Australian Kelpie im Rasseportrait

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Australian Kelpie

Australian Kelpie

Hütehunde
Herkunft Australien Lebenserwartung 10 Jahre
FCI-Standard FCI Gruppe 1: Hütehunde und Treibhunde Funktion Hütehunde
Größe Mittelgroße Hunderassen Häufige Krankheiten Keine
Gewicht 16-25 kg Felllänge kurz
Charakter/Wesen arbeitsfreudig, selbstbewusst Fellfarbe schwarz, loh, rot, falbfarben
Besonderheiten

kein Anfängerhund

Herkunft und Rassegeschichte

Der Australian Kelpie ist ein kurzhaariger Schäferhund Australiens. Seine Hauptaufgabe war und ist das Hüten der Schafherden und darüber hinaus zuweilen auch das Treiben der Rinderherden in den riesigen Weiten Australiens. Seit 1813 nutzten die westlichen Siedler den Pass durch das Große Scheidegebirge nördlich von Sydney und konnten so die unendlich erscheinenden Flächen als ihr Weideland nutzen. Ohne brauchbare Hüte- und Treibhunde wäre dort eine Viehhaltung allerdings nicht möglich gewesen. Auch hätte man die Herden nicht zu den Schlachthöfen der Großstädte und Häfen treiben können.

Aus diesen Anforderungen gingen zwei heute etablierte Hunderassen hervor: Der Australian Kelpie und der Australian Cattle Dog. Während der Kelpie seinen Schwerpunkt auf Hüten und Treiben der Schafe hatte und daher etwas eleganter daherkommt, waren es beim Cattle Dog – wie der Name schon sagt – die Rinder. Der Kelpie ist stockhaarig und eher schlank, der Cattle Dog wirkt robuster, kräftiger, kompakter, zeigt zuweilen spezielle Merle-Farben. Die genaue Herkunft und Geschichte beider Hunderassen ist nicht bekannt. Sie wurden schlicht für ihre Arbeit optimiert. Dazu wurden alle möglichen Einkreuzungen ausprobiert, was nur selten dokumentiert wurde. Man kann davon ausgehen, dass der schottische Kurzhaar-Collie einer der wichtigsten Ahnen des heutigen Kelpies ist. Das genaue Geheimnis seiner Abstammung wird man erst lüften können, wenn man das Genom des Australian Kelpie genau analysiert.

In einer Studie von 2017 wird eine genetische Landkarte über 100 Hunderassen, darunter Kelpie und Australian Cattle Dog, aufgestellt. Basis ist eine Gen-Analyse mit mehr als 13.000 Hunden durch ein Team von Genetikern um Heidi Parker. Hier sieht man diese beiden australischen Hunderassen mitten unter den britischen Hütehunden wie Bearded und Border Collie oder Old English Shepdog eingeordnet. Das wundert kaum. Es entspricht in etwa der Essenz aus den Erzählungen, die um die Geschichte des Kelpies ranken. Noch mehr Geschichte ranken sich um die sensationelle Leistungsfähigkeit des Kelpies. „Er soll die Arbeit mehrerer Männer vollbringen“, berichten die australischen Schafhirten. Bekannt sind Bilder von Kelpies, die binnen weniger Minuten riesigen Schafherden einpferchen und dabei auch ohne weiteres über den Rücken ihrer Schafe laufen. Die Hunde sind mit Leib und Seele bei ihrer Arbeit. Diese stellt gleich mehrere extreme Herausforderungen: die riesigen Entfernungen, die Hitze am Tag, die Kälte bei Nacht, der steinige Boden, die staubige Luft. 1973 wurde der Kelpie als eigene Rasse vom Weltverband, der Fédération Cynologique Internationale, anerkannt. Der lange Zeit nur Insidern bekannte Hund wird langsam zu einem Geheimtipp auch in Deutschland. Seit ein paar Jahren hat sich eine wachsende Liebhaberschaft gefunden. Etwa 20 bis 50 Welpen fallen pro Jahr unter dem Dach des VDH.

Beschreibung

Der Australian Kelpie ist ein mittelgroßer, wendiger, stockhaariger Hund. Man sieht auf den ersten Blick die typischen Konturen eines kurzhaarigen Schäferhundes. Der offizielle Standard beschreibt das allgemeine Erscheinungsbild so: „Der Australian Kelpie ist ein wertvoller, beweglicher, aktiver Hund, dank straffer Muskulatur in Verbindung mit sehr geschmeidigen Gliedmaßen unermüdlich bei der Arbeit. Keineswegs darf es ihm an Substanz mangeln.“ Rüden sollen eine Widerristhöhe von 46 bis 51 Zentimetern vorweisen, Hündinnen 43 bis 48. Ein Gewicht ist nicht vorgeschrieben. Das Haarkleid des Kelpies wird vom Standard wie folgt definiert:

Stockhaar mit kurzer und dichter Unterwolle. … Auf dem Kopf (einschließlich dem Inneren der Ohren), an der Vorderseite der Gliedmaßen und der Pfoten ist das Haar kurz. Am Hals ist es länger und dicker und bildet einen Kragen. Die Rute muss eine kräftige Bürste tragen. Zu langes oder zu kurzes Haar ist fehlerhaft. Im Durchschnitt muss das Haar am Körper 2-3 cm lang sein.

Etliche Farben sind erlaubt wie: Schwarz, schwarz und loh, rot, rot und loh, falbfarben, schokoladenbraun.

Charakter und Wesen

Der Australian Kelpie ist ein beweglicher, substanzvoller Schäferhund. Sein Standard sieht ihn als

äußerst aufmerksam, voller Eifer und sehr intelligent. Er ist von sanfter und folgsamer Natur. Seine Energie ist nahezu unerschöpflich. Der Australian Kelpie ist sehr treu und sehr ergeben. Er bringt eine instinktive Begabung für die Arbeit an Schafen mit, gleich ob im freien Gelände oder innerhalb eines Geheges.

Der Kelpie war und ist ein Arbeitshund durch und durch. Noch heute zeichnet ihn eine ausgeprägte Arbeitsfreude im Dienste seiner Menschen aus. Er will und braucht Führung durch sein Frauchen und Herrchen. Er denkt mit und ist selbständig, was ihm zuweilen als Sturheit ausgelegt wird. Wie auch immer: Hohe Intelligenz, eigenständiges Denken, schnelle Auffassungsgabe und hohe Beweglichkeit können Vorteil und Herausforderung zugleich sein. Der Australian Kelpie ist wachsam, aber kein ausgesprochener Schutzhund. Er braucht seine Beschäftigung. Dann ist er ein guter, temperamentvoller Familienhund. Er ist sehr menschen- und kinderbezogen. Er ist verträglich mit anderen Hunden und Haustieren. Wenn nötig, kann er sich mit seiner Schnelligkeit, Beweglichkeit und seiner urigen Kraft aber jederzeit behaupten und durchsetzen.

Haltung

Der Australian Kelpie ist in seiner Haltung problemlos. Allerdings braucht dieser energische, arbeitsfreudige, intelligente Freund eine aktive Führung mit hohem Hundeverstand. Die Führung sollte auf Basis von Respekt und insbesondere tiefer emotionaler Bindung erfolgen. So kann eine wundervolle Beziehung zwischen Hund und Mensch wachsen. Dieser Hund ist aus den genannten Gründen allerdings nicht unbedingt für Anfänger zu empfehlen. Er ist kein Kuschelhund und kein Couch-Potatoe. Er will die Einbindung in die Familie und kann sich in dieser anstandslos benehmen, fachkundige Erziehung vorausgesetzt. Ideal ist ein Haus mit Garten auf dem Land. Die Haltung in einer kleinen Etagenwohnung mitten in einer Großstadt wäre nicht ohne weiteres zu empfehlen. Vor Hintergrund einer guten Erziehung und Führung wird er ein treues, anhängliches Mitglied der Familie. Besonders empfehlenswert ist, mit ihm zusammen eine der verschiedenen Hundesportarten zu betreiben. Hier kann er hervorragende Leistungen zeigen. Er bereichert Dein Leben mit seiner tollen, starken Hundepersönlichkeit.

Erziehung

Der Australian Kelpie lässt sich von einem Menschen mit Hundeverstand gut erziehen. Er ist offen und ehrlich und arbeitet gerne mit Herrchen und Frauchen zusammen. Er ist stark auf Dich als seine Führungsperson bezogen. Er zeigt aber niemals Kadavergehorsam. Er denkt aktiv mit. Die Kunst liegt darin, das richtige Maß an Konsequenz für diesen intelligenten, energischen und zugleich feinfühligen Hund zu finden. Der Australian Kelpie eignet sich ganz hervorragend für verschiedene Hundesportarten. Die entscheidende Grundlage ist immer eine enge emotionale und vertrauensvolle gegenseitige Bindung.

Pflege und Gesundheit

Der Australian Kelpie ist ausgesprochen pflegeleicht.

Rassetypische Krankheiten

Der Australian Kelpie ist eine robuste Hunderasse. In seiner Population sind eine Reihe erblich bedingte Erkrankungen überdurchschnittlich verbreitet, die in der seriösen Zucht unter dem Dach des VDH systematisch bekämpft wird.

Ernährung

Ein Kelpie ist ein unproblematischer Kostgänger.

Lebenserwartung

Ein Australian Kelpie sollte eine Lebenserwartung von gut 10 Jahren haben.

Einen Australian Kelpie kaufen

Wenn du dich für einen Australian Kelpie interessierst, solltest du dich bei einem Züchter vor Ort umschauen, der dem VDH angeschlossen ist. Du solltest dich mit den Wünschen und Bedürfnissen eines Kelpies vertraut gemacht haben und die Bereitschaft wie Möglichkeit haben, diese auch zu deinen zu machen. Die Kosten liegen bei ca. 1000 Euro.


Christoph JungChristoph Jung Seit seiner Kindheit gehören Hunde zu den besten Freunden des Hundeforschers. Die Beziehung Mensch – Hund ist für ihn ein faszinierendes Thema, das ihn täglich beschäftigt und für das er sich auch öffentlich engagiert. Aus seiner täglichen Forschung entstand das Buch „Tierisch beste Freunde“. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


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