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Mudi im Rasseportrait

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Mudi SchäferhundHerkunft und Rassegeschichte

Der Mudi ist ein ungarischer Schäferhund. Er wurde und wird zum Treiben von Rindern und zum Hüten von Schafen eingesetzt. Diese beiden Aufgaben, selten in einem Hund vereint, machen ihn zu einem besonderen Hütehund. Das Treiben von Rindern erfordert Mut und Furchtlosigkeit, wenn dieser kleine Hund einem Rind sagen soll wo es hingeht und ihm auch schon mal in die Fesseln zwicken muss. Beim Hüten von Schafen hingegen muss er viel vorsichtiger vorgehen. Die Schafe dürfen nicht verängstigt werden, sonst würden sie in Panik geraten. Beide Fähigkeiten in einem Hund vereint brachten einen besonders intelligenten, cleveren und lernfähigen Hund hervor, wie es der Professor für Verhaltensforschung bei Hunden und Mudi-Züchter Péter Pongrácz beschreibt.

Die Geschichte des Mudi liegt noch weitgehend im Dunkeln. Vermutlich brachten jedoch die einwandernden Donauschwaben des 17. und 18. Jahrhunderts ihre Hütehunde aus Deutschland mit, die sich dann in ihrer neuen Heimat weiterentwickelten. Es waren die urwüchsigen Schäferhunde, die zu den Ahnen des heutigen Deutschen Schäferhundes oder des Malinois zählen und noch am ehesten mit den heutigen Altdeutschen Schäferhunden zu vergleichen sind. In Ungarn ist der Mudi noch heute das Schweizer Messer der kleinen Bauern und hütet auch schon mal die Gänse, bewacht das Anwesen, holt die Kinder von der Schule ab, beschützt die Hühner vor Fuchs und Marder und erledigt alle weiteren anstehenden Aufgaben.

Erst Anfang der 1930er Jahre begann man, den Mudi als eigene Hunderasse wahrzunehmen. 1961 kam es zur offiziellen Anerkennung durch die Fédération Cynologique Internationale. In Deutschland wird die Rasse durch den Klub für Ungarische Hirtenhunde betreut, es fallen aber gerade einmal zwischen 10 und 20 Welpen pro Jahr in der Zucht unter dem Dach des VDHs. Diesem tollen Hund, der alle Vorzüge eines cleveren Begleiters, vierbeinigen Freundes und Familienhundes hat, wäre eine größere Verbreitung zu wünschen.

Beschreibung

Der Mudi ist ein mittelgroßer Schäferhund. Er erinnert an die Altdeutschen Schäferhunde. Zu seiner Erscheinung sagt der offizielle Standard:

Es handelt sich um eine mittelgroße Hütehunderasse mit einem keilförmigen Kopf und Stehohren. Die obere Linie des Körpers ist eindeutig nach hinten geneigt. Der Kopf und die Gliedmaßen sind von kurzen, glatten Haaren bedeckt. Die anderen Körperpartien zeigen eine etwas längere, stark gewellte bis leicht lockige Behaarung. Es gibt verschiedene Farbvarietäten.

Seine Fellfarben sind in der Regel Schwarz oder Falb. Zudem sind aschfarben und braun erlaubt sowie weiß. Von der zuweilen angebotenen Fellfarbe Blue-Merle, die möglicherweise aus der Einkreuzung eines Australian Shepherd stammt, sollte man absehen, da diese von einem Defektgen erzeugt wird, das auch Gehörschäden und weitere gesundheitliche Beeinträchtigungen hervorrufen kann. Der Mudi hat immer Stehohren. Er hat eine Widerristhöhe zwischen 41 und 47 Zentimetern bei Rüden und 43 bis 45 bei Hündinnen. Das Gewicht soll zwischen 8 und 13 Kilogramm liegen.

Charakter und Wesen

Der Mudi hat das klassische Wesen eines Schäferhundes. Durch seine vielfältigen, teils gegensätzliche Verhaltensweisen fordernden Einsatzbereiche wie das Hüten, Treiben und alle in der bäuerlichen Landwirtschaft anfallenden Aufgaben, hat er eine außergewöhnliche intellektuelle Leistungsfähigkeit entwickelt. Hierzu schreibt der offizielle Standard: „Der Mudi ist außerordentlich lernfähig, von lebhaftem Temperament, mutig, wachsam, arbeitsfreudig, aufgeweckt und anpassungsfähig.“

Die hohe Intelligenz, die enorme Leistungsfähigkeit und der ausgeprägte Arbeitswille fordern geradezu, dass man mit ihm arbeitet. Der Mudi ist ein ausgezeichneter Hund für Agility. Zugleich macht sich die Hunderasse auch ganz hervorragend als Familienhund. Er lässt sich ausgesprochen gut führen. Es macht viel Freunde, mit einem einigermaßen gut erzogenen Mudi die Natur zu erkunden, den man dann auch ohne Leine gut kontrollieren kann. Er hat das Potenzial für eine besonders enge Partnerschaft zu seinen Menschen auf höchstem Niveau. Ob das gelingt, wird in der Regel an Herrchen oder Frauchen liegen.

Haltung

Der Mudi ist hinsichtlich der äußeren Bedingungen an seine Haltung ausgesprochen anspruchslos. Er braucht die enge Anbindung an seine Menschen und die Familie und ist daher ebenso wenig ein Hund für die Zwingerhaltung wie er ein Couch-Potatoe ist. Er ist allerdings anspruchsvoll was die gemeinsamen Aktivitäten angeht. Ein Mudi braucht seine Herausforderungen als Arbeitshund oder im Hundesport. Er braucht viel Bewegung und zwar täglich. Ideal ist eine ländliche Umgebung, in der man neben Arbeit oder Sport weitläufige Ausflüge unternehmen kann.

Der Mudi braucht eher aktive Menschen um ihn herum. Er ist kein Schoßhündchen, auch wenn er es nach ausgiebigen Aktivitäten liebt, mit seinen Menschen gemütlich zusammen zu sein – und dann auch gerne einen Platz auf dem Sofa hat, aber nicht haben muss. Mit einem einigermaßen gut erzogenen Mudi kann man problemlos alle Situationen des Alltags meistern. Er wird im Umgang mit anderen Hunden, auch wenn ihn diese ankläffen, souverän sein oder in einer Gaststätte still und leise in seinem Eckchen bleiben. Durch seine eher kleine Größe ist er zudem sehr praktisch. Robust ist er allemal.

Erziehung

Die Erziehung eines Mudi ist ausgesprochen problemlos. Aufgrund seines cleveren Wesens, seiner hohen Kommunikationsfähigkeit und seines Willens für uns Menschen zu arbeiten, ist er in der Lage und willens, den Wünschen von Herrchen und Frauchen zu folgen. Mudis wollen und können lernen und auf Basis des Vertrauens sowie hundgerechter Anleitung enorme Leistungen im Dienste des Menschen erbringen. Der auf manchen Hundeplätzen gebräuchliche Kasernenhofstil ist hier genau kontraproduktiv. Die Hunde können sich nicht mit schlichter Unterordnung auf Basis Einschüchterung oder Konditionierung entfalten. Ihr tolles Wesen und ihre enorme Leistungsfähigkeit blühen erst auf Basis einer engen emotionalen Bindung richtig auf. Grundsätzlich eignen sich Mudi auch für engagierte Anfänger.

Pflege und Gesundheit

Der Mudi ist absolut pflegeleicht und anspruchslos. Regelmäßig sollte das Fell durchgebürstet werden.

Rassetypische Krankheiten

Der Mudi erfreut sich – soweit bekannt – einer sehr robusten Gesundheit.

Ernährung

Der Mudi ist problemlos in seiner Ernährung.

Lebenserwartung

Der Mudi hat eine hohe Lebenserwartung von 12 und deutlich mehr Jahren. Belastbare Daten liegen aber nicht vor.

Mudi kaufen

Solltest du dich für einen Mudi interessieren, so schaue dich vor Ort bei einem Züchter um, der dem Klub für Ungarische Hirtenhunde angeschlossenen ist. Ein Welpe dieser Rasse kostet um 1.000 Euro.

 


Christoph JungChristoph Jung Seit seiner Kindheit gehören Hunde zu den besten Freunden des Hundeforschers. Die Beziehung Mensch – Hund ist für ihn ein faszinierendes Thema, das ihn täglich beschäftigt und für das er sich auch öffentlich engagiert. Aus seiner täglichen Forschung entstand das Buch „Tierisch beste Freunde“. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


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