Gordon Setter im Rasseportrait

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Gordon Setter im Rasseportrait

Gordon Setter

Jagdhunde
Herkunft UK Lebenserwartung ca. 12 Jahre
FCI-Standard FCI Gruppe 7: Vorstehhunde Funktion Jagdhunde
Größe Große Hunderassen Häufige Krankheiten keine
Gewicht 25-30 kg Felllänge mittellang
Charakter/Wesen intelligent, gelassen, mutig, freundlich, ausgeglichen Fellfarbe schwarz mit roten Abzeichen
Besonderheiten

keine

Herkunft und Rassegeschichte

Der Gordon Setter ist ein sehr eleganter, mittelgroßer Jagdhund aus Großbritannien. Er zählt zu den Vorstehhunden. Ein Vorstehhund steht vor und zeigt dem Jäger mit seinem ganzen Körper, meist auch mit einer ausgestreckten Vorderpfote und lang gezogenem Hals, wo sich das Wild befindet. Meist werden mit ihm Vögel oder Hasen gejagt, die sich verstecken bzw. abducken und von den hervorragenden Sinnen des Hundes entdeckt werden, lange bevor wir Menschen es wahrnehmen können. Die ganz frühen Setter zeigten das Wild nicht im Stehen vielmehr im Liegen an. Daher wurden sie Setting Dogs genannt, woraus später das „Setter“ entstand.

Alle vier langhaarigen Setter-Rassen, der English Setter, der Irish Setter, der Irish red and white Setter und der Gordon Setter, stammen von diesen alten Setting Dogs ab und wurden erst ab 1860 in verschiedene Farben und Rassen getrennt. Die Setting Dogs wiederum sollen aus Kreuzungen von Spaniel und Pointer, dem klassischen Vorstehhund, entstanden sein. Die Nähe zum Pointer wurde 2017 durch eine umfassende Gen-Analyse über mehr als 100 Hunderassen mit mehr als 13.000 Hunden durch ein Team von Genetikern um Heidi Parker bestätigt. Setter sind über das Vorstehen hinaus auch hervorragende Apportierer aus dem Wasser. Der moderne Einzeljäger mit seinen zuverlässigen, weitreichenden Schusswaffen verlangte nach angepassten Jagdhunden, die alle Aufgaben des Jagdhelfers ausfüllen. So ging die jagdliche Bedeutung der klassischen Vorstehhunde zurück. Trotzdem sind die Setter immer noch sehr leistungsfähige Jagdhunde.

Der Gordon Setter zeichnet sich durch sein schwarz-rotes Haarkleid aus. Diese Farbgebung wurde schon Ende des 18. Jahrhunderts beschrieben und ab etwa 1810 vom Lord Alexander Gordon of Banffshire in Schottland systematisch gezüchtet. Mit der Gründung des britischen Kennel Clubs 1873 wurde der Standard des Gordon Setters, wie wir ihn heute kennen, festgelegt. Seither sind dreifarbige Hunde nicht mehr zugelassen. Die offizielle Rassebezeichnung lautete damals jedoch noch „Black-and-Tan-Setter“. Erst 1924 wurden die Hunde nach dem Lord in „Gordon Setter“ umbenannt. In Deutschland vertreten der Gordon-Setter-Club Deutschland und der Verein für Pointer und Setter diese Hunderasse im VDH (Verband für das Deutsche Hundewesen). Zwischen 200 und 400 Gordon Setter Welpen fallen pro Jahr unter dem Dach des VDHs.

Beschreibung

Der Gordon Setter ist ein sehr eleganter, durchaus kräftiger, mittelgroßer Hund. Er hat ein mittellanges Fell und ist eine ausgesprochen gut proportionierte, harmonische Erscheinung. Der Gordon zeigt keine Übertreibungen in seinen körperlichen Merkmalen. Die Oberlinie seines Körpers soll horizontal sein. Der offizielle Standard der Rasse beschreibt ihn als: „eleganten Hund, mit den Konturen des Vollblüters. Sein Körperbau ist ausgewogen und mit dem eines leistungsfähigen Jagdpferdes vergleichbar. Vollkommen harmonische Proportionen.“

Das Fell soll am Kopf, an den Vorderseiten der Läufe und an den Spitzen des Behangs kurz und fein sein, an allen anderen Körperteilen soll es mäßig lang, glatt und ohne Locken oder Wellung sein. Als Farbe fordert der Standart ein „tiefglänzendes Kohlschwarz, ohne Rostschimmer, mit kastanienrotem, d.h. leuchtendem  Brand“. Die Rüden haben eine Widerristhöhe von etwa 66 Zentimetern und die Hündinnen bei 62 cm. Beim Gewicht gelten 25 bis 30 Kilogramm als Norm.

Charakter und Wesen

Zunächst sollte man im Bewusstsein haben, dass der Gordon Setter ein Jagdhund ist. Er braucht also viel Bewegung in der Natur. Allerdings wird er aufgrund seiner attraktiven äußeren Erscheinung, seines umgänglichen Wesens und seiner hohen Lernfähigkeit seit langem auch als Begleiter und Familienhund geschätzt. Der Gordon Setter hat – außerhalb der Jagd – ein ausgesprochen entspanntes, freundliches Wesen, dem Aggressivität geradezu fremd ist. Seine wachen Sinne, sein lebhaftes Temperament und seine körperliche Leistungsfähigkeit sind jedoch Verpflichtung, diesen Hund angemessen zu fordern und zu fördern. Man muss mit ihm arbeiten und zudem Führungsqualitäten haben.

Der starke, agile Hund braucht eine starke jedoch einfühlsame Hand. Wenn man Naturliebhaber ist und gerne wandert, ist er ein idealer Begleiter. Auf der Grundlage eines vertrauensvollen Verhältnisses und einer konsequenten Erziehung kann man diesen Jagdhund sogar ohne Leine kontrollieren. Es ist beeindruckend, wie gut er sich führen lässt, ohne dabei unterwürfig zu sein. Er ist ein mitdenkender Partner, weiß aber, wo die Hausordnung hängt. Die emotionale Eingebundenheit in seine menschliche Familie ist für ihn elementares Bedürfnis.

Haltung

Der Gordon Setter ist in erster Linie ein Jagdhund. Bei der Jagd zeigt er sich als professioneller Allrounder. Es ist faszinierend, diese Hunde bei ihrer Arbeit, besonders beim Vorstehen zu erleben. Der Gordon Setter erledigt seine Arbeit mit voller Inbrunst aber lautlos. Wird er nichtjagdlich gehalten, so braucht er entsprechend Beschäftigung in Form von langen Spaziergängen durch die Natur oder Herausforderungen im Hundesport. Der Gordon Setter kann problemlos beim Reiten, Joggen oder Radfahren mithalten. Dabei muss man immer im Auge haben, dass seine Jagdinstinkte mit ihm durchgehen können.

Der Gordon Setter braucht unbedingt den persönlichen Anschluss an Herrchen und Frauchen und deren Familie. Artgerecht gefordert und ausgelastet ist er ein hervorragender Familienhund und Partner der Kinder. Wird der Jagdhund körperlich oder geistig unterfordert kann dies auf Dauer zu Verhaltensproblemen führen. Wegen dieser Eigenschaften gehört er nicht in eine Etagenwohnung und nicht in die Großstadt. Ansonsten ist er unproblematisch und anspruchslos in seiner Haltung.

Erziehung

Ein Gordon Setter sollte nur von einem engagierten und fachkundigen Herrchen oder Frauchen geführt werden. Er sollte unbedingt aus einer dem VDH angeschlossenen Zucht stammen, wo schon die Elterntiere und die Welpen von der Wurfkiste an sozialisiert wurden. Darüber hinaus ist es notwendig, diesen Jagdhund jagdlich oder adäquat sportlich zu arbeiten und idealerweise auch fachkundig ausbilden zu lassen. Der Gordon Setter lässt sich sehr gut erziehen und ausbilden. Er ist gelehrig und will seinem Herrchen oder Frauchen folgen. Konsequenz ist wichtig, sollte aber nicht mit Unterwerfung verwechselt werden. Der Gordon Setter sollte als Partner und Freund gesehen und respektiert werden, der allerdings die Führung durch seine Menschen erwartet.

Pflege und Gesundheit

Die Pflege eines Gordon Setters ist anspruchslos. Regelmäßig das Fell bürsten reicht.

Rassetypische Krankheiten

Ein Gordon Setter Welpe aus anerkannter Zucht verfügt über eine robuste Gesundheit. Verschiedene Veranlagungen zu Augenkrankheiten und Ataxi (eine Nervenkrankheit) werden züchterisch bekämpft. Zuweilen ist jedoch Inzucht ein Problem.

Ernährung

Ein Gordon Setter ist beim Thema Ernährung in aller Regel unproblematisch.

Lebenserwartung

Gordon Setter haben eine Lebenserwartung von etwa 12 Jahren.

Gordon Setter kaufen

Vor der Überlegung an die Anschaffung eines Gordon Setters sollte bei dir die gewissenhafte Beantwortung der Frage stehen, ob du die Anforderungen an eine artgerechte Haltung dieses Jagdhundes erfüllen kannst und willst – und das über 10 und mehr Jahre. In jedem Fall solltest du einen Welpen nur vor Ort bei einem Züchter kaufen, der dem Gordon-Setter-Club Deutschland oder dem Verein für Pointer und Setter angeschlossen ist. Hier findest du auch ältere Hunde und nicht selten hast du Glück und findest deinen Setter im Tierheim. Ein Welpe aus einer Gordon Setter Zucht kostet etwa 1200 Euro.

 


Christoph JungChristoph Jung Seit seiner Kindheit gehören Hunde zu den besten Freunden des Hundeforschers. Die Beziehung Mensch – Hund ist für ihn ein faszinierendes Thema, das ihn täglich beschäftigt und für das er sich auch öffentlich engagiert. Aus seiner täglichen Forschung entstand das Buch „Tierisch beste Freunde“. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


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