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Kuvasz im Rasseportrait

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KuvaszHerkunft und Rassegeschichte

Der Kuvasz ist ein klassischer Herdenschutzhund aus Ungarn. Die großen, kräftigen und selbstbewussten Hunde waren früher zum Schutz der Herden, insbesondere der Schafherden, in ganz Osteuropa verbreitet. Der Kuvasz war und ist eng verwandt mit dem Komondor, den anderen großen ungarischen Hirtenhund. Diese Hunde wurden schon sehr früh schriftlich dokumentiert. Der große Kynologe Hans Räber beschreibt in seiner Enzyklopädie der Rassehunde, dass die Herdenschutzhunde in einem riesigen Gebiet, das nicht nur Osteuropa umfasste, eine große Gruppe gebildet haben und regelmäßig untereinander verpaart wurden.

So wurden Kuvasz und Komondor erst 1905 in zwei Hunderassen getrennt. Der Komondor erhielt seinen typischen äußerst üppigen und markanten Zottel- oder Schnurbehang, der in seiner Übertreibung heute oft zu einer ernsten Belastung seiner Gesundheit und Lebensqualität geworden ist. Der Kuvasz blieb bei seinem mäßig langen, leicht gewellten Fell. Wie fast alle Herdenschutzhunde, die bei Schafen eingesetzt werden, ist die Fellfarbe reinweiß. Neben dem Bewachen der Herden vor Wolf, Bär und zweibeinigen Dieben, bewachte der Kuvasz auch die größeren Anwesen, eine Aufgabe, für die er auch heute noch eingesetzt wird. Seine imposante Gestalt, seine Entschlossenheit und Fähigkeit im Ernstfall zuzubeißen, verfehlen ihre Wirkung nicht.

Der Kuvasz ist ein äußerst robuster, kerniger und urwüchsiger Arbeitshund. Er wurde aber schon relativ früh als interessanter und repräsentativer Begleithund oder/und Wachhund für betuchte Städter entdeckt. So wurde er auch faktisch auf den heutigen Einsatz als Begleithund besser vorbereitet als die meisten anderen Herdenschutzhunde. 1905 wurde der erste Standard aufgestellt, dann später von prominenten ungarischen Fachleuten überarbeitet und 1935 bei der Fédération Cynologique Internationale deponiert. Hier wurde er 1954 endgültig anerkannt. In Deutschland wird die Hunderasse von gleich drei Vereinen im VDH züchterisch vertreten. In Deutschland fallen zwischen 50 und 100 Welpen pro Jahr unter dem Dach des VDHs.

Beschreibung

Der Kuvasz ist ein großer, imposanter, kräftiger und zugleich athletischer, beweglicher Hund. Er hat ein mittellanges Fell, sehr dicht, geschmeidig und leicht gewellt. Die Unterwolle ist ebenfalls sehr dicht. Seine Farbe ist weiß, elfenbeinfarben ist erlaubt. Dieser kräftige Hund wirkt nicht plump oder massig vielmehr ein stückweit elegant. Der offizielle Standard beschreibt seine äußere Erscheinung wie folgt:

Die Hunde dieser Rasse sind stark, groß gewachsen und weisen ein dichtes, gewelltes, weißes Haarkleid auf. Ihr gefälliges Erscheinungsbild strahlt Adel und Kraft aus. Die einzelnen Körperteile passen harmonisch zusammen und die Läufe sind weder zu kurz noch zu lang. Der Knochenbau ist kräftig, aber nicht grob. Die starke Muskulatur ist hager und die Gelenke sind scharf umrissen. … Kräftige Gestalt, lebhaftes Temperament, große Beweglichkeit. Sein Äußeres zeugt von unermüdlicher Leistungsfähigkeit.

Der Kuvasz hat eine stattliche Widerristhöhe zwischen 71 und 76 Zentimetern bei Rüden und 66 bis 70 bei Hündinnen. Das Gewicht ist vergleichsweise eher niedrig und soll laut Standard zwischen 48 und 62 Kilogramm bei Rüden und 37 bis 50 bei Hündinnen. Die Hunde zeigen eine hellwache, sehr aufmerksame Mimik.

Charakter und Wesen

Der Kuvasz ist ein imposanter Wächter und starker Beschützer mit territorialen Ansprüchen – eben typisch Herdenschutzhund. Er wirkt kuschelig und durch seine ruhige, erhabene Erscheinung fast wie ein Teddybär, doch sollte man sich nicht täuschen. Er hat einen starken Charakter verbunden mit einer ganz eigenen aber klaren Vorstellung, wie er sich zu benehmen hat – und andere in seinem Herrschaftsbereich. Diese Vorstellung ist naturgemäß durch seine Verwendung über die Jahrhunderte geprägt, wo er als Wächter ohne Anwesenheit des Hirten seine Herde auf Leben und Tod verteidigen und entsprechend auch selbständig Entscheidungen treffen musste.

In der Praxis einer Haltung eines Kuvasz im dichtbesiedelten Mitteleuropa bedeutet es, dass er nur durch einen erfahrenen, mental starken und zudem fachkundigen Menschen gehalten werden kann. Er ist kein Familienhund, kann aber einer sein, wenn er eine ausgesprochen kundige Führung durch Herrchen und Frauchen hat und wenn die äußeren Rahmenbedingungen (siehe unten) stimmen. Dann kann er aber ein wirklich guter Familienhund sein. Er behütet dann fürsorglich und liebevoll alle Mitglieder der Familie, andere Vierbeiner eingeschlossen. Fremden gegenüber ist diese Hunderasse eher misstrauisch bis abweisend.

Haltung

Der Kuvasz ist in seiner Haltung äußerst anspruchslos – sieht man von den bereits genannten Einschränkungen durch sein Wesen als Herdenschutzhund einmal ab. Er ist in seiner Ernährung anspruchslos wie auch in seiner Unterbringung. Allerdings: Ein Kuvasz gehört nicht in eine Stadtwohnung und ebenso nicht in eine Stadt. Er braucht sein Areal und kann problemlos, ja er will das ganze Jahr über draußen verbringen – einen geeigneten Unterschlag vorausgesetzt. „Geeignet“ meint weder Zwinger noch gar Kette, denn er muss sich in seinem Revier bewegen können. Dieser große, selbstbewusste Hund ist durchaus feinfühlig und legt großen Wert auf eine enge emotionale Bindung an seine menschliche Familie. Kasernenhofstil ist exakt das Gegenteil vom dem, was er in seiner Führung braucht.

Er braucht das vertrauensvolle Verhältnis zu Herrchen und Frauchen und ist auch keiner, der für irgendwelche Spielchen auf Kommando Lust hat. Ein Kuvasz ruht in sich selbst. Das macht es ein gutes Stück des besonderen Charmes dieser Hunde aus. Durch die moderne Rassehundezucht ist der besser auf ein Leben unter anderen Bedingungen vorbereitet als manch andere Herdenschutzhunderasse etwa Kangal oder Kaukasischer Owtscharka. Wenn man also ein großes, gut eingefriedetes Grundstück auf dem Land hat, wenn man Freude, Spaß, Erfahrung und die Möglichkeit hat, sich auf diese Hunde einzulassen, so kann eine beeindruckende, wunderschöne Facette der Partnerschaft Mensch – Hund erleben.

Erziehung

Die Erziehung eines Kuvasz gehört in die Hand eines Herrchens oder Frauchens mit fundierter Hundeerfahrung und -kenntnis. Es wäre unverantwortlich, einen Hund dieser Rasse als Anfänger halten zu wollen. Er ist nicht ohne weiteres als Familienhund zu bezeichnen.

Pflege und Gesundheit

Der Kuvasz ist eine absolut pflegeleichte Rasse und sehr anspruchslos. Hier und da sollte das Fell durchgebürstet werden.

Rassetypische Krankheiten

Der Kuvasz erfreut sich in der Regel einer sehr robusten Gesundheit.

Ernährung/Futter

Der Kuvasz ist absolut problemlos in seiner Ernährung.

Lebenserwartung

Der Kuvasz hat bezogen auf seine Größe eine hohe Lebenserwartung von 12 Jahren.

Kuvasz kaufen

Die Anschaffung eines Kuvasz solltest du nur auf Grundlage fundierter, mehrjähriger Hundeerfahrung und guter Kenntnis dieser Hunderasse und ihrer Bedürfnisse in Erwägung ziehen. Auch solltest du über die Rahmenbedingungen zur Haltung dieses Hundes verfügen. Die betreuenden Vereine im VDH beraten dich gerne. Hier solltest du dich vor Ort bei einem angeschlossenen Züchter umschauen. Kuvasz-Welpen sehen kuschelig und putzig aus wie kleine Teddy-Bären. Also hier Verstand einschalten und sich nicht zu einem Spontankauf hinreißen lassen. Seriöse Kuvasz-Züchter würden so etwas glücklicherweise auch niemals zulassen. Ein Hund dieser Rasse kostet um 1.000 Euro.

 


Christoph JungChristoph Jung Seit seiner Kindheit gehören Hunde zu den besten Freunden des Hundeforschers. Die Beziehung Mensch – Hund ist für ihn ein faszinierendes Thema, das ihn täglich beschäftigt und für das er sich auch öffentlich engagiert. Aus seiner täglichen Forschung entstand das Buch „Tierisch beste Freunde“. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


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