Wanderreiten

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Wanderreiten

Auf dem Pferderücken die pure Natur erkunden und das gleich für mehrere Tage – für viele Reiter eine traumhafte Vorstellung! Das Wanderreiten ist ein unvergleichliches Erlebnis und wird daher von Interessierten gern während eines Urlaubs gebucht. Denn meist finden die Touren geführt statt, schließlich geht es dann durch unbekanntes Terrain auf fremden Pferden.

Die passende Tour zum Wanderreiten

Hast du Interesse an einer geführten, vielleicht sogar mehrtägigen Tour zu Pferden, kannst du dich vorab am besten online über einen Wanderreithof in deiner Nähe informieren. Dort findest du alle Termine und kannst dich gleich zu einer passenden Tour anmelden. Solltest du lange nicht mehr geritten sein oder bist es noch nie, entscheide dich für den Anfang besser für eine kurze Tagestour, denn die Anstrengung, über mehrere Stunden im Sattel zu sitzen, ist nicht zu unterschätzen. Auch wenn es beim Wanderreiten eher gemütlich zugeht, da die Teilnehmer ja auch die schöne Natur genießen wollen, ist dir der Muskelkater am nächsten Tag bestimmt sicher.

Die Pferde

Die Pferde werden von den Wanderreitprofis nach ihren Eigenschaften ausgewählt. Sie müssen sehr belastbar und ausdauernd sein und bestenfalls nicht zu groß, um sich auf unbefestigten Wegen trittsicher voran zu bewegen. Da sie nicht nur einen – „ihren“ – Reiter tragen, sondern verschiedene fremde Reitanfänger, müssen die Tiere besonders freundlich und ruhig sein. Sie dürfen kein Problem mit wechselnden Reitern haben und natürlich absolut geländefest sein.

Die Pferderasse wird ebenfalls nach diesen Kriterien ausgewählt. Wanderreitpferde sind häufig von robuster, gut bemuskelter Statur und können lange Strecken problemlos bewältigen. Grundsätzlich kann jedes Pferd Wanderreitpferd werden, solange es gesund ist und die erforderlichen Kriterien erfüllt. Sicher ist ein kleineres bzw. mittelgroßes Pferd besser zu bepacken, als ein sehr großes. Zudem wird man im Gelände nur schwer auf- und absteigen können, vor allem mit Gepäck, wenn das Pferd zu groß ist. Auch spielt die Sozialverträglichkeit eine Rolle, da die Reiter zumeist in Gruppen unterwegs sind und die Pferde während der Pausenzeiten zusammenstehen.

Tour alleine

Bei einer Wanderreittour ganz allein mit deinem Pferd, kannst du die Stille und Ruhe der Natur noch einmal ganz anders genießen als in einer Gruppe. Es wird nicht geplaudert, sodass du ganz nach eigener Vorstellung vorankommst. Hast du Lust, genau eine solche Tour mit deinem Pferd zu meistern, solltest du einige Vorkehrungen treffen, um eure Sicherheit nicht zu gefährden. Vorab solltest du dir überlegen, auf welcher Strecke du unterwegs sein willst. Wie viele Kilometer kannst du deinem Pferd problemlos zutrauen? Möchtest du lieber auf einem Hof unterkommen für die Nacht oder die Natur in Zelt bzw. Biwak genießen? Ganz wichtig ist natürlich auch deine Erreichbarkeit im Notfall. Informiere deine Liebsten genau über die Strecke, die du reiten wirst und wenn du ganz sicher gehen willst, übertrage deinen Live-Standort vom Handy. So kann nachvollzogen werden, wo du bist, wenn dich im schlimmsten Fall Rettungskräfte finden müssen. Bedenke, dass der Internetempfang leider nicht flächendeckend verlässlich ist. Daher bleibe besser auf der Strecke, die du vorher bereits mitgeteilt hast. Melde Dich in regelmäßigen Abständen bei deiner Familie oder Freunden.

Gepäck zum Wanderreiten

Neben der Sicherheit solltest du auch noch an einige andere Dinge denken. Dazu zählt beispielsweise ein Erste-Hilfe-Set, falls du dich leicht verletzt oder dein Pferd. Außerdem benötigst du natürlich Proviant und Wasser. Je nach Dauer der Tour solltest du Stationen einplanen, an denen dein Pferd sein gewohntes Futter bekommen kann und getränkt werden kann. Es macht Sinn, dies bei einer mehrtägigen Tour vorab zu organisieren. Handy und eine Karte darfst du ebenso nicht vergessen, genauso wie ein Zelt, falls du in der Natur übernachten möchtest. Da dein Pferd sicher untergebracht werden soll, müsstest du auch einen Wanderreitpaddock mitnehmen oder ein Picket Seil, wenn dein Pferd dieses bereits gut kennt. Du merkst, das Gepäck wird nicht gerade leicht, wenn ein einzelner Reiter an alles denken muss. Gehe also dein Gepäck in Ruhe durch und überlege, was du vorab an einem Streckenpunkt deponierst und was du mit aufs Pferd nimmst, um nur das Nötigste dabei zu haben und das Gewicht, inkl. Reitergewicht, möglichst gering zu halten. Die Belastung des Pferderückens ist gerade über eine weite Strecke nicht zu unterschätzen. Vielleicht ist eine Tour zu zweit ein guter Kompromiss für mehr Ruhe, weniger Gepäck und mehr Sicherheit. Ein Abenteuer wird es allemal!


KristinaKristina Ziemer-Falke ist zertifizierte Hundetrainerin und Verhaltensberaterin durch die Tierärztekammer Schleswig-Holstein und das Messerli Forschungsinstitut der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Darüber hinaus verfügt sie über viele Zusatzausbildungen und Schwerpunkte und ist im Prüfungsausschuss der Tierärztekammer Niedersachsen für die Hundetrainerzertifizierungen.
Mit ihrem Mann Jörg Ziemer gründete sie das Schulungszentrum Ziemer & Falke, in dem sie seit vielen Jahren mit viel Herz, Leidenschaft und Kompetenz Hundetrainer in ganz Deutschland ausbilden und viele Weiterbildungsangebote anbieten. Viele kennen Kristina außerdem als erfolgreiche Autorin von Fachbüchern für Hundetrainer und Hundehalter sowie aus Artikeln beliebter Hundezeitschriften. Als Dozentin ist Kristina Ziemer-Falke sehr gefragt und deutschlandweit auf Seminaren und Vorträgen zu Themen rund um den Hund anzutreffen.


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