Katze an einen neuen Partner gewöhnen

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Katze an neuen Partner gewöhnen

Frisch verliebt zu sein, ist ein tolles Gefühl! Es kribbelt im Bauch, alles ist aufregend mit der neuen Liebe in unserem Leben und wir sprühen über vor lauter Energie. Was uns sonst aufregt, ist mit einem neuen Schwarm nur noch halb so wild und überhaupt: die Welt ist ein klein wenig bunter und schöner, nicht wahr?! Doch dieser neue Mensch kommt auch in Berührung mit deinem flauschigen Mitbewohner und hier kann es Ärger geben und es stellt sich die Frage: Wie kann man die Katze an einen neuen Partner gewöhnen?

Damit aus deiner Beziehung kein Eifersuchtsdrama wird, lass deine Katze auf feline Weise an deinem Glück teilhaben. Hier sind vier Tipps wie du die Katze an einen neuen Partner gewöhnen kannst:

  1. Dreh den Spieß um: neuer Mensch = doppelte Katzenbespaßung
  2. Behalte wichtige Routinen bei
  3. Beziehe deine neue Liebe mit ein
  4. Katzenknigge beachten

Es könnte alles so rosarot sein – wenn da nicht unsere Katze wäre, die unsere Begeisterung für den neuen Menschen an unserer Seite nicht selten wenig bis gar nicht nachvollziehen kann. Aus Sicht deiner geliebten Fellnase ist diese Skepsis allerdings nicht unberechtigt. Während unsere Hormone überkochen, bringt die neue Liebe für unsere Katze alles durcheinander. Das Routinen liebende Tier wird durch deine verstärkte Abwesenheit oder die Besuche eines Fremden (dem du auch noch deine volle Aufmerksamkeit widmest) in, für sie unangenehmer Art auf die Probe gestellt. Hattest du davor ganze Abende mit ihr auf der Couch oder mit lustigem Katz‘ und Maus-Spiel verbracht, schaut sie nun häufiger in die Röhre und muss dich – gänzlich ungefragt – mit jemandem teilen. Skandalös – aus Sicht der Katze zumindest.

Behalte wichtige Routinen bei

Katzen sind opportunistische Gewohnheitstiere: sie lieben ihre Abläufe, wissen gern, wann für sie was passiert und schätzen unsere regelmäßige Zuwendung. Welche Art des Miteinanders ihr bisher gepflegt habt, ist natürlich individuell. Für die einen sind die abendlichen Kuscheleinheiten auf der Couch essenziel fürs Wohlfühlen. Andere wiederum ziehen während des täglichen Spiels mit dir neue Stressreserven für den Alltag – oder genießen den allabendlichen Spaziergang mit dir um den Block. Jede Katze hat ihre eigenen Bedürfnisse, Routinen und Highlights. Kannst du diese noch nicht benennen, schau genau hin: was ist deiner Katze mit DIR am wichtigsten? Behalte genau das unbedingt bei – auch bei größter Verliebtheit!

Die Grundbedürfnisse des Tiers wie bspw. Fütterung, Toilettenreinigung & Co sollten natürlich in jedem Fall weiterhin gewährleistet sein. Es gehört zu deiner Verantwortung, der Katze alles zur Verfügung zu stellen, worauf sie von dir angewiesen sind – ohne Wenn und Aber.

Beziehe deine neue Liebe mit ein

Binde deine neue Liebe in die schönen Dinge mit deiner Katze ein und achte gleichzeitig auf die Bereitschaft des Tiers, den neuen Menschen dabei zuzulassen. Nicht jede Katze wirft sich direkt einem Besucher auf den Schoß und selbst wenn, ist es immer noch eine andere Qualität als von dir an genau der Stelle gekrault zu werden, die sie so sehr schätzt und die nur du so gut kennst.

Ist deine Katze sehr auf dich bezogen, kann es zunächst sinnvoll sein, dass dein neuer Partner zunächst passiv mit etwas Abstand zu euch beiden bleibt, während ihr eure Quality Time genießt. Vertraut deine Katze dem neuen Menschen etwas mehr, verringere den Abstand langsam und binde ihn bzw. sie ein klein wenig ein. Ergänzt immer mehr schöne Momente miteinander, von denen dein Partner schließlich das eine oder andere vollständig übernehmen kann.

Katzenknigge beachten

Selbst wenn du die ersten beiden Punkte bereits super umgesetzt hast, kann es sich dein neuer Partner ganz schnell mit deiner Mieze verscherzen, wenn er sich aus ihrer Sicht „daneben“ benimmt. Je nach Charakter deiner Katze, kann eine allzu überschwängliche Begrüßung des neuen Menschen auf das Tier beispielsweise bedrohlich wirken und sie ängstigen. Ebenso kann völliges Ignorieren und Ausweichen vor der Katze befremdlich wirken – besonders bei kontaktfreudigen Tieren. Unterstütze deinen Partner mit ein paar Hinweisen zu ihr. Du weißt am besten, wie sie tickt.

Grundsätzlich verhält sich ein Besucher aus Katzensicht höflich, indem er das Tier beim Hereinkommen kurz wahrnimmt und schließlich wieder woanders hinschaut, um ihr zu zeigen „ich habe dich wahrgenommen, will dir aber nichts Böses.“. Reagiert deine Katze daraufhin neugierig, kann sich dein Besuch langsam hinknien und ihr eine Hand entgegenhalten. Formt die Person mit ihrer Hand einen kleinen „Schnabel“ (ähnlich der Geste, wenn man mit den Fingern schnippen möchte), imitiert sie das Katzengesicht und damit mit der Fingerspitze des Zeige- und Mittelfingers eine Art Katzennase, welche dein Haustier ggf. beschnuppern möchte. Achte darauf, dass sich die Person nicht von oben herunterbeugt (das wirkt bedrohlich), sondern auf der Ebene deiner Katze kniet oder setzt. Ein kätzischen Lächeln kann dein Partner mit einem langsamen Blinzeln gegenüber der Katze zeigen, auch hier gefolgt von Wegschauen. Reagiert die Mieze auf den ersten Blickkontakt zurückhaltend oder gar scheu, sollte es dein Besuch zunächst ignorieren, um ihr zu verdeutlichen, dass von dem Menschen keine Gefahr ausgeht.

Die vielleicht wichtigste Regel wenn du deine Katze an einen neuen Partner gewöhnen möchtest, ist euer Verständnis für dein felines Familienmitglied, für das dein neues Glück eine ganze Menge Veränderungen bedeutet, die nicht nur positiv für sie sind. Sie muss dich jetzt (wieder) teilen, sich an neue Abläufe gewöhnen, an einen neuen Menschen, den sie zu anfangs vielleicht nicht unmittelbar so sympathisch findet wie du. Schaffe deiner Katze kleine Wohlfühloasen mit dir, integriere sie in euer Miteinander und schenke ihr Verständnis, wenn sie ein wenig länger braucht, um mit dem neuen Menschen an deiner Seite warm zu werden.

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Carmen Schell, Inhaberin von Cattalk®, ist als ausgebildete Tierpsychologin (ATN) mit dem Fachgebiet Katze im Rhein-Main-Gebiet, überwiegend rund um Darmstadt und Frankfurt sowie im Online-Coaching tätig. Sie bietet professionelle Unterstützung bei allen Fragen zu der Haltung und Problemverhalten von Samtpfoten. Neben der persönlichen Beratung gibt sie regelmäßig Vorträge und bundesweite Seminare für interessierte Laien und Profis. Ihr Herz hat die Autorin besonders an Katzen aus dem Tierschutz verloren und engagiert sich ehrenamtlich im regionalen Tierschutz.


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