Bayerischer Gebirgsschweißhund im Rasseportrait

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Bayerischer Gebirgsschweißhund

Bayerischer Gebirgsschweißhund

Jagdhunde
Herkunft Deutschland Lebenserwartung ca. 12 Jahre
FCI-Standard FCI Gruppe 6: Laufhunde, Schweisshunde und verwandte Rassen Funktion Jagdhunde
Größe Mittelgroße Hunderassen Häufige Krankheiten keine
Gewicht 17-30 kg Felllänge kurz
Charakter/Wesen ruhig, ausgeglichen, anhänglich, mutig Fellfarbe rot, braun
Besonderheiten

keine

Herkunft und Rassegeschichte

Der Bayerische Gebirgsschweißhund ist ein mittelgroßer Jagdhund. Er ist ein hochentwickelter Spezialist, doch zugleich vielseitig in der Jagd einsetzbar. Die Fährtenarbeit ist sein Spezialgebiet. Er meistert das Suchen und Hetzen und vor allem die Nachsuche. Bei der Nachsuche verfolgt er die Wundfährte des angeschossenen Wildes. Eine schnelle und zielsichere Arbeit des Hundes ist dabei entscheidend, um das Leid der Beute zu vermindern. Der Bayerische Gebirgsschweißhund geht auf uralte Hunderassen zurück. Die Schweißhunde werden auch „Bracken“ genannt. Für die Jagd, die für unsere Vorfahren über tausende von Jahren hinweg eine wichtige Lebensgrundlage war, waren Hunde mit einer besonders guten Nase und einem intelligenten Spürsinn von hoher Bedeutung. Auch für die Jagd auf Verbrecher wurden Schweißhunde gebraucht.

Den Germanen war ein guter Schweißhund mehr wert als ein Pferd. Das bezeugt ein über 1000 Jahre alter Gesetzestext, die Lex Baiuwariorum. Eine Urkunde aus dem Jahr 1459 bezeugt später die Schenkung von Bracken an das Kloster Tegrinsee (heute Tegernsee) durch einen Graf Kaspar Törring. Der Graf züchtete Bracken schon damals systematisch nach Zuchtbuch. Der heutige Bayerische Gebirgsschweißhund schließlich stammt auch von diesen Bracken ab. 1870 züchtete man zudem den Hannoverschen Schweißhund ein. Dadurch entstand ein moderner, vielseitiger Helfer für den Förster und Jäger. Die Hunde mussten sich durch höchste jagdliche Leistungen auszeichnen. Zugleich mussten sie mit den harten Bedingungen des Gebirges zurecht kommen. Ihnen durften deshalb scharfe Steine ebenso wenig ausmachen wie Unwetter, Schnee oder die hohen Anforderungen an ihre Fähigkeit zu klettern. 1883 fand die erste offizielle Ausstellung des Bayerischen Gebirgsschweißhundes statt. 1912 entstand der Klub für Bayerische Gebirgsschweißhunde, der diese Hunde seither sehr erfolgreich betreut.

Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete man dem genetischen Flaschenhals entgegen, indem man Tiroler Bracken einkreuzte. Die Rasse ist zwar sehr selten, aber in ganz Deutschland verbreitet. Seine Zucht wird sehr verantwortungsvoll organisiert. Zur Vermeidung von „Elite- oder Championzucht“ wird die Zahl der Nachkommen eines Zuchttieres auf 18 bis 20 beschränkt. Umgekehrt soll aus jedem gezüchteten Wurf mindestens ein Tier wieder in die Zucht aufgenommen werden, wenn es keine Anzeichen für Erbkrankheiten gibt. Darüber hinaus darf sowieso nur mit Hunden gezüchtet werden, die die vielen Leistungsprüfungen gemeistert haben. Die Zucht des Bayerischen Gebirgsschweißhundes steht als Vorbild, als Blaupause, wie man gesunde und wesensstarke Rassehunde züchten kann – und das sogar bei einer zahlenmäßig sehr kleinen Population. Gezüchtet werden pro Jahr etwa 10 bis 12 Würfe mit 60 bis 80 Welpen. Diese gehen fast nur in professionelle Hände von Förstern und Berufsjägern.

Beschreibung

Der Bayerische Gebirgsschweißhund ist ein kräftiger, mittelgroßer Hund mit etwa 44 bis 52 cm Widerristhöhe und einem Gewicht von 17 bis 30 kg. Rüden sind allerdings größer und schwerer als Hündinnen. Für seine Größe hat er eher kurze Läufe. Der Standard beschreibt seine Erscheinung so:

Ein insgesamt harmonischer, leichterer, sehr beweglicher und  muskulöser, mittelgroßer Hund. Der Körper ist etwas länger als hoch, hinten etwas überhöht; steht auf nicht zu hohen Läufen.  Der Kopf wird waagerecht oder etwas aufgerichtet, die Rute waagerecht oder schräg abwärts getragen.

Sein Haarkleid soll dicht, glatt anliegend, mäßig rau, mit wenig Glanz sein. Als Farben fordert der Standard: „

  • Tiefrot
  • hirschrot
  • rotbraun
  • rotgelb
  • fahlgelb bis semmelfarben
  • rotgrau, wie das Winterhaar des Rotwildes
  • auch geflammt oder dunkel gestichelt

Auf dem Rücken ist die Grundfarbe meist intensiver. Fang und Behang dunkel. Rute meistens dunkel gestichelt. Kleiner, heller Brustfleck (Brackenstern) ist zulässig.“ Der Sinn ist: Die Farben sollen den Hund bei seiner jagdlichen Arbeit tarnen und nicht verraten, etwa durch große weiße Abzeichen.

Charakter und Wesen

Bayerischer GebirgsschweißhundDer Bayerische Gebirgsschweißhund ist ein Vollblut-Jagdhund mit hellwachen Sinnen, aber ohne Nervosität. Solange er keine Fährte in der Nase hat, besticht er durch ein bedächtiges, ruhiges, äußerst sanftes Wesen, das für uns Menschen Entschleunigung pur ausstrahlt. Der offizielle Standard beschreibt sein Wesen wie folgt: „Ruhig und ausgeglichen; anhänglich gegenüber seinem Besitzer, zurückhaltend gegenüber Fremden. Gefordert wird ein in sich gefestigter, selbstsicherer, unerschrockener und leichtführiger Hund, der weder scheu noch aggressiv ist.“

Der Bayerische Gebirgsschweißhund ist ein hoch leistungsfähiger Arbeitshund, der seinen Aufgaben gewissenhaft und mit größtem Engagement nachkommt. Er hat einen starken Spurtrieb und ist Meister der Nachsuche. Zusammen mit ihm die Natur zu erkunden, ist daher ein ganz besonderes Erlebnis und Glück. Der professionell geführte Bayerische Gebirgsschweißhund ist zudem ein sehr guter Familienhund mit einem sanftmütigen Wesen.

Haltung

Ein Bayerischer Gebirgsschweißhund ist kein Begleithund für die Stadt oder Spaziergänge in der Natur, selbst wenn diese täglich erfolgen. Er ist kein Hund für die Wohnung, sondern ein professioneller Jagdhelfer, der die Arbeit will und braucht. Ansonsten ist er völlig anspruchslos in seiner Haltung. Idealerweise wohnt er deshalb in einem Haus am Waldrand oder auf dem Land mit Garten. Der Bayerische Gebirgsschweißhund will und kann bei jedem Wetter heraus. Zu den Bedingungen seiner Haltung gibt der Standard Auskunft: „Entsprechend seiner jagdlichen Zweckbestimmung als Spezialist für die Nachsuche auf Schalenwild, muss der Bayerische Gebirgsschweißhund alle von ihm geforderten Anlagen besitzen, um auf der erschwerten Nachsuche leistungsbezogen brauchbar zu sein. Die Brauchbarkeit muss durch entsprechende Leistungsprüfungen belegt sein.“

Erziehung

Der Bayerische Gebirgsschweißhund ist ein sehr freundlicher und lernwilliger Vierbeiner, der es seinem Halter leicht macht, ihn zu erziehen und mit ihm zu arbeiten. Denn er will und braucht diese Führung. Er ist aber kein Hund, der auf Befehle von Herrchen oder Frauchen wartet. Man kann ihn nicht abrichten wohl aber hervorragend ausbilden. Da die Hunde seit vielen Generationen nur dann zur Zucht zugelassen werden wenn sie viele anspruchsvolle Leistungsprüfungen gemeistert haben, ist ihr Leistungsniveau extrem hoch. Das ist zugleich Verpflichtung für die Führung dieses Hundes. Denn er braucht die jagdliche Arbeit, in der er sich wohl fühlt. Sein Element ist die Schweißarbeit. Hier hat er es zu einer absoluten Meisterschaft gebracht, die er auch ausleben will. Das solltest du allerdings beachten, wenn du mit dem Gedanken spielst, als Nicht-Jäger dein Leben mit einem Bayerischen Gebirgsschweißhund teilen zu wollen.

Pflege und Gesundheit

Die Rasse ist sehr pflegeleicht. Hie und da bürsten reicht.

Rassetypische Krankheiten:

Erblich bedingte Krankheiten sind nicht bekannt.

Ernährung/Futter

Der Bayerischer Gebirgsschweißhund ist in seiner Ernährung anspruchslos.

Lebenserwartung

Der Bayerischer Gebirgsschweißhund hat eine Lebenserwartung von etwa 12 Jahren.

Bayerische Gebirgsschweißhunde kaufen

Suchst du einen Hund dieser Rasse, solltest du dich lange vor der geplanten Anschaffung mit einem Förster oder Züchter in Verbindung setzen, der dem Klub für Bayerische Gebirgsschweißhunde angeschlossen ist. In der Regel werden die Hunde nur von Förstern oder Jägern geführt. Hie und da kann es jedoch sein, dass ein Hund einen anderen Platz sucht. Dann solltest du ihm aber Lebensbedingungen schenken können und wollen, die hier einen Ersatz für seine artgerechte Lebensweise geben können. Ein Welpe dieser Rasse kostet etwa 1500 Euro.

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