Schmetterlingsbuntbarsch im Portrait

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Zwergbuntbarsche sind eine Bereicherung für die untere Wohnregion des Aquariums. Eine besonders farbenprächtige Art ist der Schmetterlingsbuntbarsch, der seit seiner ersten Einführung vor über 60 Jahren nichts an Attraktivität verloren hat. Hier erfährst du, welche Voraussetzungen erfüllt sein sollten, damit es mit diesem hübschen Aquarienfisch klappt.

Steckbrief

Name: Schmetterlingsbuntbarsch, Mikrogeophagus ramirezi
Systematik: Buntbarsche
Größe: 5-7 cm
Herkunft: nördliches Südamerika
Haltung: mittel
Aquariengröße: ab 54 Liter (60 cm)
pH-Wert: 6,5-8
Wassertemperatur: 24-28°C

Wissenswertes über den Schmetterlingsbuntbarsch

Wissenschaftliche Bezeichnung

Mikrogeophagus ramirezi

Andere Bezeichnungen

Microgeophagus ramirezi, Papiliochromis ramirezi, Apistogramma ramirezi

Systematik

Klasse: Actinopterygii (Strahlenflosser)
Ordnung: Perciformes (Barschartige) oder Cichliformes (Buntbarschartige) – hier sind sich die Wissenschaftler derzeit nicht einig
Familie: Cichlidae (Buntbarsche)
Gattung: Mikrogeophagus
Art: Mikrogeophagus ramirezi (Schmetterlingsbuntbarsch)

Größe

Schmetterlingsbuntbarsche erreichen eine maximale Länge von 5 cm (Weibchen) bzw. 7 cm (Männchen).

Farbe

Vollausgefärbt ist der Kopf der Männchen orange, der Bereich hinter den Kiemen und an der Vorderbrust gelb, nach hinten ins Blaue übergehend. Auf der Körpermitte und am Rückenflossenansatz finden sich große schwarze Flecken, eine schwarze, breite Binde zieht sich senkrecht über den Kopf und durch das Auge. Besonders attraktiv, weil am ganzen Körper blau, ist die Zuchtform „Electric blue“. Goldfarbene Zuchtformen werden ebenfalls häufig angeboten.

Schmetterlingsbuntbarsch Electric Blue

Schmetterlingsbuntbarsch in der Farbvariante „Electric Blue“.

Herkunft

Diese Buntbarsche kommen relativ weit im mittleren und oberen Rio Orinoco im Norden Südamerikas vor (Venezuela und Kolumbien).

Geschlechtsunterschiede

Die Geschlechter sind nicht immer leicht zu unterscheiden. Normalerweise sind die Farben bei den Männchen kräftiger und die vorderen Stacheln der Rückenflosse deutlich länger. Bei vielen Nachzuchten und Angeboten im Handel sind die Farben aber sehr ähnlich und auch die Rückenflossenstacheln der Männchen nicht länger. Wenn der Bauch rötlich oder violett ist, ist dies ein deutliches Zeichen dafür, dass es sich um ein Weibchen handelt. Diese können auch fülliger als die Männchen sein.

Fortpflanzung

Schmetterlingsbuntbarsche sind Offenbrüter. Eine geeignete Stelle, am besten ein flacher Stein, eine Tonscherbe oder ein Stück Schiefer, wird erst von beiden Eltern geputzt. Nach dem Ablaichen wechseln sie sich auch in der Pflege und Bewachung der Eier, Larven und Jungen ab, man spricht von einer Elternfamilie. In einem Aquarium ab 60 cm werden ein Pärchen und einige Guppys oder Zebrabärblinge als „Feindfaktor“ (denen passiert nichts) eingesetzt. Neben dem Ablaichplatz sollten einige Pflanzen und ein kleiner Innenfilter vorhanden sein. Die nach etwa einer Woche freischwimmenden Jungfische können sofort frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien fressen.

Lebenserwartung

Der Schmetterlingsbuntbarsch wird ca. 3 Jahre alt.

Wissenswertes zur Haltung

Ernährung

In der Natur wird ausschließlich Lebendfutter gefressen. Von den meistens angebotenen Nachzuchten werden aber oft auch Granulat, Tabs und Futterflocken angenommen, solange sie auf den Boden sinken. Hier sollte man den Händler fragen, was er füttert, und damit beginnen, die Fische langsam an weitere Futtersorten zu gewöhnen.

Gruppengröße

Wie viele Pärchen man in einem Aquarium halten kann, hängt von dessen Größe ab. Je Paar sollte eine Grundfläche von etwa 40 x 40 cm Größe zur Verfügung stehen. Durch Wurzeln oder Steine kann man diese Reviere abgrenzen. Die Männchen liefern sich an den Reviergrenzen kleine Streitigkeiten, die aber immer folgenlos ausgehen.

Schmetterlingsbuntbarsch Gold

Schmetterlingsbuntbarsch in der Farbvariante „Gold“.

Aquariengröße

Für ein einzelnes Pärchen und einige wenige Beifische in den oberen Wasserschichten, etwa einige kleinere Salmler oder Bärblinge, reicht schon ein Aquarium von 54 Litern (60 x 30 x 30 cm). Aber auch in größeren Aquarien fühlen sich diese farbenprächtigen Aquarienbewohner sehr wohl.

Beckeneinrichtung

Einige Pflanzen sorgen für etwas Schutz, falls sich das Weibchen mal zurückziehen möchte. Etwa die Hälfte des Aquariums sollte freier Schwimmraum sein, Wurzeln und Steine können die Einrichtung ergänzen. Der Bodengrund sollte nicht zu hell sein.

Schmetterlingsbuntbarsche vergesellschaften

Die Vergesellschaftung mit allen friedlichen, annähernd gleichgroßen Fischen ist problemlos möglich. Besonders die oberen Wasserschichten können dadurch belebt werden, denn Schmetterlingsbuntbarsche halten sich fast immer im unteren Drittel auf.

Erforderliche Wasserwerte

Die Temperatur sollte zwischen 24 und 26°C, der pH-Wert bei 6,0-7,5 liegen.

 


Harro Hieronimus ist seit früher Jugend Aquarianer. Er ist Präsident der Deutschen Gesellschaft für Lebendgebärende Zahnkarpfen e. V. und der Internationalen Gesellschaft für Regenbogenfische e. V.. Außerdem unterstützt er durch seine Mitgliedschaft in der Gesellschaft für Ichthyologie e. V. und dem Bundesverband für fachgerechten Natur- und Artenschutz e. V. die wissenschaftliche Beschäftigung mit Fischen sowie den Biotop- und Artenschutz. Ein gutes Dutzend Bücher und zahllose Artikel im Bereich der Süßwasseraquaristik wurden bereits von ihm veröffentlicht.


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