Erstausstattung für Hunde: Checkliste für einen stressfreien Start

Verfasst von Thomas Brodmann
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Hund liegt neben einem Hundebett in einem gemütlichen Wohnraum.

Ein Hund zieht ein – und mit ihm viele Fragen: Was benötige ich für den Anfang? Worauf sollte ich bei der Auswahl von Leine, Halsband, Napf und Hundebett achten? Eine gut durchdachte Erstausstattung sorgt dafür, dass dein Hund sicher, entspannt und stressfrei in seinem neuen Zuhause ankommt – und du nicht unnötig Geld für Fehlkäufe ausgibst.

Warum eine gute Erstausstattung so wichtig ist

Der Einzug in ein neues Zuhause bedeutet für jeden Hund eine große Umstellung. Neue Menschen, neue Gerüche, eine fremde Umgebung und unbekannte Abläufe können schnell Verunsicherung auslösen. Sicherheit kannst du bieten, indem du dich auf den Einzug gut vorbereitest. Dazu gehört zum einen ein gutes Grundwissen, zum anderen die perfekte Grundausstattung. Diese ist gar nicht so umfangreich wie manche befürchten. Fehlt jedoch ein entscheidendes Utensil, kann dies den Alltag schnell durcheinanderwirbeln und zu unerwünschtem Stress führen.

Was du wirklich brauchst - die Grundausstattung

Auf viele Dinge kannst du erst einmal verzichten – einige Dinge solltest du jedoch bereits parat haben, bevor dein Hund einzieht:

Hundenäpfe

Du benötigst einen Futternapf und mindestens einen Wassernapf. Orientiere dich bei der Auswahl an der Größe deines Hundes und wäge die Vor- und Nachteile verschiedener Materialien ab:

Edelstahlnapf

  • Hygienisch
  • Langlebig und robust
  • Leicht zu reinigen
  • Rutschfest nur mit Unterlage

Keramik

  • Wasser nimmt keinen unerwünschten Geschmack an
  • Verrutschen aufgrund seines Gewichts unwahrscheinlich
  • Sehr hygienisch
  • Optisch oft sehr ansprechend
  • Kann beim Herunterfallen zerbrechen

Plastik

  • Günstig in der Anschaffung
  • Anfällig für Kratzer
  • Weniger lang haltbar
  • Kann im Laufe der Zeit Gerüche annehmen
  • Verrutscht leicht

Tipp: Bei leichten Näpfen hilft eine rutschfeste Napfunterlage.

Halsband, Geschirr & Leine

Zur ultimativen Grundausstattung für einen Hund gehört eine Leine und ein Halsband oder Geschirr. Bei der Auswahl solltest du folgendes beachten:

Leine

Für den Anfang genügt eine Standardleine in der Länge von ca. 1,5 bis 2 Metern. Die meisten entscheiden sich beim Material für leichtes, aber durchaus robustes Nylon oder für eine langlebige, griffige Lederleine. Ob du darüber hinaus eine Schleppleine oder Flexi-Leine benötigst, zeigt sich, wenn du die Abläufe und Ansprüche im Alltag mit deinem Hund kennenlernst.

Geschirr & Halsband

Früher galt ein Halsband als Standard, inzwischen entscheiden sich viele Hundehalter stattdessen oder zusätzlich für ein Geschirr. Ein Geschirr hat den Vorteil, dass es den Zug auf Brust und Schultern verteilt. Das ist deutlich schonender für Welpen oder unsichere Hunde. Zudem ist es deutlich sicherer, da ein schnelles Entschlüpfen nicht möglich ist. Zumindest nicht, wenn das Geschirr passend eingestellt ist. Um dies bei einem schnell wachsenden Welpen immer zu bewerkstelligen, empfiehlt sich ein verstellbares Geschirr bzw. Halsband. Hierbei sollte nichts scheuern oder drücken, um keine negativen Assoziationen entstehen zu lassen.

Schlafplatz

Jeder Hund benötigt einen festen Ruhebereich. Die meisten Halter bieten sogar zwei oder noch mehr Schlafplätze an – für den Anfang genügt aber einer. Zur Auswahl stehen Hundebetten, Hundematten und Körbchen. Hundematten sind eher minimalistisch und als alternativer Ruhebereich geeignet. Am besten kommen oft Hundebetten an, denn sie sind weich und äußerst bequem. Das gilt aber auch für einen Hundekorb, wenn er mit einer Decke und eventuell ein, zwei Kissen ausgestattet ist.

Darauf solltest du bei der Auswahl des Hundeschlafplatzes achten:
Größe: Der Hund muss sich komplett ausstrecken können
Material: robust, (ab)waschbar, nicht zu dünn
Standort: ruhig, keine Zugluft, nicht mitten im Durchgang

Futter

In den ersten Tagen solltest du das Futter verwenden, das der Hund bereits kennt. Ein plötzlicher Futterwechsel könnte zu Verdauungsproblemen führen. Informiere dich daher im Vorhinein beim Züchter oder im Tierheim, welches Futter dein zukünftiger Hund erhält. Idealerweise solltest du dieses so lange weiterfüttern, bis sich dein neuer Hausgenosse gut eingelebt hat. Dann kannst du zum einen überlegen, ob du die Futtermarke beibehältst, bei Nassfutter oder Trockenfutter bleibst oder vielleicht Barfen möchtest. Erfahre mehr über eine Futterumstellung beim Hund.

Transportbox

Bei der Grundausstattung eines Hundes wird am häufigsten die Sicherheit im Auto vergessen. Spätestens beim Abholen des Tiers fällt manchem schmerzlich auf, dass er gar keine Transportbox oder eine Leine zum Anschnallen des Hundes besitzen. Wer zu zweit ist, kann sich beim Fahren und Halten des Hundes aufteilen, allein steht man jedoch vor einem echten Problem. Die Vorschriften besagen unmissverständlich, dass Tiere im Auto zu sichern sind. Bei einem Verstoß droht nicht nur ein Bußgeld, sondern bei einem Unfall, der durch die Ablenkung eines Hundes zustande gekommen ist, kann die Versicherung sich weigern, den (kompletten) Schaden zu übernehmen.

Um einen Hund zu sichern, besteht die Möglichkeit, ihn in einer Transportbox unterzubringen oder auf dem Rücksitz anzuschnallen. Am sichersten ist eine Metall-Box – für kleine und mittlere Hunde genügt (aufgrund des geringeren Gewichts) aber auch ein Sicherheitsgurt. Wichtig hierbei ist, diesen immer nur mit einem Geschirr und nicht am Halsband zu verbinden.

Spielzeug

Spielzeug ist nicht die wichtigste Grundausstattung, sollte aber dennoch nicht fehlen. Denn dieses ist nicht einfach nur zum Spielen da, sondern stellt eine wichtige Beschäftigungsmöglichkeit dar, die beim Abbau von Stress hilfreich ist. Geeignet sind beispielsweise Kauspielzeuge, Zerrspielzeuge, Intelligenzspielzeuge, Bälle und Stofftiere. Für den Anfang genügen ein oder zwei Spielzeuge, mit der Zeit werden es üblicherweise schnell mehr. Dann solltest du nicht alle gleichzeitig anbieten, sondern ein wenig rotieren.

Pflegeprodukte

Zur Grundausstattung gehören je nach Felltyp eine Bürste und/oder ein Kamm. Informiere dich vorab, welche Fellstruktur dein Hund aufweist und welche Pflegeprodukte sinnvoll sind. Bei einem kurzhaarigen Hund ohne Unterwolle kann beispielsweise auch ein Pflegehandschuh ausreichend sein.

Früher oder später benötigst du zudem eine Zeckenzange, denn wenn du einen dieser Parasiten entdeckst, sollte er möglichst schnell entfernt werden. Und wenn du schon am Besorgen weiterer Utensilien bist, kannst du auch gleich noch eine Krallenschere oder Krallenfeile einpacken. Denn die wenigsten Hunde wetzen alle ihre Krallen selbst ab, sondern benötigen hierbei Unterstützung.

Zusatzausstattung - wann sie sinnvoll ist

Manche Produkte sind nicht zwingend gleich am Anfang erforderlich, können den Alltag aber je nach Lebensumständen und Aktivitäten deutlich erleichtern.
Dazu gehören:

  • Erste-Hilfe-Set für Hunde
  • Sicherheitsgeschirr (bei Tierschutzhunden teils gefordert)
  • Leuchthalsband oder blinkender Anhänger
  • Leckerlibeutel
  • Schleppleine oder Flexileine
  • Hundedecke für unterwegs
  • Kotbeutel
  • Trinkflasche für Hunde
  • Kühlmatte für heiße Sommertage
  • Futteraufbewahrungsbehälter
  • Vorsorge gegen Parasiten
  • Spezielle Pflegemittel (z.B. Hundeshampoo)
  • Sportzubehör (z.B. Dummy, Hundefrisbee)

Erstausstattung für Welpen

Die Erstausstattung für einen Welpen unterscheidet sich nicht wesentlich von der eines erwachsenen Hundes. Entscheidend ist aber vor allem, ein passendes Hundegeschirr zu kaufen. Es sollte verstellbar sein und immer perfekt sitzen, damit der Welpe keine Abneigung dagegen aufbaut. Auch solltest du keine schwere Lederleine verwenden, die du bereits für später planst, sondern ein leichtes Exemplar auswählen. Nutze hierfür besser keine Flexileine (zumindest nicht ausschließlich), denn der Welpe soll lernen, ohne zu ziehen in einem bestimmten Abstand neben dir zu gehen.

Beim Schlafplatz kannst du theoretisch gleich mit einem großen Hundebett starten. Damit sich dein Welpe aber darin wohl fühlt und sich einkuscheln kann, solltest du eine Decke oder ein, zwei Kissen zur Verfügung stellen. Und vergiss nicht, bei der Fütterung auf ein spezielles Welpenfutter zurückzugreifen. Dieses liefert besonders viel Energie, die dein Welpe für ein gesundes Wachstum benötigt.

Erstausstattung für Hunde aus dem Tierschutz

Bei Hunden aus dem Tierschutz stehen Sicherheit und Ruhe an erster Stelle. Viele Tierschutzorganisationen empfehlen oder machen es sogar zur Voraussetzung, dass der Hund mit einer doppelten Sicherung bzw. einem speziellen Sicherheitsgeschirr abgeholt wird. Denn zu oft haben sich Tiere während dieses Vorgangs oder in der Eingewöhnungszeit sogar aus einem (normalen) Geschirr entwunden.

Vorteilhaft für Tierschutzhunde kann außerdem eine Transportbox für Fahrten mit dem Auto sein, denn hier fühlen sich die meisten sicher. Idealerweise gehst du alles mit Umsicht und viel Geduld an. Tierschutzhunde benötigen Zeit zur Eingewöhnung, feste Tagesabläufe und einen ruhigen, sicheren Rückzugsort.

Checkliste: Pflicht vs. Optional

Pflicht Optional
Futternapf Futterbehälter
Wassernapf Parasitenabwehr
Geschirr und/oder Halsband Hundebekleidung (je nach Hund)
Leine Schleppleine oder Flexileine
Schlafplatz Kühlmatte
Futter & Leckerlis Erste-Hilfe-Set
Transportmöglichkeit fürs Auto GPS-Tracker
Kotbeutel Leuchthalsband
Grundlegende Pflegeutensilien Spezielle Pflegeprodukte
Spielzeug Intelligenzspielzeug
Hundekamera

Häufige Fehler

Als Ersthundebesitzer ist hier und da ein kleiner Fehler beinahe unvermeidlich. Damit du diese so gering wie möglich halten kannst, hier ein paar Tipps:
Falsche Größe: Lasse dir bei der Wahl eines Geschirrs oder Halsbandes Zeit und überprüfe die Maße genau, damit es nicht zu groß oder zu klein ist.
Zu viel auf einmal: Dein Hund benötigt zum Start kein Potpourri aus unzähligen Spielzeugen. Gleiches gilt für die Futterwahl. Beschränke dich auf wenige, hochwertige Produkte.
Billige Materialien: Achte bei den Hundeutensilien auf Qualität. Das zahlt sich auf Dauer aus und ist auch für die Gesundheit deines Vierbeiners förderlich.
Abrupter Futterwechsel: Falls du das Futter wechseln möchtest, plane eine mehrtägige Übergangszeit ein, um Verdauungsprobleme möglichst zu vermeiden.
Kein geeigneter Ruheplatz: Dein Hund möchte einerseits zur Ruhe kommen können, andererseits aber auch einen gewissen Überblick über das Geschehen haben. Finde einen passenden Ort für seinen Schlafplatz.
Ungenügende Sicherheitsvorkehrungen: Bedenke vor allem bei Welpen, deine Wohnung hundetauglich zu machen. Dazu kann das Verstauen von Stromkabeln oder Absperrungen vor Treppen gehören.

FAQ

Was kostet die Erstausstattung?

Je nach Größe des Hundes und Qualitätsanspruch liegen die Kosten für die Erstausstattung ungefähr bei 150 bis 400 Euro. Eine hochwertige Transportbox oder spezielle Wünsche können die Ausgaben erhöhen.

Was brauche ich für einen Welpen?

Zur Welpen-Erstausstattung gehören insbesondere ein verstellbares Geschirr, Leine, Welpenfutter, geeignete Kauspielzeuge, zwei Näpfe, Kotbeutel, eine Sicherung im Auto und ein gemütlicher Schlafplatz.

Muss ich alles neu kaufen?

Nein, manche Gegenstände wie eine Transportbox kannst du versuchen, gebraucht zu kaufen. Sieh dir aber den Zustand genau an. Bei allem anderen Hundezubehör empfiehlt es sich vor allem aus hygienischen Gründen, diese neu zu erwerben.

Welche Leine für den Anfang?

Für die meisten Hunde eignet sich zu Beginn eine stabile Führleine von etwa zwei Metern Länge. Sie bietet eine gute Kontrolle und gleichzeitig etwas Bewegungsfreiheit. Flexileinen sind für den Start ungeeignet, zumindest, wenn es ums Leinentraining geht.

Fazit

Die Erstausstattung für einen Hund muss nicht besonders umfangreich sein. Entscheidend sind wenige, gut ausgewählte Produkte, die alles Notwendige umfassen. Anschließend kannst du je nach Bedarf weiteres Hundeequipment besorgen.


Thomas Brodmann

Thomas Brodmann, Autor & Tierfotograf

Als freier Journalist und Fotograf ist Thomas auf Haustiere und Wildtiere spezialisiert - mit mittlerweile bereits über 20 Jahren Erfahrung. Er schrieb bereits für zahlreiche bekannte Tiermagazine und veröffentlichte 2017 sein Buch "Unser Hund fit und gesund", in dem er wertvolle Tipps rund um die Ernährung und Gesundheit von Hunden gibt.

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