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Airedale Terrier im Rasseportrait

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Airedale Terrier

Herkunft und Rassegeschichte

Der Airedale Terrier ist der größte aller Terrier. Die meisten Terriervarianten stammen aus der Grafschaft Yorkshire im Norden Englands, so auch der Airedale Terrier. Sein Name setzt sich aus dem dortigen Fluss Aire und „Dale“ für Tal zusammen. Wahrscheinlich wurde er über die genannten Aufgaben hinaus in einer Wasserjagd der besonderen Art eingesetzt. Man nannte ihn zeitweilig auch Waterside Terrier. Damals setzte man dem Otter nach, dem man seine Fische im Fluss nicht gönnte und rottete ihn schließlich aus. Dass sich der Airedale im Kampf gegen diesen wehrhaften Wassermarder bewährte, kann man dem Hund nicht vorwerfen. Eine weitere Spezialität ist die Fährtenarbeit. Auch heute noch bewährt er sich als vielseitiger Jagdhund und wird wegen seiner Intelligenz und seines Mutes in manchen Gegenden sogar für die Sauhatz verwendet. Vor gut hundert Jahren zählte der Airedale Terrier zu den ersten Diensthunden, die für Rotes Kreuz, Polizei, Zoll oder das Militär in aller Welt arbeiteten. Obwohl englischer Hund, genoss er ein hohes Ansehen in der kaiserlich-deutschen Armee und wurde dort jahrzehntelang eingesetzt. Er ist intelligent, arbeitsam, mutig aber niemals aggressiv. Aufgrund seiner Größe und Qualitäten nennt man ihn auch den „König der Terrier“. Schon bei den ersten Hundeausstellungen 1860 waren die Vorläufer des heutigen Airedale Terrier dabei. 1879 wurde sein erster Standard entworfen. 1886 kam die offizielle Anerkennung durch den englischen The Kennel Club. Kurz darauf begann auch die offizielle Zucht in Deutschland, nachdem er als Diensthund bereits Ansehen genoss. 1894 wurde der Klub für Terrier gegründet, der noch heute den Airedale Terrier betreut. Diese Hunderasse erfreut sich in Deutschland einer seit Jahrzehnten stetigen Beliebtheit, heute besonders als Begleit- und Familienhund. Knapp 1000 Welpen fallen jedes Jahr beim Klub für Terrier. Arbeitsprüfungen werden immer noch erfolgreich absolviert, jedoch nicht mehr regelmäßig.

Beschreibung

Der Airedale Terrier zählt zu den hochläufigen Terriern. Er ist die größte aller Terrierrassen. Trotzdem wirkt er kompakt und sehr drahtig, muskulös. Rüden haben eine Widerristhöhe von 58 bis 61 Zentimetern, Hündinnen von 56 bis 59. Sein Gewicht liegt bei 22 bis 30 Kilogramm. Er hat ein markantes Äußeres, das ihn unverwechselbar macht. Seine Statur entspricht seinem Wesen: Er ist höchst aufmerksam, zu allen Taten bereit wie ein geladenes Energiebündel, aber zugleich gelassen und ohne jede Aggression. Das wird durch den Ausdruck seiner Augen wie durch die Art, die Ohren zu tragen und durch die selbstbewusst, aufrechte Haltung seiner Rute unterstrichen. Der Kopf des Airedale Terriers ist langgezogen und mündet vorne in einen üppigen Bart. Die Ohren sind gefaltet. Das Fell ist ebenfalls von besonderer Art. Es ist hart, dicht und drahtig, flach anliegend. Es soll nicht so lang sein, dass es struppig wirkt. Das Deckhaar ist drahtig-straff, die Unterwolle kürzer und weicher. Sein Fell ist wasserabweisend und ein wirksamer Kälteschutz. Allerdings ist es nachteilig bei Hitze. Zur Farbe schreibt der offizielle Standard: „Sattel schwarz oder gräulich, ebenfalls Nacken und Oberseite der Rute. Alle anderen Körperpartien lohfarben. Die Ohren sind oftmals dunkler im Loh.“

Charakter und Wesen

Der Airedale Terrier hat zunächst einmal das Wesen, das praktisch alle Terrier auszeichnet. Airedale Terrier sind außerordentlich temperamentvolle Hunde, die zu keinem Abenteuer nein sagen. Sie sind lebendig, aufgeweckt, kernig. Sie sind stets wachsam, nicht aggressiv, aber mutig, furchtlos und im Ernstfall auch kampfbereit. Sie sind ausgesprochen kooperativ und gelehrig. Es ist eine große Freude mit ihnen zu arbeiten. Airedale Terrier sind offen und vertrauensvoll, freundlich, couragiert und intelligent. Airedale Terrier sind ihren Menschen treu zugewandt und eignen sich bestens als Familienhund, wenn man ihre starke Persönlichkeit nicht nur respektiert, sondern vielmehr zu schätzen und zu handeln weiß. Seine Tauglichkeit als Familienhund setzt allerdings grundlegend voraus, dass er wesensgerechte Beschäftigung bzw. Herausforderungen hat. Einfach nur Spazierengehen reicht ihm, besonders als jungen Hund, nicht. Der Airedale Terrier ist noch heute eine der wenigen anerkannten Diensthunderassen. Als einziger Terrier zählt er zu den Schutzhunderassen. Die Kehrseite dieser hervorgehobenen Stellung ist die Verpflichtung der Halter, ihn auch mit anspruchsvollen Aufgaben zu betrauen.

Haltung

Die Haltung eines Airedale Terriers ist problemlos. An die Größe der Wohnung stellen sie keine besonderen Ansprüche. Die größte Herausforderung ist sein Temperament. Für Airedale Terrier gibt es nichts Schlimmeres als Langeweile. Sie brauchen Herausforderungen körperlicher wie mentaler Art. Jagdliche Arbeit oder Sport und Spiel müssen täglich auf dem Programm stehen. Airedale Terrier sind gute Partner für sportlich aktive Menschen. Sie eignen sich hervorragend für die diversen Hundesportarten. Sie sind als Begleiter eines Reiters, Joggers oder Radfahrers gut aufgestellt. Wird ein Airedale Terrier nicht quantitativ und qualitativ ausreichend gefordert, sucht er sich Herausforderungen auf eigene Faust, was nicht immer im Interesse von Herrchen oder Frauchen sein muss. Dann wird er bockig und stur. An andere Heimtiere müssen sie von der Wurfkiste an gewöhnt sein. Airedale Terrier sind als Spielpartner der Kinder sehr gut geeignet, da sie immer zu einem Spaß aufgelegt und robust genug sind, mit Kindern zu toben. Voraussetzung ist allerdings, dass die Hausordnung stimmt und der Terrier seine Rolle in der Familie genau kennt. Mit einem Airedale Terrier kann man alles unternehmen; er wird sich in der Natur aber auch im feinsten Restaurant zu benehmen wissen. Lediglich bei Hitze muss man ihn schonen.

Erziehung

Airedale Terrier lassen sich sehr gut erziehen und darüber hinaus ausbilden. Klare Ansagen und Konsequenz sind hier die Wunderworte auf Basis eines respektvollen, liebevollen Verhältnisses zu Herrchen und Frauchen. Sie brauchen vom Welpenalter an konsequente Erziehung. Airedale Terrier lassen sich auf Basis einer guten Erziehung für die verschiedensten Aufgaben ausbilden. In der Zucht werden Arbeitsprüfungen für Airedale Terrier immer noch erfolgreich absolviert, sind jedoch nicht mehr verpflichtend.

Pflege und Gesundheit

Gesundheit und Fellpflege

Der Airedale Terrier hat eine sehr robuste Natur. Allerdings verträgt er Hitze schlecht. Deswegen Sport ausfallen zu lassen, ist keine Option, sonst wird er unzufrieden. Sportliche Aktivitäten sollten daher besser auf die kühlen Stunden verschoben werden. Airedale Terrier müssen drei bis vier Mal im Jahr getrimmt werden. Dafür verlieren sie vergleichsweise wenige Haare.

Rassetypische Krankheiten

Die meisten Airedale Terrier verfügen noch über eine robuste Gesundheit. Leider hat bei ihm das Ausstellungswesen mit seiner einseitig am Aussehen orientierten Bewertung zu großen Raum erhalten. Zuchttiere werden von der seriösen Zucht vor ihrem Einsatz auf Veranlagung für die in seiner Population häufig vorkommenden Erbkrankheiten untersucht und das Ergebnis offen dokumentiert. Hier sind Hauttumore, Augenkrankheiten, Schilddrüsenunterfunktion sowie die juvenile Nephropathie (JRD), eine tödlich verlaufende Nierenerkrankung, zu nennen.

Ernährung/Futter

Die Ernährung des Airedale Terriers ist unproblematisch. Allerdings neigen die auf Äußerlichkeiten im Ausstellungswesen orientieren Linien zu Allergien, was eine diätische Ernährung erforderlich machen kann.

Lebenserwartung

Nach der Statistik des britischen The Kennel Club hat der Airedale Terrier eine durchschnittliche Lebenserwartung von gut 10 Jahren.

Airedale Terrier kaufen

Am besten kauft man seinen Airedale Terrier Welpen vor Ort bei einem Züchter, der dem Klub für Terrier im VDH angeschlossen ist. Die Kosten für einen Airedale Terrier liegen zwischen 1000 und 1500 Euro. Es ist aber auch ratsam, sich im Tierheim umzuschauen.

 

 


Christoph JungChristoph Jung Seit seiner Kindheit gehören Hunde zu den besten Freunden des Hundeforschers. Die Beziehung Mensch – Hund ist für ihn ein faszinierendes Thema, das ihn täglich beschäftigt und für das er sich auch öffentlich engagiert. Aus seiner täglichen Forschung entstand das Buch „Tierisch beste Freunde“. Jung lebt mit seiner Familie und seinen Hunden in der Nähe von Halle.


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