Dürfen Katzen Gurke essen?

Verfasst von Thomas Brodmann
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Katze schnuppert an einer Gurke auf einer Holzfläche.

Gurke interessiert Katzen in der Regel wenig und ist für sie nicht besonders schmackhaft. Wenn dein Tier ein kleines Stückchen probieren möchte, spricht im Allgemeinen nichts dagegen. Gurken sind nicht giftig für Katzen – allerdings sollte es sich hierbei um eine naturbelassene, nicht bittere Salatgurke handeln. Alle anderen Varianten sowie größere Mengen an Gurke könnten Verdauungsprobleme verursachen.

Wie viel Gurke darf eine Katze fressen?

Katzen sollten nicht zu viel Gurke essen, denn ihre natürliche Ernährungsweise umfasst so gut wie keine pflanzlichen, sondern fast ausschließlich tierische Bestandteile. Hauskatzen zählen zu den Fleischfressern, deren Verdauungsapparat entsprechend angelegt ist. Gurke und anderes Gemüse sind für sie fremd, weshalb sie maximal einen kleinen Teil ihrer Ernährung ausmachen sollten. Wenn deine Katze tatsächlich Lust auf Gurke hat, dann gib ihr höchstens ein bis zwei kleine Stücke. Eine tägliche Ration ist nicht anzuraten, da sonst ein Gewöhnungseffekt sowie Verdauungsprobleme auftreten könnten.

Falls du Abwechslung in der Ernährung bieten möchtest, konzentriere dich besser auf katzengerechte Snacks.

Dürfen Kitten Gurke essen?

Kitten sollten keine Gurken essen, denn ihr Verdauungssystem ist sehr empfindlich. Idealerweise beschränkst du dich ausschließlich auf ein hochwertiges Kittenfutter, das dein Kätzchen mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt, die es für ein gesundes Wachstum benötigt. Du tust deinem Kitten keinen Gefallen, wenn du ihm Obst oder Gemüse zum Probieren gibst. Dein Kleines ist sicherlich neugierig, kann aber nicht wissen, dass solche Versuche schnell zu Bauchweh und Verdauungsproblemen führen können. Belasse es bei der Ernährung von Kitten bei einem speziell an die Bedürfnisse angepassten Kittenfutter und katzengerechten Leckerlis.

Sind Salatgurken gesund für Katzen?

Salatgurken bestehen zu 95 % aus Wasser und enthalten nur geringe Mengen an Nährstoffen. Dazu gehören:

  • Vitamin K
  • Vitamin C
  • Kalium
  • Ballaststoffe

Für Menschen sind Gurken ein gesunder Snack – für Katzen spielen sie dagegen keine nennenswerte Rolle. Katzen sind Karnivoren, das heißt, sie beziehen ihre Nährstoffe aus tierischen Quellen. Zwar sind Gurken kalorienarm und können für eine zusätzliche Flüssigkeitsaufnahme sorgen, allerdings begünstigen sie bei empfindlichen Tieren Durchfall und Blähungen. Belasse es daher bei einer kleinen Menge. Hochwertige Katzensnacks sind für Katzen deutlich gesünder als Gurken. Solltest du dir wünschen, dass deine Katze mehr trinkt, dann stelle lieber in jedem Raum ein Wasserschälchen auf.

Dürfen Katzen die Schale einer Gurke essen?

Grundsätzlich dürfen Katzen auch die Schale einer Gurke essen – allerdings besteht bei dieser immer eine erhöhte Gefahr, dass sie mit Pestiziden oder anderen Rückständen belastet ist. Idealerweise nutzt du ausschließlich Bio-Gurken und säuberst die Schale gründlich. Noch besser ist es, du schälst die Gurke, bevor du deiner Katze ein Stückchen zum Probieren gibst. Die Schale ist schwerer verdaulich als das Fruchtfleisch und kann somit das Auftreten von Magen-Darm-Beschwerden beschleunigen.

Sind Gurkenpflanzen giftig für Katzen?

Gurkenpflanzen sind für Katzen nicht giftig. Allerdings zählen sie ebenso wie Kürbisse und Zucchini zu den Kürbisgewächsen. Diese können sogenannte Cucurbitacine, also Bitterstoffe enthalten, die für Katzen problematisch sein können. Sie treten vor allem bei bitter schmeckenden Gurken auf, die vermehrt im privaten Anbau vorkommen. Gurken aus dem Handel enthalten in der Regel keine nennenswerten Mengen dieser Bitterstoffe, weil entsprechend angepasste Sorten gezüchtet werden.

Bei Gurkenpflanzen aus dem eigenen Garten solltest du vorsichtig sein: Schmeckt eine Gurke bitter, sollte sie keinesfalls von deiner Katze gefressen werden. Pflanzenteile wie Blätter oder Stängel werden von Katzen zwar zumeist nicht in größeren Mengen gefressen, können aber im Zweifel zu einer Magen-Darm-Reizung führen. Sicher ist es, wenn du Katzen möglichst vom Knabbern an Gemüsepflanzen abhältst. Biete ihnen stattdessen reichlich Katzengras an.

Warum haben Katzen Angst vor Gurken?

Videos, in denen Katzen vor plötzlich auftauchenden Gurken in die Luft springen, sind vor allem ein Schreckreaktions-Phänomen und haben weniger mit einer Gurke an sich zu tun. Die Gurke wird meist heimlich hinter der Katze platziert, während sie frisst oder entspannt ist. Dreht sie sich um, sieht sie plötzlich einen unbekannten, länglichen Gegenstand in unmittelbarer Nähe. Viele Katzen interpretieren dieses unerwartete Objekt als potenzielle Gefahr oder denken möglicherweise instinktiv an die Form eines Schlangenkörpers und reagieren panikartig.

Wir möchten dringend davon abraten, solche „Gurkenstreiche“ nachzuahmen. Sie können Stress, Angstverhalten und Vertrauensverlust auslösen.

Gemüse für Katzen

Gemüse sollte kein Hauptbestandteil der Ernährung einer Katze sein. Es handelt sich bei ihnen um Fleischfresser, deren Verdauung entsprechend ausgelegt ist. Gemüse kommt höchstens als kleine Ergänzung auf dem Speiseplan infrage. Folgende Gemüsesorten dürfen Katzen im gekochten Zustand in kleinen Mengen essen:

  • Gurken
  • Karotten
  • Erbsen
  • Kürbis
  • Zucchini
  • Brokkoli
  • Pastinake
  • Spinat

Was passiert, wenn Katzen zu viel Gurke fressen?

Frisst eine Katze zu viel Gurke, können die schwer verdaulichen Pflanzenbestandteile den Magen-Darm-Trakt belasten. Die Folge können Bauchschmerzen, Blähungen, weicher Kot und Durchfall sein. In den meisten Fällen sind die Symptome harmlos und klingen von selbst wieder ab. Bei anhaltenden Beschwerden solltest du einen Tierarzt aufsuchen und zukünftig auf das Füttern von Gurke verzichten.

Was sollte ich beachten, wenn ich meiner Katze Gurke gebe?

Bedenke bitte, dass Gurken keine nennenswerten gesundheitlichen Vorteile für Katzen bringen. Zeigt deine Katze kein Interesse an Gemüse, biete ihr auch keines an. Möchte sie dagegen ein Stückchen Gurke probieren, dann beachte folgendes:

  • Wähle nur frische, naturbelassene Salatgurke, keine eingelegten, gewürzten oder gesalzenen Produkte.
  • Achte darauf, dass es sich nicht um bittere Gurken handelt.
  • Verwende idealerweise nur Bio-Gurken.
  • Wasche die Gurke gründlich und schälen sie, um Rückstände und schwer verdauliche Pflanzenteile zu vermeiden.
  • Schneide die Gurke in kleine, mundgerechte Stücke.
  • Beginne mit einer sehr kleinen Menge und beobachte, wie deine Katze darauf reagiert. Bei Desinteresse solltest du den Vorgang abbrechen und nicht wiederholen.
  • Gurke dient höchstens als seltener und in geringen Mengen geeigneter Leckerli-Ersatz.
  • Frage bei bestehenden Erkrankungen, empfindlicher Verdauung oder speziellen Diäten vorher deinen Tierarzt.

Fazit

Gurken sind für Katzen nicht giftig und können gelegentlich in kleinen Mengen gefüttert werden. Einen echten gesundheitlichen Nutzen haben sie jedoch nicht, da Katzen als Fleischfresser kaum von pflanzlichen Nährstoffen profitieren. Wenn deine Katze Gurke mag, kannst du ihr hin und wieder ein kleines Stück anbieten. Achte aber darauf, dass es sich nicht um eine bittere Gurke handelt. In diesem Fall oder bei einer zu großen Menge an Gurke drohen Verdauungsprobleme. Möchtest du deiner Katze etwas Gutes tun und für ein wenig Abwechslung sorgen, solltest du besser auf katzengeeignete Snacks zurückgreifen und auf Gemüse weitestgehend verzichten.

Quellen

  • Simon, Swanie (2008). BARF - Biologisch Artgerechtes Rohes Futter für Hunde. Drei Hunde Nacht
  • Esch-Völkel, Sylvia (2014). Buntes für den Hund. Kalidor
  • Dr. Bucksch, Martin (2017). Gesunde Ernährung für Hunde: Fertigfutter oder selbstgemacht - gesundes Futter für jeden Hund. KOSMOS Verlag
  • Meyer, Helmut (2016). Ernährung des Hundes: Grundlagen - Fütterung - Diätetik. Enke

Thomas Brodmann

Thomas Brodmann, Autor & Tierfotograf

Als freier Journalist und Fotograf ist Thomas auf Haustiere und Wildtiere spezialisiert - mit mittlerweile bereits über 20 Jahren Erfahrung. Er schrieb bereits für zahlreiche bekannte Tiermagazine und veröffentlichte 2017 sein Buch "Unser Hund fit und gesund", in dem er wertvolle Tipps rund um die Ernährung und Gesundheit von Hunden gibt.

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