Mops im Rasseportrait

146816
2

Mops

Steckbrief

Familienhunde
Herkunft Großbritannien / China Lebenserwartung 15 Jahre (gesund gezüchtet)
FCI-Standard FCI Gruppe 9: Gesellschafts- und Begleithunde Funktion Familienhunde
Größe Mini Hunderassen Häufige Krankheiten je nach Zucht
Gewicht nicht vorgegeben Felllänge Fein, glatt, weich, kurz und glänzend
Charakter/Wesen Herzerfrischender Begleiter, ideal für die heutige Zeit Fellfarbe Silber, apricot, hellfalbfarben oder schwarz
Besonderheiten

ein großer Teil der Population leidet unter Qualzucht

Rassenmerkmale und Erscheinungsbild

Wie sieht ein Mops aus?

Der Mops ist ein kleiner, sehr kompakter Hund. Er ist eine einmalige Erscheinung. Unverwechselbar. Er ist der Prototyp des Schoßhundes – aber er hat viel mehr drauf. Es gibt kaum einen Hund, der so oft und vielfältig in unserer Kultur abgebildet wird, ob in Anekdoten, als Porzellanfigur, Gemälde oder Karikatur. Nicht erst seit Loriot ist der Mops geradezu sprichwörtlich geworden. Er hat einen rundlichen Kopf. Die Rute ist hoch angesetzt, und soll so eng wie möglich über die Hüfte eingerollt getragen werden. Der Standard beschreibt seine äußere Erscheinung als:

Ausgesprochen quadratisch und gedrungen, er ist ein « Multum in Parvo » (= viel Masse auf kleinem Raum), was sich durch kompakte, straff-gedrungene Proportionen und Festigkeit der Muskulatur ausdrückt, darf aber niemals weder tiefgestellt noch schmal und hochbeinig sein.

Sein Haar ist fein, glatt, weich, kurz und glänzend, weder harsch noch wollig. Den Mops gibt es in verschiedenen Farbschlägen: Silber, apricot, hellfalbfarben oder schwarz.

Wie alt wird ein Mops?

Ein gesund gezüchteter Mops hat eine Lebenserwartung von 15 und mehr Jahren. Die meisten heute gezüchteten Exemplare erreichen dieses Lebensalter leider nur selten. Der Mops zählt zu den Rassen, denen der Mensch in den letzten drei Jahrzehnten übel mitgespielt hat. Er zählt zu den Rassen, die massiv und weit verbreitet unter Qualzucht leiden. Vornedran ist das Brachyzephale Atemnot-Syndrom (BAS) zu nennen (mehr dazu unten). Vermeintliche Liebhaber dieser so lieben Hunde verlangen nach einem Kopf der immer mehr nach dem Kindchenschema ausgebildet ist. Die meisten Züchter widerstanden dieser Nachfrage nicht. So wurde die Schnauze immer kürzer, das Gesicht flacher, der Kopf runder und die Augen glubschiger.

mops Wesenszüge und Charaktereigenschaften

Welche Eigenschaften hat ein Mops?

Es gibt wohl kaum einen freundlicheren Hund als den Mops. Sein Wesen strahlt pure Herzlichkeit aus. Dazu kommen sein Witz und sein Charme. Wir können uns kaum ein Schmunzeln verdrücken, werden wir von diesem kleinen Hund freudig begrüßt. Er tut uns einfach in der Seele gut. Auch wenn der Mops in den letzten Jahren in Mode gekommen ist, so ist er doch kein Modehund. Sein Charme und seine Freundlichkeit werden bereits seit vielen Jahrhunderten wahrscheinlich sogar Jahrtausenden geschätzt. Generationen von Menschen haben ihren Mops tief ins Herz geschlossen. Unzählige Herzen hat er erfreut. Das wird immer wieder in Gemälden, Gedichten, Liedern und sogar Denkmälern aus Stein dokumentiert. Das einzige, was sich in den letzten Jahren geändert hat, ist der Status seiner Gesundheit. Wir Menschen haben in den letzten Jahren dafür gesorgt, dass unsere Möpse oft genug ihr Leben lang an Atemnot leiden. Es ist keineswegs typisch für einen Mops, dass er röchelt! Bis vor wenigen Jahrzehnten sah man ihn durchweg kerngesund mit etwas Schnauze, normaler Kopfform und funktionierenden Augen, die nicht glubschig vorstehen, um bei passender Gelegenheit aus der Augenhöhle zu fallen. Die echte Freundschaft zum Mops meint auch Verantwortung für eine gesunde Zucht, die ihm Leid erspart. Der Mops selbst lässt nie Zweifel an seiner innigen Freundschaft zu uns Menschen aufkommen. Sie ist der verinnerlichte Sinn seines Lebens. Ob Single oder Familie, ob jung oder alt, ob Stadt oder Land – der Mops fühlt sich überall wohl. Einzige Voraussetzung ist, dass er in unser Leben eingebunden ist, hieran teilhaben darf. Herrchen und Frauchen sollten ihren Mops nicht unterschätzen. Er ist ein äußerst cleveres Kerlchen, das seinen Charme auch für eigene Zwecken einzusetzen weiß. Das Wesen eines Mopses ist in der Hundewelt einmalig, wie auch dieser Vierbeiner einmalig dasteht. In unserer hektischen Zeit, in unserem oft harten Berufsalltag schenkt er uns einen entspannenden Gegenpol. Das kann ein Single sein, ob jung oder alt, das darf eine große Familie mit drei Generationen und vielen Kindern sein. Er fühlt sich in einer kleinen Etagenwohnung mitten in der hektischen Großstadt oder in einer noblen Villa gleichermaßen wohl. Hauptsache er hat seinen oder seine Zweibeiner mit denen er ein inniges emotionales Verhältnis pflegen kann. Er ist auch ganz hervorragend als Anfängerhund geeignet,

Herkunft & Geschichte

Wo kommt der Mops ursprünglich her?

Es gibt kaum einen Hund, um den sich so viele Geschichten ranken wie um den Mops. Viele Jahrzehnte lang sah man in Deutschland einen Mops aber live sehr selten. In den letzten zehn Jahren ist er dann binnen kürzester Zeit extrem in Mode gekommen. Das ist eigentlich kein Wunder. Es war schon eher verwunderlich, dass er lange Zeit kaum gehalten wurde. Die Möpse zählen zu den Begleit- oder Schoßhunden, die es schon seit Jahrhunderten gibt. Er ist seit vielen Generationen ganz auf ein Leben in der Familie des Menschen eingestellt. Seine Herkunft ist noch nicht geklärt. Sowohl historische Hinweise als auch Erkenntnisse der Genetik weisen auf frühe asiatische Wurzeln hin. Der große Kynologe Hans Räber spricht in seiner „Enzyklopädie der Rassehunde“ davon, dass der Mops durch Zeichnungen und Gemälde bereits seit 1425 in Europa nachgewiesen ist. Interessanterweise steht der Mops rein genetisch dem Wolf näher als ein Deutscher Schäferhund. Und der Mops hat wohl auch kein Bulldoggen-Blut in sich, wie es angesichts der Plattnase zu vermuten wäre. All das sagen die Analysen der US-Genetikerinnen um Heidi G. Parker, die im Wissenschaftsmagazin Science veröffentlicht wurden. Aber das nur am Rande. Von Vicco von Bülow, alias Loriot, stammt der berühmte Satz:

Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos.

Wer Loriot kennt, weiß, dass er dies durchaus ernst meinte, wenn auch mit einem Augenzwinkern. Loriot hat sein ganzes Leben mit Mops gelebt. Ein Mops betört durch seinen herzerfrischenden Witz und Charme. Da wunderte es, dass er zwischen 1930 und 1990 weitgehend aus der deutschen Hundeszene verschwunden war. Seit einigen Jahren ist er schlagartig beliebt, ja zu hie und da einem Mode- und Kultobjekt geworden. Im VDH registriert man um die 500 Welpen im Jahr. Das gibt nur einen kleinen Einblick in seine Beliebtheit, denn er ist zu einem beliebten Objekt EU-weit agierender Hundehändler und Puppy-Mills geworden. Leider finden solche zwielichtigen Produzenten auch ihre Käufer. Und das – trotz allen Geredes von Tierschutz – mit zunehmender Tendenz. Das größte Problem des Mopses ist diese, leider wahllose Beliebtheit unkritischer Welpenkäufer. Seit mit ihm leichtes Geld zu machen ist, sind Mopszüchter und -zuchtvereine wie Pilze aus dem Boden geschossen. Der Gesundheit des Mopses hat das nicht gut getan. Gezüchtet wird, was sich beim bequemen Welpenkäufer am besten in Geld umsetzen lässt, ohne Rücksicht auf das Wohl der Zuchttiere und Welpen.

Beliebte Mixe

Mixe mit Mops sind oft problematisch. Das gilt insbesondere dann, wenn der Mops dem Nachwuchs seine gesundheitlichen Handicaps vererbt. Hier ist das Brachyzephale Atemnot-Syndrom zu nennen. Ist es dann ein Mix mit einer sehr aktiven Hunderasse, so kann der von dort vererbte Bewegungsdrang mit der Atemnot des Mopses zusammenkommen (ist zum Beispiel beim Puggle eine Gefahr). Du kannst dir ausmalen, wie es diesem Mix dann gehen wird.

Pflege, Gesundheit und Krankheiten

Gibt es beim Mops rassetypische Krankheiten?

Ein gesund gezüchteter Mops ist absolut pflegeleicht, alltagstauglich, robust und langlebig. 15 Jahre sind dann kein Problem. Leider sind solche Möpse heute zur seltenen Ausnahme geworden. Das Hauptproblem sind verkrüppelte Schnauzen samt Atemwege sowie die Augen. Die Zucht auf möglichst kurze Schnauzen hat dem Mops das freie Atmen fast unmöglich gemacht. Ein Großteil seiner Population leidet unter dem Brachyzephalen Atemnot-Syndrom (BAS). Der Mops ist zum Stammgast in Tierkliniken geworden, wo ihm per komplizierter OPs das freie Atmen ermöglicht wird. Professor Oechtering von der Uni Leipzig hat sich auf die Weitung der Atemwege der brachyzephalen Rassen spezialisiert und setzt hierzu modernste Hightech wie Computertomographie und Laser ein. Möpse sind seine mit Abstand häufigsten Patienten. Die durch die Versäumnisse der Zucht gestörte Atmung vieler Möpse führt in Folge zu Herzerkrankungen, da das Herz ständig mehr Blut pumpen muss. Zugleich führt die ständige Atemnot zur Unterversorgung anderer Organe mit sauerstoffreichem Blut. Dauerstress und eine Kette von Folgeerkrankungen werden befördert. Wenn das Schnarchen und Grunzen vieler Möpse von Züchtern wie Haltern auch noch als rassetypisch abgetan wird, so ist dies eine unverantwortliche fast schon zynische Beschönigung dieser Problematik. Auf den ersten Blick mag sich das Schnarchen ja lustig anhören, doch bei Hunden ist es Ausdruck einer schweren Störung elementare Lebensfunktionen. Zudem neigen die extrem glubschigen Augen dazu, aus der Augenhöhle zu fallen und sind darüber hinaus sehr verletzlich. Ein weiteres Problem für die Gesundheit und das Wohl dieser lieben Hunde sind die vielen unseriösen Anbieter von Welpen im Internet. Ein rassetypischer, nicht überzüchteter Mops kann ein kerngesunder Hund sein. Das hat er über viele Jahrhunderte gezeigt.

Welches Futter ist für einen Mops am besten?

Der Mops ist genügsam und stellt keine besonderen Ansprüche an seine Ernährung. Allerdings solltest du streng auf seine Figur achten. Zuweilen ist dein Mops ganz schön verfressen.

Aktivitäten

Ein Mops stellt hier keine besonderen Anforderungen. Er ist ein Begleiter, der mit dir überall hin durch dick und dünn geht – sofern ihm die Zucht die Chance auf ein artgerechtes Leben belassen hat.

Mops WelpeÜberlegungen vor der Anschaffung

Wo kann man einen Mops kaufen?

Willst du dir einen Mops anschaffen, sollte du zunächst einen grundsätzlichen Gesundheitscheck machen. Bitte schau dir die Züchter und deren Hunde unter diesem Aspekt ganz genau an. Kaufe nur einen Welpen von Züchtern, die Möpse ohne die hier genannten Übertreibungen züchten. Und natürlich kaufe nur vor Ort beim Züchter, der seinen Wurf per Fotos dokumentiert hat und Wert darauf legt, dass du die Mutter samt Wurf lange vor dem Kauf besuchen kommst. Leider sind solche Züchter heute selten. Aber es gibt keine Alternative, wenn dir das Wohl der Tiere wichtig ist. Bitte kaufe genau aus diesem Grund nicht per Internet. Bei Kleinhunden wie dem Mops gibt es leider sehr viele Angebote von – gut getarnten Hundehändler, von Hinterhofzuchten oder Puppy-Mills. Abgesehen von dem Leid, was so den Hunden angetan wird, hast du in aller Regel das böse und teure Erwachen nach dem vermeintlich günstigen Kauf in Form von saftigen Tierarztrechnungen. Vielleicht findest du ja deinen Mops im Tierheim.

Mops Erziehung und Haltung

Passt ein Mops zu mir?

Die Jahrhunderte alte Rolle des Mopses als Begleithund, hat den großen Vorteil, dass er wirklich gut in unseren dichtbesiedelten Regionen und Städten zu halten ist. Er stellte keine Ansprüche an seine Unterkunft. Er fühlt sich in der kleinsten Etagenwohnung in der Großstadt ebenso wohl wie in einer Villa mit großem Garten. Er braucht keinen erfahrenen Hundeführer, keine täglichen Herausforderungen oder stundenlange Spaziergänge. Allerdings braucht der Mops einen fürsorglichen Menschen oder eine liebe Familie in die er fest eingebunden ist. Einen Mops kannst du überall mit hinnehmen. Und natürlich sollte er auch einigermaßen erzogen sein. Der Mops hat seinen eigenen Charakter und seinen eigenen Kopf. Ihn mit Härte erziehen zu wollen, geht voll daneben. Freilich braucht er eine sehr konsequente Hand, aber die Grundlage der Erziehung muss gegenseitige Zuneigung und Vertrauen sein. Der Mops ist zwar ein gelernter Schoßhund. Deswegen will der trotzdem regelmäßig spazieren gehen und idealerweise auch in der Natur frei laufen und sich dabei in seiner Nebenrolle Hund ausleben. Seine Ansprüche sind recht maßvoll, aber er kann auch anders. Ein gesund gezüchteter Mops kann bei einer ausgedehnten Wanderung problemlos mithalten. Er ist in der Natur leichtführig, da ihm der Jagdtrieb fehlt. Kurz, der Mops ist in jeder Hinsicht ein idealer Begleiter für die heutige Zeit. Der gesund gezüchtete Mops ist robust und pflegeleicht. Gelegentlich bürsten reicht.

Interessantes, Wissenswertes & Extras

Der Mops ist ein Schoßhund im besten Sinne des Wortes. Er ist ein absolut idealer Begleiter für den Menschen in unserer hektischen Zeit. Er sorgt für Entschleunigung, er bringt Freude in die kleinste Hütte oder nobelste Villa. Er ist immer für seine Menschen da, erfrischt Herz und Seele. Nur wir Menschen sollten ihn etwas sorgsamer behüten.


Christoph JungChristoph Jung Seit seiner Kindheit gehören Hunde zu den besten Freunden des Hundeforschers. Die Beziehung Mensch – Hund ist für ihn ein faszinierendes Thema, das ihn täglich beschäftigt und für das er sich auch öffentlich engagiert. Aus seiner täglichen Forschung entstand das Buch „Tierisch beste Freunde“. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


Hilf uns, unseren Service weiter zu verbessern. War dieser Artikel hilfreich für dich?

Kommentare, Fragen und Antworten
  1. Dominik sagt:

    Ich hätte eine Frage darf ich dieses Bild für meinen Instagramm Account verwenden.

    1. ZooRoyal sagt:

      Hallo Dominik,

      leider können wir dir dafür keine Erlaubnis geben, da uns dafür nicht genügend Rechte vorliegen.

      Viele Grüße,
      dein ZooRoyal Team

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.