Der perfekte Goldfischteich

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der perfekte Goldfischteich

Ein perfekter Goldfischteich berücksichtigt die Bedürfnisse seiner Bewohner und sorgt dafür, dass die Goldfische artgerecht leben – im Sommer, wie im Winter.

Nun sind Goldfische nicht besonders anspruchsvolle Haustiere. Sie passen sich hinsichtlich der Wasserqualität und des Temperaturbereichs vielen unterschiedlichen Bedingungen an. Als langlebige und durch ihre Färbung, Flossen und persönlich erkennbare Einzeltiere, haben sie das Potential, Lieblinge zu sein – und dies trotz eines vergleichbar bescheidenen Kaufpreises.

Der richtige Standort

Folgende Punkte lassen Pflanzen – und Futtertierleben nur in bescheidenem Umfang zu:

  • Im Sommer führt die pralle Sonne zu hohen Temperaturen und damit zu Sauerstoffproblemen.
  • Tiefer Schatten über den ganzen Tag bringt nicht genügend Wärme, für ein gut laufendes Immunsystem.

Legt einen Goldfischteich daher im Halbschatten an. Alle wechselwarmen Tiere suchen sich außerdem am liebsten, die für sie gerade richtige Wassertemperatur selbst aus.

Schutz vor Feinden

Fische lieben es, sich bei Gefahr zu verstecken. Egal, ob bei Gewitter, Sturzregen oder Katzenbesuch. Fische brauchen in jedem Teich eine Möglichkeit, sich unter Pflanzen oder hinter Steinen zu verstecken.

Die richtige Teichtiefe

Es ist sinnvoll, den Goldfischteich mit unterschiedlichen Zonen auszustatten:

  • Im Flachwasser können sich die Fische sonnen und dort auch den Laich ablegen.
  • Im Winter und in der Mittagshitze im Hochsommer, suchen die Fische hingegen die bodennahen Zonen auf.

Flachere Teiche können bei starkem Frost bis auf den Boden gefrieren, was auch für Goldfische lebensbedrohlich ist.

  • Legt die tiefen Zonen bei mindestens 1,20 Meter an, um eine gute Überwinterung zu gewährleisten.
  • Wenn keine geeignete Tiefe vorhanden ist, überwintern die Goldfische besser im Haus (etwa im Keller).

Muss ein Filter mit Umwälzpumpe sein?

Goldfische können im stehenden Wasser ohne Filter leben – wenn die Rahmenbedingungen stimmen:

  • Dazu gehört ausreichend Sauerstoff im Wasser, was tagsüber Wasserpflanzen gewährleisten.
  • Flachwasserzonen sind wichtig, da der Sauerstoff in der Nacht verknappt. Gestalte diese Zonen so, dass er für Fischfresser, wie Katzen, Marder, Fischreiher und Ratten möglichst unzugänglich ist.
  • Hierfür eignet sich ein Schilfgürtel oder ein hoher Stein genauso gut, wie ein niedriger Elektrozaun. Dieser darf keinesfalls Kontakt zu der Randbepflanzung haben!
  • Tiefe Schlammpackungen am Teichboden zehren Sauerstoff und müssen daher im Herbst aus dem Teich herausgepumpt werden.

Viele Fische benötigen viel Sauerstoff für ihre Atmung und viel Futter, um zu wachsen und sich zu vermehren. Im Goldfischteich ohne Filter können daher nur wenige Einzeltiere (über-)leben. Das Füttern sollte unterbleiben oder auf ein Minimum beschränkt bleiben. Zur Ernährung der Fische, sind die in jedem Teich lebenden Kleinstlebewesen und der Aufwuchs auf den Pflanzen vorhanden. Die Menge an Nahrung beschränkt dann gleichzeitig die Zahl der Nachkommen auf die Exemplare, die der Teich eben ernährt.

Wer jedoch ein reichhaltiges Tier- und Pflanzenleben in seinem Teich wünscht, der kommt um eine Filterung des Wassers nicht herum. Denn Goldfische sind Allesfresser – von der Libellenlarve bis hin zu weichen Wasserpflanzen fressen sie alles! Sie lassen sich jedoch mit Fischfutter gerne von den anderen Teichbewohnern ablenken und können recht zahm werden, was uns Menschen ja bekanntlich besonders gefällt.

  • Ein Filter sorgt also für die Beseitigung der Futterreste, des Kotes und der anderen Schadstoffe, die als Endprodukte der Verdauung der Fische so anfallen. Gleichzeitig sorgt er für klares Wasser und erhöht damit die Freude an den Fischen.
  • Durch die Zirkulation gelangt Sauerstoff ins Wasser und hilft den Fischen besonders in Hochsommernächten gut zu überleben. Bitte mach dir keine Illusionen: Ein Filter ist nicht dazu da, niemals einen Teilwasserwechsel machen zu müssen und auch nicht dafür, die Fische nach Belieben mit Futter zu mästen!

Wieso Wasserwechsel?

Sicher ist jedem Teichbesitzer klar, dass man das verdunstende Wasser ersetzen muss. Ein Teilwasserwechsel hat jedoch ein anderes Ziel:

  • Alle Schadstoffe im Wasser, die nicht durch die Bakterien, Kleinstlebewesen und Pflanzen entfernt werden können, sollen durch Zufuhr von Frischwasser nach dem Abpumpen von Altwasser, verdünnt werden.
  • Alle Lebewesen im Teich benötigen die puffernde Karbonathärte, die dafür sorgt, dass das Teichwasser nicht zu sauer wird (das Ende des Pflanzenwachstums und der Fische) oder extremes Algenwachstum aufweist (Algen lieben hohe pH-Werte und verbrauchen die Karbonathärte beim Wachsen).
  • Der Teilwasserwechsel stabilisiert den Teich und unterstützt im Sommer eine angemessene Teichtemperatur.

Brunnenwasser – Regenwasser oder doch lieber Leitungswasser?

Leitungswasser gehört zu den am besten kontrollierten Lebensmitteln und ist daher fast immer das beste Wasser, auch für den Goldfischteich.

Regenwasser dagegen ist frei von Karbonaten und deswegen sauer. Es fällt zwar kostenlos vom Himmel, ist aber als alleinige Wasserversorgung auf die Dauer nicht gut, weil der Teich versauert. Ein Wechsel zwischen Regenwasser und Leitungswasser ist daher wirklich zu empfehlen.

Bei Brunnenwasser ist hingegen Vorsicht angesagt. Es ist in manchen Regionen giftig und deshalb nicht immer empfehlenswert. Bei der Nutzung von Brunnenwasser ist es ratsam, sich gut darüber zu informieren, aus welchen Bodenschichten es stammt und wie seine Qualität ist.

Was muss der Filter können?

Ein Teichfilter soll nach der Zahl der Fische und damit nach der zu erwartenden Futtermenge ausgesucht werden.

Viele Fische und viel Futter erfordern nicht nur mehr Frischwasser, sondern auch eine höhere Filterleistung.

Diese besteht – einfach gesagt – aus drei verschiedenen Prozessen:

  1. Am Boden werden Fischkot und abgesunkene Pflanzenreste durch den Sog einer Pumpe ansaugt, in einen mechanischen Filter geleitet, der den Schmutz festhält oder absetzt und relativ klares Wasser in den biologischen Filterteil entlässt.
  2. Dieser Biofilter hat ein Füllmaterial, das eine große Oberfläche aufweist. Dort siedeln sich – wie auf allen Teichoberflächen – Bakterienfilme an, die gelöste Schadstoffe (Ammonium und Nitrit) in Nitrat umwandeln.
  3. Das entstehende Nitrat wird als Nährstoff von den Pflanzen im Teich verbraucht. Man kann mit einem zusätzlichen UV-Klärer in diesem Kreislauf zudem für klares Wasser sorgen und die Schwebalgen abtöten und herausfiltern.

Eine leistungsfähige Pumpe, eine funktionierende Abscheidung der festen Bestandteile und ausreichend große Behälter für den Biofilter sind besonders wichtig, wenn der Teich sehr klein ist und viele Fische darin leben.

Wie viele Fische kann ich denn halten?

Alle Goldfischarten sind in unserem Klima höchst vermehrungsfreudig. Du kannst daher mit einer kleinen Gruppe von 5-15 Tieren anfangen – in wenigen Jahren werden es sehr viel mehr sein, wenn es an Fressfeinden fehlt. Als gesellige Fische sind jedoch mindestens fünf Exemplare zu empfehlen, nicht zuletzt auch wegen der Gefahr von Inzucht.

Welche Goldfischarten sind geeignet?

Für einen kleinen Gartenteich eignen sich:

  • Shubunkin (rote und gelbe),
  • „normal“ beflosste Goldfische,
  • und Kalikos.

Für unbeheizte Teichen, in denen Fische überwintern, eignen sich keine Hochzuchtgoldfische wie:

  • Ryunkin,
  • Schleierschwänze,
  • und Rotkäppchen.

Dort sind sie nur im Sommer glücklich, da sie lieber in warmen Aquarien bei konstanten Temperaturen leben.

Einen großen Teich (mindestens 6000 Liter Wasser) brauchen:

  • Japanische Goldfische, wie der Sarasa. (Der Sarasa erreicht eine Größe – bis zu 30 cm und mehr.)

Bodengrund – oder lieber nicht?

Goldfische gründeln gerne, sie sind den ganzen Tag auf Futtersuche. Daher ist ein sandiger Bodengrund bei ihnen sehr beliebt. Den Sand spülen sie nach der Aufnahme ins Maul aus den Kiemen aus und halten so auch das Kiemengewebe sauber.

Split und gebrochener Kies sind verletzungsträchtig – große Kiesel dagegen werden gründlich abgeweidet. Aber es darf keine tiefe Kiesschüttung sein, die nicht mehr zugänglich ist für die Fische. Alles, was dann in den Lücken landet, fängt an, vor sich hin zu gammeln und kann Probleme auslösen.

Leider muss man sich beim Betrieb eines Filters mit Teichpumpe darüber im Klaren sein, dass zu feiner Sand im Filter landen wird und das die Pumpe daher nicht am Boden angebracht werden kann. Das hat eine schlechtere Abstufung von Kot und Schmutz zur Folge – was jedoch durch die große Abbauleistung von Sand wieder kompensiert werden kann.

Für die Fische ist Sand jedenfalls ein großer Spass!

Pflanzen im Teich

Für Goldfischteiche empfehlen sich „harte“ Pflanzen wie:

  • gelbe Teichrosen (bitter),
  • Krebsscheren,
  • Hornkraut,
  • Wasserpest,
  • sowie die Wassernuss.

Manche Seerosenarten überleben auch in Goldfischteichen – der Fachhandel kann da sicher gute Ratschläge geben.

Winterbetrieb

Ab 10 Grad Wassertemperatur wird man nicht mehr täglich füttern und bald auch den Filter vom Teich trennen, ausspülen und einwintern. Dann benötigen die Goldfische einen letzten großen Teilwasserwechsel, gegebenenfalls eine Entschlammung und einen Belüfter, der bei Frost ein Zufrieren des Teiches an einer Stelle verhindert. Eisfreihalter sollen nicht zu einer Zirkulation des Wassers von unten nach oben führen, sie werden dazu am Rand in der Flachwasserzone untergebracht.

Futter für die Goldfische

Sind es nicht zu viele Fische, kann man darauf vertrauen, dass der Teich auch gewisse Mengen an Futter selbst produziert. Man muss dann nicht täglich füttern und sollte nur kleine Portionen anbieten, die in wenigen Minuten vollständig gefressen werden.

Fischfutter düngt den Teich und kann das Wasser schlimmstenfalls zum Umkippen bringen. Sparsam gefütterte Goldfischteiche haben weniger Algenprobleme und sind deutlich pflegeleichter. Über die Futtermengen und Futtertypen gibt es hier im Ratgeber eigene informative Artikel.

 


Sandra Lechleiter

Dr. Sandra Lechleiter ist seit über 20 Jahren als Fachtierärztin für Fische mit der Haltung von Zierfischen aller Art und ihren Erkrankungen beschäftigt. Der Beginn war eine Stelle im Fischgesundheitsdienst Baden-Württemberg – damals lag der Schwerpunkt natürlich bei den Speisefischen. Der Wunsch, das Wissen über die Pflege und Gesunderhaltung von Zierfischen bei den Fischhaltern zu verbessern, stammt sicher aus dieser Zeit.
Ein wichtiger Arbeitsschwerpunkt in der Fischtierarztpraxis ist daher die Fortbildung und Weiterbildung von Zierfischhändlern, Privathaltern und Tierärzten. Daher sind viele Artikel in Fach- und Hobbyzeitschriften und mittlerweile fünf Bücher, eine Koikrankheiten App und ein Online-Lexikon der Koimedizin erschienen. Etwa 50 Webinare und mittlerweile vier Vetinare sind eine gute Ergänzung dieser Tätigkeit.


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Kommentare, Fragen und Antworten
  1. Doris Witthuhn sagt:

    Hallo guten Tag,
    Ich habe im Moment das Problem, es sterben meine Goldfische.
    Das Wasser habe ich prüfen lassen, es ist ok.
    Aber es stinkt trotzdem. Ich habe es zur guten Hälfte raus gelassen und neu befüllt. Sie sterben trotzdem. Am Fisch selbst ist nichts zu erkennen. Manche verlieren ihr Farbe und werden hell. Aber nicht alle.
    Ich weiß nicht was ich noch machen Soll.
    Unser Teich ist groß da. 6000l.

    1. ZooRoyal sagt:

      Hallo Doris,

      oh je, das tut uns schrecklich Leid. 🙁
      In diesem Fall solltest du dich bitte unbedingt zeitnah an einen auf Fische spezialisierten Tierarzt wenden!

      Wir drücken dir die Daumen, dass die Probleme zügig in den Griff zu bekommen sind.

      Viele Grüße
      dein ZooRoyal-Team

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