American Akita im Rasseportrait

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American Akita

Steckbrief American Akita

Familienhunde
Herkunft USA Lebenserwartung 11-13 Jahre
FCI-Standard FCI Gruppe 5: Spitze und Hunde vom Urtyp Funktion Familienhunde
Größe Große Hunderassen Häufige Krankheiten Hüftdysplasie
Gewicht 30-40 kg Felllänge kurz
Charakter/Wesen freundlich, aufmerksam, bedächtig, eigenwillig, treu Fellfarbe verschieden
Besonderheiten

Riecht wenig
Einmannhund

Herkunft und Rassegeschichte

Der Akita ist eine uralte japanische Hunderasse. Der Amerikanische oder American Akita ist hieraus als inzwischen eigenständige und offizielle Variante des Japanischen Hundes erwachsen. Sie wurde infolge des Zweiten Weltkrieges in den USA herausgezüchtet. Der ursprüngliche Name Akita stammt von der gleichnamigen Präfektur im Nordwesten Japans. In dieser liegt die Stadt Odate, die noch heute in Japan als Hundestadt gilt. Der originale Akita Inu ist eine der größten der von der FCI anerkannten japanischen Hunderassen.

Der Akita war ein im Norden der japanischen Insel Honshu verbreiteter Arbeitshund. Er diente als Wachhund und zuweilen als Zughund. Seit Urzeiten wurde der Akita Inu auch als Jagdhund verwendet. Bei der Jagd auf den Kragenbären soll sich diese Rasse besonders bewährt haben. Später soll er zudem der Hund der Samurai gewesen sein. Auch wurde er für Hundekämpfe missbraucht. Der Akita war um 1900 beinahe ausgestorben. 1930 begannen dann jedoch die Bemühungen, diese Hunderasse zu erhalten. Die Japaner schätzen ihre Hunde. Somit wurde 1931 der Akita als Nationales Naturdenkmal anerkannt. Er war die erste der sieben japanischen Hunderassen, die so geehrt wurde. Das schützte ihn allerdings nicht davor, im Zweiten Weltkrieg als Lieferant für Felle zur Herstellung von Militärkleidung missbraucht zu werden. Seine Zahl nahm dadurch rapide ab. Um den Akita zu retten, wurden andere Hunde eingekreuzt und verschiedene Linien etabliert.

Bereits 1933 wurde der erste Akita-Club der USA gegründet, der schnell eigene Wege ging. Kynologen wie Hans Räber vermuten, dass in den USA unter anderem Mastiff und Deutscher Schäferhund eingekreuzt wurden. Welche Hunde tatsächlich in der Zucht der amerikanischen Variante eingesetzt wurden, wird die moderne Genetik sicher bald herausfinden. Schließlich kam es zu einer Spaltung der Zucht. Denn die Japaner erkannten die US-Zuchten nicht mehr an. Der Standard des FCI orientierte sich zunächst gezielt am originalen, japanischen Typ des Akita. 1999 wurde der American Akita dann als neue eigenständige Rasse von der FCI anerkannt. Beide Akita-Rassen werden vom Akita Club e.V. im VDH betreut. In Deutschland fallen rund 100 American Akita Welpen im Jahr, beim japanischen Original sind es etwa doppelt so viele. Heute stellt dieser Hund, ob japanisch oder amerikanisch, eine unverwechselbare, einzigartige, stolze Hunderasse dar, die kein Hundefreund missen will.

Beschreibung

Der American Akita ist ein sehr kräftiger, großer Hund mit ruhiger, würdevoller Ausstrahlung. Er hat eine Widerristhöhe von 61 bis 71 cm. Rüden sind dabei deutlich größer als Hündinnen. Ein Gewicht schreibt der Standard allerdings nicht vor. Er hat einen ausgewogenen Körperbau ohne Übertreibungen, der aber bulliger wirkt als der des japanischen Akita. Zudem ist der American etwas größer. Sein Kopf ist ebenso etwas bulliger aber immer noch markant und einzigartig. Der offizielle Standard sieht den Amerikanischen Akita so:

Großer, kräftiger, harmonisch gebauter Hund, mit viel Substanz und von schwerem Knochenbau. Der breite Kopf in Form eines stumpfen Dreiecks, der tiefe Fang, die eher kleinen Augen und die Stehohren, welche die Oberlinie des Halses fast verlängernd nach vorne geneigt getragen werden, sind charakteristisch für die Rasse.

Besonders markant sind die immer aufmerksam nach vorne gespitzten Ohren. Insgesamt scheint der Hund verschmitzt zu lächeln. Sein Fell ist dicht. Es wirkt dabei fast plüschig und scheint zum Kuscheln einzuladen. Alle Farben wie rot, falbfarben, weiß usw. sind zulässig, inklusive gestromt und gescheckt. Zuweilen haben die American eine schwarze Maske, die bei den japanischen jedoch unerwünscht ist. Die Unterwolle kann andersfarbig sein als das Deckhaar. Der Akita ist robust und fordert bereits von weitem Respekt ein. Die Rute trägt er meist hochgerollt über dem Rücken.

Charakter und Wesen

Amerikanischer Akita im RasseportraitDer American Akita ist wie der japanische Akita ein eigenständiger, sehr selbstbewusster Hund. Er ist nicht unterwürfig. Fremden gegenüber ist er gleichgültig aber freundlich. Er entwickelt eine starke Bindung zu seinem Menschen. Er ist vom Typ des „Einmannhundes“ wie ihn Nobelpreisträger Konrad Lorenz beschrieb. Ihre Anerkennung müssen sich Herrchen oder Frauchen erst erarbeiten. Dann aber ist der intelligente Hund ein ausgesprochen treuer, kooperativer und zuvorkommender Partner. Der Standard beschreibt diesen Hund als freundlich, aufmerksam, aufnahmefähig, folgsam und mutig.

Ein Akita bleibt bedächtig und das selbst in hektischen Situationen. Er strahlt dabei Ruhe und Erhabenheit aus und zugleich Wildheit. In vielen Akitas ist der alte Jagdhund noch lebendig. Man mag in ihm auch noch viele Züge der Urhunde entdecken. Als legendär gilt zudem die Treue dieser Hunde. Der berühmteste japanische Akita ist „Hachiko“. Hachiko holte sein Herrchen, einen Musikprofessor, jeden Tag nach der Arbeit vom Tokioter Bahnhof Shibuya ab. Als sein Herrchen starb, suchte Hachiko weiterhin jeden Tag, ihn am Bahnhof begrüßen zu dürfen. Selbst neun Jahre nach dem Tod seines Herrchens wartete Hachiko Tag für Tag auf seinen geliebten Menschen – bis zu seinem eigenen Tod. 1934 wurde ihm zu Ehren eine Bronzestatue an der Westseite des Bahnhofs errichtet. 2009 wurde ihm zudem mit dem Film „Hachiko – Eine wunderbare Freundschaft“ ein weiteres Denkmal gesetzt.

Haltung

Die Haltung eines American Akita ist für fachkundige Herrchen oder Frauchen problemlos. Allerdings muss man das Wesen dieses Hundes gut kennen, ihn konsequent erziehen und führen. Der Akita braucht eine hohe Individualdistanz. Denn er ist selbstbewusst und zugleich kräftig. Akitas sind keine Everybody’s-Darlings und sie zeigen keinen ausgeprägten „Will-to-please“. Andere Hunde interessieren sie kaum. Und wenn doch, dann eher mit der Absicht, sie dominieren zu wollen, was besonders bei Rüden ausgeprägt ist. Der Jagdtrieb ist bei den meisten Akitas noch lebendig. All das kann bei mangelnder Erziehung dazu führen, dass die Gassi-Runde schnell stressig wird. Auch bei gut erzogenen Hunden kann es je nach der Persönlichkeit des Tieres trotzdem nötig sein, ihn an der Leine zu lassen.

Der Akita kommt sehr gut mit Kindern klar. Allerdings sollte man ihn nicht ohne Aufsicht mit Kindern alleine lassen. Denn seiner Familie gegenüber entwickelt der Akita gerne einen starken Schutztrieb, den man auf keinen Fall unkontrolliert lassen sollte. Der Halter muss deshalb die Führung in der Hand haben und alleine er muss bestimmen, was wann und wie „verteidigt“ werden soll. Aktias sind gute Wachhunde, die gerne einmal anschlagen. Die Hunde riechen dafür kaum und ihr Fell ist viel pflegeleichter als bei anderen Hunden. Er haart wenig und wenn doch, so lassen sich die Haare des Akitas recht leicht aus der Kleidung, von Möbeln oder aus dem Auto entfernen.

Erziehung

Die Erziehung des American Akita erfordert viel Hundeverstand und vor allem Respekt vor seiner Persönlichkeit. Der Akita ist eigenwillig und kein Diener, der nur darauf wartet, Befehle seines Halters befolgen zu dürfen. Deshalb muss man ihn mit einfühlsamer Hand führen. Trotzdem müssen klare Grenzen gesetzt und stringent eingehalten werden. Man kann ihn nicht zwingen, sondern man muss ihn überzeugen. Härte oder stures Wiederholen von Befehlen bewirken nur das Gegenteil: Der Akita stumpft ab und folgt seinem eigenen Willen.

Seine ausgeprägte Selbstständigkeit und sein natürliches Selbstvertrauen erfordern viel Geduld und Erfahrung in der Hundeeerziehung. Die Rasse, ob nun japanisch oder amerikanisch, ist für Anfänger nicht geeignet. Man muss die Eigenwilligkeit des Akitas nicht nur akzeptieren, vielmehr regelrecht schätzen, um mit ihm glücklich zu werden. Ist ein solch harmonisches Verhältnis erst einmal entstanden und die Führungsfrage geklärt, so schenkt der Hund eine wunderbare, einzigartige, immer interessante Bereicherung des Lebens sowie eine besondere Brücke zur Natur.

Pflege und Gesundheit

Das Fell aller Akita ist schmutz- und wasserabweisendend und daher sehr pflegeleicht. Die Unterwolle verliert er zweimal im Jahr. In der Zeit des Fellwechsels stellt häufiges Kämmen eine zwingende Pflicht dar. Der Akita verliert dabei etliche Haare. Das dauert jeweils etwa 2 bis 4 Wochen.

Rassetypische Krankheiten

Beim American Akita ist die Neigung zu einigen Krankheiten bekannt, die in der seriösen Zucht jedoch erfolgreich bekämpft werden.

Ernährung

Der American Akita braucht eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung.

Lebenserwartung

American Akita aus seriöser Zucht sollten etwa 12 Jahre alt werden können.

American Akita kaufen

Willst du einem American Akita Welpen ein neues Zuhause geben, so solltest du dich vor Ort bei einem Züchter, der dem Akita Club im VDH angeschlossenen ist, erkundigen. Es gibt im Internet ein großes Angebot an Welpen aus zwielichtigen Quellen. Aus Tierschutzgründen sollte man hiervon Abstand nehmen, auch wenn die Preise auf den ersten Blick verlockend scheinen. Welpen aus seriöser Zucht kosten ca. 1.200 Euro


Christoph JungChristoph Jung Seit seiner Kindheit gehören Hunde zu den besten Freunden des Hundeforschers. Die Beziehung Mensch – Hund ist für ihn ein faszinierendes Thema, das ihn täglich beschäftigt und für das er sich auch öffentlich engagiert. Aus seiner täglichen Forschung entstand das Buch „Tierisch beste Freunde“. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


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