Pastellgrundel im Portrait

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Grundeln gehören nicht zu den größten Lieblingen der Aquarianer. Eine Ausnahme macht die Pastellgrundel. Sie ist gut zu halten, bleibt klein, lebt nicht wie andere Grundeln nur dicht auf dem Boden, zeigt sehr schöne Farben und ist auch noch relativ einfach zu züchten. Nur bei der Ernährung muss man etwas aufpassen.

Steckbrief
Steckbrief
Name: Pastellgrundel, Tateurndina ocellicauda
Systematik: Grundeln
Größe: 5-6 cm
Herkunft: Östliches Papua-Neuguinea in kleinen Bächen
Haltung: mittel
Aquariengröße: ab 54 Liter (60 cm)
pH-Wert: 6,5-7,5
Wassertemperatur: 22-25°C

Wissenswertes über die Pastellgrundel

Wissenschaftliche Bezeichnung

Tateurndina ocellicauda

Andere Bezeichnungen

Schwanzfleck-Schläfergrundel

Systematik

Klasse: Actinopterygii (Strahlenflosser)
Ordnung: Gobiiformes (Grundelartige)
Familie: Eleotridae (Schläfergrundeln)
Gattung: Tateurndina
Art: Tateurndina ocellicauda (Pastellgrundel)

Größe

Die Pastellgrundel erreicht im Aquarium eine Länge von etwa 6 cm, ältere Exemplare können auch bis zu 7 cm lang werden.

Farbe

Es handelt sich um eine der farbenprächtigsten Süßwassergrundeln. Der Körper schimmert metallisch bläulich, darüber liegen zu unregelmäßigen Reihen angeordnete knallrote Schuppen. Am Ansatz der Schwanzflosse befindet sich ein schwarzer Fleck. Die Flossen sind gelb abgesetzt. Die Augen haben eine helle Iris und eine rote Pupille.

Herkunft

Pastellgrundeln werden in kleinen Bächen im Osten der Insel Neuguinea (Republik Papua-Neuguinea) gefunden und sind relativ weit verbreitet.

Geschlechtsunterschiede

Bei erwachsenen Fischen ist die Unterscheidung einfach, denn die Männchen entwickeln einen deutlichen Stirnbuckel, die Weibchen einen orangefarbenen, dickeren Bauch. Wer genau hinschaut, kann aber auch Halbwüchsige im Geschlecht unterscheiden. Während bei den Männchen die gelbe Färbung der unpaaren Flossen bis an den Flossenrand reicht, sind diese bei den Weibchen nach dem – etwas schwächeren – gelben Streifen dunkel gesäumt. Außerdem sind sie insgesamt etwas schwächer gefärbt.

Fortpflanzung

Die Pastellgrundel laicht in kleinen Höhlen (etwa Tonröhren). Die bis zu 200 Eier werden an die Höhlendecke geheftet und vom Männchen bewacht, bis die Jungfische freischwimmen. Das ist nach spätestens zehn Tagen der Fall. Das Zuchtaquarium braucht nicht besonders groß zu sein. Die Jungen können sofort frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien fressen.

Lebenserwartung

Die Pastellgrundel kann bei guter Pflege sechs bis sieben Jahre alt werden.

Wissenswertes zur Haltung

Ernährung

In der Natur fressen nahezu alle Grundeln nur Lebendfutter, so auch die Pastellgrundel. Deswegen reicht man ihnen am besten feines Lebend- oder Frostfutter, zur Zucht sollte dieses Pflicht sein. Ansonsten kann man versuchen, Granulatfutter zu reichen, das wird gelegentlich akzeptiert, Flockenfutter dagegen fast nie. Die Umstellung der jungen Grundeln von Artemia-Nauplien auf Granulatfutter ist am schwierigsten und kann zu Verlusten führen, wenn man nicht aufpasst.

Gruppengröße

Wenn das Aquarium ausreichend groß ist, kann man auch eine größere Gruppe von Pastellgrundeln pflegen. Aber auch zwei oder drei Exemplare fühlen sich durchaus wohl, wobei die Geschlechterzusammensetzung ohne Bedeutung ist.

Aquariengröße

Für ein Pärchen reicht schon ein Aquarium von 54 l (60 cm Kantenlänge). Hier können sogar einige Beifische gepflegt werden.

Beckeneinrichtung

Gerne werden Moose oder ähnliche Pflanzen als Verstecke benutzt. Der Bodengrund sollte nicht scharfkantig sein. Einige kleine Höhlen (Tonröhren) dienen als Verstecke. Einige Steine mit flacher Oberfläche werden von den Pastellgrundeln gerne als „Aussichtspunkte“ benutzt.

Pastellgrundeln vergesellschaften

Da die Pastellgrundel zu den ausgesprochen friedlichen Fischen gehört, kann sie problemlos mit allen anderen Fischen gepflegt werden, die nicht zu groß und ebenso friedlich sind. Nur auf langflossige Fische sollte verzichtet werden, denn daran können sich diese Grundeln vergreifen.

Erforderliche Wasserwerte

Die Temperatur sollte zwischen 22 bis 25 °C, der pH-Wert bei 6,5 bis 7,5 liegen. Wichtig sind häufige Wasserwechsel (alle 14 Tage etwa ein Drittel).


Harro Hieronimus ist seit früher Jugend Aquarianer. Er ist Präsident der Deutschen Gesellschaft für Lebendgebärende Zahnkarpfen e. V. und der Internationalen Gesellschaft für Regenbogenfische e. V.. Außerdem unterstützt er durch seine Mitgliedschaft in der Gesellschaft für Ichthyologie e. V. und dem Bundesverband für fachgerechten Natur- und Artenschutz e. V. die wissenschaftliche Beschäftigung mit Fischen sowie den Biotop- und Artenschutz. Ein gutes Dutzend Bücher und zahllose Artikel im Bereich der Süßwasseraquaristik wurden bereits von ihm veröffentlicht.


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