Jämthund im Rasseportrait

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Jämthund

Steckbrief

Jagdhunde
Herkunft Schweden Lebenserwartung 12-13 Jahre
FCI-Standard FCI Gruppe 5: Spitze und Hunde vom Urtyp Funktion Jagdhunde
Größe Mittelgroße Hunderassen Häufige Krankheiten Keine
Gewicht nicht vorgegeben Felllänge dicht, eher kurz mit Unterwolle
Charakter/Wesen aufgeweckt, freundlich Fellfarbe Helleres oder dunkleres Grau
Besonderheiten

selten

Rassenmerkmale und Erscheinungsbild

Wie sieht ein Jämthund aus?

Der Jämthund, auch „Schwedischer Elchhund“ genannt, ist eine typische nordische Hunderasse. Er ist ein mittelgroßer Jagdhund. Er trägt seine Rute über dem Rücken eingerollt. Sein allgemeines Erscheinungsbild beschreibt der Standard:

Der Jämthund ist ein großer, rechteckig gebauter, sauber umrissener und kräftiger Spitz. Er ist gut gewachsen, aber zugleich beweglich und von guter Statur. Der Körper darf nicht den Eindruck von Länge vermitteln, noch darf er zu schwer sein.

Der Jämthund hat ein dichtes, wetterunempfindliches, robustes Fell. Der Standard beschreibt sein Haarkleid mit:

Das Deckhaar ist ziemlich eng anliegend, aber nicht flach. Die Unterwolle ist kurz, weich, von heller Farbe, vorzugsweise crèmefarben. Die Behaarung an Kopf und an den Vorderseiten der Läufe kurz. Länger an Hals, Brust, Rute und der Rückseite der Vorderläufe und den Schenkeln.

Als Fellfarbe wird helleres oder dunkleres Grau gewünscht. Die Ohren sind immer aufgerichtet. Die Augen sind leicht oval. Ihre Farbe ist braun. Der Ausdruck ist aufgeweckt, aber ruhig.

Wie groß ist ein Jämthund?

Rüden sollen eine Widerristhöhe von etwa 61 Zentimetern vorweisen, Hündinnen von etwa 56 Zentimetern. Das Gewicht wird nicht vorgegeben.

Wie alt wird ein Jämthund?

Ein seriös gezüchteter Jämthund sollte eine Lebenserwartung von 12 bis 13 Jahren haben – und das bei bester Fitness.

Wesenszüge und Charaktereigenschaften

Welche Eigenschaften hat ein Jämthund?

Der Jämthund ist ein passionierter Jagdhund. Er wird hauptsächlich zur Elchjagd genutzt. Daher auch sein offizieller Name „Schwedischer Elchhund“ Darüber hinaus wird er auch zur Luchs-, Bären- oder Wildschweinjagd eingesetzt. Er ist ein vielseitiger, kräftiger Jagdhund nordischen Typ was das Aussehen als auch sein Wesen angeht. Der offizielle Standard beschreibt sein Wesen wie folgt:

Der Jämthund ist mutig und energisch, aber auch beherrscht und ruhig.

Sein Jagdtrieb gilt als gut steuerbar, wenn Herrchen und Frauchen nur mit viel Konsequenz und Hundeverstand an ihn herangehen. Der selbstbewusste, temperamentvolle Hund findet sich dann sehr gut in seine heute bevorzugte Rolle als Familienhund und Begleiter ein. Doch ist er immer noch sehr agil und braucht seine Auslastung. Dann ist der Schwede ein freundlicher, souveräner Familienhund. Im Wachen und Beschützen fühlt er sich ebenfalls wohl. Er geht gerne eine enge Bindung zu seinen Menschen ein. Er ist sehr anhänglich, kinderlieb, fröhlich. Der Jämthund ist allerdings kein Hund für Anfänger.

Herkunft & Geschichte

Wo kommt der Jämthund ursprünglich her?

Der schwedische Elchhund (Jämthund) ist ein Vertreter des Typs nordischer Hunde, die wir von Norwegen, Schweden, Finnland über Sibirien bis zur Bering-Straße sehen. Es ist ein Hundetypus, der die Menschen bereits seit der Altsteinzeit begleitet. Für seinen jagdlichen Einsatz unter den Bedingungen des hohen Nordens müssen Elchhunde besonders kräftig und ausdauernd sein. Von dieser Rasse wird erwartet, dass sie das Wild, häufig unter beträchtlichem Zeitaufwand, stellt, was Hunde von großer Stärke und Ausdauer erfordert. Früher wurde er mit dem kleineren norwegischen Elchhund als eine Rasse behandelt, später dann getrennt. 1946 erfolgte die offizielle Anerkennung durch den Welthundeverband Fédération Cynologique Internationale. In Deutschland wird der Schwede züchterisch vom Deutschen Club für Nordische Hunde im VDH betreut. Welpen fallen aber nur ganz vereinzelt.

Beliebte Mixe

Mixe mit Jämthund gibt es in Mitteleuropa so gut wie nicht.

Pflege, Gesundheit und Krankheiten

Ein Jämthund braucht während des Fellwechsels viel Pflege. Deckhaar und Unterwolle müssen dann täglich intensiv ausgebürstet werden. Ansonsten ist er ausgesprochen pflegeleicht.

Gibt es beim Jämthund rassetypische Krankheiten?

Der Schwede ist eine robuste Hunderasse.

Welches Futter ist für einen Jämthund am besten?

Der Jämthund ist ein problemloser Kostgänger. Natürlich ist hochwertiges Futter gut für seine Gesundheit und er schmeckt es auch. Wie die meisten Hunde mag er einen fleischigen Rinderknochen und frisches Fleisch. Der Schwede eignet sich selbstverständlich zum Barfen.

JämthundAktivitäten

Er ist zunächst einmal ein aktiver Jagdhund. Du kannst mit ihm aber auch viele Hundesportarten betreiben, z.B. Agility, Frisbee, Flyball, Fährtenarbeit. Die schnellen, ausdauernden Elchhunde sind gute Begleiter beim Joggen und Radfahren – gute Erziehung vorausgesetzt.

Überlegungen vor der Anschaffung

Wo kann man einen Jämthund kaufen?

Wenn du dich für einen Jämthund interessierst, solltest du dich bei einem Jämthund-Züchter vor Ort umschauen, der dem VDH angeschlossen ist. Das solltest du rechtzeitig in die Wege leiten, denn Welpen sind extrem rar.

Jämthund Erziehung und Haltung

Passt ein Jämthund zu mir?

Der Jämthund ist ein freundlicher, temperamentvoller Hund. Der Jäger will die Einbindung in die Familie und kann sich in diese auch anstandslos einordnen. Ideal ist ein Haus mit Garten auf dem Land. Der Jämthund ist ein treues Mitglied der Familie und toller Partner für Kinder. Hat er zu viel Langeweile kann er jedoch auch mal seine Energie am Mobiliar auspowern. Da der Jämthund immer noch viel Jagdtrieb hat, gestalten sich die Ausflüge mit ihm in die Natur nicht immer entspannt. Du solltest ihn zum einen gut erzogen haben, zum anderen immer im Auge behalten, damit du ihn rechtzeitig abrufen kannst. Mit einem Jämthund kannst du problemlos auf Reisen gehen. Im Auto empfiehlt sich – alleine schon wegen der Haare – eine Transportbox aus Aluminium. Ein Jämthund haart beim Fellwechsel zweimal im Jahr recht viel und muss täglich ausgebürstet werden. Das war es schon. Viel wichtiger ist es, dass Mensch wie Hund gemeinsames Interesse an viel Bewegung und Erkundungen in der Natur haben. Der Schwedische Elchhund ist selbstredend kein Couch-Potatoe. Aber er lässt sich gut erziehen. Er ist offen und ehrlich und arbeitet gerne mit Herrchen und Frauchen zusammen. Die Kunst liegt darin, das richtige Maß an Konsequenz und Führung für diesen sehr temperamentvollen und zugleich feinfühligen, intelligenten Hund zu finden. Die entscheidende Grundlage ist immer eine enge emotionale und vertrauensvolle gegenseitige Bindung. Für sein gutes Benehmen – was er locker kann – ist eine gewisse Auslastung Grundvoraussetzung. Ein unterforderter und so frustrierter Jämthund wird sich sicher auch nicht als folgsamer Begleiter bedanken. Aber das liegt alleine in der Macht seines Herrchens oder Frauchens.

Interessantes, Wissenswertes & Extras

Der Jämthund ist ein spannender, wie kerniger, uriger Jagdhund, der eine größere Beliebtheit verdient hat. Nur ganz selten fallen in Deutschland Würfe dieser interessanten schwedischen Hunderasse.


Christoph JungChristoph Jung Seit seiner Kindheit gehören Hunde zu den besten Freunden des Hundeforschers. Die Beziehung Mensch – Hund ist für ihn ein faszinierendes Thema, das ihn täglich beschäftigt und für das er sich auch öffentlich engagiert. Aus seiner täglichen Forschung entstand das Buch „Tierisch beste Freunde“. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


 

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