Dürfen Katzen Wassermelone essen?

Verfasst von Thomas Brodmann
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Katze beschnuppert ein Stück Wassermelone, das ihr vorgehalten wird.

Katzen sind zwar reine Fleischfresser, aber gelegentlich dürfen sie ein Stück Wassermelone essen. Allerdings nur in kleinen Mengen und nur unter bestimmten Voraussetzungen, denn ihr Verdauungssystem ist in erster Linie auf die Verarbeitung tierischer Proteine spezialisiert. Zu viel Melone kann zu gesundheitlichen Problemen führen.

Wie viel Wassermelone darf eine Katze fressen?

Wassermelone besteht zu rund 90 Prozent aus Wasser. Sie enthält aber auch natürlichen Fruchtzucker. Die Verdauung einer Katze ist nicht darauf ausgelegt, größere Mengen an Kohlenhydraten zu verdauen. Je nach Größe und Gewicht der Katze sollte die Ration entsprechend klein ausfallen. Mehr als ein bis zwei mundgerechte Melonenstücke (etwa 1–2 cm groß) sollten es nicht sein – und das auch nicht täglich. Beschränke diese Extra-Snacks auf zwei bis drei Fütterungen pro Woche. Wird der Kot weicher und du befürchtest einen Zusammenhang mit der Wassermelone, dann verzichte zukünftig darauf.

Dürfen Kitten Wassermelone essen?

Bei Kitten solltest du besser auf Wassermelone verzichten. Zwar ist das Fruchtfleisch nicht giftig, aber junge Katzen haben ein sehr empfindliches Verdauungssystem, das sich noch in der Entwicklung befindet. Selbst kleine Mengen einer ungewohnten Nahrung können Durchfall oder Bauchgrummeln verursachen.

Konzentriere dich in den ersten Lebensmonaten ausschließlich auf ein hochwertiges Kittenfutter mit einem hohen Fleischanteil. Erst ab dem Erwachsenenalter kannst du zum Beispiel an einem heißen Sommertag gelegentlich eine winzige Obstportion als Erfrischung anbieten.

Sind Wassermelonen gut für Katzen?

Wassermelonen sind keine Vitaminbomben, wie manch andere Frucht, aber sie enthalten durchaus einige Nährstoffe:

  • Vitamin A
  • Vitamin C
  • Vitamin B6
  • Kalium
  • Antioxidantien

Für den Menschen sind das durchaus wertvolle Inhaltsstoffe. Für Katzen relativiert sich der Nutzen jedoch, da sie beispielsweise Vitamin C selbst synthetisieren können und der Bedarf an pflanzlichen Antioxidantien sehr gering ist.
Aus gesundheitlichen Gründen ist Wassermelone daher unerheblich. Jedoch liefert sie viel Wasser, was bei trinkfaulen Katzen einen Vorteil darstellt. In solchen Fällen solltest du aber besser auf ein gutes Nassfutter setzen, womit du automatisch den Flüssigkeitsbedarf deines Tiers zu einem Großteil decken kannst.

Sind Teile einer Wassermelone giftig für Katzen?

Das rote Fruchtfleisch einer Wassermelone ist für Katzen nicht giftig – Schale und Kerne sind dagegen nicht geeignet.

Schale

Sie ist sehr hart, schwer verdaulich und kann zu Magen-Darm-Problemen führen. Außerdem kann sie Spuren von Pestizidrückständen enthalten, weshalb du sie immer komplett entfernen solltest. Von Vorteil ist Bio-Obst, aber schneide die Schale auch in diesem Fall weg.

Kerne

Sie können bei jungen oder kleinen Katzen ein Erstickungsrisiko darstellen. Außerdem enthalten sie Verbindungen von Blausäure, die während der Verdauung freigesetzt werden könnten. In größeren Mengen kann es theoretisch sogar zu einem Darmverschluss kommen. Entferne daher immer alle Kerne.

Dürfen Katzen andere Melonen essen?

Neben wenigen, kleinen Stücken von Wassermelone dürfen Katzen theoretisch auch Honigmelone essen. Sie enthält ähnlich viel Zucker und Wasser, aber etwas mehr Ballaststoffe. Manche Katzen scheinen den süßen Duft zu mögen, andere ignorieren ihn. Das ist normal, da Katzen keine Geschmacksknospen für Süßes haben. Sie können von einer Wassermelone also nicht so überwältigt sein, wie du es vielleicht bist. Zeigen sie kein Interesse daran, solltest du ihnen auch keine anbieten, um sie gar nicht erst in Versuchung zu bringen.

Welches Obst dürfen Katzen nicht essen?

Obst ist nicht im natürlichen Speiseplan einer Katze enthalten. Sie benötigt es nicht, um mit den für sie lebenswichtigen Nährstoffen versorgt zu werden. Manche Obstsorten eignen sich zwar als gelegentlicher kleiner Snack, andere wiederum sind ungeeignet oder sogar gefährlich:

  • Trauben und Rosinen:
    Sie können bei Katzen – ähnlich wie bei Hunden – Nierenprobleme verursachen und sollten grundsätzlich tabu sein.
  • Avocado:
    Sie enthält Persin, das für viele Tiere problematisch sein kann.
  • Zitrusfrüchte (z. B. Zitrone, Orange, Grapefruit):
    Die enthaltenen ätherischen Öle und Säuren können Magenreizungen auslösen.
  • Kernobst:
    Die Kerne von Kirschen, Pfirsichen oder Aprikosen enthalten Amygdalin, das sich im Körper zu Blausäure verwandeln kann.
  • Dosenobst:
    Dieses enthält oft zusätzlichen Zucker und ist völlig ungeeignet für Katzen.

Was passiert, wenn Katzen zu viel Wassermelone fressen?

Wenn deine Katze zu viel Wassermelone frisst, können bei ihr folgende Symptome auftreten:

  • Durchfall
  • Blähungen
  • Erbrechen
  • Bauchschmerzen

Der enthaltene Zucker kann zudem langfristig Übergewicht begünstigen. Bei Katzen mit Diabetes kann Fruchtzucker den Blutzuckerspiegel negativ beeinflussen. Sie sollten deshalb keinesfalls Melone oder andere Früchte bekommen. Weist dein Tier aufgrund des Verzehrs von Melone anhaltend Beschwerden auf, solltest du tierärztlichen Rat einholen.

Was sollte ich beachten, wenn ich meiner Katze Melone gebe?

Wenn du deiner Katze Melone anbieten möchtest, beachte folgende Punkte:

✔️ Verwende nur reifes, frisches Fruchtfleisch
✔️ Entferne Schale und Kerne vollständig
✔️ Schneide kleine Stücke heraus
✔️ Zimmertemperatur statt kühlschrankkalt anbieten
✔️ Nur eine kleine Menge servieren
✔️ Achte auf Unverträglichkeiten deiner Katze
✔️ Biete deiner Katze keine Melone an, wenn sie an Diabetes leidet, übergewichtig ist oder empfindlich auf unbekannte Nahrung reagiert.

Fazit

Katzen dürfen Wassermelone essen, aber nur in sehr kleinen Mengen und als gelegentliche Ausnahme. Das Fruchtfleisch ist nicht giftig, bietet einer Katze jedoch kaum ernährungsphysiologische Vorteile. Aus Gesundheitsgründen besteht daher kein Nutzen durch den Verzehr von Melone. Alle wichtigen Nährstoffe kannst du mit Hilfe eines hochwertigen Katzenfutters liefern. Möchte deine Katze ein Stückchen probieren, entferne die Schale und alle Kerne. Bei Kitten, übergewichtigen Katzen oder Tieren mit Stoffwechselproblemen solltest du auf Melone verzichten.

Quellen

  • Simon, Swanie (2008). BARF - Biologisch Artgerechtes Rohes Futter für Hunde. Drei Hunde Nacht
  • Esch-Völkel, Sylvia (2014). Buntes für den Hund. Kalidor
  • Dr. Bucksch, Martin (2017). Gesunde Ernährung für Hunde: Fertigfutter oder selbstgemacht - gesundes Futter für jeden Hund. KOSMOS Verlag
  • Meyer, Helmut (2016). Ernährung des Hundes: Grundlagen - Fütterung - Diätetik. Enke

Thomas Brodmann

Thomas Brodmann, Autor & Tierfotograf

Als freier Journalist und Fotograf ist Thomas auf Haustiere und Wildtiere spezialisiert - mit mittlerweile bereits über 20 Jahren Erfahrung. Er schrieb bereits für zahlreiche bekannte Tiermagazine und veröffentlichte 2017 sein Buch "Unser Hund fit und gesund", in dem er wertvolle Tipps rund um die Ernährung und Gesundheit von Hunden gibt.

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