Kaninchen transportieren – so ist es richtig

2488
0

Kaninchen transportierenDamit deine Kaninchen sicher von A nach B kommen, empfiehlt sich die Anschaffung einer Kleintier-Transportbox aus dem Fachhandel. Alternativen, wie offene Körbe oder Pappkartons bergen hingegen Gefahren.

Mit Kaninchen unterwegs

Kaninchen sind in der Heimtierhaltung heute zwar keine reinen Käfigtiere mehr, doch verbringen sie die meiste Zeit ihres Lebens in häuslicher Umgebung. Anders als Hunde beispielsweise, die ihre Frauchen oder Herrchen oft begleiten, wenn diese unterwegs sind. Dennoch ist es ratsam, auch für Kaninchen eine Transportbox anzuschaffen, für Fahrten zum Tierarzt zum Beispiel oder wenn ein Langohr mal anderweitig untergebracht werden muss. Wie man Kaninchen am besten transportiert, verraten wir dir in diesem Beitrag.

Weidenkörbe sind ungeeignet

Als Fluchttiere laufen Kaninchen als Erstes weg, wenn sie sich erschrecken. Deshalb sollte man die Fellnasen auch niemals in einem offenen Korb transportieren. Zudem können die meisten sehr gut springen und hüpfen einfach aus dem Korb hinaus. Dabei unterschätzen sie jedoch die Höhe und können sich bei der Landung auf dem harten Boden böse verletzten. Sie verfügen nicht über so lange Beine, wie etwa Katzen, die auch hohe Sprünge gut abfedern können. Insbesondere, wenn Kaninchen zuerst mit ihren kurzen Vorderbeinen landen.

Weidenkörbe sind auch deshalb als Transportmittel ungeeignet, weil Kaninchen mit den Krallen im Geflecht hängen bleiben und sich bei ruckartigen Bewegungen einzelne Krallen ausreißen können. Zudem wird ein Korb häufig angeknabbert, was im Falle von lackiertem Flechtmaterial gesundheitliche Schäden hervorrufen kann.

Ein Pappkarton oder auf dem Arm festhalten, ist nicht empfehlenswert

Ein Transport in einem Pappkarton könnte zwar eine Alternative sein, jedoch können sich Kaninchen ganz schnell daraus befreien, indem sie einfach ein Loch hineinbeißen. Zudem urinieren die Fellnasen schon mal, wenn sie sich unwohl fühlen. Und schnell ist die Pappe an dieser Stelle aufgeweicht und wird instabil.

Auch wenn sie noch so zutraulich und menschenbezogen sind, raten Experten davon ab, Kaninchen einfach auf den Arm zu nehmen, beziehungsweise im Auto auf dem Schoß mitfahren zu lassen. Auch bei dieser Methode ist die Verletzungsgefahr für die Hoppelmänner viel zu groß. Sie sind vielen ungewohnten Geräuschen und Eindrücken ausgesetzt und das Licht/Schatten-Spiel im Fahrzeug verunsichert sie. Nicht selten gerät ein so transportiertes Kaninchen in Panik, löst sich geschickt aus den Händen und läuft plötzlich im Fahrgastraum herum.

Lieber artgerechte Transportboxen aus dem Fachhandel nutzen

Am sichersten fahren Kaninchen daher in einer geschlossenen Transportbox für Tiere im Auto mit. Diese sollte auch nicht einfach so in den Kofferraum oder auf den Rücksitz gestellt, sondern mit dem Sicherheitsgurt auf der Sitzbank fixiert werden. Auch beim Transport im Gepäckraum empfiehlt es sich, die Box oder Tasche zu fixieren, damit sie bei Brems- oder Ausweichmanövern nicht hin- und herrutschen kann. Bei sehr nervösen Tieren kann es helfen, die eventuell vorhandene Gitteröffnung im Deckel abzudecken, sodass sie weniger von ihrer Umwelt wahrnehmen und das Gefühl haben, in einer geschützten Höhle zu sitzen.

Grundsätzlich solltest du berücksichtigen, dass Kaninchen sehr bodenständige Tiere sind, die sich am liebsten in ihrer gewohnten Umgebung aufhalten. Daher solltest du dir gut überlegen, ob ein Transport unbedingt erforderlich ist. Zum Besuch bei Freunden bleiben Kaninchen daher besser zu Hause. Auch im Urlaub sollte man nicht unbedingt erwägen, die Langohren mit in die Ferienwohnung zu nehmen, sondern sie alternativ zu Hause versorgen zu lassen. Eine längere Autofahrt bedeutet Stress für die Hasenähnlichen, dazu kommt noch eine fremde Umgebung und mit Sicherheit nur eine eingeschränkte Auslaufmöglichkeit.

Dennoch wird es Situationen geben, in denen deine Kaninchen transportiert werden müssen. Zum Beispiel, wenn du ein neues Langohr vom Züchter oder aus dem Tierheim abholst. Kaninchen müssen auch regelmäßig zum Tierarzt gebracht werden, damit sie ihre lebensnotwendigen Impfungen erhalten oder wenn sie mal krank werden. Spätestens alle drei Monate sollten auch die Krallen gekürzt werden. Wenn du es dir nicht selbst zutraust, sollte dies besser ebenfalls der Veterinär übernehmen.

Unterschiedliche Größen bieten sich an

Für solche Gelegenheiten bietet sich die Anschaffung einer stabilen Transportkiste in einer passenden Größe an. Wenn du mehr als zwei Kaninchen hältst, solltest du zudem über die Anschaffung von zwei Transportboxen in verschiedenen Größen nachdenken. Muss nur ein einzelnes Kaninchen zum Tierarzt, kann es sehr gut in einer kleineren Box transportiert werden, die ihm zwar ausreichend Platz bietet, aber nicht so groß ist, dass es bei einer Autofahrt durch die Kiste rutschen kann.

Steht der nächste Impftermin an, sollten deine Tiere alle zusammensitzen. Dann empfiehlt sich eine etwas größere Transportbox, in der alle Platz haben. Das hat den Vorteil, dass sich die Fellnasen gegenseitig Halt und Sicherheit geben. In Gesellschaft ihrer Artgenossen fühlen sie sich gleich wesentlich wohler und sind weniger nervös.

Die ideale Ausstattung

Die meisten Tiertransportboxen bestehen heute aus Kunststoff. Das hat den Vorteil, dass sie sehr leicht sind und auch einfach gereinigt werden können. In der Regel verfügen sie über zahlreiche Lüftungsschlitze oder Gitterelemente, was für einen guten Klimaausgleich im Innenraum sorgt. Meist sind sie mit einer Tür in der vorderen Schmalseite ausgestattet, durch welche die Kaninchen auch von allein ein- und ausgehen können.

Für den Tierarztbesuch sind Transportkisten, die nur über eine Frontöffnung verfügen, nur bedingt zu empfehlen. Kaninchen haben die Eigenart, sich bis in die hinterste Ecke der Box zu verziehen, wenn man sie herausholen möchte. Und wenn man sie schließlich sehr umständlich greifen kann, spreizen sie zumeist ihre Hinterläufe beim Herausnehmen, sodass sich diese hinter den Türrahmen verhaken und man die ganze Box hinter dem Kaninchen herzieht. Es empfiehlt sich daher, eine Kiste auszuwählen, die auch von oben zu öffnen ist. Beispielsweise durch ein Gitterelement, das man abnehmen kann. Im Tierfachhandel sind auch Transportboxen erhältlich, die man sehr komfortabel aufklappen kann.

Deine Kaninchen sollten nicht auf dem Kunststoffboden der Kiste hocken. Der Boden ist trotz Riffelung oder Waffelstruktur meist zu rutschig für die Fellpfoten. Damit es deine Schnüffelnasen etwas komfortabler haben, solltest Du ein mehrfach gefaltetes großes Handtuch als Unterlage in die Transportbox legen. Das hat den Vorteil, dass du es später leicht in der Waschmaschine reinigen kannst, wenn es unterwegs einen kleinen Unfall gegeben hat. Alternativ ist auch ein Teppichreststück oder eine Fleecedecke geeignet.

Bei längeren Fahrten auch an Wasser und Heu denken

Je nachdem, wie lange die Fahrt dauert, solltest du auch an die Versorgung mit Frischwasser denken. Meist kann man von außen eine kleine Trinkflasche einhängen oder ein spezielles Hängenäpfchen von innen in die Tür. Eventuell kannst du etwas Heu dazulegen. Knabbern hilft beim Stressabbau. Dann das oder die Kaninchen mit beiden Händen unter den Bauch greifen und vorsichtig in die Transportbox setzen und los geht es.

Fazit:

Hin und wieder müssen auch Kaninchen transportiert werden, zum Beispiel zum Tierarzt. Für die Fahrt im Auto eignen sich spezielle Kleintier-Transportboxen aus dem Fachhandel, die auf die Bedürfnisse von Kaninchen abgestimmt sind. Besonders empfehlenswert sind Kisten, die auch von oben zu öffnen sind. Um deine Kaninchen an eine neue Transportbox zu gewöhnen, kannst du ihnen die geöffnete Kiste einige Tage in ihr Gehege zum Erkunden stellen.

Hilf uns, unseren Service weiter zu verbessern. War dieser Artikel hilfreich für dich?

Kommentare, Fragen und Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.