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Germanischer Bärenhund im Rasseportrait

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Germanischer BärenhundHerkunft und Rassegeschichte

Der Germanischer Bärenhund ist ein, wie sein Name schon andeutet, sehr großer, kräftiger Hund. Soweit bekannt entstand er um 1990 aus Verpaarungen von Bernhardinern mit einem nicht näher bezeichneten weißen Hirtenhund. Herausgekommen sind zottige Großhunde, die an einen großen Leonberger erinnern. Angeblich sollen die Hunde die „Wiedergeburt“ eines Bärenhundes der Germanen zur Zeit der Völkerwanderung sein. Diese Legende gibt den Hunden ein stimmungsvolles Ambiente, hat jedoch keinerlei historischen oder gar zoologischen Hintergrund. Die Germanen wie die anderen Völker Mitteleuropas vor und neben ihnen züchteten tatsächlich Hunde.

Diese hatten einen hohen sozialen Stellenwert, was durch zahlreiche Hundegräber oder gemeinsame Gräber von Mensch und Hund aus vorgeschichtlicher Zeit belegt ist. In mehreren der schriftlich niedergelegten Gesetzeswerke der späten Germanen werden verschiedene Hunderassen im Einzelnen dokumentiert. Das in der Zeit des 6. bis 8. Jahrhunderts entstandene Lex Bajuvariorum widmet einen ganzen von 22 Paragrafen speziell dem Hund. Hier werden nicht weniger als elf Hunderassen mit ihren Aufgaben genau beschrieben. Ein Bärenhund ist nicht darunter. Um den Erstzüchter des Germanischen Bärenhundes, Carsten Kieback aus Brandenburg, hat sich 1995 der „Erstzüchterverein Germanische Bärenhunde e.V.“ gegründet, der einen Standard für diese Hunde entworfen hat.

Der Verein erklärt, dass bisher weder Kuvasz, Kangal, Kaukase, Leonberger oder Neufundländer eingezüchtet worden seien, noch heute dürften. Es bleibt aber offen, was dieser „weiße Hirtenhund“, der neben dem Bernhardiner zu den zwei Gründungsrassen des Germanischen Bärenhundes zählen soll, genau ist oder war. So zeigt sich die Gemeinde der Züchter des Germanischer Bärenhundes heute ausgesprochen zersplittert. Der Germanische Bärenhund ist heute weder vom Verein für das deutsche Hundewesen (VDH), noch von der internationalen Fédération Cynologique Internationale oder einem ihr angeschlossen Verbände anerkannt.

Beschreibung

Der Germanische Bärenhund ist in der Regel ein sehr großer, ausgesprochen kräftiger Hund vom Typ eines Molossers. Je nach Zucht und eingekreuzten Hunderassen geben die Hunde von ihrem Aussehen und vor allem von ihrem Wesen her ein recht unterschiedliches Bild ab. Der Erstzüchterverein Germanische Bärenhunde schreibt in dem vom ihm entworfenen Standard:

Der Germanische Bärenhund ist als Lagerschutzhund deklariert, somit ist er Wächter und Behüter seines ´Rudels`. In heutiger Zeit ist das seine Familie und dessen Umfeld. Der Umgang mit Kindern und Haustieren entspricht diesem angeborenen Verhalten. Er ist sehr wachsam, aber kein Kläffer. Sein Schutztrieb ist eher defensiv und zurückhaltend, wobei er die Umgebung ständig in Beobachtung hat. Im Fall einer Bedrohung reagiert er blitzschnell und angemessen.

Das ist die Vorgabe, die einen ansprechenden Hund beschreibt. Verschiedene Fellarten und Farben sind erlaubt. Vom Fell her sind praktisch alle Varianten erlaubt: Stockhaar kurz bis lang, mittellanges und langes Fell. Für Rüden wird eine Widerristhöhe von 70 bis 85 Zentimeter, für Hündinnen 65 – 80 vorgesehen. Als Gewicht werden bei Rüden 50 bis 85, bei Hündinnen 35 bis 70 Kilogramm gefordert.

Charakter und Wesen

Der Germanische Bärenhund gibt von seinem Wesen her ein uneinheitliches Bild ab. Eine maßgeblich auf Bernhardiner basierende Kreuzung wird mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auch dessen stoisches, freundliches Wesen mit extrem hoher Reizschwelle erben. Sind aber, wie es einige Züchter angeben, archaische Herdenschutzhunde etwa Kangal oder Kaukasischer Owtscharka eingekreuzt worden, so kann das Bild schon ganz anders aussehen. Hier kann das Wesen des wehrhaften Herdenschutzhundes durchschlagen. Welches Wesen ein Germanischer Bärenhund erhält, ist so nur bedingt darstell- und berechenbar.

Haltung

Der Germanische Bärenhund ist in seiner Haltung anspruchslos. Er ist allerdings kein Hund, dem es reicht, ein paar Runden zum Gassi um den Block zu gehen und sollte nicht in einer Großstadt oder überhaupt in einer dichter besiedelten Region gehalten werden. Ein großer, gut umfriedeter Garten sollte Pflicht sein. Mit einem Leben draußen fühlen sich solche Hunde durchaus wohl und sie sind keine Couch-Potatoes. Vor dem Hintergrund der uneinheitlichen Zucht und den damit verbundenen Risiken hinsichtlich des Wesens, gehört ein Germanischer Bärenhund in der Regel nicht in die Hand eines unerfahrenen Besitzers. Es wird sicher auch einzelne Germanische Bärenhunde geben, die ein fantastisches Wesen haben, das sie gut führbar macht und jedem Hundefreund Freunde bereitet. Bedenken muss man in jedem Fall, dass der Germanische Bärenhund, sowie manche möglicherweise eingekreuzte Rassen, auf manchen Listen vermeintlich gefährlicher Hunde stehen. Das ist aber von Wohnort zu Wohnort unterschiedlich. Hier solltest du dich vor einem Kauf unbedingt kundig machen.

Erziehung

Der Germanische Bärenhund braucht eine sehr konsequente Erziehung vom Welpen an. Selbst hundeerfahrene Halter sollten mit ihm bewusst arbeiten und immer mit dem nötigen Respekt vor der potenziellen Kraft dieser Großhunde handeln. Im Zweifelsfall ist bei ihm das andere Ende der Leine immer stärker.

Pflege und Gesundheit

Ein Germanischer Bärenhund sollte absolut pflegeleicht sein.

Rassetypische Krankheiten

Über rassetypische Krankheiten ist nichts bekannt, da es an verlässlichen Informationen fehlt.

Ernährung/Futter

Der Germanische Bärenhund sollte in der Regel stellt keine besonderen Anforderungen an seine Ernährung stellen.

Lebenserwartung

Über die Lebenserwartung des Germanischen Bärenhundes können keine Angaben gemacht werden, da es an verlässlichen Informationen fehlt. Wahrscheinlich wird sie zwischen 10 und 12 Jahren liegen.

Germanischen Bärenhund kaufen

Solltest du mit dem Gedanken an den Kauf eines Germanischen Bärenhundes spielen, solltest du sicherstellen, dass du mit einem Hund von solcher Größe und Kraft leben und arbeiten willst und auch die räumlichen Möglichkeiten hierzu hast. Dann solltest du dich nur bei Züchtern vor Ort umschauen, die exakt belegen können, welche Hunderassen bei den Ahnen eingekreuzt wurden. Im Stammbaum sollten keine Herdenschutzhunde vorkommen. Schließlich solltest du prüfen, ob der Hund an deinem Wohnort zu den so genannten Listenhund zählt. Dein ganzes Leben muss in einem solchem Fall auf die damit einhergehenden Restriktionen durch Staat und Gesellschaft eingestellt sein. Du solltest keinen Welpen aus zwielichtiger Quelle kaufen. Ein Germanischer Bärenhund kostet in der Regel um 750 Euro.

 


Christoph JungChristoph Jung Seit seiner Kindheit gehören Hunde zu den besten Freunden des Hundeforschers. Die Beziehung Mensch – Hund ist für ihn ein faszinierendes Thema, das ihn täglich beschäftigt und für das er sich auch öffentlich engagiert. Aus seiner täglichen Forschung entstand das Buch „Tierisch beste Freunde“. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


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Kommentare, Fragen und Antworten
  1. Dagmar sagt:

    Endlich mal eine Beschreibung des tollen „Bären“ die diesem Hund entspricht. Unser Bär ist inzwishcen knapp 6 Jahre alt und wir hatten nie einen besseren Hund, der aber gewiss seinen eigenen Kopf hat und der auch akzeptiert werden will. Er überlegt erst einmal warum der diese oder jenes machen soll, sitzen z.B., und wenn er meint, das sei nicht nötig kann es auch sein dass er einem den Vogel zeigt und geht. Kommt es aber darauf an ist er zur Stelle, sitzt, steht, läuft oder was man sonst noch von ihm verlangt, ein selbständiger Hund mit tollen Eigenschaften, man muss ihn nur erst gut kennen lernen. Für die Stadt und einen Hundeplatz ist er nicht geeignet. Wir haben einen alten, kranken Retriever, diesen Hund akzeptiert er übrigens nicht, er ist alt und krank und gehört nicht mehr ins Rudel, er beißt ihn nicht weg aber er legt sich auf ihn rauf, d.h. wir müssen leider die beiden trennen. Vor unserer Hündin (Harzer Fuchs) nimmt er sich aber in Acht und geht ihr wenn nötig aus dem Weg, auch an unseren Katzen traut er sich manchmal nicht vorbei, aber alles im Lot. Toller Kerl wir lieben ihn sehr!

    1. ZooRoyal sagt:

      Hallo Dagmar,

      schön, dass dir unser Beitrag gefällt. 🙂

      Liebe Grüße
      Dein ZooRoyal Team

  2. Lilo sagt:

    Der Beitrag gefällt auch mir! Frida habe ich bei Carsten Kieback erworben. Ich habe es nie bereut! Sie ist eine dunkelblonde Hündin mit einem so schönen Kopf! Die Aufzucht im ersten Jahr war etwas schwierig, weil sie im Rudel von Carsten die Kleinste und Schwächste war. Seine Zuchtmethoden kann ich absolut unterstützen. Frida ist mit 63cm eine kleine und 40kg eine nicht all zu schwere Hündin. Sie ist als Zeithund zu uns gekommen. Der Ersthund ist ein Australian-Cattledog mit welchem ich über dreieinhalb Jahre bis zu viermal wöchentlich die Hundetraining absolvierte. Alles erlernte konnte und musste und muss ich noch heute konsequent umsetzen. Beide Hunde benötigen eine klare, liebevolle Linie und ausreichend Beschäftigung, welches ich durch Fahrradtouren, Tageswandern aber mindestens zwei Stunden Auslauf pro Tag wo beide sich im freien Feld austoben können und Nasenarbeit und Tricktraining sicherstelle. Allen Anforderungen wie Bus-und Zugfahren, beim Schilanglauf mit gehen, auf einen Turm zur Besichtigung steigen, in der Ferienwohnung alleine bleiben, Schwimmen und Abortieren, die kleinen Enkel an der Leine führen mit Packtaschen Mehrtageswanderungen bestreiten, stellen für Beide Hunde keinerlei Problem dar, lediglich die angemessene Herausforderung. Beide sind nie ohne Aufsicht auf dem Grundstück, liegen absolut gehorsam ab, gehen nie unaufgefordert aus Menschen und den Grundstückszaun zu…Streberhunde??? Nein! konsequente Erziehung. Beide haben Neugier und Wissbegierde, sind lerneifrig und wunderbar flink auf den Punkt genau! Das kann auch der Bär! Alle genannten Angaben von Euch kann ich nur bestätigen. Also: Entweder hatte ich Glück mit der Auswahl meiner Hunde oder meine Hunde haben Glück mit mir. Bei uns sind Hunde ein Glücksmacher, eine Freude. Aber: Immer wieder Training und Konsequenz!!! Meine Zeit mit diesen Hunden eine der wichtigsten, wunderbarsten aber auch herausfordernden Zeiten in meinem Leben! Bei Carsten würde ich immer wieder einen Hund kaufen! Ich wünsche mir viele solche verantwortungsvollen Züchter.

    1. ZooRoyal sagt:

      Hallo Lilo,

      vielen Dank, dass du deine Erfahrung mit uns geteilt hast!
      Wir wünschen dir und deinen Vierbeinern noch ganz viel Spaß zusammen. 🙂

      Viele Grüße,
      dein ZooRoyal Team

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