Über 300 Marken
Kostenloser Versand in Deutschland ab 19€
25 Jahre Erfahrung

Mittelspitz im Rasseportrait

1491
0

MittelspitzHerkunft und Rassegeschichte

Der Spitz, offiziell „Deutscher Spitz“ genannt, ist eine klassische Hunderasse in Deutschland und Mitteleuropa. Spitze traf man früher überall. Sie gehörten auf jedes Anwesen, bewachten Warenlager und Transportkarren. Im Süden traten anstelle der Spitze die Pinscher und Schnauzer. Bei größeren Anwesen waren es meist Molosser oder andere größere Hunde, die auf das Hab und Gut ihrer Herren aufpassten. Man findet bereits bei den alten Römern und Griechen Abbildungen von Hunden, die eine erstaunliche Ähnlichkeit mit den Spitzen haben, wie wir sie heute kennen. Die moderne Rassehundezucht nahm sich schon früh der Spitze an. Der Verein für Deutsche Spitze, der diese Hunde noch heute im VDH vertritt, wurde bereits 1899 gegründet. Er ist zugleich verantwortlich für den weltweit gültigen Rassestandard der Deutschen Spitze, der bei der FCI hinterlegt wird. Nach und nach wurden die Spitze in 5 Varietäten nach Größe geordnet aufgeteilt: Wolfsspitz, Großspitz, Mittelspitz, Kleinspitz, Zwergspitz oder Pomeranian.

Als Standard Spitz gilt der Mittelspitz, der auch in dieser Besprechung im Mittelpunkt steht. Glücklicherweise haben die Spitze ihren Charakter bewahren können. Es sind ausgesprochen clevere, wachsame und standorttreue Hunde. Im Mittelalter bis in die Neuzeit hinein war die Jagd das Vorrecht des Adels. Der duldete nicht, wenn die Hunde der einfachen Bauern oder Bürger mal ein Kaninchen rissen oder sogar bei der Wilderei half. Teils gab es drakonische Strafen, um die Hunde der einfachen Leute an der Jagd zu hindern. Zudem ist es für einen Wachhund immer besser, wenn er vor Ort bleibt und zuverlässig seiner Aufgabe nachgeht. So wurde über lange Jahre der Jagdinstinkt in den Spitzen herausgezüchtet. Allerdings blieben sie auf dem Hof immer noch ein effektiver Vertilger von Mäusen und Ratten. Mit dem Ende der kleinbäuerlichen Landwirtschaft, dem Aussterben der Pferdefuhrwerke und dem Verlust der alten Arbeitersiedlungen ging auch das klassische Arbeitsfeld der Spitze verloren.

Spitze wurden selbst in ihrem Stammland eine seltene Erscheinung. Am beliebtesten blieben die kleinen Spitze wie Kleinspitz oder Pomeranian. Mittelspitze hingegen bringen es im VDH gerade einmal auf 100 Welpen pro Jahr, der Großspitz hat noch weniger. Seit 2003 wurden der Groß- und Mittelspitz daher von der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen zur vom Aussterben bedrohten Haustierrasse erklärt. Der Großspitz wird als extrem gefährdet, der Mittelspitz als stark gefährdet eingestuft. Doch scheinen sich die Hundefreunde langsam wieder der Qualitäten dieser tollen Hunde zu erinnern. Spitze sind äußerst gelehrige und leicht führbare Begleiter, die sich überall bestens einpassen. Sie eignen sich hervorragend als Begleit- und Familienhund in unserer hektischen Zeit. Zudem sind sie – vom Zwergspitz abgesehen – kaum durch Fehlentwicklungen der Hundezucht belastet. Es lohnt sich für jeden Hundefreund, einen Blick auf den Spitz zu werfen zumal es ihn in allen Größen gibt.

Beschreibung

Der Deutsche Mittelspitz ist mit einer Schulterhöhe zwischen 30 und 38 Zentimetern der Rassevertreter mit der klassischen Spitzgröße. Obwohl er der seit Urzeiten gezüchtete Vertreter seiner Rasse ist, hat der Mittelspitz erst 1969 einen offiziellen Platz im Standard der Deutschen Spitze erhalten. Gezüchtet wird der Mittelspitz in den Farben schwarz, braun, weiß, orange, graugewolkt sowie andersfarbig. Unter andersfarbig versteht man Farbtöne wie creme, creme-sable, orange-sable, black-and-tan und Schecken. Wie alle Spitze hat er ein doppeltes Haarkleid: Langes, gerades, abstehendes Deckhaar und kurze, dicke, wattige Unterwolle.

Charakter und Wesen

Der Mittelspitz ist von seinem Wesen her ein stückweit noch der alte Wachhund. Er ist ein unbestechlicher Wächter, treu, widerstandsfähig und ausdauernd. Er ist hoch intelligent, neugierig und temperamentvoll. Der Standard beschreibt sein Wesen: „Der Deutsche Spitz ist stets aufmerksam, lebhaft und außergewöhnlich anhänglich gegenüber seinem Besitzer. Er ist sehr gelehrig und leicht zu erziehen. Sein Misstrauen Fremden gegenüber und sein fehlender Jagdtrieb prädestinieren ihn zum idealen Wächter für Haus und Hof. Er ist weder ängstlich noch aggressiv. Wetterunempfindlichkeit, Robustheit und Langlebigkeit sind seine hervorragendsten Eigenschaften.“ Mittelspitze sind durchaus für Hundesport, etwa Dogdancing, geeignet. Er hat eine eher niedrige Reizschwelle und kann unter Umständen zum Kläffer werden, insbesondere wenn er gelangweilt ist. Zugleich will er Herrchen oder Frauchen gefallen und sich ihnen eng anzuschließen. Wenn das emotionale Verhältnis stimmt, wird sich der Spitz sehr bemühen, nichts zu tun, was Herrchen oder Frauchen nicht mögen – und beispielsweise auf sein Bellen zumindest weitgehend verzichten. Der clevere kleine Freund hasst allerdings Langeweile. Verbunden mit seiner Intelligenz und Gelehrigkeit macht es einfach Spaß, mit ihm Kunststückchen einzuüben oder Agility zu betreiben. Er ist dann Herrchen und Frauchen in inniger Liebe treu ergeben.

Haltung

Der Mittelspitz passt sich problemlos dem Lebensstil seiner Menschen an. Er kann auf dem Land aber auch in der Großstadt gehalten werden, da er sich auch in einer kleinen Etagenwohnung in der Stadt wohl fühlt. Der Spitz braucht keine kräftige Hand am anderen Ende der Leine, da er willig folgt und gegenüber anderen Hunden kein Dominanzgebaren oder gar Aggressivität zeigt. Er bleibt souverän und neutral, sollte er einmal angepöbelt werden. Seine Haltung ist von den äußeren Umständen her in jeder Hinsicht unproblematisch. Hier stellt er kaum Ansprüche, jedoch an die Beziehung und die gemeinsamen Aktivitäten mit seinem zweibeinigen Freund. Er ist kein Stubenhocker und will immer wieder etwas Neues erleben. Er will die geistige Herausforderung, die man ihm etwa mit Hundesport gut bieten kann. Wobei das kein Muss ist. Er ist will und kann lernen und sich den Gewohnheiten seiner Menschen anpassen. Gut erzogen ist er ein äußerst praktischer Begleiter bei Besuchen in einer Gaststätte, auf Reisen und im Urlaub. Kindern ist er ein guter und verlässlicher Partner. Er ist spielfreudig und vor allem gutmütig. Er ist wetterunempfindlich und will auch bei jedem Wetter seinen täglichen Spaziergang. Ob Einzelperson oder Familie mit oder ohne Kinder, ob jung oder alt: Der Spitz ist ein idealer Begleiter.

Erziehung

Der Mittelspitz muss wie ein großer Hund mit aller Ernsthaftigkeit vom Welpen an erzogen werden. Man ist immer wieder verleitet, diese eher kleinen Hunde, zumal als Welpen zu unterschätzen. Der Spitz braucht klare Ansagen, Regeln, kurz: Führung durch Herrchen oder Frauchen. Diese nimmt er gerne an. Der Spitz ist intelligent und aufmerksam und merkt Schludrigkeiten und Inkonsequenz sofort. Mit etwas Verantwortlichkeit für seine Erziehung, die jeder Halter von Anfang an übernehmen sollte, wird aus dem Spitz problemlos ein gut erzogener, erwachsener Begleithund. Nach der Erziehung kann man einen Spitz sehr gut in verschiedenen Hundesportarten ausbilden. Er ist auch für Anfänger gut geeignet.

Pflege und Gesundheit

Der Mittelspitz ist ausgesprochen pflegeleicht und anspruchslos. Hie und da das Fell bürsten reicht. Lediglich beim Fellwechsel hat man zusätzlichen Reinigungsaufwand.

Rassetypische Krankheiten

Der Mittelspitz ist eine robuste Hunderasse.

Ernährung/Futter

Der Mittelspitz stellt keine besonderen Ansprüche an seine Ernährung.

Lebenserwartung

Mittelspitze sind langlebig und können ein sehr hohes Alter von 15 Jahren und mehr erreichen.

Mittelspitz kaufen

Willst du einen Mittelspitz Welpen kaufen, solltest du dich vor Ort bei einem Züchter umschauen, der dem Verein für Deutsche Spitze angeschlossen ist. Auch im Tierheim kannst du deinen Spitz finden. Welpen kosten um 800 Euro.


Christoph JungChristoph Jung Seit seiner Kindheit gehören Hunde zu den besten Freunden des Hundeforschers. Die Beziehung Mensch – Hund ist für ihn ein faszinierendes Thema, das ihn täglich beschäftigt und für das er sich auch öffentlich engagiert. Aus seiner täglichen Forschung entstand das Buch „Tierisch beste Freunde“. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


Hilf uns, unseren Service weiter zu verbessern. War dieser Artikel hilfreich für dich?

Kommentare, Fragen und Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.