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Irish Terrier im Rasseportrait

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Irish TerrierHerkunft und Rassegeschichte

Der Irish Terrier, auch Irischer Terrier genannt, ist ein hochläufiger Terrier. Er wird gerne der „Rot Ire“ gerufen, da er ein markantes rötliches Fell trägt. Seine Wurzeln liegen wie bei allen Terriern ein stückweit in der Erde. Die Bezeichnung Terrier leitet sich aus dem lateinischen „Terra“ für Erde ab. Es waren also Hunde für die Erdarbeit untertage. In unserem Porträt über die Terrier ganz allgemein kannst du hierzu mehr erfahren. Die hochläufigen Terrier sollten mit der Meute bei der herrschaftlichen Parforce-Jagd auf Fuchs mitlaufen. Wenn sich ein Fuchs dann in seinen Bau geflüchtet hatte, mussten die Terrier ihm untertage nachstellen und aus dem Bau heraussprengen, wie es in der Jägersprache heißt. Man kann sich vorstellen, dass der Fuchs, immerhin auch ein wehrhafter Beutegreifer, seinen Bau nicht freiwillig verlässt.

Ein Irish Terrier musste also sehr mutig, furchtlos und wehrhaft sein. Noch heute sind die „Roten Iren“ in ihren Herzen Jagdhunde. Sie sind furchtlos und mit jeder Faser bestrebt, ihren Job möglichst gut zu machen. All diese Eigenschaften können wir noch heute im Irish Terrier als Begleithund erleben. Sie machen den besonderen Charme aber auch die Herausforderung dieser Hunde. Der Rote Ire wurde aber auch vielseitig an Haus und Hof eingesetzt. Er muss den Hof von Mäusen und Ratten frei halten, in der Nacht die Hühner, Tauben und Kaninchen vor Marder und Fuchs beschützen. Schließlich musste er den Hof und seine Bewohner bewachen und notfalls auch beschützen. Ludwig Beckmann berichtet 1895 in seinem zweibändigen Werk über die „Rassen des Hundes“, dass bereits 1847 in Irland damit begonnen worden sei, einen eigenständigen Terrier, den Ahnen des heutigen Irish Terriers zu züchten.

Das behaupteten jedenfalls die Iren, während die Engländer diesen Hund lange Zeit lediglich als eine Varietät abtaten. Bis 1880 war die Farbe des Irish Terriers tatsächlich noch recht uneinheitlich. Erst nach und nach markierten die irischen Züchter ihren Hund mit der Fellfarbe Rot als etwas Besonderes. Er wurde dann aber schnell beliebt, selbst in England und insbesondere in den USA wohin ja viele Iren ausgewandert waren. Der erste Rassespezialklub für Irish Terrier wurde schon sehr früh, am 31. März 1879 in Dublin gegründet. Er war dann die erste Terrierrasse, die vom britischen Kennel Club mit Irland als Ursprungsland offiziell anerkannt wurde. In Deutschland wird er durch den bereits 1894 gegründeten Klub für Terrier repräsentiert. Bereits in dessen erstem Zuchtbuch war ein Irish Terrier registriert. Seitdem wurden 16.000 Welpen gezüchtet. Heute fallen etwa 700 Welpen des Irish Terriers pro Jahr im VDH.

Beschreibung

Der Irish Terrier ist ein mittelgroßer, hochläufiger Terrier mit einer markanten Erscheinung nicht nur durch sein rötliches Fell. Er ist fast quadratisch gebaut. Die Beine gehen senkrecht nach unten, die lange Rute ist hoch angesetzt, der Hals ist nach oben gestreckt. Kopf, Augen und Ohren unterstreichen seine hellwache Erscheinung. Man spürt, dass jede Faser seines muskulösen Körpers auf Spannung steht. Der Standard fordert, er solle

aktiv, lebhaft, geschmeidig und drahtig erscheinen und viel Substanz haben, ohne dabei jegliche Unbeholfenheit erkennen zu lassen, denn sowohl Geschwindigkeit und Ausdauer als auch Kraft sind für die Rasse von essentieller Bedeutung. Der Irish Terrier darf weder unbeholfen noch unförmig wirken; die Umrisse seines Körpers und seine Gestalt sollten Schnelligkeit, Anmut und Flüchtigkeit demonstrieren.

Ein Irish Terrier hat eine Widerristhöhe von etwa 45 Zentimetern bei einem Gewicht von etwa 12 Kilogramm. Rüden sind etwas größer und schwerer als Hündinnen. Sein Haar soll dicht und drahtig in der Textur sein. Es soll, so der Fachjargon, gebrochen oder broken sein, das heißt harsch und hart erscheinen und dennoch flach anliegen. Auch der Kopf ist so behaart was den Eindruck eines Bartes erzeugt. Der „Rote Ire“ sollte einheitlich rot, rot-weizenfarben oder gelblich-rot sein. Von der Farbe abgesehen erinnert der Irish Terrier ein wenig an einen kleinen, eleganten Airdaile Terrier, der ihm auch im Wesen recht ähnlich ist.

Charakter und Wesen

Der Irish Terrier ist ein Energiebündel. Er ist lebendig, aufgeweckt, kernig. Er ist stets aufmerksam, wachsam, nicht aggressiv, aber furchtlos und im Ernstfall auch kampfbereit. Es wird berichtet, der Irish Terrier sei sehr hart mit sich selber und würde Gefahren und selbst eigenen Verletzungen mit äußerster Verachtung begegnen. Er wird in seiner Heimat noch als Arbeitshund eingesetzt. Dort leistet er als Hofhund, Wachhund und Jagdhund gute Arbeit. Bei der Jagd wird er heute schwerpunktmäßig für die Arbeit nach dem Schuss eingesetzt. Der offizielle Standard beschreibt sein Wesen sehr treffend:

Der Irish Terrier ist, obwohl entschlossen und fähig, sich anderen Hunden gegenüber zu behaupten, bemerkenswert treu, gutmütig und dem Menschen liebevoll zugetan; wenn er angegriffen wird, zeigt er jedoch Löwenmut und kämpft bis zum bitteren Ende. Fälschlicherwese wird dem Irish Terrier nachgesagt, er gerate leicht, manchmal sogar im Ausstellungsring, in Streit mit anderen Hunden. Obwohl er keiner Auseinandersetzung aus dem Wege geht, wenn die Umstände es erfordern, so ist der Irish Terrier doch leicht zu erziehen und ein umgänglicher Haushund; er verkörpert somit noch immer die Eigenschaften, die ihn, den früheren Beschreibungen entsprechend, zum „Wächter der armen Leute, zum Freund der Bauern und zum Liebling der vornehmen Herren“ hatten werden lassen.

Der Irish Terrier ist im Kern ein Draufgänger und kein Schoßhund. Trotzdem macht sich der Irish Terrier heute als Begleit- und Familienhund sehr gut. Er ist ein treuer, wachsamer, herzlicher und liebevoller Partner für Jung und Alt, vorausgesetzt, man gönnt sich und ihm Bewegung. Er hat einen großen, selbstbewussten und niemals unterwürfigen Charakter, den man respektieren und schätzen muss. Der große Schriftsteller Jack London drückt im Buch „Jerry, der Insulaner“ seinen Respekt vor diesem großen Charakter mit folgenden Worten aus: „Ein Hund aus Gold – außen wie innen“.

Haltung

Die Haltung eines Irish Terriers ist problemlos. An die Größe der Wohnung stellt er keine Ansprüche. Die größte Herausforderung ist sein Temperament. Irish Terrier brauchen Herausforderungen körperlicher wie mentaler Art. Als Begleithund eignen sie sich für ein breites Spektrum an Aufgaben. Sie eignen sich hervorragend für die diversen Hundesportarten. Irish Terrier sind als schneller Begleiter eines Reiters aber auch Joggers oder in Maßen eines Radfahrers gut aufgestellt. Ihre Fitness und ihr Arbeitswille bedeuten für Herrchen und Frauchen Herausforderung und Verpflichtung zugleich – und das bei jedem Wetter.

An andere Heimtiere müssen sie von der Wurfkiste an gewöhnt sein, sonst werden sie als Beute gesehen. Irish Terrier sind als Spielpartner der Kinder sehr gut geeignet, da sie zu jedem Abenteuer aufgelegt und robust genug sind, mit Kindern zu toben. Voraussetzung ist allerdings, dass die Hausordnung stimmt und der Terrier seine Rolle in der Familie genau kennt. Auf der Straße neigt er dazu, mit anderen Hunden zu raufen. Aufgrund seiner maßvollen Größe, dem niedrigen Gewicht und seines guten Gehorsams – richtig erzogen – ist er ein problemloser Begleiter in allen Lebenslagen.

Erziehung

Die typischen Irish Terrier lassen sich sehr gut erziehen und darüber hinaus ausbilden. Klare Ansage und Konsequenz sind hier die Wunderworte auf Basis eines respektvollen, liebevollen Verhältnisses zu Herrchen und Frauchen. Deren zweifelsfreie Führungsrolle sollte immer präsent sein, ansonsten meint der Ire, Dinge selbst regeln zu müssen.

Pflege und Gesundheit

Irish Terrier sind ausgesprochen pflegeleicht. Sein Fell muss allerdings fachgerecht getrimmt und darf niemals geschoren werden. Beim Trimmen drei- bis viermal jährlich wird das abgestorbene Haar fachgerecht herausgezupft.

Rassetypische Krankheiten

Die meisten Irish Terrier verfügen über eine robuste Gesundheit. Hie und da kommen Hauterkrankungen (Hyperkeratose) oder Stoffwechselerkrankungen (Cystinurie) vor. Zuweilen ist Inzucht ein Problem.

Ernährung/Futter

Die Ernährung eines Irish Terriers ist unproblematisch.

Lebenserwartung

In der Regel erfreuen sich der Irish Terrier eines langen Hundelebens von nicht selten über 12 Jahren bei bester Fitness.

Irish Terrier kaufen

Am besten kaufst du deinen Irish Terrier Welpen vor Ort bei einem Züchter, der dem Klub für Terrier e.V. angeschlossen ist. Hier solltest du insbesondere darauf achten, dass keine Inzucht vorliegt. Einen Welpen vom Züchter bekommst du für ca. 1.000 Euro.


Christoph JungChristoph Jung Seit seiner Kindheit gehören Hunde zu den besten Freunden des Hundeforschers. Die Beziehung Mensch – Hund ist für ihn ein faszinierendes Thema, das ihn täglich beschäftigt und für das er sich auch öffentlich engagiert. Aus seiner täglichen Forschung entstand das Buch „Tierisch beste Freunde“. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


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