Zwerggeckos: Hübsche Terrarienbewohner

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ZwerggeckosZwerggeckos gelten als ideale Anfängertiere für Terrarienneulinge und sind auch mit wenig Erfahrung gut zu halten. Doch stimmt das überhaupt und welche Zwerggeckos gibt es eigentlich? Um ein bisschen Klarheit zu schaffen, beschäftigen wir uns beispielhaft mit dem Gelbkopf-Zwerggecko.

Zwerggeckos – das ideale Anfängerreptil?

„Lygodactylus“ ist der korrekte Name für die Gattung der Zwerggeckos, die natürlich der Familie der Geckos (Gekkonidae) angehören. Insgesamt gibt es rund 60 unterschiedliche Arten, die je nach Art eine Gesamtlänge von 4 bis 9cm erreichen können. Die meisten Zwerggeckos sind in Afrika und Madagaskar zuhause, es leben jedoch auch zwei Arten in Südamerika. Es gibt unter den Zwerggeckos nacht- und tagaktive Arten. Aber alle Arten haben die typischen Haftlamellen an den Zehen und der Unterseite der Schwanzspitze, die es ihnen erlaubt, über glatte Oberflächen zu laufen – und das auch über Kopf.

In der Terraristik gilt nun das Vorurteil, dass Zwerggeckos ideale Anfängertiere für Terrarianer sind, doch warum ist das so? Wir haben die Gründe mal gesammelt: Aufgrund ihrer Größe benötigen sie verhältnismäßig wenig Platz und dementsprechend ein kleines Terrarium. Zusätzlich gibt es auch tagaktive Arten, die sich gut beobachten lassen. Die Terrarienausstattung ist auch kein besonderes Problem, denn die Geckos brauchen lediglich Verstecke, Klettermöglichkeiten und ein geeignetes Klima. Die Ernährung ist auch nicht kompliziert und erfolgt hauptsächlich über kleine, lebende Insekten. Zu guter Letzt gelten Zwerggeckos im Allgemeinen als robuste Reptilien, die einem Fehler verzeihen und nicht sofort eingehen. Ob diese ganzen Begründungen wahr sind, werden wir nun am Beispiel einer ganz bestimmten Zwerggecko-Art herausstellen.

Der Gelbkopf-Zwerggecko

gelbkopf zwerggecko

Diese Geckoart, die den lateinischen Namen „Lygodactylus picturatus“ trägt, gehört zu einer der bekanntesten Zwerggeckos. Besonders in den letzten Jahren haben die Gelbköpfchen (aufgrund des langen Namens behalten wir den Namen bei) mehr und mehr Einzug in heimische Terrarien gefunden. Und das nicht umsonst: Sie haben eine attraktive Färbung, sie können wegen ihrer Tagaktivität gut beobachtet werden und sind nicht kompliziert, was ihre Ansprüche angeht.

Ursprünglich kommen die Gelbköpfchen aus Ostafrika, wo sie arboricol leben. Das bedeutet, sie leben auf Bäumen. Da sie aber sehr anpassungsfähig sind, wurden auch schon Verbände in Dorn- und Trockensavannen beobachtet; auch das Auftauchen in und um Häusern herum ist nichts Neues.

Generell leben Gelbköpfe in einem Verbund aus einem Männchen und mehreren Weibchen, der einen Busch, Baum oder Stamm als sein Revier beansprucht. Die Jungtiere werden vom „Chef“ weggejagt, sobald sie geschlechtsreif sind.

Nun zum Aussehen der Geckos. Die Männchen werden im Allgemeinen größer als die Weibchen und können eine Länge von rund 9 cm erreichen – die Hälfte davon macht der Schwanz aus. Während die Weibchen mit ihrer beige-grauen Körperfarbe und den verstreuten helleren Flecken einen relativ unspektakulären (farblichen) Anblick bieten, sind die Männchen da schon auffälliger. Der Körper ist hier blau-grau gefärbt und ebenfalls mit helleren und dunkleren Flecken überzogen. Das Highlight ist aber der kräftig gelbe Kopf, der von einem dunklen Linienmuster durchzogen ist. Beide Geschlechter können übrigens ihre Farbe bis ins Tiefbraune hinein verändern, wenn die sich gestört fühlen oder eine Auseinandersetzung mit einem Artgenossen haben.

Die Haltungsbedingungen

Am besten sollte man bei der Terrarienhaltung einen natürlichen Verband nachahmen, also ein Männchen mit mindestens einem Weibchen zusammen halten. Es funktioniert aber auch eine Männer-WG, wenn genügend Platz zur Verfügung ist. Bei der Haltung von zwei Tieren, sollte das Terrarium schon Maße von 40 x 40 x 60 cm haben (L x B x H). Die Höhe hängt damit zusammen, dass der Gecko gerne klettert und in den höheren Bereichen des Terrariums die wärmeren Temperaturen genießt.

Diese Klettervorliebe ist übrigens auch richtungsweisend für die Einrichtung des Terrariums: Ideal ist hier eine Rückwand aus Kork, an der du mehrere Äste befestigen kannst. Hier findet der Gelbkopf genug Halt und Klettermöglichkeiten. Der Bodengrund sollte von einem Gemisch aus Sand und Erde bedeckt sein, der auch teilweise von Moos und Eichenlaub ergänzt werden kann. Dieser Bodengrund hat den Vorteil, dass er zum einen gut Feuchtigkeit halten kann (gut fürs Klima im Terrarium) und zum anderen wenig Versteckmöglichkeiten für Futtertiere bietet wie beispielsweise Borke oder Rinde.

Natürlich ist die Einrichtung damit nicht komplett: Der Zwerggecko benötigt Ranken und großblättrige Pflanzen, zum Beispiel Sanseverien. Echte Pflanzen haben hier übrigens einige entscheidende Vorteile gegenüber den Künstlichen: Sie sehen schöner aus, sind besser für die Luftfeuchtigkeit im Terrarium und dienen darüber hinaus besser als Versteck- und Klettermöglichkeit. Das Terrarium sollte schon stark bewachsen sein, damit es artgerecht ist.

Klima und Beleuchtung

Nun zum Klima und zur Temperatur. Tagsüber sollten zwischen 25° C und 32°C herrschen, nachts darf die Temperatur bis auf 18° C bis 22°C absinken. Bei der Luftfeuchtigkeit sollten die Werte zwischen 60 und 80 % liegen. Damit sich das dauerhaft hält, ist es anzuraten, das Terrarieninnere morgens und abends leicht mit Wasser zu besprühen. Die Geckos mögen es übrigens auch, das Wasser von den Pflanzenblättern zu lecken, trotzdem muss eine Wasserschale oder ein Brunnen her um die reguläre Wasserversorgung zu gewährleisten.

Auch die Beleuchtung darf nicht vergessen werden. Da die Tiere in der freien Natur einer hohen Lichtintensität ausgesetzt sind, muss das natürlich auch im Terrarium nachgeahmt werden. Hierzu eignen sich eine Tageslichtröhre und ein Spot, der für die nötige Wärme sorgt. Direkt unter dieser Wärmequelle sollte ruhig eine Temperatur von 35°C erreicht werden. Die Beleuchtungszeit mittels UVA und UVB unterscheidet sich je nach Jahreszeit – und zwar orientiert am natürlichen Lebensraum Afrika, denn hier aufgrund der Äquatornähe nur zwei Jahreszeiten. Deshalb sollte die Bestrahlungszeit im Sommer etwa zwölf und im Winter nur 6 Stunden betragen. Da die Geckos dank ihrer Kletterfähigkeiten quasi überall hinkommen, sollte man die Beleuchtungselemente außerhalb des Terrariums installieren. Sie sollen sich ja nicht am heißen Lampenschirm die Haftlamellen verbrennen.

Die Fütterung

Nun kommen wir zum leiblichen Wohl des Gelbkopfs. Er ist von Natur aus ein Lauerjäger: Er sitzt stundenlang unbeweglich auf einem Ast oder Blatt, bis ein Beutetier in seine Reichweite kommt; dann reagiert er blitzschnell. Durch seine großen Augen sieht er sehr gut und somit stellen auch kleine Insekten oder fliegende Beute auch auf größere Entfernung kein Problem dar. Weil ihn die Futterjagd fordert und fördert, solltest du auch im Terrarium mit Lebendfutter füttern.

Da Geckos sehr schnell verfetten können, solltest du sie nur 2 x bis 3 x die Woche füttern. Hier eignen sich im Prinzip alle kleinen Insekten, die nicht größer als 1 cm sind: Heimchen, Bohnenkäfer, Wachsmotten, Heuschrecken. Solange die Größe stimmt, frisst der Gecko alles, was ihm in die Quere kommt. Du solltest jedoch auf genügend Abwechslung achten. Je nach Beleuchtung solltest du gelegentlich Kalzium und andere Vitamine per Bestäubung der Futtertiere verabreichen, damit die Nährstoffbedürfnisse des Reptils komplett abgedeckt werden können.

Als gern angenommene Abwechslung kann dem Gelbkopf ab und zu auch Obst angeboten werden. Hier eignen sich am besten überreife Bananen, Fruchtnektar und –Brei, natürlich ungezuckert. Besonders Maracuja und Pfirsich sind sehr beliebt.

Unser Fazit

Der kleine Gecko ist ein sehr lebhafter und neugieriger Terrarienbewohner, der sich gut beobachten lässt und interessante Verhaltensweisen zeigt. Er verzeiht dank seiner Anpassungsfähigkeit einiges an Fehlern, weshalb sie sich auch für Terrarienneulinge bestens eignen. Man sollte allerdings darauf achten, dass man beim Händler des Vertrauens Nachzuchten erwirbt. Wildfänge sind großem Stress ausgesetzt, so dass sie häufig krank werden. Außerdem sollte man die natürliche Vielfalt und den Artenschutz unterstützen, deshalb lieber auf Nachzuchten bestehen.

Wenn du das Basiswissen zu den kleinen Reptilien und die grundsätzlichen Sachen der Terraristik bereits beherrschst, wirst du in einem Gelbkopf-Zwerggecko eine tolle Bereicherung für dein Terrarium finden.

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Kommentare, Fragen und Antworten
  1. Lenia Jacobs sagt:

    Liebes Zooroyal Team! Reicht ein 80x50x50 Terrarium für Zwerggeckos? Und welche Ranken soll man ins Terra geben?

    1. ZooRoyal sagt:

      Hallo Lenia,
      da dein Terrarium mindestens 40x40x60cm groß sein muss, sollte deins okay sein 🙂
      Tierische Grüße,
      dein ZooRoyal Team

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