft eingestellt sein. Da es beim Pitbull im Grunde keine seriöse Zuchtszene gibt, solltest du dich eher nach einem „American Staffordshire Terrier“ oder „Staffordshire Bullterrier“ umschauen. Informiere dich bei Züchtern, die einem der drei VDH-Vereinen für diese Hunde angeschlossen ist. Noch besser wäre es, sich einem der vielen Pitbulls in Not anzunehmen. Es gibt derer viele in Tierheimen oder bei einer der zahlreichen Nothilfe-Initiativen. Lass dich hier beraten bei der Auswahl deines Hundes.

 


Christoph JungChristoph Jung Seit seiner Kindheit gehören Hunde zu den besten Freunden des Hundeforschers. Die Beziehung Mensch – Hund ist für ihn ein faszinierendes Thema, das ihn täglich beschäftigt und für das er sich auch öffentlich engagiert. Aus seiner täglichen Forschung entstand das Buch „Tierisch beste Freunde“. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


Hilf uns, unseren Service weiter zu verbessern. War dieser Artikel hilfreich für dich?

Kommentare, Fragen und Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.