Militärhunde

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Militärhunde

Wusstest du, dass es Militärhunde gibt und diese schon vor dem 20. Jahrhundert eingesetzt wurden? So gibt es Aufzeichnungen über Hunde, die ein Maschinengewehr zogen, da dies für einen Menschen damals viel zu groß und schwer war.

Welche Rassen können Militärhunde werden?

An sich kann fast jeder Hund als Militärhund eingesetzt werden. Aber es gibt Rassen, die sich für bestimmte Aufgaben besser eignen als andere. Das ist auch sehr gut so, denn auch wir suchen uns unsere Haushunde ja nicht nur nach dem Aussehen aus, sondern achten darauf, dass der Hundetyp auch in unser Leben passt.

Im Militär sieht man daher am meisten Deutsche, aber auch Belgische Schäferhunde, die mit ihrer Energie auch super zu diesem Dienst passen. Aber auch Labradore werden eingesetzt, wenn es um bestimmte Tätigkeiten geht.

Was machen Militärhunde?

So vielfältig, wie das Militär an sich, so vielfältig sind auch die Aufgaben der eingesetzten Hunde. Hier nur ein kleiner Ausblick der Arbeitsplätze der Hunde:

  • Schutzhund
  • Sprengstoffspürhund
  • Drogenspürhund
  • Zughund
  • Meldehund

Schauen wir uns diese Arbeitsplätze einmal etwas genauer an.

Schutzhund

Der Schutzhund ist wahrscheinlich das klassische Beispiel dafür, wenn wir an Militärhunde denken. Vielleicht kennst du diese Hunde auch, wenn du an die Polizei denkst. Der Schutzhund wird zum Bewachen und Stellen eines Täters eingesetzt. Hierbei ist der Hund wesentlich schneller als der Mensch und damit ein unglaublich wichtiges „Einsatzmittel“. Der Hund lernt aber nicht nur, dass er einen Menschen angreifen oder stellen muss, sondern in erster Linie, dass er auch ohne zu zögern von genau diesem wieder ablassen muss, wenn sein Herrchen, der Diensthundeführer, ihm das sagt.

Sprengstoffspürhund

Der Sprengstoffspürhund hat gelernt, dass sein Lieblingsspielzeug nach Sprengstoff riecht und es sich lohnt, wenn man dieses wiederfindet. Die hierfür eingesetzten Hunde spielen für ihr Leben gerne und somit ist diese Arbeit eine Riesen-Freude für den Hund. Wichtig ist, dass der Hund, wenn er den Geruch wahrgenommen hat, seinem Diensthundeführer genau zeigt, wo er den Geruch wahrnimmt. Hierfür wird der Hund ganz steif und „friert ein“. Ein unruhiger Hund, der hektisch an den Geruch möchte, wäre für diese Arbeit für Hund und Mensch lebensgefährlich.

Drogenspürhund

Wie auch bei der Ausbildung zum Sprengstoffspürhund wird hier der geniale Geruchssinn unserer Hunde angesprochen. Die Fähigkeit, schon kleinste Geruchspartikel zu riechen und zuzuordnen, ist einfach genial und eine sehr große Hilfe für uns Menschen. Bei der Ausbildung wird ein Spielzeug des Hundes so mit dem Geruch der Drogen präpariert, dass auch hier die ganze Arbeit ein großes Spiel für den Hund ist. An die Substanzen direkt kommt der Hund allerdings nie! Auch für ihn wären diese Drogen, wie Cannabis oder Heroin, tödlich. Daher muss der Hund auch hier eine sogenannte Anzeige lernen, die dem Menschen deutlich zeigt, dass er etwas gefunden hat.

Zughund

Beim Zughund denkst du im ersten Moment vielleicht an Huskys, Schnee und einen Schlitten. Aber der Zughund, nämlich das Ziehen von Lasten, kann auch ganz anders aussehen. Wer den großen Sennenhund kennt, der weiß, was für eine Kraft in diesen Tieren steckt. Und da ein Hund tatsächlich das drei- bis fünffache seines Körpergewichtes ziehen kann und er schon früher Güter auf dem Markt transportierte, war es klar, dass sich auch das Militär diese Eigenschaft zunutze machte.

Meldehund

Meldehunde wurden früher im Dienst als Überbringer von Nachrichten eingesetzt. Dies kann man sich im Zeitalter von Handy, Internet und Co. kaum vorstellen, war aber im 20. Jahrhundert in Deutschland üblich. Mithilfe von kleinen Kapseln, die am Halsband befestigt waren, konnten Nachrichten über Kilometer zwischen zwei Posten überbracht werden. Selbst Brieftauben wurden mit speziellen Geschirren von A nach B transportiert. Um den Hund als Meldehund auszubilden, wurde mit kleinen Distanzen angefangen. Du kannst dir das vorstellen wie bei einem Rückruftraining. Der Hund musste zwischen zwei Menschen hin und her laufen und auf den Rückruf hören. Allerdings wurden hier die Distanzen irgendwann so groß, dass der Hund sich auch noch den kompletten Weg merken musste. So konnte der Hund irgendwann einige Kilometer überwinden und damit Nachrichten überbringen.

Heute werden Zug- und Meldehunde im Militär nicht mehr genutzt, da wir mit Maschinen und Technik viel weiter sind. Aber auch ein kleiner geschichtlicher Ausblick ist mal interessant.

Der Militärhund

Du siehst, es gibt nicht den einen Militärhund, der alles macht. Jeder ist auf seinem Gebiet ein Spezialist. Man darf nie vergessen, dass Mensch und Hund ein Team sein müssen, um ihre Arbeit zu machen. Damit ist auch verständlich, warum Diensthundeführer und ihre Hunde so eng miteinander sind – sie müssen sich blind aufeinander verlassen können.


KristinaKristina Ziemer-Falke ist zertifizierte Hundetrainerin und Verhaltensberaterin durch die Tierärztekammer Schleswig-Holstein und das Messerli Forschungsinstitut der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Darüber hinaus verfügt sie über viele Zusatzausbildungen und Schwerpunkte und ist im Prüfungsausschuss der Tierärztekammer Niedersachsen für die Hundetrainerzertifizierungen.
Mit ihrem Mann Jörg Ziemer gründete sie das Schulungszentrum Ziemer & Falke, in dem sie seit vielen Jahren mit viel Herz, Leidenschaft und Kompetenz Hundetrainer in ganz Deutschland ausbilden und viele Weiterbildungsangebote anbieten. Viele kennen Kristina außerdem als erfolgreiche Autorin von Fachbüchern für Hundetrainer und Hundehalter sowie aus Artikeln beliebter Hundezeitschriften.


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