Leptospirose beim Hund: Symptome, Ansteckung & Schutz

Verfasst von Julia Zimdars
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Weißer Hund trinkt Wasser aus einer Pfütze am Straßenrand.

Leptospirose beim Hund ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die vor allem Nieren und Leber schädigen und schwer verlaufen kann. Hunde infizieren sich meist über Wasser oder feuchte Erde, die mit dem Urin infizierter Tiere verunreinigt sind. Da die ersten Anzeichen oft unspezifisch sind, sind ein aktueller Impfschutz und die frühzeitige tierärztliche Abklärung besonders wichtig.

Was ist Leptospirose?

Leptospirose ist eine zwischen Mensch und Tier übertragbare Infektionskrankheit und somit eine Zoonose. Sie wird durch Bakterien der Gattung Leptospira ausgelöst, von denen es viele unterschiedliche Varianten gibt. Grundsätzlich kann sich jedes Säugetier mit Leptospiren infizieren. Besonders wichtig für die Übertragung sind jedoch Nagetiere, vor allem Ratten und Mäuse. Sie fungieren als Reservoirwirte. Das sind Wirte, in denen ein Erreger dauerhaft überleben kann, ohne dass der Wirt zwingend selbst erkrankt. Die infizierten Nagetiere scheiden die Bakterien zum Teil ein Leben lang mit dem Urin aus.

Wie steckt sich ein Hund mit Leptospirose an?

Die Ansteckung mit Leptospirose erfolgt in der Regel über Kontakt mit Wasser, das mit dem Urin von Nagetieren verunreinigt ist. Die Erreger gelangen dabei über die Schleimhäute, kleine Wunden oder durch Wasser aufgeweichte Haut in den Körper.

Eine typische Risikosituation ist das Trinken aus Pfützen oder das Baden in stehenden beziehungsweise langsam fließenden Gewässern. In einer feuchten, warmen Umgebung können Leptospiren über längere Zeit infektiös bleiben. Nach Starkregen oder Überschwemmungen kann verunreinigtes Wasser zusätzlich verteilt werden. Ein erhöhtes Risiko besteht daher nicht nur für wasserliebende Hunde, sondern grundsätzlich für Hunde mit Kontakt zu solchen Umweltquellen.

Aber auch das Trinken aus einer verunreinigten Pfütze oder der Kontakt mit verunreinigter Erde, verunreinigtem Futter oder verunreinigten Schlafplätzen kann zu einer Übertragung führen. Prinzipiell kann überall dort, wo infizierter Urin in eine feuchte Umgebung gelangt, eine Infektionsquelle entstehen. In Salzwasser überleben die Bakterien dagegen nur kurze Zeit.

Gefährdet sein können zudem Hunde, die auf landwirtschaftlichen Höfen mit Ratten und Mäusen leben. Frisst ein Hund infizierte Nagetiere, kann er sich ebenfalls anstecken. Darüber hinaus ist eine Übertragung über den Urin anderer infizierter Säugetiere möglich.

Symptome der Leptospirose beim Hund

Eine Infektion mit Leptospiren kann sehr unterschiedlich verlaufen. Bei einigen Hunden verläuft sie völlig symptomlos oder nur mit leichten Symptomen, bei anderen schwer oder sogar lebensbedrohlich. Treten Symptome auf, sind diese zunächst meist unspezifisch.

Nachdem die Bakterien in den Körper eingedrungen sind, verbreiten sie sich über die Blutbahn und gelangen in verschiedene Organe, wie Leber, Nieren, Milz und Augen. Welche Symptome auftreten, hängt davon ab, welche Organe betroffen sind. Am häufigsten sind die Nieren betroffen, wobei es zu Erbrechen, Durchfall, Austrocknung und Bauchschmerzen kommen kann. In diesem Fall trinken und urinieren manche Hunde deutlich mehr als sonst, während bei anderen Hunden die Urinbildung stark gehemmt ist. Ist die Leber betroffen, kann zudem eine Gelbfärbung von Haut und Schleimhäuten auftreten.

Außerdem kann es zu Störungen der Blutgerinnung kommen. Hinweise darauf sind kleine punktförmige Blutungen auf Haut oder Schleimhäuten, Nasenbluten, Blut im Urin oder schwarz gefärbter Kot. Darüber hinaus können schwere Lungenblutungen auftreten, bei denen betroffene Hunde schnell atmen und unter Umständen Blut husten. Auch kann Bewegungsunlust auftreten, wenn die Muskulatur betroffen ist. Sind die Augen betroffen, kann es zum Beispiel zu einer Bindehautentzündung kommen.

Woran erkenne ich Leptospirose beim Hund?

Nach einer Infektion können erste Beschwerden innerhalb weniger Tage auftreten. Häufig sind sie zunächst unspezifisch, zum Beispiel Appetitlosigkeit, Erbrechen, Fieber oder starke Mattigkeit. Manche Hunde trinken und urinieren deutlich mehr oder weniger als sonst. Solche Anzeichen beweisen keine Leptospirose, sollten aber zeitnah tierärztlich abgeklärt werden – besonders, wenn mehrere Symptome zusammenkommen oder sich der Zustand rasch verschlechtert.

Wie gefährlich ist die Erkrankung?

Leptospirose kann schwer verlaufen und vor allem Nieren, Leber und Lunge beeinträchtigen. In einzelnen Fällen ist die Erkrankung lebensbedrohlich. Wie gut sich ein Hund erholt, hängt unter anderem vom Krankheitsverlauf, den betroffenen Organen und dem Zeitpunkt des Behandlungsbeginns ab. Nach einer schweren Nierenschädigung kann eine eingeschränkte Nierenfunktion bestehen bleiben.

Diagnose und Behandlung beim Tierarzt

Für die Diagnose kombiniert die Tierarztpraxis die Krankengeschichte und klinische Untersuchung mit Laborwerten. Je nach Zeitpunkt der Erkrankung kommen ein Antikörpertest und ein direkter Erregernachweis mittels PCR aus Blut oder Urin infrage. Einzelne negative Testergebnisse schließen eine Leptospirose nicht sicher aus; deshalb können Wiederholungs- oder Kombinationstests sinnvoll sein. Behandelt wird mit Antibiotika. Je nach Schweregrad sind zusätzlich Flüssigkeitstherapie, Schmerz- und Übelkeitsbehandlung sowie eine intensive Überwachung erforderlich.

Wie kannst du deinen Hund schützen?

Dass dein Hund mit den Bakterien in Kontakt kommt, lässt sich praktisch nicht vollständig verhindern, da er bei Spaziergängen vielen möglichen Infektionsquellen ausgesetzt ist. Mit ein paar Maßnahmen, allen voran der Impfung gegen Leptospirose, kannst du das Risiko aber senken:

✔️ Besprich den Impfschutz mit deiner Tierarztpraxis. Für die Grundimmunisierung sind mehrere Impfungen erforderlich; Zeitpunkt und Abstände richten sich nach Alter, Impfstatus und dem verwendeten Impfstoff.
✔️ Lass den Impfschutz nach der Grundimmunisierung entsprechend der tierärztlichen Empfehlung auffrischen; bei Leptospirose ist in der Regel eine jährliche Wiederholungsimpfung vorgesehen.
✔️ Lasse deinen Hund möglichst nicht an Orten trinken oder baden, an denen sich Wasser sammelt und möglicherweise Nagetiere aufhalten. Besonders nach Starkregen und Überschwemmungen können die Bakterien in Gewässer gespült werden.
✔️ Halte Ratten und Mäuse so gut es geht von zu Hause fern. Hühnerhaltung, Komposthaufen und mangelnde Hygiene können die Tiere anlocken.
✔️ Nimm Symptome bei deinem Hund, auch wenn sie unspezifisch sind, ernst, achte auf Verhaltensänderungen und gehe bei Verdacht schnell zum Tierarzt.

Kann Leptospirose auf den Menschen übertragen werden?

Leptospirose ist eine Zoonose und kann grundsätzlich vom Tier auf den Menschen übertragen werden. Die Ansteckung erfolgt meist durch direkten oder indirekten Kontakt mit dem Urin infizierter Tiere, etwa über verunreinigtes Wasser oder Schlamm. Eine Übertragung durch den eigenen Hund ist möglich, gilt aber als selten.

Besteht bei deinem Hund ein Verdacht oder wurde die Erkrankung bestätigt, solltest du den Kontakt mit Urin vermeiden, Einmalhandschuhe verwenden, betroffene Flächen nach tierärztlicher Empfehlung reinigen und die Hände gründlich waschen. Personen mit erhöhtem gesundheitlichem Risiko sollten zusätzlich ärztlichen Rat einholen.

Häufige Fehler im Umgang mit Leptospirose

  • Impfschutz nicht aktuell halten: Eine begonnene Grundimmunisierung und die empfohlenen Auffrischungen sollten vollständig erfolgen.
  • Risiko nur bei bestimmten Hunden vermuten: Leptospirose kann auch kleine, ältere oder in der Stadt lebende Hunde betreffen.
  • Unspezifische Beschwerden abwarten: Fieber, Erbrechen, Mattigkeit oder auffälliges Trinken und Urinieren sollten tierärztlich abgeklärt werden.
  • Selbst eine Diagnose stellen: Die Symptome überschneiden sich mit vielen anderen Erkrankungen; Klarheit bringen nur die tierärztliche Untersuchung und geeignete Tests.
  • Hygiene bei einem Verdachtsfall vernachlässigen: Direkter Kontakt mit Urin sollte vermieden werden, bis die Tierarztpraxis Entwarnung gibt.

FAQ: Häufige Fragen zu Leptospirose

Was ist Leptospirose beim Hund?

Leptospirose beim Hund ist eine Infektionskrankheit, die durch Bakterien ausgelöst wird. Sie ist eine Zoonose und kann somit auch auf Menschen übertragen werden.

Wie steckt sich ein Hund an?

Hunde stecken sich mit Leptospirose meist durch den Kontakt mit Urin von Nagetieren an. Dieser kann unter anderem in Pfützen, stehenden Gewässern und im Boden vorhanden sein.

Woran erkenne ich Leptospirose beim Hund?

Leptospirose ist nicht leicht zu erkennen, da es zunächst zu unspezifischen Symptomen wie Apathie, Fressunlust und Erbrechen kommt.

Welche Symptome sind typisch?

Zunächst treten keine typischen Symptome auf. Im Verlauf der Krankheit kann es unter anderem zu vermehrtem Trinken und Urinieren, Gelbsucht, Blutungen oder Atemproblemen kommen.

Ist Leptospirose für Hunde gefährlich?

Ja, Leptospirose kann für Hunde gefährlich sein, da sie schwere Schäden an Organen verursachen kann. Viele erkrankte Hunde müssen intensivmedizinisch betreut werden.

Kann die Krankheit tödlich verlaufen?

Ja, eine Leptospirose kann schwer verlaufen und auch zum Tod führen.

Ist Leptospirose behandelbar?

Leptospirose wird mit Antibiotika behandelt, oft zusammen mit Infusionen. Die Behandlung sollte möglichst früh beginnen.

Wann sollte ich eine Tierarztpraxis aufsuchen?

Wenn dein Hund deutlich matt ist, Fieber, wiederholtes Erbrechen, Atemprobleme, Gelbfärbungen oder auffällige Veränderungen beim Trinken und Urinieren zeigt, solltest du zeitnah tierärztlichen Rat einholen. Bei einer raschen Verschlechterung ist eine sofortige Abklärung erforderlich.

Kann ich mich bei meinem Hund anstecken?

Ja, über den Urin eines infizierten Hundes. Das Risiko gilt aber als gering, wenn du beim Beseitigen von Urin gut auf Hygiene achtest.

Kann ich meinen Hund gegen Leptospirose impfen?

Ja. Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin zählt die Leptospirose-Impfung zu den Impfungen, gegen die jeder Hund geschützt sein sollte. Das konkrete Schema hängt unter anderem von Alter, bisherigem Impfstatus und verwendetem Impfstoff ab.

Wie kann ich meinen Hund schützen?

Den wichtigsten Schutz bietet eine vollständige und regelmäßig aufgefrischte Impfung. Zusätzlich kannst du vermeiden, dass dein Hund aus Pfützen trinkt oder in möglicherweise verunreinigten Gewässern badet, und Nagetiere rund um Haus, Futterstellen und Kompost möglichst fernhalten.

Fazit: Informiert handeln, statt Angst zu haben

Leptospirose beim Hund kann schwer verlaufen, lässt sich aber mit einem passenden Impfschutz und einem aufmerksamen Umgang mit möglichen Infektionsquellen besser vorbeugen. Da frühe Symptome oft unspezifisch sind, ist eine zeitnahe tierärztliche Abklärung entscheidend. So kannst du verantwortungsvoll handeln, ohne dich von der Erkrankung verunsichern zu lassen.

Dieser Artikel ersetzt keine tierärztliche Beratung. Wenn dein Hund Symptome zeigt oder medizinische Fragen bestehen, solltest du dich an eine Tierärztin oder einen Tierarzt wenden.

Quellen

  • Bundesverband für Tiergesundheit e. V. (2025). Leptospirose beim Hund: Die Krankheit, die aus der Pfütze kommt.
  • Robert Koch-Institut. (2024). Leptospirose.
  • Rijksinstituut voor Volksgezondheid en Milieu. (2025). Leptospirose: LCI-richtlijn.
  • Ständige Impfkommission Veterinärmedizin. (2025). Leitlinie zur Impfung von Kleintieren (6. Aufl.).
  • Sykes, J. E., Francey, T., Schuller, S., Stoddard, R. A., Cowgill, L. D., & Moore, G. E. (2023). Updated ACVIM consensus statement on leptospirosis in dogs. Journal of Veterinary Internal Medicine, 37(6), 1966–1982. 

Julia Zimdars

Julia Zimdars, Angehende Tiermanagerin (B.Sc.)

Mit ihrem bevorstehenden Bachelor of Science in Tiermanagement und einer Spezialisierung auf Gesellschaftstiere bringt Julia fundiertes Fachwissen in Ethologie, Tierphysiologie und Tierethik mit. Ihr Wissen verbindet sie mit praktischer Erfahrung aus ihrem ehrenamtlichen Engagement im Tierheim. Im ZooRoyal Magazin schreibt sie über Tiergesundheit, Verhalten und artgerechte Haltung von Hunden, Katzen und Kaninchen. Dabei bereitet sie auch komplexe Themen verständlich, praxisnah und stets tierwohlorientiert auf.

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