Mini Australian Shepherd im Rasseportrait

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Mini Aussie

Steckbrief

Hütehunde
Herkunft USA Lebenserwartung über 12 Jahre bei gesunder Zucht
FCI-Standard FCI Gruppe 1: Hütehunde und Treibhunde Funktion Hütehunde
Größe Mini Hunderassen Häufige Krankheiten
Gewicht keine Vorgaben Felllänge mittellang bis lang
Charakter/Wesen aktiver, intelligenter, lernbegieriger Freund und Arbeitspartner Fellfarbe viele Farben sind erlaubt
Besonderheiten

toller Partner und Freund für Unternehmungen aller Art

Rassenmerkmale und Erscheinungsbild

Wie sieht ein Mini Australian Shepherd aus?

Der Mini Australian Shepherd ist eine Miniaturform des Australian Shepherds. Gerne wird er Aussie genannt. Der Aussie ist ein Hütehund, der im Süden der USA im Laufe der 1950er Jahren entwickelt wurde. Wie das entstand, erfahrt Ihr weiter unten. Der Mini ist sofort als die Miniaturausgabe des Standard Australian Shepherds zu erkennen. Dieser ist ein wohl proportionierter, sehr beweglicher und zugleich kräftiger Hütehund. Er hat ein mittellanges bis langes, gerades bis leicht gewelltes Haarkleid mit dichter Unterwolle. Das Fell ist wetterfest, aber weder zu üppig, noch zu fein. Der Aussie ist kräftig aber nie plump, gleich ob Mini oder Standard. Der Aussie strahlt ein lebendiges und aktives Wesen aus. Und so ist er auch. Man hat das Gefühl, ihm seine Intelligenz und seine scharfen Sinne regelrecht anzusehen. Dieses Gefühl täuscht nicht.

Beim Standard Australian Shepherd ist eine große Palette an Fellfarben erlaubt, darunter leider auch die beliebten aber für die Gesundheit der Hunderasse schädlichen Merle-Farben. Das sind die typischen gescheckten Muster. Der Merle-Gendefekt erzeugt auch die verschiedenfarbigen Augen, genauer das hellblaue bis weiße Auge. Diese sind keineswegs originär rassetypisch. Die arbeitenden Aussie waren die mit dem Pigmentfehler behafteten Augen ein großer Nachteil für ihre Arbeit in der hellen Sonne und wurden aussortiert. Merle ist ein Gendefekt der neben den Farben auch Taubheit und Blindheit erzeugen kann.

Wie groß ist ein Mini Australian Shepherd?

Einen offiziellen Standard für den Mini gibt es bei der für Europa zuständigen FCI nicht. Der American Kennel Club (AKC) hat ihn anerkannt und gibt folgende Maße an: Rüden sollen eine Widerristhöhe von 35 bis 46 Zentimetern haben, Hündinnen sind etwas kleiner. Das heißt, die Minis sollen gut 10 Zentimeter kleiner sein als der Standard. Der AKC sagt ausdrücklich, dass Über- oder Unterschreitungen dieser Größenangaben nicht zulässig sind.

Wie alt wird ein Mini Australian Shepherd?

Der Aussie kann ein hohes Alter erreichen. Die Lebenserwartung eines gesund gezüchteten Mini Australian Shepherd sollte bei gut 12 Jahren liegen.

Wesenszüge und Charaktereigenschaften

Welche Eigenschaften hat ein Mini Australian Shepherd?

Der Australian Shepherd ist intelligent und sehr agil. Er ist immer noch im Kern ein Arbeitshund mit starkem Hüte- und Schutztrieb. Auch wenn gerade der Mini oft als idealer Familienhund angepriesen wird, so ist seine Haltung nicht ganz einfach. Wie alle Hunde, in denen die Aufgaben des Hütens noch lebendig ist, gilt er als äußerst gelehrig und arbeitsfreudig. Er fordert seine Halter und hat einen ausgeprägten „will-to-please“. Trotzdem kann er hier und da durchaus auf seinem eigenen Willen bestehen.

Der Aussie ist ein hervorragender Partner für aktive Menschen gleich ob jung oder alt, ob Single oder Familie. Er ist ein idealer Partner für Hundesport aller Art. Er macht sich auch sehr gut als Familienhund. Das setzt aber voraus, dass Herrchen und Frauchen die eindeutig anerkannte Führung innehaben, und dass der Hund mental und sportlich ausgelastet ist. Der Aussie strahlt eine überzeugende Fröhlichkeit und Lebensfreude aus. Die Qualität eines Mini Australian Shepherds sollte niemals anhand seiner Größe, der Fell- oder gar der Augenfarbe gemessen werden. Das herrliche Wesen ist die besondere Qualität dieser intelligenten Vierbeiner.

Mini Australian Shepherd

Herkunft & Geschichte

Wo kommt der Mini Australian Shepherd ursprünglich her?

Der Mini Australian Shepherd ist eine Miniaturform des Australian Shepherds. Er wurde in den 1950er Jahren ganz im Süden der USA entwickelt. Er hat eine spannende Geschichte. Denn seine eigentlichen Wurzeln liegen in Australien. Zum heutigen Rassehund wurde er erst in Arizona. Vor hunderten von Jahren kamen seine Vorfahren mit den weißen Bauern und deren Schafen nach Australien. Es waren die Schäferhunde der britischen und baskischen Einwanderer, die gekreuzt wurden und einen eigenen Schlag bildeten, der für die extreme Arbeit unter großer Hitze, Trockenheit und zugleich eiskalten Nächten optimiert war. Collies, Border Collies und verschiedene Herdenschutzhunde wie der Pyrenäenberghund zählen zu seinen Ahnen. Schließlich kamen diese hochentwickelten, für die Arbeit in heißem Klima geeigneten Hunde in den Südwesten der USA. Hier bildete sich der eigentliche Australian Shepherd heraus. Mit dem Rückgang der Wanderschäferei in den USA starben diese Hunde dort fast aus. Dann wurden seine Qualitäten für das Show-Geschäft entdeckt. Bekannt wurde der Aussi durch seine bei Rodeo-Veranstaltungen gezeigten Kunststücke. Schnell wurde deutlich, dass es sich hier um einen Hund von außergewöhnlicher Lernfähigkeit und hohem Arbeitseifer handelt. Der Aussi kam in Mode.

Viele seiner Liebhaber wehrten sich lange gegen seine offizielle Anerkennung als Rasse aus Sorge um die gesundheitsschädlichen Folgen der Rassehundezucht. Diese Sorge war nicht unbegründet. Kaum in Mode und als Rasse anerkannt, kümmerte man sich um angeblich rassetypische Fell- und Augenfarben. Dem Modespleen des zahlenden Publikums kam entgegen, dass der Aussi den Merle-Defekt vom Collie geerbt hatte. Merle ist ein Gendefekt, der sichtbar die Scheckung des Fells verursacht und die teils bläulich wirkende Farben hervorbringt. Auch die Augenfärbung wird beeinflusst. Dabei kann es zu unterschiedlichen Farben der Augen kommen, wenn einem Auge die Eumelanin-Pigmente fehlen. Dieser Gendefekt kann mit schwerwiegenden Krankheiten wie Taubheit oder Blindheit gekoppelt sein. Kommt er bei beiden Elternteilen vor, so kann er zum Tode führen und gilt als Qualzucht. Die Zucht mit dem Merlegen belastet die ganze Hunderasse. Leider bewerten die Menschen diese tollen Hunde viel zu sehr nach Fell- und Augenfarben. Der arbeitende Aussie war variantenreich und kam immer schon in großen und kleinen Exemplaren vor. Schließlich begannen geschäftstüchtige Züchter in den USA, aus den kleinen eine eigene Hunderasse zu etablieren. Der Mini Australian Shepherd wurde schließlich 2015 vom American Kennel Club anerkannt. Der internationale Zuchtverband, Fédération Cynologique Internationale, hat ihm bisher eine Anerkennung verweigert

Beliebte Mixe

Durch seine Intelligenz, seine Lernfähigkeit und seinen hohen Arbeitseifer ist der Aussie – Standard wie Mini – ein beliebter Hund für Kreuzungen aller Art.

Pflege, Gesundheit und Krankheiten

Wie viel Pflege braucht ein Mini Australian Shepherd?

Die Pflege eines gesund gezüchteten Mini Australian Shepherds ist anspruchslos. Lediglich das Fell muss regelmäßig gebürstet werden.

Gibt es beim Mini Australian Shepherd rassetypische Krankheiten?

Der Australian Shepherd ist im Kern eine gesunde und robuste Hunderasse. Zum Mini gibt es bisher keine verlässliche Untersuchungen oder Statistiken. Verschiedene in der Population des Aussie verbreiteten Erbkrankheiten wie erblich bedingte Augenkrankheiten oder MDR-1, ein Stoffwechseldefekt, werden in der seriösen Zucht des Standard-Aussies bekämpft. Auf Hunde mit der Fellfarbe Merle und pigmentarmen Augen solltest Du aus Tierschutzgründen verzichten. Du solltest bedenken, dass es bei den Minis – im Gegensatz zum Standard-Aussie – keinerlei Kontrollen oder offizielle Regeln hinsichtlich einer gesunden Zucht gibt.

Welches Futter ist für einen Mini Australian Shepherd am besten?

Der Mini Australian Shepherd ist beim Thema Ernährung in aller Regel unproblematisch. Gerne nimmt er frisches Fleisch und auch Barfen bekommt ihm sehr gut.

Aktivitäten

Wie viel Bewegung braucht ein Mini Australian Shepherd?

Der Australian Shepherd braucht viel Bewegung und anspruchsvolle Aktivität. Seine Herkunft hat ihm eine für Hunde sehr gute Hitzeverträglichkeit mitgegeben. Er ist natürlich hervorragend für Agility, Obedience und Hundesport aller Art geeignet. Ja, er braucht solche Herausforderungen für ein artgerechtes Leben.

Mini Australian ShepherdÜberlegungen vor der Anschaffung

Wo kann man einen Mini Australian Shepherd kaufen?

Wenn du einen Mini Australian Shepherd in dein Leben holen willst, solltest Du regelrecht Lust darauf haben, mit ihm viel zu unternehmen und aktiv zu sein. Und das über viele Jahre hinweg. Dann solltest Du die rechtzeitig vor Ort bei den Züchtern umschauen. Die Testergebnisse auf die relevanten Erbkrankheiten in der Population sollten aktiv vorgelegt werden. Idealerweise sollte es ein Züchter sein, der auf die Zucht mit Merle und anderen Gendefekten verzichtet. Du solltest dich nach der Gesundheit der Elterntiere erkundigen sowie dem erreichten Lebensalter der Ahnen. Keinesfalls solltest du deinen Aussie über das Internet kaufen. Damit unterstützt du nur Vermehrer, die auf Kosten des Wohls der Hunde ihr Geld machen. Gerade beim Mini ist das ein großes Problem. Leider ist seine Zucht in Deutschland recht undurchsichtig.

Mini Australian Shepherd Erziehung und Haltung

Passt ein Mini Australian Shepherd zu mir?

Der Mini Australian Shepherd passt sich flexibel den Lebensgewohnheiten seiner Familie an. Man kann ihn sogar in einer Etagenwohnung halten. Wo auch immer, Du musst dich nur fürsorglich um ihn kümmern und aktiv mit im z.B. auf dem Hundeplatz arbeitet. Ein Haus mit Garten ist natürlich besser. Gerne wird der Aussie zu zweit gehalten, da er sehr an sozialem Kontakt zu Seinesgleichen interessiert ist. Ein Australian Shepherd, ob Mini oder Standard, kommt auch mit anderen Tieren, besonders Pferden, bestens aus. Hast Du Lust, Zeit und die Möglichkeiten mit dem Aussi täglich zu arbeiten, so ist er tatsächlich ein idealer Familienhund und liebenswerter, treuer Partner. Er will eine Aufgabe, sonst sucht er sich seine Aufgabe selbst. Und das sind dann nicht immer die, die uns Menschen gefallen. So kann er die eigene Familie, besonders Kinder oder auch mal ein paar Jogger als seine Herde ansehen, die er nach Art der Hütehunde treiben will. Da geht er nicht immer zimperlich vor. Ein unausgelasteter Aussie lässt seine Frustration auch in destruktiven Aktivitäten aller Art ab. Das ist das A und O im Zusammenleben mit Aussies. Ansonsten ist er anspruchslos, lediglich sein Fell braucht regelmäßige Pflege mit der Bürste. Ein Mini Australian Shepherd lässt sich sehr gut erziehen und darüber hinaus hervorragend ausbilden. Das setzt eine sehr konsequente, fachkundige und hundeerfahrene Hand voraus. Zum anderen kann er nicht ohne Arbeitsaufgaben, ohne mentale und sportliche Herausforderunge geführt werden. Da Zusammenarbeiten muss beiden, Dir wie ihm, ein inneres Bedürfnis sein. Es muss Spaß machen, Herrchen und Frauchen und eben dem Aussie. Er ist in der Regel kein Hund für Anfänger. Der Aussie hat ein schönes, offenes Wesen, will lernen und sich an seinem Herrchen und Frauchen orientieren. Mit seiner Intelligenz und seiner Entschlossenheit fordert er die Erziehungsfähigkeit seiner Menschen zuweilen heraus. Mit Fachkunde, Konsequenz und insbesonders einer liebevollen, verständnisvollen Bindung zwischen Zwei- und Vierbeiner lassen sich solche Herausforderungen sehr gut meistern. Bei aller notwendigen Konsequenz und Führung: Dieser sehr intelligente, feinfühlige Hund braucht eine verständnisvolle, mit Liebe führende Hand. Grundlage jeder Erziehung ist enge gegenseitige Bindung. Härte oder Kasernenhofstil sind selbstverständlich vollkommen kontraproduktiv. Auf Basis einer solchen respekt- und vertrauensvollen Beziehung kann eine sehr innige Bindung wachsen, die von einem tiefen gegenseitigem Verständnis und Vertrauen geprägt ist. Denn der Mini Australian Shepherd ist ein besonders auf den Menschen orientierter Hund.

Interessantes, Wissenswertes & Extras

Auch wenn der Name eine Abstammung aus Australien vermuten lässt, wurde er im Süden der USA geformt. Es ist ein weitverbreitetes Gerücht, dass die Fellfarbe Merle und pigmentarme, hellblaue Augen typisch für ihn seien. Diese Merkmale sind lediglich dem Marketing der Rasselobby entsprungen. Die originalen Aussies hatten ganz normale Augen, da die hellen Augen Sonne schlecht vertragen.

 


Christoph JungChristoph Jung Seit seiner Kindheit gehören Hunde zu den besten Freunden des Hundeforschers. Die Beziehung Mensch – Hund ist für ihn ein faszinierendes Thema, das ihn täglich beschäftigt und für das er sich auch öffentlich engagiert. Aus seiner täglichen Forschung entstand das Buch „Tierisch beste Freunde“. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


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