Kaninchen mit anderen Haustieren halten?

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Kaninchen und MeeriHat man sich für eine Kaninchenhaltung entschieden, kann man keine anderen Haustiere halten, oder doch? Erfahre hier, unter welchen Umständen es auch mit Hunden oder Katzen klappt.

So wie wir Menschen gerne andere Menschen um uns haben möchten, mit denen wir uns verständigen können, benötigen auch die meisten Haustiere ihre Artgenossen, damit sie sich rundum wohlfühlen. Immer wieder hört und sieht man, wie Kaninchen mit Meerschweinchen und sogar mit Hunden und Katzen in einem Haushalt zusammenleben. Ist es überhaupt möglich, so unterschiedliche Arten gemeinsam zu halten, auch wenn es eigentlich Jäger und Beutetier sind? In diesem Beitrag erklären wir, unter welchen Voraussetzungen eine Mischhaltung möglich ist und geben dir Tipps zur Umsetzung.

1. Kaninchen gemeinsam mit Meerschweinchen halten

Auf den ersten Blick haben Kaninchen und Meerschweinchen viel gemeinsam. Beide besitzen ein weiches Fellkleid, das zum Streicheln einlädt, und haben ganz ähnliche Fressgewohnheiten. Gegenstände aus Holz werden gerne angeknabbert und für die richtigen Leckerlis wagen sich die neugierigen Hausgenossen schon mal gerne etwas weiter vor. Schnell sind die Gemeinsamkeiten aber erschöpft.

Während sich Kaninchen vor allem durch Gesten und Körperhaltung mit ihren Artgenossen verständigen, kommunizieren Meerschweinchen auch durch eine ganze Reihe unterschiedlicher Laute mit ihresgleichen. Untereinander verstehen sich die Hasenartigen mit den zur Gattung der Nagetiere zählenden Kleinsäugern jedoch überhaupt nicht. Mehr noch, häufig wird das Verhalten der jeweils anderen Art falsch gedeutet, wodurch Missverständnisse entstehen, die nicht selten in Raufereien enden. Kaninchen lieben beispielsweise die gegenseitige Fellpflege. Sie laufen mit geducktem Kopf auf ihre Artgenossen zu, was Unterwürfigkeit und Aufforderung zum Putzen bedeutet. Meerschweinchen legen dies jedoch meist als aggressives Verhalten aus und greifen das viel größere Kaninchen dann eventuell sogar an, jedoch um am Ende den Kürzeren ziehen.

Wie können die beiden unterschiedlichen Arten dennoch zusammenleben?

Möchte man Kaninchen und Meerschweinchen in der Gruppe halten, empfiehlt es sich von jeder Art mindestens zwei Tiere anzuschaffen. So ist gewährleistet, dass beide Gattungen ihren Sozialpartner um sich haben, mit dem sie sich verständigen können. Darüber hinaus muss das Gehege der Kleintiere so groß sein, dass sie sich aus dem Weg gehen können. Die Faustregel, wonach Kaninchen pro Schnüffelnase zwei Quadratmeter und Meeris pro Ohrenpaar circa eineinhalb Quadratmeter benötigen, kann man im Falle einer Mischhaltung getrost verdoppeln. Dabei muss ein Mischgehege beiden Tierarten gleichermaßen gerecht werden. Die Kaninchen benötigen Rückzugsmöglichkeiten, die etwas höher gelegen sind, damit die Schweinchen sie nicht stören können. Und für die Meerschweinchen werden Häuschen mit schmalen Eingängen benötigt, durch die Kaninchen nicht hindurch passen.

Als Kleintierhalter solltest du berücksichtigen, dass sich sowohl die Kaninchen, als auch die Meerschweinchen lieber in der Gesellschaft ihrer Artgenossen aufhalten werden, als in der Nähe der anderen Gattung. Deshalb solltest du besser in Erwägung ziehen, das Gehege von vorneherein zu teilen und einen separaten Bereich für jede Tierart einzurichten.

Kaninchen und Hund2. Kaninchen gemeinsam mit Hunden halten

Eine gemeinsame Haltung von Kaninchen und Hund würden insbesondere viele Kaninchenhalter unbesehen ablehnen. Schließlich handelt es sich bei dieser Konstellation um Tiere, die ihrer Natur nach Raubtier und Beute darstellen. Zwar finden Hunde ihre Nahrung heute im Napf vor und sind es gar nicht mehr gewohnt, ihr Fressen zu erjagen, doch der Instinkt, der sich über viele Millionen Jahre entwickelt hat, lässt sich nicht innerhalb von ein- oder zweihundert Jahren wegdomestizieren. Das gilt anders herum auch für das Kaninchen, das als Fluchttier immer schon seinem Instinkt gefolgt und vor Wolf und Fuchs davongelaufen ist. Die Fälle, in denen Hunde und Kaninchen völlig problemlos miteinander leben können, sie selten. Dennoch gibt es sie!

Prinzipiell können beide Arten unter bestimmten Voraussetzungen harmonisch unter einem Dach leben. Eine der Voraussetzungen ist es, dass sowohl Kaninchen wie Hunde als Jungtiere aneinander gewöhnt werden und der Hund kein ausgeprägtes Jagdverhalten zeigt. Oft erweist es sich als Vorteil, wenn die Kaninchen das Zuhause vor dem Hunde bezogen haben. Zudem solltest du Hund und Kaninchen unter keinen Umständen unbeaufsichtigt beieinander lassen. Erzwinge den Kontakt nicht. Wenn die Vergesellschaftung nicht klappt, sollten beide Tiere die Möglichkeit bekommen, die andere Tierart zu meiden.
Und selbst, wenn die zwei ein Herz und eine Seele zu sein scheinen und möglicherweise sogar miteinander kuscheln: Auch dann bitte niemals ein einzelnes Kaninchen halten. Es braucht die Gesellschaft von Artgenossen.

Eignen sich alle Hunderassen zur gemeinsamen Haltung mit Kaninchen?

Darüber hinaus solltest du bedenken, dass man nicht allen Hunden beibringen kann, die im Haus lebenden Kaninchen als Freund und nicht als Beute anzusehen. Bei einigen Hunderassen ist der Jagdtrieb sehr stark ausgeprägt. Insbesondere Terrier, Dackel sowie Vorsteh- und Stöberhunderassen sollten besonders kritisch betrachtet werden. Hütehunde lassen sich hingegen tendenziell besser mit Kaninchen kombinieren.

Grundsätzlich sollte man Kaninchen und Hund langsam aneinander gewöhnen und nicht ohne Aufsicht zueinander lassen. Als Halter unterschiedlicher Haustiere muss man zudem immer damit rechnen, dass sich auch tierische Freunde mal streiten können oder ein Spiel ausartet und es zu Verletzungen kommt. Bei einem ernsthaften Kampf würden Kaninchen in der Regel den Kürzeren ziehen, auch lebensbedrohliche Verletzungen sind nicht auszuschließen. Überdies durchlaufen Hunde unterschiedliche Entwicklungsphasen, ihr Sozialverhalten kann sich im Laufe der Jahre verändern.
Die Vergesellschaftung von Hund und Kaninchen funktioniert nur mit viel Feingefühl für beide Tierarten. Sollte man den geringsten Zweifel hegen, ist es besser, auf den Versuch einer Vergesellschaftung zu verzichten. Zu groß sind die Risiken – insbesondere für das Kaninchen.

Kaninchen und Katze3. Kaninchen gemeinsam mit Katzen halten

Auch bei der Konstellation Kaninchen und Katze ist es eher ein Vorteil, wenn die Kaninchen bereits im Haushalt leben, bevor der junge Stubentiger dazukommt. Allerdings sind Katzen ihrer Natur nach ausgeprägte Jäger. Daher sollten die Kaninchen mindestens drei Monate alt sein, bevor beide Tierarten direkten Kontakt haben. Babys oder Jungkaninchen passen gut in das Beuteschema von Katzen und wären auch bei verschmusten Samtpfoten gefährdet.

Ebenso wie Hunde sollten auch Katzen langsam an die Kaninchen gewöhnt werden und nur unter Aufsicht Freundschaft schließen. In dieser Zeit ist es wichtig, dass du keines deiner Haustiere bevorzugst oder vernachlässigst. Jeder Vierbeiner sollte die gleiche Aufmerksamkeit erhalten. Insbesondere Katzen reagieren sehr eifersüchtig, wenn sie sich zurückgesetzt fühlen. Ihren Frust lassen sie dann gerne an den Kaninchen aus. Wobei erwachsene Kaninchen nicht so wehrlos sind, wie sie scheinen mögen. Sie verstehen es sehr gut, Gegner mit Krallen und Zähnen zu bearbeiten, sodass mancher gestandener Kater schon das Weite gesucht hat.

Können Kaninchen und Katzen Freunde werden?

Im Grunde ist eine gemeinsame Haltung von Kaninchen und Katzen einfacher und für die Langohren auch auf lange Sicht ungefährlicher als bei einer Hundehaltung. Allerdings werden Hoppelmann und Stubentiger nicht unbedingt die besten Freunde. Auch hier hapert es an der gegenseitigen Verständigung. Vielmehr akzeptieren sie sich gegenseitig und leben nebeneinander her. Wie immer gibt es aber auch in einer solchen Konstellation Ausnahmen und dicke Freundschaften. Vorsicht ist allerdings vor streunenden Katzen geboten, die Kaninchen in einem Außengehege angreifen könnten. Das sollte rundherum und auch oben geschlossen sein.

Fazit:

Eigentlich lieben alle Tiere ihren Sozialpartner, denn nur mit einem Artgenossen klappt die hundertprozentige Verständigung. Das gilt insbesondere für Kaninchen. Unter bestimmten Voraussetzungen können sie aber auch mit Meerschweinchen, Hunden oder Katzen unter einem Dach zusammenleben.

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