Trauermantelsalmler im Portrait

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TrauermantelsalmlerSalmler, die nur Schwarz und Grau auf dem Körper zeigen, sind selten. Mit ihrer auffälligen Färbung und der kontrastreichen Zeichnung fallen die Trauermantelsalmler aber in jedem Aquarium auf und gehören seit Jahrzehnten zu den beliebtesten Aquarienfischen.

Steckbrief
Name: Trauermantelsalmler, Gymnocorymbus ternetzi
Systematik: Echte Salmler
Größe: 4,5-5,5 cm
Herkunft: Südbrasilien bis Argentinien, Becken des Rio Guaporé und Rio Paraguay
Haltung: einfach
Aquariengröße: ab 54 Liter (60 cm)
pH-Wert: 6-8
Wassertemperatur: 22-26 °C

Wissenswertes über den Trauermantelsalmler

Wissenschaftliche Bezeichnung

Gymnocorymbus ternetzi.

Andere Bezeichnungen

Tetragonopterus ternetzi

Systematik

Klasse: Actinopterygii (Strahlenflosser)
Ordnung: Characiformes (Salmler)
Familie: Characidae (Echte Salmler)
Gattung: Gymnocorymbus
Art: Gymnocorymbus ternetzi (Trauermantelsalmler)

Größe

Trauermantelsalmler können eine Länge von gut 5 cm erreichen (Weibchen), während die Männchen mit knapp 5 cm Länge etwas kleiner bleiben.

Farbe

Die Färbung des Körpers geht von einem hellen Grau am Kopf zu einem dunklen Grau und nahezu Schwarz auf dem Hinterkörper über. Auf der Schulter und kurz vor dem Ansatz der Rückenflosse befinden sich zwei breite, schwarze Binden. Auf der oberen Körperhälfte liegen einige Glanzschuppen. After-, Rücken- und Fettflosse sind schwarzgrau, die anderen Flossen transparent. Im Alter verblassen die Farben etwas. Inzwischen sind auch zahlreiche Zuchtformen im Handel. Die als „Gold“ bezeichnete Farbform ist fleischfarben mit schwarzer Pupille, während die Variante „Albino“ ebenfalls fleischfarben, aber mit roter Pupille ist. Von allen Formen sind auch Langflosser bekannt.

Herkunft

Der Trauermantelsalmler hat ein recht großes Verbreitungsgebiet und stammt aus den Flusssystem des Rio Guaporé und Rio Paraguay in Südbrasilien und Argentinien. Dort kommt er in Gewässern unterschiedlichster Art vor, von leicht sauer bis zu alkalisch. Deswegen gilt er als besonders anpassungsfähig.

Geschlechtsunterschiede

Die Weibchen werden nicht nur etwas größer als die Männchen, sondern sind auch deutlicher fülliger und durch den Eivorrat auch viel hochrückiger. Da die Färbung ansonsten identisch ist, sind die Geschlechter bis zu einer Größe von knapp 3 cm (Erreichen der Geschlechtsreife) praktisch nicht zu unterscheiden. Danach zeigen die Männchen auch eine etwas spitzer zulaufende Rückenflosse.

Fortpflanzung

Die Zucht ist relativ einfach. Ein bis drei Pärchen, die Weibchen mit deutlichem Laichansatz, werden in einem kleinen, etwas abgedunkelten Aquarium mit einem Laichrost oder gröberem Kies eingesetzt. Dazu werden einige Büschel feinfiedriger Pflanzen gegeben. Das Wasser sollte nicht zu hart mit einem pH-Wert unter 7,5 sein. Abgelaicht wird in den Morgenstunden. Die Weibchen können bis zu 500 Eier ablegen. Die Jungen schlüpfen bereits nach einem Tag, ernähren sich aber noch 3-4 Tage vom Dottersack und können dann mit feinstem Lebend- oder Trockenfutter aufgezogen werden.

Lebenserwartung

Trauermantelsalmler können bis etwa zehn Jahre alt werden, der Altersrekord liegt bei zwölf Jahren.

Wissenswertes zur Haltung

Ernährung

Trauermantelsalmler sind Allesfresser. Sie können auch ausschließlich mit Trockenfutter ernährt werden, ein- bis zweimal wöchentlich Lebend- oder Frostfuttergaben werden aber gerne angenommen. Wenn mit den Fischen gezüchtet werden soll, ist eine Konditionierung mit Lebend- oder Frostfutter sinnvoll.

Gruppengröße

Auch wenn die Tiere untereinander schon einmal streiten, kommt es dabei aber nie zu Beschädigungen. Damit sie ihr normales Verhalten zeigen und nicht scheu in den Pflanzen stehen, ist eine Gruppengröße von mindestens acht, besser zehn Fischen sinnvoll, wobei die Geschlechterzusammensetzung ohne Bedeutung ist.

Aquariengröße

Für eine Gruppe von bis zu zehn Fischen reicht bereits ein Aquarium von 54 L (60 cm Kantenlänge).

Beckeneinrichtung

Der Bodengrund sollte nicht zu dunkel sein, damit die Farben besser wirken. Einige Pflanzen sollten Rückzugsräume bieten. Holz und Steine können die Einrichtung ergänzen. Wichtig ist ein nicht zu kleiner freier Schwimmraum, in dem sich die Trauermantelsalmler, die vor allem die mittlere Beckenregion bewohnen, überwiegend aufhalten.

Trauermantelsalmler vergesellschaften

Alle anderen friedlich, nicht zu groß werdenden Fische können mit den Trauermantelsalmlern vergesellschaftet werden. Es bieten sich für den Bodenbereich besonders Zwergbuntbarsche und Panzerwelse an. Ist das Aquarium ausreichend groß, können auch weitere Salmlertrupps eingesetzt werden.

Erforderliche Wasserwerte

Trauermantelsalmler sind ausgesprochen anpassungsfähig und kommen ja auch in der Natur in Bereichen mit unterschiedlichsten Wasserbedingungen vor. Deswegen ist die Härte im heimischen Aquarium nahezu ohne Bedeutung, der pH-Wert kann zwischen 6 und 8 liegen und die Temperatur bei 22 bis 26 °C, wobei kurzzeitige leichte Abweichungen nach oben oder unten gut vertragen werden.


Harro Hieronimus ist seit früher Jugend Aquarianer. Er ist Präsident der Deutschen Gesellschaft für Lebendgebärende Zahnkarpfen e. V. und der Internationalen Gesellschaft für Regenbogenfische e. V.. Außerdem unterstützt er durch seine Mitgliedschaft in der Gesellschaft für Ichthyologie e. V. und dem Bundesverband für fachgerechten Natur- und Artenschutz e. V. die wissenschaftliche Beschäftigung mit Fischen sowie den Biotop- und Artenschutz. Ein gutes Dutzend Bücher und zahllose Artikel im Bereich der Süßwasseraquaristik wurden bereits von ihm veröffentlicht.


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