Barbet im Rasseportrait

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Barbet

Jagdhunde
Herkunft Frankreich Lebenserwartung 12 Jahre
FCI-Standard FCI Gruppe 8: Apportierhunde - Stöberhunde - Wasserhunde Funktion Jagdhunde
Größe Große Hunderassen Häufige Krankheiten Keine
Gewicht 16-25 kg Felllänge mittellang gelockt, wollig
Charakter/Wesen intelligenter, wasserfreudiger Begleiter Fellfarbe schwarz, braun, weiß auch gescheckt
Besonderheiten

Herkunft und Rassegeschichte

Der Barbet ist ein französischer Jagdhund mit Schwerpunkt Wasserjagd. Im Deutschen heißt er daher auch „Französischer Wasserhund“. Barbet kommt vom französischen Wort für Bart, „barbe“. Das spielt an auf seine üppige Behaarung am Kopf. Er gilt als uralte Hunderasse. Er soll zu den Ahnen zahlreicher moderner Hunderassen zählen vorne dran des Pudels aber auch von Jagdhunden wie dem Deutsch Drahthaar, dem Pudelpointer, dem Griffon oder dem Irischen Wasserspaniel. Schon im ausgehenden Mittelalter wird der heutige Barbet beschrieben. Der große schwedische Zoologe Carl von Linné bezeichnet um 1750 den Barbet und ähnliche Hunde als „Canis aquaticus“. Schon die Römer berichteten von im Wasser arbeitenden, zottigen Hunden in Frankreich und auf der iberischen Halbinsel. Es ranken sich viele Geschichten um die genaue Herkunft des Barbets, doch meist sind es nur Fabeln ohne echte Belege.

Es ist eine spannende Aufgabe, dieses Geheimnis einmal zu lüften. Tatsache ist, dass der Barbet das Wasser liebt, wie kaum ein anderer. Er ist der absolute Spezialist der Wasserarbeit. Er findet die Wasservögel im dichtesten Schilf, scheucht sie auf und apportiert sie nach dem Schuss zuverlässig. Er kann ausgezeichnet schwimmen. Und das bei jedem Wetter. Eiskaltes Wasser macht ihm nichts. Hier schützt ihn sein spezielles Fell. Auch andere jagdliche Aufgaben, etwa die Fährtenarbeit, meistert der Barbet ganz hervorragend. Der Barbet ist ein Jagdhund, aber zugleich ein hervorragender Begleiter und Familienhund. Seine hohe Intelligenz, seine Offenheit, die Liebe zu seinen Menschen lassen ihn zu einem geschätzten Partner und innigen Freund werden. Der Barbet ist eine von den Hundefreunden vollkommen unterschätzte Hunderasse. Obwohl er ein enormes Potenzial hat, freundlich, anspruchslos und leichtführig ist, ist er selbst in Frankreich eher selten. In Deutschland wird diese uralte, klassische Hunderasse vom Verein für französische Vorstehhunde betreut. Der Barbet war in Deutschland lange Zeit extrem selten. Kaum ein Wurf fiel. Das hat sich in den letzten Jahren glücklicherweise sehr zum Positiven entwickelt. Die Welpenzahlen bewegen sich im VDH heute bei um die 50 im Jahr. Dieser tolle Hund hätte aber noch eine wesentlich größere Liebhaberschaft verdient.

Beschreibung

Der Barbet ist ein mittelgroßer Hund mit mittellangem, wolligem und gelocktem Fell. Es erinnert an einen schon länger nicht geschorenen Pudel. Das üppige Fell fällt sofort als ein Markenzeichen ins Auge – und das ist kein Modespleen wie bei manch anderen Hunderassen. Sein Standard beschreibt den Barbet so:

Ein Hund von mittleren Körperproportionen, mittlerer Größe, ein besonderes Merkmal der Rasse ist eine dicke, wollige Behaarung, die einen wirksamen Schutz gegen Kälte und Feuchtigkeit gewährleistet. Das Haarkleid formt einen Bart (frz. barbe) am Kinn, welcher der Rasse ihren Namen gegeben hat.

Unter dem üppigen Fell steht ein gut proportionierter Hund, langköpfig, und von eher gestrecktem Körperbau. Der Barbet ist kräftig, beweglich und von athletischer Natur. Die Widerristhöhe liegt bei Rüden zwischen 58 und 66 Zentimetern, bei Hündinnen 53 bis 61. Ein Gewicht ist vom Standard nicht vorgeschrieben. Als Haarfarben sind zugelassen: Einfarbig schwarz, grau, braun, lohfarben (falb), sandfarben, weiß oder mehr oder weniger gescheckt. Alle Schattierungen von lohfarben und sandfarben sind erlaubt.

Charakter und Wesen

Der Barbet ist ein intelligenter, hellwacher, freundlicher Hund. Das Wasser ist sein Element. Sein Standard beschreibt das Wesen als:

Ausgeglichen, sehr führerbezogen, sehr gesellig, wasserfreudig, auch wenn das Wasser sehr kalt ist.

Sein Jagdinstinkt ist wie bei allen heutigen Hunden vom klassischen Typ Wasserhund unterschiedlich ausgeprägt, je nach Individuum. Ein Barbet ist gehorsam, genügsam und leicht auszubilden. Er ist ein ausgezeichneter Begleit- und Wachhund, wenn man seine jagdlichen Veranlagungen ausreichend berücksichtigt. Er ist ein freundlicher Familienhund und guter Partner der Kinder. Der Barbet ist ein leidenschaftlicher Spielpartner. Er verträgt sich nach Gewöhnung auch sehr gut mit anderen vierbeinigen Hausgenossen. Barbets sind robuste und anpassungsfähige Hunde, sportlich, schnell, geschickt und ausdauernd. Sie sind Fremden gegenüber – zumindest am Anfang – eher zurückhaltend. Wenn sie einen Fremden einmal nicht mögen, sind sie allerdings nicht aggressiv, sondern suchen vielmehr aktiv nach Rat von Herrchen oder Frauchen.

Haltung

Der Barbet ist durchweg problemlos in seiner Haltung. Er muss aber beschäftigt werden. Er braucht die gemeinsame Arbeit mit seinen Menschen. Einfach ein paar Runden um den Block zum Gassigehen sind ihm zu wenig. Er ist schlicht zu intelligent und vital, um damit sein Auskommen zu haben. So macht er sich ganz hervorragend in praktisch allen Bereichen des Hundesports. Er apportiert sehr gerne. Hier muss man ein wenig aufpassen, dass man ihn nicht zum Apportierjunkie werden lässt. Der Barbet ist bewegungsfreudig und sucht die geistige Herausforderung. Er nervt jedoch nicht fordernd. Sie können auch mal einen Tag mit der Familie gemütlich auf dem Sofa verbringen. Man muss nicht jeden Tag das große Hundeprogramm organisieren. Der Barbet haart nicht. Es bedarf auch keiner besonderen Fellpflege. Das heißt aber nicht, dass er pflegeleicht wäre. Durch sein spezielles Fell und sein Affinität zum Wasser bringt er nicht selten ordentlich Dreck ins Haus. Um Verfilzungen vorzubeugen, muss er regelmäßig gebürstet und gekämmt werden. Die Haare im Ohr müssen von Zeit zu Zeit ausgezupft werden, um für eine gute Belüftung der Gehörgänge zu sorgen. So kann das Risiko von Ohrentzündungen gesenkt werden. Das Fell des Barbets sollte hie und da etwas gekürzt werden. Der Barbet sollte aber nie sein uriges, wolliges Aussehen verlieren und etwa wie ein Pudel nach Moden geschoren werden.

Erziehung

Ein Barbet lässt sich ganz hervorragend erziehen. Er hat ein offenes Wesen und will von Herrchen und Frauchen geführt werden. Er ist ein dankbarer Partner in der Erziehung und Zusammenarbeit mit seinen Menschen. Der Barbet verzeiht notfalls auch die Fehler eines Anfängers. Diese sollten nur rechtzeitig korrigiert werden, etwa unter der Aufsicht eines kundigen Hundetrainers. Ein Barbet ist auch für den engagierten Anfänger mit viel Hundeverstand geeignet.

Pflege und Gesundheit

Der Barbet haart kaum. Das Fell sollte aber regelmäßig gekämmt oder gebürstet werden. Hie und da sollte das Fell zudem gekürzt werden, besonders an den Ohren.

Rassetypische Krankheiten

Der Barbet ist eine robuste Hunderasse.

Ernährung

Der Barbet stellt keine besonderen Ansprüche an seine Ernährung.

Lebenserwartung

Der Barbet sollte eine Lebenserwartung von etwa 12 Jahren haben.

Einen Barbet kaufen

Willst du einen Barbet-Welpen kaufen, so solltest du dich rechtzeitig vor Ort bei einem Züchter umschauen, der dem Verein für französische Vorstehhunde angeschlossen ist. Seriöse Züchter werden dir gerne umfassend Auskunft geben und den Wurf, die Eltern und alle anderen wichtigen Dinge gut nachvollziehbar dokumentiert zeigen. Barbet-Würfe aus seriöser Zucht sind selten.
Die Kosten liegen bei ca. 1200 Euro.


Christoph JungChristoph Jung Seit seiner Kindheit gehören Hunde zu den besten Freunden des Hundeforschers. Die Beziehung Mensch – Hund ist für ihn ein faszinierendes Thema, das ihn täglich beschäftigt und für das er sich auch öffentlich engagiert. Aus seiner täglichen Forschung entstand das Buch „Tierisch beste Freunde“. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


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