Assistenz- und Rehabilitationshunde

Verfasst von Kristina Ziemer-Falke
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Hund sitzt eng neben einer Person am Rand eines Getreidefeldes.

Assistenz- und Rehabilitationshunde gibt es in vielen Ländern und für ganz verschiedene Aufgabengebiete. Nicht nur in den USA, Frankreich, Österreich oder Großbritannien sind sie weit verbreitet, sondern auch hier bei uns in Deutschland gibt es sie immer mehr. Du wirst bestimmt schon Blindenführhunde oder Diabetikerwarnhunde bei ihrer Arbeit gesehen oder auch miterlebt haben. Aber dazu gehören nicht nur diese Art Assistenzhunde, sondern auch Epilepsiewarnhunde, Schlaganfallwarnhunde, Signalhunde und viele mehr. Die Liste kann endlos weitergeführt werden. Assistenzhunde bieten vielen Menschen einfach einen reibungslosen Alltag. Sie ermöglichen ihnen mehr Selbstständigkeit, Sicherheit und meist auch ein ganz neues Lebensgefühl. Sie können das Leben des jeweiligen Menschen retten, indem sie ihre Besitzer rechtzeitig warnen und somit Schlimmeres vermeiden können.

Assistenz- und Rehabilitationshunde und ihre Aufgaben

Assistenz- und Rehabilitationshunde sind Hunde, die eine spezielle Ausbildung durchlaufen, um anschließend bestimmten Menschen in deren Alltag zu helfen und zu unterstützen. Dazu gehören solche Menschen, die beeinträchtigt sind beispielsweise durch eine Krankheit oder mit einer Behinderung leben. Für sie kann solch ein Helfer auf vier Pfoten das Leben leichter machen.

Schon der ganz normale Tagesablauf mit Gang zum Arzt oder nur zum Einkaufen kann eine große Herausforderung für den Menschen darstellen. Alltägliche Aufgaben in der Wohnung sind ebenfalls manchmal schwierig zu bewältigen. Mit einem Assistenzhund als eingespielten Unterstützer an der Seite, sind jedoch schwierig erscheinende Aufgaben leichter zu meistern.

Im Gegensatz zu Therapiehunden, die mit mehreren Menschen in ihrem Hundejob zu tun haben, arbeitet ein Assistenzhund nur mit einem einzigen Menschen. Dabei lernt er in der Ausbildung dafür genau solche Aufgaben zu erledigen, die dieser Mensch für seine Bedürfnisse braucht. Je nach seiner Beeinträchtigung oder Behinderung können somit die Aufgaben ganz unterschiedlich ausfallen und variieren. Da der Hund auch 24 Stunden mit seinem Herrchen oder Frauchen zusammenlebt und somit einen Fulltime-Job erledigt, muss er für diese Arbeit einiges lernen und wirklich gut ausgebildet sein. Nur so kann sich sein zukünftiger Halter auf ihn verlassen.

Der eigene Assistenzhund - ja oder nein?

Den eigenen Assistenzhund bei sich zu haben ist super. Jedoch muss auch ein Assistenzhund bestens versorgt und ausgebildet werden. Futter, Tierarzt, vielleicht sogar Medikamente und Versicherung sind regelmäßige Kosten, mit denen gerechnet werden muss. Auch gehören Zubehör wie Körbchen, Leine, Geschirr oder Halsband etc. ebenfalls zum Repertoire eines Hundes. Dann kommen je nach eigenen Möglichkeiten auch Ausbildungskosten hinzu, wenn du keinen bereits ausgebildeten Assistenzhund kaufen möchtest. Diese Kosten können sich somit ganz schnell summieren und sollten sorgfältig bedacht werden. Hundeschulen oder Hundezentren, die sich mit Assistenzhunden beschäftigen, können dir mit Rat und Tat zur Seite stehen und dich bestmöglich beraten.

Die Ausbildung

Die Ausbildung eines Assistenzhundes kann bis zu zwei Jahre dauern. Das kommt natürlich auf die gewünschten bzw. erforderlichen Aufgaben an. In dieser Zeit durchläuft er eine solide Grundausbildung mit den Basics. Dazu zählt neben einer guten Sozialisation mit Menschen und anderen Artgenossen auch das Erlernen aller wichtigen Signale, die du im Alltag mit einem Hund benötigst. Zusätzlich muss dein Hund natürlich auch an die vielen unterschiedlichen Alltagsgeräusche und Gegenstände gewöhnt werden. Dazu zählen beispielsweise der Straßenverkehr, enge und gefüllte Räumlichkeiten wie in Arztpraxen oder auch der Aufenthalt in einem Fahrstuhl. Ein Gehstock oder auch ein spezielles Geschirr müssen ebenfalls kennengelernt und trainiert werden. Neben diesen Inhalten wird der Hund auch lernen, bestimmte Aufgaben zu erledigen, die den Alltag für dich als neuen Hundehalter erleichtern können.

Wie die Ausbildung sich dann noch genauer zusammensetzt, hängt von dir als Kunden ab. Du kannst auch selbst mit deinem Welpen trainieren bis hin zu einer abschließenden Prüfung. Du kannst aber auch mit einem erwachsenden Hund in die Ausbildung starten. Nur solltest du einen Assistenzhundetrainer deinen Hund begutachten lassen, ob dieser die Anforderungen für die spätere Arbeit auch erfüllen kann.

Wenn es dir nicht möglich, den Hund selbst zu trainieren oder dies nur in Teilschritten, wird die Grundausbildung von jemand anderem ausgeführt. Du kannst den Hund dann später übernehmen.

Rücksicht auf den Hund

Als Person, die auf die Unterstützung von Assistenz- und Rehabilitationshunden angewiesen ist, solltest du idealerweise dessen Grundbedürfnissen selbst gerecht werden können. Ist das nicht der Fall, zum Beispiel, weil du den Hund nicht selbstständig füttern oder ausführen kannst, muss eine weitere Person diese Aufgaben übernehmen. Auch Erholungsphasen und ein gewisses Maß an "Freizeit" sind für den Vierbeiner wichtig und sollten daher von Anfang an eingeplant werden. In besonderen Fällen kann daher unter Umständen sogar die Anschaffung von zwei Assistenzhunden sinnvoll sein, die sich in ihrer Arbeit abwechseln. Versierte Trainer beraten dich auch zu diesen Themen gern. Denn nur Assistenzhunde, die sich in einem ausgeglichenen mentalen und körperlichen Zustand befinden, sind belastbar und in der Lage, ihre wichtigen Aufgaben korrekt zu erfüllen. Und so können sie dann die erwartete wertvolle Unterstützung im Alltag sein.


Kristina Ziemer-Falke

Kristina Ziemer-Falke, Hundetrainerin & Verhaltensberaterin

Gemeinsam mit ihrem Mann Jörg Ziemer betreibt sie das Schulungszentrum Ziemer & Falke, in dem sie seit vielen Jahren mit Herz, Leidenschaft und Kompetenz Hundetrainer in ganz Deutschland ausbilden und viele Weiterbildungsangebote anbieten. Kristina verfügt über eine Ausbildung zur Tierheilpraktikerin und Ernährungsberaterin für Hunde und einen Sachkundenachweis im Arzneimittelgesetz. Darüber hinaus sitzt sie im Prüfungsausschuss der Tierärztekammer Niedersachsen für die Hundetrainerzertifizierungen und ist erfolgreich als Autorin von Fachbüchern und für Hundezeitschriften.

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Kommentare, Fragen und Antworten
  1. Kathi sagt:

    Ich bin 13 Jahre alt und habe Depressionen, Asperger Autismus sowie einen Pflegegrad 2. Ich wollte fragen ob ein Assistenzhund nicht hilfreich wäre? Welche forteile könnte das für mich haben und wie sollten die Eigenschaften von dem Hund sein? Wie könnte ein Assistenzhund mir helfen? Welche Rase würde sich eignen? Kann ich mir auch einen 1 jährigen Hund holen und ihn dann ausbilden? Ich lebe natürlich wegen meinem Alter noch bei meinen Eltern und habe einen großen Bruder. Ich würde mich um eine schnelle Rückmeldung von Ihnen freuen und danke Ihnen im Voraus schon einmal.
    Kann ich Ihnen auch nach einer Antwort schreiben?

    1. ZooRoyal sagt:

      Hallo Kathi,

      danke dir für deine sehr offene Nachricht. Es ist wirklich stark von dir, dass du dich informierst und nach Lösungen suchst, die dir helfen könnten.

      Ja, grundsätzlich kann ein Assistenzhund sehr unterstützend sein. Ob das in deiner Situation passt, hängt allerdings von mehreren wichtigen Faktoren ab.

      Viele Menschen berichten, dass ein Assistenzhund ihnen hilft, stabiler und selbstständiger zu werden. Ein speziell ausgebildeter Hund kann z. B.:

      Bei Autismus
      Sicherheit geben bei Überforderung
      dir helfen, dich zu orientieren (z. B. draußen)
      dich „herausholen“, wenn du dich zurückziehst
      soziale Situationen erleichtern

      Bei Depressionen:
      dich motivieren, aufzustehen und rauszugehen
      Struktur in deinen Alltag bringen
      Nähe und Trost geben (der Hund ist einfach da)
      dir helfen, dich weniger allein zu fühlen

      Im Alltag:
      Stress erkennen und dich beruhigen (z. B. durch Anstupsen)
      feste Routinen unterstützen
      dir ein Gefühl von Sicherheit geben

      Ein Hund ist aber nicht nur Hilfe, sondern braucht selbst tägliche Pflege, Training, Bewegung und klare Strukturen. Gerade bei Depressionen kann das manchmal auch anstrengend oder überfordernd sein. Deshalb ist wichtig, dass deine Eltern das unbedingt mittragen und unterstützen. Ein Assistenzhund ist immer ein Familienprojekt, nicht nur dein Projekt.

      Als Assistenzhunde werden oft Labrador Retriever, Golden Retriever oder Pudel ausgebildet. Aber auch passende Mischlinge können wunderbar geeignet sein. Wichtig ist vor allem der Charakter und nicht nur die Rasse. Ein geeigneter Assistenzhund sollte ruhig und ausgeglichen, freundlich und menschenbezogen, nicht schreckhaft, gut trainierbar und stressresistent sein.

      Ein Assistenzhund wird normalerweise professionell ausgebildet und benötigt spezielles Training über viele Monate (oder Jahre). Wir raten dir daher davon ab einen jungen Hund selber auszubilden. Nimm statt dessen Kontakt zu einer Assistenzhundeschule auf und vereinbare ein Beratungsgespräch mit deinen Eltern zusammen. So könnt ihr gemeinsam schauen, ob du geeignet bist, welcher Hund passt und wie die Ausbildung laufen kann.

      Darfst du wieder schreiben? Natürlich! Sehr gerne! Du kannst jederzeit nachfragen oder mehr erzählen und wir unterstützen dich bei Bedarf weiter.

      Viele Grüße und alles Gute!
      dein ZooRoyal Team

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