Was ist eigentlich genau Westernreiten?

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Im Reitsport gibt es verschiedene Reitstile, welche sich wiederum in unterschiedliche Ausprägungen und Disziplinen teilen. In erster Linie unterscheidet man aber in Englisch und Western. Den englischen Reitstil hast du sicher schon auf Turnieren in deiner Umgebung oder im Fernsehen gesehen. Western ist bei uns nicht ganz so verbreitet, weshalb du Westernreiter vielleicht eher aus Filmen kennst, in denen sie mit einer Hand ganz souverän und lässig ihr Pferd lenken.

Woher kommt Westernreiten?

Der Grund, weshalb dieser Reitstil bei uns weniger bekannt ist, ist unter anderem in der Herkunft begründet. Würde man nämlich einen Blick nach Amerika werfen, sähe das wieder ganz anders aus. Der Ursprung dieser Art zu reiten liegt viele, viele Jahre zurück und entwickelte sich mit der Zeit unterschiedlich. Nicht nur die Indianer trugen hierzu bei, sondern auch die Mexikaner und die spanischen Einwanderer, die ihre robusten Pferde mit nach Amerika brachten. Auch hier hat die Iberische Reitweise ihren Einfluss genommen. Der Stil basierte auf den Bedürfnissen der Reiter. Indianer ritten fast den ganzen Tag und nutzten vor allem ihre Beine um die Pferde zu manövrieren. Die Cowboys arbeiteten ebenso fast den ganzen Tag von ihren Pferden aus und waren zudem darauf angewiesen, nur mit einer Hand reiten zu können. Auch die Pferde mussten einige Anforderungen erfüllen können. So mussten sie sehr wendig, gelassen, ausdauernd und robust sein, um an Rinderherden arbeiten zu können.

Unterschied zum englischen Stil

Es gibt viele Unterschiede zwischen Englisch und Western. Einer der bedeutsamsten ist die Kommunikation zwischen Pferd und Reiter. Im englischen Reitstil wird auf Anlehnung gesetzt, im Western auf impulsgebende Hilfen. So reagiert ein Westernpferd in der Regel auf diesen Impuls, zum Beispiel trabt es wie gewünscht an und bleibt dann selbstständig in dieser Gangart, bis der nächste Impuls folgt. Das erleichterte die stundenlange Arbeit zu Pferde nicht nur für die Reiter, sondern auch für die Tiere, die nun nicht dauerhaft hochkonzentriert sein mussten, sondern, wenn es nichts zu tun gab, auch mal eher „abschalten“ konnten. Deshalb ist das Westernreiten auch eine sogenannte „Arbeitsreitweise“, da sie sich an den Anforderungen der täglichen Arbeit orientierte.

Die Pferde

Die Pferde sind in aller Regel bis zu 160 cm Widerristhöhe groß, eher kräftig gebaut und gehören meist den Rassen Quarter Horse, Appaloosa oder Paint Horse an. Dies sind die typischsten Pferderassen, da sie den rechteckigen Körperbau eines Westernpferdes besitzen, welcher durch eine große Schulter und einen eher langen Rücken mit kräftiger Hinterhand begründet ist. Diese Pferde sind kompakt, wendig und besitzen eine große Gelassenheit und Mut. Selbstverständlich können auch Pferde anderer Rassen Western geritten werden, wenn sie diese Eigenschaften mitbringen.

Die Disziplinen

Heute gibt es viele Wettkämpfe und Turniere, bei denen Westernreiter ihr Können unter Beweis stellen und sich mit anderen Reitern messen können. So wie es im Englischen die Dressur oder das Springreiten gibt, gibt es auch im Western Disziplinen.

Reining

Reining ist die bekannteste. Hierbei zeigen die Reiter verschiedene Lektionen, wie den berühmten „Sliding Stopp“, bei dem das Pferd bei vollem Tempo stoppt, das Rückwärtsrichten, Drehungen (Spins), sowie Tempowechsel. Der Reiter hat die bestimmte Abfolge vorher auswendig gelernt und zeigt die geforderten Lektionen ruhig und kontrolliert, meist aus dem Galopp.

Freestyle Reining

Besonders beliebt ist auch Freestyle Reining. Bei dieser Disziplin steht es dem Reiter frei, in welcher Reihenfolge er Lektionen zeigt. Zudem wählt er seine eigene Musik und kann sogar kostümiert reiten, weshalb diese Kategorie auch besonders interessant und unterhaltsam für die Zuschauer ist.

Trail

Die Disziplin Trail kennst du vielleicht in einer ähnlichen Form, denn hierbei geht es darum, sein Geschick unter Beweis zu stellen, wie beispielsweise ein Weidegatter vom Pferd aus zu öffnen und hinter sich wieder zu schließen. Auch müssen Pferd und Reiter oftmals ein aus Stangen gelegtes U oder L rückwärts meistern, sowie vorwärts mehrere Stangen in den Grundgangarten überreiten. Der besondere Fokus liegt bei dieser Disziplin auf der genauen Zusammenarbeit von Pferd und Reiter. Das Pferd muss besonders ruhig sein und auf die feinsten Impulse des Menschen reagieren.

Cutting

Bei der Disziplin Cutting wird mit Rindern gearbeitet. Cutting bedeutet übersetzt so viel wie „Herausschneiden“, denn der Reiter hat die Aufgabe, innerhalb von 2 ½ Minuten ein Rind aus der Herde zu lösen und davon abzuhalten, wieder dorthin zurückzulaufen.

Vielleicht hast du Lust bekommen, das Westernreiten einmal selber auszuprobieren? Dann gibt es bestimmt auch eine Reitschule in deiner Umgebung, die Western lehrt! Informiere dich vorab gut und frage auch Freunde oder Bekannte, ob diese einen Tipp für dich haben, wo du diesen Reitsport ausprobieren kannst. Am besten schaust du auch im Internet – die meisten Reitschulen, die Western unterrichten, nennen sich „Ranch“ oder ähnlich. Oftmals kannst du ganz unverbindlich eine Schnupperstunde vereinbaren, um zu testen, ob dir dieser Reitstil auch gefällt und Spaß macht.


KristinaKristina Ziemer-Falke ist zertifizierte Hundetrainerin und Verhaltensberaterin durch die Tierärztekammer Schleswig-Holstein und das Messerli Forschungsinstitut der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Darüber hinaus verfügt sie über viele Zusatzausbildungen und Schwerpunkte und ist im Prüfungsausschuss der Tierärztekammer Niedersachsen für die Hundetrainerzertifizierungen.
Mit ihrem Mann Jörg Ziemer gründete sie das Schulungszentrum Ziemer & Falke, in dem sie seit vielen Jahren mit viel Herz, Leidenschaft und Kompetenz Hundetrainer in ganz Deutschland ausbilden und viele Weiterbildungsangebote anbieten. Viele kennen Kristina außerdem als erfolgreiche Autorin von Fachbüchern für Hundetrainer und Hundehalter sowie aus Artikeln beliebter Hundezeitschriften. Als Dozentin ist Kristina Ziemer-Falke sehr gefragt und deutschlandweit auf Seminaren und Vorträgen zu Themen rund um den Hund anzutreffen.


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