Kaninchen-Impfung – Kosten und Notwendigkeit

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Kaninchen ImpfungBösartige Virusinfektionen können ungeschützten Kaninchen gefährlich werden. Vorbeugende Impfungen können dagegen ihr Leben retten und dich vor Kummer bewahren.

Zwergkaninchen und die größeren Stallkaninchen sind seit vielen Jahrzehnten beliebte Haustiere. Das flauschig weiche Fell, das drollige Aussehen und nicht zuletzt ihr ruhiges und unaufdringliches Wesen machen sie zu einem tollen Gefährten für Groß und Klein. Und das nicht nur für wenige Jahre, denn bei artgerechter Haltung können gesunde Tiere zwischen 8 und 12 Jahre alt werden. Um für guten Schutz ihrer Gesundheit zu sorgen, sollten sie regelmäßig gegen gefährliche Krankheitserreger geimpft werden. Hier erfährst du, welche Impfungen die Gesundheit deiner Kaninchen schützen können und warum sie sinnvoll sind.

Im Laufe eines Kaninchenlebens können auch die Langohren mal krank werden. Häufig treten Erkrankungen mit Durchfall und Schnupfen oder Zahnerkrankungen auf. In den meisten Fällen sind diese Krankheiten bei schneller und guter Behandlung harmlos. Doch leider sind Kaninchen auch anfällig gegen weniger harmlose Leiden wie die Myxomatose oder RHD. Steckt sich eine nicht immunisierte Schnüffelnase an, verläuft diese Krankheiten zu (fast) 100 Prozent tödlich. Die beiden Viruserkrankungen erklären wir dir hier im Detail.

1. Was verbirgt sich hinter der Kaninchenpest?

Eine der ältesten Kaninchenkrankheiten ist Myxomatose. Dabei handelt es sich um einen Pockenvirus, der in den 1950er Jahren von Südamerika nach Europa eingeführt wurde, um die Überpopulation von Wildkaninchen einzudämmen. Während Feldhasen und andere Säugetiere wie wir Menschen gegen das Virus immun sind, stecken sich leider auch Hauskaninchen an. Daher nennt man die Erkrankung auch Kaninchenpest.

Symptome der Myxomatose zeigen sich in der Regel durch Rötungen und Schwellungen an den Augen. Sie setzen sich über alle Körperöffnungen wie Nase, Ohren und Mäulchen bis zu den Genitalien fort. Die Kaninchen leiden meist an Atemnot und bekommen hohes Fieber. Von der Infektion bis zum sicheren Tod eines Tieres vergeht in aller Regel eine lange Leidenszeit zwischen zwei und drei Wochen. Übertragen wird das Virus zumeist durch Mücken oder andere stechende Insekten, aber auch durch verunreinigtes Gras oder Heu.

Ist Myxomatose heilbar?

Ihrem Instinkt folgend zeigen dir Kaninchen erst nach vielen Tagen, dass sie ernstlich krank sind. Der Tierarzt kann bei einem Myxomatose-Leiden nur bedingt helfen. Es lassen sich lediglich leichte Erkrankungen mit viel Glück eventuell erfolgreich behandeln. Im Regelfall wird das Immunsystem des Patienten so stark geschädigt, dass ihm nicht mehr zu helfen ist. Üblicherweise muss der Tierarzt daher bei einer Myxomatose-Erkrankung dazu raten, das infizierte Kaninchen von seinem Leid zu erlösen und einzuschläfern.

Gegen Virusinfektionen gibt es leider keine ursächliche medizinische Therapie. Als Kaninchenbesitzer kannst du deine Tiere nur vorbeugend impfen lassen. Bis vor einigen Jahren war noch eine halbjährliche Impfung erforderlich. Inzwischen ist ein Impfstoff erhältlich, der Kaninchen bis zu 12 Monate vor einer Infektion schützt.

2. Was ist die Chinaseuche?

Die zweite für Kaninchen sehr gefährliche Viruserkrankung ist die so genannte „Rabbit Haemorrhagic Disease“, die mit RHD abgekürzt wird. Im Volksmund wird sie auch Chinaseuche genannt, weil sie 1984 erstmals in China auftrat. Nur kurze Zeit später breitete sie sich auch in Europa aus und erreichte schließlich auch Deutschland flächendeckend. Besonders gefährlich ist die 2010 entdeckte Virusmutation, die sich RHDV2 nennt.

Auch gegen die RHD-auslösenden Virenstämme gibt es kein wirksames Gegenmittel. Kaninchen, die an RHD erkranken, sterben. Das aggressive Virus verhindert die Gerinnung des Blutes und löst schwere Atemwegsblutungen aus. In nur wenigen Stunden bis Tagen stirbt ein erkranktes Kaninchen an Organversagen. Bei einer RHDV2-Infizierung tritt der Tod besonders schnell ein. Mancher Besitzer findet morgens Kaninchen tot im Stall vor, die am Abend zuvor noch munter Heu geknabbert hatten. Übertragen wird das Virus überwiegend durch den Kontakt mit infizierten Artgenossen sowie durch verseuchtes Grünfutter oder Heu. Für andere Tiere oder gar Menschen ist das Virus hingegen ungefährlich.

Wenn du plötzliche Todesfälle unter deinen Kaninchen feststellst, solltest du zügig den Rat deines Tierarztes einholen. Zwar kann der Veterinär die verstorbenen Langohren nicht mehr retten, dir dafür aber bei dem Schutz der Überlebenden Tiere helfen. Wie auch schon bei der Myxomatose hilft auch gegen die Chinaseuche nur eine vorbeugende Impfung.

Wie häufig muss ein Kaninchen geimpft werden und wie hoch sind die Kosten?

Bis Ende 2016 gab es einen kombinierten Wirkstoff gegen die Infektionskrankheiten Myxomatose und RHD, der einmal jährlich beim Tierarzt aufgefrischt werden musste. Dieser Impfstoff wirkt allerdings nicht gegen die Mutation RHDV2. Tierärzte empfehlen daher, Kaninchen alle sechs Monate gegen RHDV2 impfen zu lassen. Der Grund für die kurzen Intervalle ist die permanente Weiterentwicklung des Serums. Die Immunisierung gegen Myxomatose erfolgt mit aktuellen Impfstoffen dagegen einmal im Jahr.

Die jährlichen Kosten für die Impfungen (1x Myxo, 2x RHDV2) belaufen sich auf circa 50 Euro pro Kaninchen. Gewissenhafte Tierärzte untersuchen deine Kaninchen jedoch zuvor eingehend, denn nur gesunde Tiere sollte geimpft werden. Nur so kann das Immunsystem ausreichend auf die Impfung reagieren und ein Impfschutz kann entstehen. Auch Stress kann die Immunreaktion negativ beeinflussen. Etwa wenn Kaninchen gerade erst vergesellschaftet wurden oder in ihr neues Zuhause eingezogen sind. Jungtiere dürfen übrigens erst ab der vierten Lebenswoche geimpft werden, davor sind sie durch die Aufnahme der Muttermilch geschützt.

Einige empfehlenswerte Vorsichtsmaßnahmen

Kaninchen, die noch nicht geimpft wurden, sollten zunächst in Innenhaltung verbleiben. Es empfiehlt sich, Fenster mit Insektenschutzgittern auszustatten und auf die Gabe von frischem Grün aus dem eigenen Garten oder von öffentlichen Grünflächen zu verzichten. Stattdessen kannst du frisches Gemüse aus dem Supermarkt zufüttern, das zuvor gründlich gewaschen wurde. Vor der Fütterung und dem Umgang mit deinen Kaninchen solltest du dir die Hände reinigen. Heu und getrocknete Kräuter aus dem Zoofachhandel führen deinen Kaninchen gesunde Nährstoffe und Vitamine zu, die sie benötigen. Einige Tage nach der Impfung dürfen die Tiere dann auch ins Freie.

Fazit:

Die Impfungen gegen die Virusinfektionen Myxomatose und Rabbit Haemorrhagic Disease sowie die damit verbundenen Tierarztkosten solltest du gleich bei der Anschaffung von Kaninchen berücksichtigen. Auch wenn sich deine Kaninchen nur in der Wohnung aufhalten, kannst du nie sicher sein, dass nicht doch ein Insekt eine der gefährlichen Krankheiten überträgt oder dass deine Mümmler etwas fressen, das Keime enthält. Schütze deine Kaninchen Ihrer Gesundheit zuliebe.

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Kommentare, Fragen und Antworten
  1. SABINA Ulrich sagt:

    WENN ICH IN DER SCHWEIZ WOHNE UND MEINE KANINCHEN MIT IN DEN SCHWARZWALD NEHMEN WILL WAS MÜSSEN WIR ALLES IMPFEN

    1. ZooRoyal sagt:

      Hallo Sabina,

      vielen Dank für deinen Kommentar.
      Wir gehen nach unserem aktuellen Kenntnisstand davon aus, dass es für den von dir beschriebenen Fall keine rechtlich vorgeschriebenen Impfungen gibt. Erkundige dich in dieser Sache aber bitte rechtzeitig vor der Einreise bei den zuständigen Behörden Deutschlands und der Schweiz.
      Unabhängig von möglicherweise gesetzlich vorgeschriebenen Impfungen ist in aller Regel ein Impfschutz gegen Myxomatose und RHD sinnvoll. Hierzu kann dich dein Tierarzt beraten.

      Wir wünschen dir eine gute Reise und einen schönen Aufenthalt im Schwarzwald!

      Viele Grüße
      dein ZooRoyal-Team

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