Holländischer Schäferhund im Rasseportrait

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Holländischer Schäferhund

Holländischer Schäferhund

Hütehunde
Herkunft Niederlande Lebenserwartung 12-15 Jahre
FCI-Standard FCI Gruppe 1: Hütehunde und Treibhunde Funktion Hütehunde
Größe Große Hunderassen Häufige Krankheiten Keine
Gewicht 20-30 kg Felllänge kurz oder lang
Charakter/Wesen treu, zuverlässig, wachsam, aktiv, intelligent, arbeitsfreudig, lernbegierig, ausgeglichen Fellfarbe gestromt
Besonderheiten

Seltene Hunderasse

Herkunft und Rassegeschichte

Der Holländische Schäferhund, original „Hollandse Herdershond“ und kurz schlicht „Herder“ genannt, ist eine Hunderasse aus den Niederlanden. Dieser von Wesen und Leistung hervorragende Arbeitshund und Begleiter ist in Deutschland leider wenig bekannt. Er ist größer als der andere niederländische Schäferhund Schapendoes und hat zudem eine andere Körperform. Die Hunderasse kommt den originalen Schäferhunden, aus denen auch die Deutschen wie die Belgischen Schäferhunde entstanden sind, wohl heute noch am nächsten.

Man kann sich Fotos des Herders in dem 2000 Seiten umfassenden, zweibändigen Werk „Dogs of all Nations“ des belgischen Comte de Bylandt aus dem Jahre 1895 anschauen. Sehr bemerkenswert und vor allem begrüßenswert ist, dass sich die Hunde kaum verändert haben. Die 1895 mit gut 20 Fotos vorgestellten Hollandse Herdershonden sehen nicht anders aus als heutige Herder. Bei den meisten anderen Hunden hat sich das Erscheinungsbild und oft auch das Wesen seit Beginn der Rassehundezucht zu deren Nachteil verändert. Man denke hier nur an die abfallende Rückenlinie und die extrem starke Winkelung der Hinterhand bei den Show-Linien des heutigen Deutschen Schäferhundes.

Der Holländische Schäferhund diente früher, wie der Name schon sagt, als Hirtenhund für die Schafherden. Zudem erledigten sie auch noch eine Reihe weiterer Arbeiten im Dienste des Menschen. Sie halfen als Treibhunde, die Rinderherden zum Schlachthof zu bringen, bis ihnen die Eisenbahn diese Arbeit abnahm. Sie dienten oft als Zughunde für Karren mit Waren oder sogar als Einpersonenkutsche. Regelmäßig erledigten sie den Job des Wach- und Hofhundes. Schon sehr früh wurde der Herder auf Hundeausstellungen gezeigt, so schon 1874 in Amsterdam. 1898 wurde in Utrecht der Zuchtverein offiziell gegründet.

Doch schon sehr früh setzten die belgischen und deutschen Schäferhunde seiner Verbreitung enge Grenzen. Die Zahl der eingetragenen Züchter ging seit Gründung des Zuchtvereins sogar zurück. Das Marketing für den Herdershond war einfach nicht gut genug. An der Qualität der Hunde kann es jedenfalls nicht liegen. Diese ist in jeder Hinsicht was Leistung, Wesen, Gesundheit anbetrifft über jeden Zweifel erhaben und das gilt heute noch. Die endgültige Anerkennung der Rasse durch die FCI erfolgte am 11.05.1955. Der Hollandse Herdershond ist eine hervorragende Alternative zu den bekannten und teils sehr weit verbreiteten, jedoch zuweilen von Krankheiten und Wesensschwächen belasteten Schäferhunderassen. In Deutschland wird der Hollandse Herdershond vom 2008 gegründeten Holländischen Schäferhund Club Deutschland im VDH betreut. Derzeit fallen weniger als 100 Holländische Schäferhund-Welpen pro Jahr unter dem Dach des VDH. Dieser Hunderasse wäre eine viel größere Verbreitung zu wünschen.

Beschreibung

Der Holländische Schäferhund ist ein mittelgroßer Hund. Er ist als Schäferhund sofort klar zu erkennen. Es gibt ihn in drei Varietäten: Kurzhaar, Langhaar und Rauhaar. Die Varietäten werden alle nach einem Standard gezüchtet. In der Farbe sind alle Hunde gestromt in den Grundfarben gold oder silber. In Deutschland sehen wir meist die Kurzhaarvariante. Die vom Standard gewünschte Größe oder Widerristhöhe liegt bei 57 bis 62 Zentimetern für Rüden und 55 bis 60 für Hündinnen. Das Gewicht ist vom Standard nicht festgelegt. Als gewünschte Proportionen von Länge des Schädels und des Fangs gelten 1:1, das heißt die Schnauze soll so lang wie der Schädel sein. Der Standard sieht ihn als:

Mittelgroßer, mittelschwerer, gut bemuskelter Hund von kräftigem, gut proportioniertem  Körperbau. Ein Hund mit viel Ausdauer, einem lebhaften Wesen und intelligentem Ausdruck.

Der Herder will kein „Schönheits“-Hund sein. Es gibt glücklicherweise weder in Theorie noch in Praxis eine Trennung von Arbeits- und Schönheitslinie. Er war und ist immer noch ein vielseitiger Arbeitshund von allererster Qualität. Das wird von Standard, Zuchtverein, Züchter immer betont und in der Praxis auch so gelebt.

Charakter und Wesen

Der Holländische Schäferhund ist vom Wesen her ein Arbeitshund mit Wurzeln als Hüte- und Treibhund. Er hatte aber immer eine breite Palette an Aufgaben bis hin zur körperlich schweren Arbeit als Zughund. Er ist ein ausgesprochen robuster und kräftiger Arbeitshund, der zu höchsten Leistungen in der Lage ist. Der Hollandse Herder ist vielfältig einsetzbar. Der offizielle FCI-Standard stellt hohe Ansprüche an sein Wesen:

Sehr treu und zuverlässig, immer aufmerksam, wachsam, aktiv, unabhängig, mit großer Ausdauer, intelligent, bereit folgsam zu sein und mit den Eigenschaften eines echten Schäferhundes ausgestattet. Der Hütehund arbeitet gerne mit seinem Besitzer zusammen und erledigt unabhängig jegliche Aufgaben, die ihm gestellt werden. Beim Hüten von größeren Herden muss er die Fähigkeit haben, mit mehreren anderen Hunden zusammen zu arbeiten.

Der Herder zeichnet sich durch ein ausgeglichenes, menschenfreundliches Wesen aus. Er zeigt keine Hektik oder Nervosität. So ist er, einigermaßen artgerecht ausgelastet, auch ein ganz hervorragender Familienhund und Begleiter. Grundlage ist aber, dass er aktiv geführt wird. Ideal sind verschiedene Hundesportarten, aber er bewährt sich auch erstklassig im professionellen Einsatz als Diensthund. Der Herder ist ein faszinierender Hundefreund. Wenn du dich für ihn interessierst solltest du aber ein sehr aktiver Zweibeiner sein, der es liebt mit seinem Vierbeiner gemeinsam artgerechte Herausforderungen zu meistern.

Haltung

Der Holländische Schäferhund ist hinsichtlich der äußeren Bedingungen an seine Haltung ausgesprochen anspruchslos. Er ist jedoch anspruchsvoll, was den Umgang mit ihm angeht. Nicht, dass der irgendwelche Macken hätte, ganz im Gegenteil. Doch braucht er anspruchsvolle Beschäftigung. Er macht sich hervorragend als Begleiter beim Joggen, Reiten oder Radfahren. Aber er braucht auch mentale Herausforderungen, sonst kann er unruhig und unausgeglichen werden. Ideal sind Aktivitäten im Hundesport. Sein tolles ausgeglichenes, umgängliches und unkompliziertes Wesen macht ihn zu einem echten Familienhund. Eine kleine Wohnung in der Stadt sollte aber nicht sein Heim sein – es sei denn du arbeitest sowieso täglich intensiv mit ihm. Ideal ist eine ländliche Umgebung. Er ist kein Couch Potatoe oder Schoßhündchen. Der Holländische Schäferhund ist der Geheimtipp für aktive Hundefreunde.

Erziehung

Der Holländische Schäferhund ist arbeitsfreudig und hochintelligent. Er stellt praktisch vom Welpen an hohe Anforderungen. Doch lässt er sich sehr leicht erziehen. Dazu solltest du aber Fachkenntnis haben oder dir diese über eine qualifizierte Hundeschule aneignen. Auf jeden Fall solltest du viel Zeit investieren. Diese Investition kann aber die beste deines Lebens sein; denn der Herder gibt es an Treue, Freundschaft und Lebensfreude tausendmal zurück.

Der Herder will und kann lernen. Er kann auf Basis des Vertrauens, der emotionalen Bindung zu Herrchen oder Frauchen sowie hundgerechter Kommunikation enorme Leistungen erbringen. Ein Holländischer Schäferhund muss zunächst wie jeder Hund erzogen werden. Dort lernt er die sozialen Regel, die Gebote und Verbote. Idealerweise sollte er danach eine Ausbildung erhalten. Erst dort kann er sein Temperament wirklich entfalten und sein Arbeitsbedürfnis befriedigen. Für die Ausbildung solltest du dich unbedingt mit den entsprechenden Fachleuten aus Hundeschulen in Verbindung setzen und vom Holländischen Schäferhund Club Deutschland beraten lassen.

Pflege und Gesundheit

Der Holländische Schäferhund ist ein körperlich pflegeleichter, extrem robuster Hund ohne besonderen Aufwand.

Fellpflege

Das Fell bedarf keiner besonderen Pflege, lediglich während der Zeiten des Fellwechsels sollte der Holländische Schäferhund gebürstet werden. Die Langhaar-Variante braucht allerdings wie bei anderen Hunden etwas mehr Fellpflege als die Kurzhaar Variante.

Rassetypische Krankheiten

Keine; der Holländische Schäferhund Club Deutschland achtet sehr auf Wesen und Gesundheit seiner Zuchthunde, auftauchende Probleme wie die Veranlagung zu Degenerativer Myelopathie werden in der Zucht bekämpft.

Ernährung/Futter

Der Holländische Schäferhund stellt keine besonderen Ansprüche an seine Ernährung.

Lebenserwartung

Die Rasse erfreut sich einer robusten Gesundheit und Fitness und kann ohne Probleme 12 und mehr Jahre alt werden.

Holländischen Schäferhund kaufen

Willst du dir einen Holländischen Schäferhund anschaffen, solltest du bedenken, dass es sich bei ihm um einen echten Arbeitshund handelt. Zudem ist der Herder recht selten. Daher solltest du dich rechtzeitig vor Ort nach Züchtern umschauen, die dem Holländischen Schäferhund Club Deutschland angeschlossen sind. Ein Welpe dieser Rasse kostet um 1.000 Euro.

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