Pumi im Rasseportrait

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Pumi

Pumi

Hütehunde
Herkunft Ungarn Lebenserwartung 12-15 Jahre
FCI-Standard FCI Gruppe 1: Hütehunde und Treibhunde Funktion Hütehunde
Größe Mittelgroße Hunderassen Häufige Krankheiten keine
Gewicht 8-15 kg Felllänge mittellang
Charakter/Wesen lebhaft, rastlos, agil Fellfarbe grau, schwarz, falb, weiß
Besonderheiten

keine

Herkunft und Rassegeschichte

Der Pumi ist ein ehemaliger Schäfer- und Treibhund aus Ungarn. Sein Revier waren die Schafherden in den Weiten der Puszta. Hier diente er über Jahrhunderte als ausgesprochen kluge und rechte Hand der Hirten. Der Pumi ist eng verwandt mit Puli und Mudi. Vor 100 Jahren waren Pumi und Puli noch kaum zu unterscheiden, wurden dann aber durch die Rassehundezucht künstlich in zwei Rassen getrennt. Die endgültige Trennung erfolgte allerdings erst 1960. Vom Puli unterscheidet sich der heutige Pumi durch die Form der Ohren und insbesondere durch den Verzicht auf einen übertriebenen, extremen Fellwuchs. Die Gräfin von Hagen zeigt in ihrem Buch „Die Hunderassen“ von 1933 Fotos von solchen Hunden, die zwar zottiges Haar, jedoch in Maßen und vor allem mit freien Augen zeigen. Das hat sich beim Puli heute leider geändert. Das Fell ist zu einer Belastung für den Hund geworden, was beim Pumi glücklicherweise anders ist.

Interessiert man sich für einen kleinen bis mittelgroßen ungarischen Hirtenhund sollte man sich aus Tierschutzgründen für den Pumi (oder Mudi) entscheiden. Er hat im Gegensatz zum Puli im Wesentlichen noch das Fell seiner in der Puszta arbeitenden Vorfahren. Der große Schweizer Kynologe Hans Räber schreibt in seiner „Enzyklopädie der Rassehunde“ zum Puli:

Eine lange Pusztabehaarung wie sie der Standard heute fordert, war für den Dienst bei der Herde ungeeignet, sie hätte die Bewegungsfreunde des Hundes eingeengt und ihn bei der Erfüllung seiner Arbeit behindert.

Das bleibt dem Pumi erspart. Über das Leben dieser Hunde in der Puszta berichtet Gräfin von Hagen. Sie schreibt intelligenten, flinken Hunde, die neben der Schäferarbeit auch noch hervorragende Wächter und Jagdhelfer seien. In einer umfassenden Gen-Analyse aus dem Jahr 2017 mit mehr als 100 Hunderassen und mehr als 13.000 Hunden durch ein Team von Genetikern um Heidi Parker, werden Puli und Pumi genetisch zwischen die Gruppe der Schnauzer und Pudel gestellt. Eine genetische Nähe zu Terriern, wie sie in Beschreibungen oft unterstellt wird, kann nicht bestätigt werden. 1954 wurde der Pumi offiziell von der Fédération Cynologique Internationale anerkannt. In Deutschland wird er vom Klub für Ungarische Hirtenhunde im VDH betreut. Lediglich um die 10 Welpen werden jedes Jahr im VDH registriert.

Beschreibung

Der Pumi ist ein kleiner bis mittelgroßer, lebendiger Hund, der in seiner äußeren Erscheinung an einen Terrier erinnern kann, jedoch nicht mit diesem verwandt ist. Er zeigt einen kräftigen, quadratischen Körperbau und trägt seinen Hals überdurchschnittlich aufrecht. Die Nasenpartie ist gestreckt und das obere Drittel der aufgerichteten Ohren neigt sich nach vorne. Kopf und Ohren sind dicht mit Haar bedeckt wobei die Augen frei bleiben. Der Pumi hat ein welliges, lockiges Haar, das nie glatt oder verschnürt sein soll. Es bildet Locken. Im Durchschnitt sollen die Haare 4 bis 7 Zentimeter lang sein. Das Haarkleid besteht aus einem dichten, drahthaarigen Deckhaar und einer weichen Unterwolle. Die mittellangen, dichten, drahtigen Grannenhaare an den Ohren ragen nach oben.

Rüden sollen eine Widerristhöhe von 41 bis 47 Zentimetern vorweisen, Hündinnen von 38 bis 44 cm. Als Gewicht werden für Rüden 10 bis 15 Kilogramm und für Hündinnen 8 bis 13 Kilogramm vorgeschrieben. Der Pumi wird in mehreren Farbschlägen gezüchtet: grau, schwarz, falbfarben. Er muss immer einfarbig sein. Ein weißer Brustfleck ist erlaubt. Auf ganz weiße Hunde sollte man verzichten, da diese Fellfarbe mit einem erhöhten Risiko für Erbkrankheiten einhergehen kann.

Charakter und Wesen

Der Pumi ist im Kern seines Wesens immer noch ein Schäferhund. Die kleine Fellnase wird jedoch schon lange nur noch als Begleithund gezüchtet. Er findet sich heute uneingeschränkt in seiner Rolle als Familienhund ein. Heutzutage bewacht und behütet er seine Menschenfamilie und deren Wohnung im besten Sinne. Der Pumi kann so auch zum Kläffen neigen. Er ist ausgesprochen clever, gelehrig und agil. Der offizielle Standard des Pumi beschreibt sein Wesen so:

Dieser recht lebhafte Treibhund hat ein rastloses Temperament. Er ist äußerst kühn, gegen fremde Personen etwas misstrauisch. Infolge seines vernünftigen Verhaltens, seiner Lebhaftigkeit und seiner Ausdrucksfähigkeit lenkt er immer und überall die Aufmerksamkeit auf sich. Der Pumi ist ziemlich laut. Seine ganze Erscheinung strahlt Tatendrang aus und wegen seiner Ruhelosigkeit und Betriebsamkeit sind alle seine Körperteile stets in Bewegung. Er ist immer aktiv und einsatzbereit. Scheues oder phlegmatisches Benehmen sind rassenfremde Eigenschaften.

Die Gräfin von Hagen berichtet 1933 in ihrem Buch „Die Hunderassen“ über ein Gespräch einem ungarischen Schäfer über seine Hunde vom Typ des Puli oder Pumi. Dieser ist voll des Lobes und bezeichnet diese als seine rechte Hand. Sie seien intelligenter als jeder Junge aus dem Dorf. Währenddessen weist er mit ein paar Worten beiläufig seinen Hund an, die Schafherde zu holen. Dieser eilt wie ein Blitz davon. Einige Zeit später sieht man von weitem die Herden kommen, zügig aber geordnet und ohne Panik. Diese kleinen Hunde sind noch heute ein Energiebündel mit einer ausgesprochenen Leistungsfähigkeit und -bereitschaft. Er ist immer aktiv und einsatzbereit. Scheues oder phlegmatisches Benehmen ist ihm fremd.

Haltung

Der Pumi ist von seinem Wesen her ein bewegungsfreudiger Hund. Er will die Einbindung in die Familie und kann sich in diese auch anstandslos einordnen, fachkundige Erziehung vorausgesetzt. Er kann ein liebevolles Mitglied der Familie und toller Partner für Kinder sein und verlangt regelmäßige Beschäftigung. Hat er zuviel Langeweile kann er seine Energie am Mobiliar auspowern. Der gut erzogene Pumi benimmt sich auf Reisen anstandslos. Er braucht regelmäßige Fellpflege per Bürsten und Trimmen. Ansonsten stellt er keine besonderen Ansprüche an seine Haltung. Mit viel Fürsorge und Beschäftigung kann er auch in einer Etagenwohnung gehalten werden. Ein Pumi ist sehr gut für Hundesport geeignet.

Erziehung

Der Pumi lässt sich sehr gut erziehen. Er freut sich, zusammen mit seinen Menschen etwas erleben zu können. Er ist offen und ehrlich und arbeitet gerne mit Herrchen und Frauchen. Der kleine, quirlige Hund muss aber vom Welpen an mit liebevoller Konsequenz erzogen werden. Die Kunst liegt darin, das richtige Maß an Konsequenz und Führung zu finden. Die entscheidende Grundlage ist immer eine enge emotionale und vertrauensvolle gegenseitige Bindung. Fühlt er sich ungerecht behandelt, kann er sich schon einmal beleidigt zurückziehen. Lässt man ihm zuviel Freiraum, so kann er sich schon einmal berufen fühlen, die Kinder der Familie zu behüten und nach seinem Geschmack zu treiben. Die Erziehung und Führung des Pumis ist in der Regel kein Problem und sollte auch für ein weniger hundeerfahrenes Herrchen oder Frauchen gut machbar sein.

Pflege und Gesundheit

Der Pumi braucht einen gewissen Pflegeaufwand für sein Fell. Es muss regelmäßig gebürstet und getrimmt werden.

Rassetypische Krankheiten

Der Pumi ist eine robuste Hunderasse.

Ernährung

Ein Pumi ist in seiner Ernährung unproblematisch.

Lebenserwartung

Ein Pumi hat eine Lebenserwartung von 12 bis 15 Jahren.

Einen Pumi kaufen

Wenn du dich für einen Pumi interessierst, solltest du dich vor Ort bei einem Züchter erkundigen, der dem Klub für Ungarische Hirtenhunde angeschlossen ist. Die Kosten liegen bei ca. 1.000 Euro.

 


Christoph JungChristoph Jung Seit seiner Kindheit gehören Hunde zu den besten Freunden des Hundeforschers. Die Beziehung Mensch – Hund ist für ihn ein faszinierendes Thema, das ihn täglich beschäftigt und für das er sich auch öffentlich engagiert. Aus seiner täglichen Forschung entstand das Buch „Tierisch beste Freunde“. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


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