Katze frisst nicht

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katze frisst nicht

Nahezu jede:r Katzenhalter:in kennt das Dilemma: Die Fellnase signalisiert vehementen Hunger, doch kaum steht das frische Schälchen bereit, wird am Futter gerochen, doch die Katze frisst nicht. Warum sich unsere geliebten Samtpfoten manchmal standhaft weigern zu fressen, kann verschiedene Ursachen haben. So kann jahrelang gewohntes Futter von jetzt auf gleich und für alle Zeit oder nur temporär verschmäht werden. Zuletzt gut angenommene Sorten werden ignoriert, scheinbar besonders häufig, wenn man eine größere Menge davon gekauft hat. Deiner Katze gänzlich neues Futter anzubieten, ist ohnehin ein Glücksspiel.

Warum verweigert die Katze das Futter? Die drei häufigsten Gründe

  1. Gesundheitliche Gründe
    Ein Naserümpfen kann mehr als bloße Abneigung sein. Dahinter können Zahnprobleme, Unwohlsein, Übelkeit oder eine andere organische Ursache stehen. Wenn deine Katze nicht frisst und viel schläft oder weder frisst, noch trinkt und nur noch schläft, sollte sie umgehend einem Tierarzt vorgestellt werden. Eine medizinische Ursache ist hier sehr wahrscheinlich.
  2. Futterwechsel und Feinschmeckertum
    Grundsätzlich sind Katzen neuem Futter oft skeptisch eingestellt. In der Natur ist ihr Speiseplan überschaubar. Je nach regionaler Verfügbarkeit füllen rund 70% des Katzenmagens frisch gefangene Mäuse. Die übrigen 30% verteilen sich auf weitere Kleinnager, Insekten, Vögel und ähnliche kleine Beutetiere. Es steht wenig Abwechslung auf dem Plan des Carnivoren (d.h. „Fleischfresser“). Neues muss daher genau geprüft und skeptisch abgewogen werden – es könnte schließlich schädlich sein. Ist die Katze nicht von klein auf ein wenig Abwechslung gewöhnt, wird es umso schwerer, ihr ein neues, vielleicht medizinisch notwendiges Futter schmackhaft zu machen.Manchmal ist es auch ein selbst gemachtes Problem, wenn deine Katze am Futter riecht, es aber nicht frisst. Hinterfrage als Erstes, ob du dem Tier nach dem ersten Naserümpfen und kläglichem Maunzen unmittelbar etwas Neues anbietest und sie nur mit dir „verhandelt“, ob es etwas noch Tolleres im Napf geben könnte. Erwischst du dich bei dieser Nachgiebigkeit, lass das Futter ein wenig stehen und biete mit der nächsten Mahlzeit wieder eine frische Menge des gleichen Futters frisch an. Häufige und regelmäßige Fütterungszeiten mit nur kleinen Portionen kommen der Verdauung und dem Hungergefühl deiner Katze ebenso entgegen.
  3. Stress und Umweltveränderungen
    Katzen reagieren sensibel auf Veränderungen. Stress und Unruhe können den Appetit beeinträchtigen. Im Mehrkatzenhaushalt sind feline Futterdiebe oder ungeliebte Mitkatzen oft für den vermeintlich ausbleibenden Appetit verantwortlich. Finde heraus, wie du Ruhe und Sicherheit bei der Fütterung gewährleisten kannst.

Wie lange ist es okay, wenn eine Katze nicht frisst?

Anders als bspw. bei Hunden, wird es für Katzen schnell kritisch, wenn sie nichts fressen. Nimmt das Tier über einen längeren Zeitraum nichts zu sich (ein Richtwert sind 24 Stunden), droht eine hepatische Lipidose, eine lebensbedrohliche Stoffwechselerkrankung, die dringend tierärztlich behandelt werden muss.

Wird der Katze wiederum unmittelbar nach der Nahrungsaufnahme übel, merkt sie sich das soeben verspeiste Futter und verweigert es ggf. zumindest für die nächste Zeit. Hier hilft es, auf eine andere Futtersorte auszuweichen und nach einer Weile zu testen, ob es sich nur um eine kurzfristige Magenverstimmung handelte oder eine Unverträglichkeit vorliegt.

Die drei besten Tipps, um deine Katze zum Fressen zu bewegen

  1. Kulinarische Verlockungen
    Als eine Art „Geschmacksverstärker“ bieten sich beispielsweise Hefeflocken aus dem Zoofachhandel oder wenige gemörserte Leckerchen an, die du über die Mahlzeit gibst.
    Das kann nicht nur eine appetitlose Katze animieren, sondern dir zudem eine gewünschte Futteränderung erleichtern. Hierfür kann es außerdem helfen, zunächst nur sehr kleine Mengen des neuen Futters unterzumischen. Achte darauf, dass du sehr langsam das neue Futter beimengst, sodass sich die Nase deiner Fellnase nach und nach an die neue Sorte gewöhnen kann.
  2. Futterspielchen und Gemeinsamkeit
    Spiele mit der Fütterung! Integriere kleine Portionen und regelmäßige Mahlzeiten in den Alltag, um den natürlichen Jagdinstinkt zu wecken. Besonders beliebt sind Futterspiele, bei denen die Katze den Gaumenschmaus suchen oder erpfoteln muss.
  3. Verwöhne den Gaumen
    Experimentiere mit verschiedenen Texturen und Temperaturen. Ein leicht erhöhter Napf kann älteren Katzen oder solchen mit Magenproblemen das Essen zusätzlich erleichtern. Ist deine Katze frisch kastriert, hat eine Operation oder ist sie zum Beispiel nach der Impfung etwas angeschlagen, kann ihr besonders leicht bekömmliches Futter wieder auf die Pfoten helfen.

Wie kann ich der Appetitlosigkeit in Zukunft vorbeugen?

  • Feste Fütterungszeiten: Struktur gibt Sicherheit. Halte regelmäßige Fütterungszeiten ein, um Stress zu minimieren (ideal sind alle vier bis sechs Stunden eine kleine Portion).
  • Gesundheitscheck: Regelmäßige Tierarztbesuche und Gesundheitschecks sind präventiv wichtig, besonders bei älteren Katzen ab sieben Jahren.
  • Spielen macht hungrig: Bewegung und geistige Herausforderungen regen den Appetit an. Integriere regelmäßige, tägliche Spielzeiten in den Alltag deiner Katze, die mit einer kleinen Fütterung enden.
  • Geheimtipp bei Kitten und Katzensenioren: Beim sogenannten „Sleepy Eating“ wird der aufwachenden Katze nahezu im Halbschlaf der Futternapf vor das Näschen gehalten, um sie zur unmittelbaren Nahrungsaufnahme zu animieren. Diese Technik wird insbesondere bei kranken, sehr alten bzw. dementen Katzen und Kitten angewendet und erfordert Feingefühl, die Katze weder für das Fressen aus dem Schlaf zu wecken, noch mit dem Futter zu bedrängen.
    Vielmehr nutzen wir den Moment des schlaftrunkenen Wachwerdens, ein allzu langes „Grübeln“ über das angebotene Futter zu überspringen. Bitte nötige deine Katze jedoch niemals zum Fressen, denn unter Zwang wird sie sich sicherlich nicht mehr auf das Futter einlassen wollen und zudem das Vertrauen in dich als Bezugsperson verlieren.

Carmen SchellCarmen Schell, Inhaberin von Cattalk®, ist als ausgebildete Tierpsychologin (ATN) mit dem Fachgebiet Katze im Rhein-Main-Gebiet, überwiegend rund um Darmstadt und Frankfurt sowie im Online-Coaching tätig. Sie bietet professionelle Unterstützung bei allen Fragen zu der Haltung und Problemverhalten von Samtpfoten. Neben der persönlichen Beratung gibt sie regelmäßig Vorträge und bundesweite Seminare für interessierte Laien und Profis. Ihr Herz hat die Autorin besonders an Katzen aus dem Tierschutz verloren und engagiert sich ehrenamtlich im regionalen Tierschutz.


 

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