Labradoodle im Rasseportrait

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Labradoodle

Steckbrief

Familienhunde
Herkunft Australien, USA Lebenserwartung 12 und mehr Jahre
FCI-Standard FCI Gruppe 1: Hütehunde und Treibhunde Funktion Familienhunde
Größe Mittelgroße Hunderassen Häufige Krankheiten in der Regel gut
Gewicht 20 - 40 KG Felllänge meist mittellang und gekräuselt
Charakter/Wesen gelehrig, freundlich, arbeitsam Fellfarbe einfarbig, oft schwarz oder hellbraun
Besonderheiten

Designer-Dog

Rassenmerkmale und Erscheinungsbild

Wie sieht ein Labradoodle aus?

Der Labradoodle ist ein mittelgroßer Hund. Sein Äußeres ist elegant ohne irgendwelche Übertreibungen. Er ist von seiner Definition her der Mix eines reinrassigen Labrador Retrievers mit einem reinrassigen Standard-Pudel. Sein Fell repräsentiert die beiden Ausgangsrassen. Meist ist es eine Mischung aus dem mittellangen, eher glatten Haar des Labrador Retrievers und dem lockigen des Pudels – wobei die Locken dominieren. Oft zeigen diese Hunde jedoch ein sehr breites Spektrum im Verhalten wie im Aussehen. Warum, erklären wir weiter unten. Dem Labradoodle wird immer wieder zugeschrieben, ein Hund für Allergiker zu sein. Das wird mit dem Pudel in seinem Blut respektive seinen Haaren erklärt. Pudel haaren tatsächlich weniger als andere Hunde, da sie keinen Wechsel zwischen Sommer- und Winterfell haben. Es ist allerdings schon fraglich, warum sich genau diese Eigenschaft beim Mischling durchsetzen soll, wo nicht einmal dessen Fellbeschaffenheit vorhersagbar ist. Es gibt zudem keinen belastbaren Beleg für die angebliche Allergikertauglichkeit des Labradoodles. Eine wissenschaftliche Untersuchung hat sogar ausdrücklich nachgewiesen, dass sich die Allergen-Menge im Fell eines Labradoodles nicht von der im Fell anderer Hunde unterscheidet. Dasselbe gilt übrigens für den Pudel auch – nur weiß man dort wenigstens sicher, dass er weniger haart.

Wie groß ist ein Labradoodle?

Der Labradoodle hat eine Widerristhöhe von 35 bis 63 Zentimetern (laut der Australien Labradoodle Association of Amerika) bei einem Gewicht zwischen 20 und 40 Kilogramm. Einen offiziellen Standard gibt es nicht.

Wie alt wird ein Labradoodle?

Ein Labradoodle aus gesunden Ausgangslinien kann theoretisch durchaus das für seine Größe sehr hohe Alter von 15 Jahren bei guter Fitness erreichen.

Wesenszüge und Charaktereigenschaften

Welche Eigenschaften hat ein Labradoodle?

Der Charakter und das Wesen eines Labradoodles im Voraus zu bestimmen ist nur eingeschränkt möglich. Anders als bei gefestigten Hunderassen, ist die Streuung extrem groß. Es hat ein wenig von genetischem Roulette zumindest bei den Generationen, die selbst von Labradoodle abstammen. In aller Regel sind sie aber sehr gute Familienhunde, sehr gelehrig und kinderfreundlich. Hier überschneidet sich das Wesen der Eltern sehr positiv verstärkend. Ebenso wahrscheinlich hat ein Labradoodle eine hohe Intelligenz und Leistungsfähigkeit. Seine Ahnen waren beide auf die Wasserjagd spezialisierte Jagdhunde sowie als Arbeitshunde Allrounder. Der Labradoodle will und braucht daher sehr wahrscheinlich anspruchsvolle Beschäftigung. Dann wird er auch ein guter Familienhund. Der intelligente Vierbeiner hat möglicherweise eine überdurchschnittliche Lernfähigkeit und zugleich hohe soziale Kompetenz. Der Labradoodle ist bewegungsfreudig und sucht die geistige Herausforderung. Er will und braucht sehr wahrscheinlich die Aktivität mit seinen Menschen. Das Wesen ist bei einem gesund gezüchteten Rassehund besser einzuschätzen. Und es sollte für jeden Geschmack etwas dabei sein: Bei mehr als 360 anerkannten und meist über vielen Generation mit den Menschen arbeitenden Hunderassen haben sich typische, konkrete Kombinationen im Wesen verankert. Diese lassen das Wesen des konkreten Welpen voraussagen. Das ist bei einem Designer-Dog, insbesondere bei F2-x-Generationen, nur noch eingeschränkt möglich. Deshalb müssen wir bei der Beschreibung des Labradoodles sehr oft mit der Einschränkung „wahrscheinlich“ argumentieren.

Herkunft & Geschichte

Wo kommt der Labradoodle ursprünglich her?

Der Labradoodle ist von seiner theoretischen Konzeption her die Kreuzung eines reinrassigen Labrador Retriever mit einem reinrassigen Standard-Pudel. Der erste Teil seines Namens stammt vom Labrador Retriever, der zweite Teil vom „Poodle“. Beide Hunderassen passen zusammen. Sie haben eine ähnliche Größe, einen ähnlichen Körperbau und insbesondere ein Wesen, mit dem man sich in einem gemeinsamen Körper arrangieren kann. Retriever sind ursprünglich Jagdhunde für das Apportieren und die Wasserarbeit. Auch der Pudel stammt letztlich von Hunden ab, die für den Menschen im und am Wasser arbeiteten. Warum nun die gezielte Kreuzung der beiden? Der Australierer Wally Conrons, Zuchtleiter der Royal Guide Dog Association, suchte in den 1980er Jahren einen Hund, der als Blindenführhund taugte und das speziell für Leute, die allergisch auf Hundehaare reagieren. Retriever sind hervorragende Assistenzhunde. Pudel gelten als allergikerfreundlich und extrem lehrreich. So kam Conrons die Idee, einen Labrador Retriever mit einem Pudel zu kreuzen, um aus beiden das Beste zu gewinnen. Ein neuer Hund wurde geboren. Doch außer dem von ihm betreuten blinden Paar auf Hawaii war niemand an seinem Mischling interessiert – zunächst. Erst nachdem Conron ihn medienwirksam zum „Labradoodle“ taufte, wurde er schlagartig bekannt. Besonders in den USA war das Interesse gewaltig. Überall sprossen nun solche Mischlinge hervor. Man nannte sie „Designer-Dogs“. Sie wurden eine regelrechte Modewelle. Online-Datenbanken entstanden, wo sich Leute aus allen möglichen Ausgangsrassen ihren Mischling per Maus-Click designen und gleich online bestellen können. Von der Definition her soll ein Labradoodle direkt aus einer Kreuzung der beiden Ausgangsrassen hervorgehen. Jedoch hat sich dieser Hund inzwischen zu einer Art neuen Rasse entwickelt. Viele Züchter der Labradoodle arbeiten mit schon „gemixten“, also so genannten F2 bis Fx-Generationen. Das macht das Ergebnis hinsichtlich Wesen und Aussehen nicht vorhersagbar. Zumal immer wieder weitere Rassen (undokumentiert) eingemixt werden, was sich nicht zuletzt in dem breiten Spektrum seiner Größen und Gewichte äußert. Ein internationales Team um die Genetikerin Elaine Ostrander hat 2020 eine Studie zur Genetik der als „Labradoodle“ vermarkteten Hunde veröffentlicht. Es zeigte sich, dass inzwischen neben Labrador und Pudel auch verschiedenen Spanielrassen und weitere Hunde eingekreuzt worden sind. Verschiedene Pudelvarianten stellen heute genetisch den Hauptteil. Die ganze Szene ist völlig undurchsichtig. Offizielle Regeln oder Standards existieren nicht. Heute bereut Wally Conrons seine Idee. Er ist schockiert, wie schnell sich skrupellose Geschäftemacher der Sache angenommen haben und „alle möglichen Rassen auf das wuschelige Tier loslassen und so Designerhündchen heranzüchten – alles ohne Rücksicht auf die Gesundheit dieser neuartigen Kreaturen, wie Conron anmahnt: Mittlerweile gebe es neben Labrador-Retriever-Pudel, sogenannten Labradoodles, auch Cockapoos (Cocker Spaniel und Pudel) und sogar Shih-poos (Shih Tzu und Pudel). Neulich habe Conron außerdem von einer Rottweiler-Pudel-Kreuzung gehört. „Wer macht denn so was?“ fragt sich Erfinder Wally Conrons.“ So berichtet es der Spiegel im August 2014. Die Züchter versprechen immer, dass ihre Hunde „nur die besten Eigenschaften von beiden Elternteilen erben“ würden. Das ist schlicht ein Marketingargument. Mit exakt derselben Wahrscheinlichkeit kann es genau umgekehrt sein. Der Labradoodle kann sicherlich ein guter Hund sein – aber kaum besser als ein Labrador oder ein Pudel. Und was die Allergikertauglichkeit angeht, so geht es im Zweifelsfall immer noch besser mit einem originalen Pudel. Stellt sich die Frage: warum neue Rassen? Soll man den mehr als 360 anerkannten Hunderassen nun noch weitere hinzufügen? Designer-Dogs wie der Labradoodle werden von keinem der Welthundeverbände anerkannt.

Beliebte Mixe

Der originale Labradoodle ist selber ein Mix aus einem reinrassigen Pudel und einem reinrassigen Labrador Retriever.

Pflege, Gesundheit und Krankheiten

Wie viel Pflege braucht ein Labradoodle?

Der Labradoodle braucht regelmäßige Pflege seines Fells. Oft muss es getrimmt werden, ein Erbe des Pudels. Es kommt ein wenig darauf an, wie es beschaffen ist, aber hie und da bürsten sollte zwischen dem Trimmen reichen. Ansonsten ist der Labradoodle pflegeleicht.

Gibt es beim Labradoodle rassetypische Krankheiten?

Daten über typische Krankheiten eines Labradoodle sind nicht bekannt. Es gibt auch keine Daten, wie sich etwa Anlagen für real vorhandene Erbkrankheiten aus einerseits der Labrador Retriever-Population und andererseits der Pudel-Population im Kreuzungsprodukt verhalten. Theoretisch ist eine robuste Gesundheit zu erwarten.

Welches Futter ist für einen Labradoodle am besten?

Der Labradoodle stellt keine besonderen Ansprüche an seine Ernährung. Natürlich ist hochwertiges Futter gut für seine Gesundheit und er schmeckt es auch dankend heraus. Wie die meisten Hunde mag er gerne auch mal einen fleischigen Rinderknochen und frisches Fleisch. Der Labradoodle eignet sich ebenso zum Barfen.

Aktivitäten

Nicht wenige Labradoodle bewähren sich ganz hervorragend als Assistenz- und Arbeitshunde. Du wirst in ihnen mit einer hohen Wahrscheinlichkeit einen tollen Partner für alle möglichen Hundesportarten finden.

Überlegungen vor der Anschaffung

Wo kann man einen Labradoodle kaufen?

Willst Du dein Leben mit einem Labradoodle teilen, solltest Du dich lange vor der Anschaffung nach einem seriösen Züchter umschauen und hier Kontakte knüpfen. Ideal ist, wenn Du einen originalen Mix aus einem reinrassigen Pudel und einem reinrassigen Labrador Retriever bekommst. Der Züchter sollte Eltern und deren Wurf per Foto gut dokumentiert haben. Du solltest Dir den Wurf zusammen mit der Mutterhündin (und idealerweise dem Vater), nach Absprache, vor Ort anschauen können. Bitte kaufe keinen Labradoodle übers Internet, da dort das Risiko sehr groß ist, dass der Welpe von einem – in aller Regel gut getarntem – Hundehändler oder Vermehrer kommt. Dieses Risiko ist bei „Designer-Dogs“ noch weit größer als bei Rassehunden.

Erziehung und Haltung

Passt ein Labradoodle zu mir?

Der Labradoodle ist im Großen und Ganzen problemlos in der Haltung. Er braucht die enge Bindung zu seinen Menschen. Wichtig ist, dass du diesen Hund geistig forderst. Beide Ahnen haben einen starken Drang, für und mit ihren Menschen zu arbeiten. Er macht sich wahrscheinlich gut im Hundesport und es spricht einiges dafür, dass er selbst professionellen Herausforderungen, etwa in der Rettungsarbeit, gewachsen ist. Auch braucht er reichlich Bewegung am besten in der freien Natur. Er apportiert immer noch gerne und ist noch Wasserhund geblieben. Gerne geht er also ins Wasser. Individuell ist das sehr unterschiedlich. Zu deinen Ausflügen nimmst du ihn im Auto am besten in einer Transportbox mit. Auf sein fehlendes Haaren und seine angebliche Tauglichkeit für Allergiker solltest du nicht ungeprüft setzen. Hierzu gibt es bisher keine belastbaren wissenschaftlichen Nachweise. Die Erziehung eines Labradoodle ist in aller Regel problemlos. Beide Ausgangsrassen sind ausgesprochen gelehrig und bereit, für ihre Menschen zu arbeiten. Der Labradoodle wird sich daher gut erziehen und darüber hinaus ausbilden lassen. Der Labradoodle hat ein offenes Wesen, das seine Absichten leicht erkennen lässt. Er lässt sich gut führen. Er will auch von Herrchen und Frauchen geführt werden und ist ein dankbarer Partner in der Erziehung. Er macht sich sehr gut als Familienhund.

Interessantes, Wissenswertes & Extras

Der Labradoodle ist der erste Hund der so genannten „Designer-Dogs“. Er ist in der Regel sehr gelehrig, menschenfreundlich und arbeitswillig.


Christoph JungChristoph Jung Seit seiner Kindheit gehören Hunde zu den besten Freunden des Hundeforschers. Die Beziehung Mensch – Hund ist für ihn ein faszinierendes Thema, das ihn täglich beschäftigt und für das er sich auch öffentlich engagiert. Aus seiner täglichen Forschung entstand das Buch „Tierisch beste Freunde“. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


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