Schildkröte Winterschlaf: Tipps für die Überwinterung

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Schildkröte Winterschlaf

Sobald die Temperaturen fallen, beginnt die Zeit der Winterruhe für alle mediterranen Schildkröten. Im Folgenden möchten wir dir beschrieben, ob die Schildkröte Winterschlaf hält und dir Tipps geben, wie du deine Schildkröte auf die Winterzeit vorbereiten kannst.

Macht die Schildkröte Winterschlaf?

Dass die Schildkröte Winterschlaf macht, ist nicht ganz korrekt. Alle Wasser- und Landschildkröten, die einen mediterranen Ursprung haben, halten ab dem ersten Lebensjahr eine Winterruhe bzw. Winterstarre, sobald die Temperaturen fallen. In dieser Ruhephase werden alle Körperfunktionen auf ein Minimum heruntergefahren. Der Herzschlag sinkt auf 3-5 Schläge pro Minute und die Atmung verlangsamt sich. Der Körper nimmt die Umgebungstemperatur an. Dadurch sind sie stark in der Bewegung eingeschränkt.

Die Winterruhe ist notwendig für eine artgerechte Haltung. Schildkröten, die eine Winterruhe machen, stärken damit das Immunsystem und halten sich gesund. Erkundige dich vorab, ob deine Schildkrötenart eine Winterruhe hält und ob sie spezielle Bedingungen benötigt. Beliebte Arten, wie zum Beispiel die Griechische- und Maurische Landschildkröte, die Rotwangen– und die Europäische Sumpfschildkröte, müssen eine Winterruhe halten.

Achtung! Kranke Tiere sollten keine Winterruhe halten, sondern den Winter im warmen Terrarium verbringen.

Wie lange macht die Schildkröte Winterschlaf?

Die länge der Ruhephase hängt von vielen Faktoren ab, welche Art und Herkunft, wie alt das Tier ist sowie vielem mehr.
Es sind mindestens 8 Wochen und längstens 5 Monate. Im Durchschnitt beträgt die Winterruhe bei Griechischen Landschildkröten etwa 4 Monate, sie beginnt im Oktober/November und endet im März/April.

Wo kann ich meine Schildkröte überwintern lassen?

Für die Überwinterung der meisten Landschildkrötenarten ist eine Temperatur von 4-6°C, bei speziellen Arten etwas weniger, notwendig. Diese Temperatur muss die komplette Zeit über konstant eingehalten werden. Die sicherste Methode ist daher die Überwinterung im Kühlschrank, am besten ein separater Kühlschrank, wo die Tiere nicht dauernd gestört werden.

Alternativ hast du vielleicht einen kühlen, frostfreien Keller, der die perfekte Temperatur hat. Eine Überwinterung direkt im Freigehege, in einer Grube, ist auch in vielen Gebieten möglich, aber nicht so einfach zu kontrollieren. In sehr kalten Gegenden in hohen Lagen rate ich davon ab. Sinkt die Temperatur unter 4°C und vielleicht auch noch über einen längeren Zeitraum, ist es für die Schildkröten lebensbedrohlich.

Um perfekte Bedingungen im Kühlschrank oder Keller zu , eignen sich Überwinterungsboxen. In dieser Box befindet sich eine Schicht lockere Erde und darüber getrocknetes Laub. Etwas Moos hilft das Austrocknen zu verhindern, denn die Box muss immer leicht feucht gehalten werden.

Wie kann ich die Schildkröte auf den Winter vorbereiten?

Die Vorbereitung dafür beginnt bereits Ende Sommer mit einer Kotuntersuchung und einem Check-Up beim Tierarzt. So kannst du sicherstellen, dass dein Tier gesund und bereit für die Winterruhe ist.

Beginnt die Temperatur im Herbst zu sinken, bereiten sich die Schildkröten selber vor. Im Freigehege sinkt die Temperatur von selbst, im Terrarium muss du dich um ein langsames Senken der Temperatur und Belichtung über ca. 3-4 Wochen kümmern. Sie hören dann selbstständig auf zu fressen, ein Nahrungsentzug ist daher nicht nötig. Eine Wasserschale zum Baden muss immer bereitstehen, sie nehmen selbstständig ein Bad und entleeren zum Teil ihren Darm. Eine vollständige Darmentleerung, wie leider oft empfohlen wird, ist absolut falsch. Nun wird sie auch beginnen, sich einzubuddeln.

Bevor sie jetzt in die Überwinterungsbox gesetzt wird, wird sie abgewogen und das Gewicht notiert. Alle 4-6 Wochen wird sie vorsichtig rausgenommen und abgewogen, verliert deine Schildkröte mehr als 10% ihres Gewichts muss sie behutsam ausgewintert werden und danach vom Tierarzt untersucht werden.

Kann man eine Schildkröte aus der Winterruhe wecken?

Die Schildkröte sollte nur dann geweckt werden, wenn gesundheitliche Gründe zum Aufwecken vorliegen. Schildkröten wachen eigentlich von selbst auf und werden unruhig.
Zum Aufwecken oder wenn sie bereits wach geworden sind, wird die Temperatur langsam wieder erhöht, jeden Tag um 1-2°C, nach 5-7 Tagen bekommen sie wieder 2-3 Stunden Licht, die Lichtdauer wird ebenfalls täglich leicht erhöht. Wasserbad und Futter müssen dann natürlich auch bereitstehen.

Meine Schildkröte frisst nicht nach der Winterruhe – was kann ich tun?

Nach einer behutsamen Auswinterung wird deine Schildkröte innerhalb einer Woche wieder anfangen zu trinken und zu fressen. Rührt sie nach über einer Woche noch immer kein Futter an, muss sie von einem Tierarzt untersucht werden. Es ist möglich, dass eine Krankheit Ursache der Verweigerung ist.

Wie erkenne ich, ob meine Schildkröte tot oder in der Winterruhe ist?

Fast jede Winterruhe geht problemlos vorbei, aber leider gibt es auch Fälle in denen die Schildkröte verstirbt. Du kannst Folgendes überprüfen, um sicher zu gehen, dass sie lebt. Ist ein Anzeichen auffällig kann dir dein Tierarzt weiterhelfen, beim Ultraschall ist der Herzschlag immer erkennbar.

  • Beim Hochheben oder Berühren der Gliedmaßen werden Reflexe ausgelöst
  • Feder vor die Nase halten und Atmung prüfen
  • Haut auf Farbe und Veränderungen prüfen
  • Augen sind geschlossen aber unauffällig, nicht eingefallen

Schildkröte Winterschlaf: Merkliste

  • Für eine gesunde und artgerechte Haltung ist eine Winterruhe notwendig
  • Gesundheitscheck vor der Winterruhe
  • Kranke Schildkröten nicht überwintern
  • Langsame Absenkung der Temperatur und Belichtung zur Vorbereitung
  • Überwinterungsbox vorbereiten
  • Wiegen und umsetzen
  • Sicherste Variante: Überwinterung im eigenen Kühlschrank
  • Kühlschrank regelmäßig für Frischluft öffnen
  • Feuchtigkeit 50-70%, Einsprühung wenn zu niedrig
  • Temperatur konstant zwischen 4-6°C
  • Monatliche Gewichtskontrolle, bei Abnahme von über 10% auswintern
  • Langsame Auswinterung

Shaka Animal StudioShaka Animal Studio, Jacky und Tobi. Jacky hat die Faszination Reptilien schon vor langer Zeit gepackt. Seit über 15 Jahren hält sie Reptilien aller Art. Sie ist gelernte Tierpflegerin und Tiertherapeutin. Sie hat Berufserfahrung sowohl in Zoos als auch bei Tierärzten. Tobi ist Fotograf und von klein auf begeistert von der Tierwelt. Die Unterwasserwelten sind sein Herzstück, die er schon seit vielen Jahren betreibt. Im Laufe der Zeit entstand zu Hause ein privater Zoo, den sie täglich voller Liebe gemeinsam versorgen und den sie regelmäßig auf ihrem. Youtube Kanal präsentieren.


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